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Linke Kampfparolen und lautes Knirschen in der SPÖ

12.10.2012 | 18:35 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Vor dem SPÖ-Parteitag. Bürgermeister Häupl wirft Kritikern der Bundes-SPÖ „Disziplinlosigkeit“ vor. Hinter der Inszenierung für den Wahlkampf wird über einsame Entscheidungen der Parteispitze gemurrt.

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Wien/St. Pölten. Die Aufwärmrunde hat Werner Faymann schon hinter sich: Sein Auftritt bei der Bundeskonferenz der SPÖ-Frauen Freitagmittag in St. Pölten, wo sich SPÖ-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek der Wiederwahl stellte, lieferte einen Vorgeschmack auf den Bundesparteitag am heutigen Samstag: Ein gerechter Beitrag der Vermögenden müsse zur Bekämpfung der Krise her, die „verheerende Kluft zwischen Arm und Reich“ müsse von der Sozialdemokratie verringert werden.

Die Inszenierung beim SPÖ-Parteikonvent von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter ist ganz auf den Bundeskanzler und Parteivorsitzenden Werner Faymann ausgerichtet. Das wichtigste Ziel dabei: den Machterhalt der SPÖ als stärkste Partei und damit den Posten des Bundeskanzlers mit Faymann nach der Nationalratswahl 2013 zu sichern. Zur Rückenstärkung reisen zwei Gäste aus Deutschland an: SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel und Martin Schulz, der Präsident des EU-Parlaments.

Das Motto ist dazu angetan, die Sehnsüchte vieler der 638 ordentlichen Delegierten und der roten Parteibasis zu befriedigen: „Mehr Gerechtigkeit!“ Kampfansagen gegen die „Reichen“ und die Forderung von Vermögensteuer auf breiter Front erfüllen gleich einen doppelten Zweck: Sie bringen den Koalitionspartner ÖVP, der solche neuen Steuern strikt ablehnt, vor der Nationalratswahl in die Defensive. Zugleich ist das Halali auf die „G'stopften“ der Kitt in der Sozialdemokratie.

 

Unmut über fehlende Diskussion

Noch nie seit der Amtsübernahme von Faymann im Kanzleramt und in der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße im Sommer 2008 war aber mehr Knirschen im roten Gebälk zu hören als jetzt. Der Hauptvorwurf, der in vielen Fällen hinter vorgehaltener Hand vorgebracht wird: Faymann und sein kleiner Kreis Vertrauter würden sich zu sehr auf positive Berichterstattung in den Boulevardmedien verlassen, parteiintern würden Positionen von der SPÖ-Spitze vor einer Festlegung zu wenig diskutiert, um damit lästige Konfrontationen so lange als möglich zu umgehen.

Paradebeispiel dafür ist der Schwenk der SPÖ-Führung in der Wehrpflicht in Richtung Bundesheer – für den auch jetzt beim Bundesparteitag offiziell kein Beschluss vorgesehen ist. Die schärfsten Kritiker an den einsamen Entscheidungen der SPÖ-Bundesführung kommen in der über Jahrzehnte Wien-zentrierten Sozialdemokratie nun ähnlich wie bei der ÖVP aus den Ländern. An vorderster Front steht dabei im Regelfall die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Sie nervt mit ihren divenhaften, medialen Vorstößen – etwa mit ihrem Eintreten für die (Wieder-)Einführung von Studiengebühren – schon so manchen Genossen.

Just unmittelbar vor dem Bundesparteitag rückte Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl für Faymann aus und knöpft sich in der „Tiroler Tageszeitung“ in schonungsloser Art interne Kritiker vor: „Je bürgerlicher die SPÖ wird, desto größer wird die Disziplinlosigkeit.“ Damit erteilte er allen voran Burgstaller und anderen Abweichlern einen ordentlichen Rüffel. Der steirische SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves hat sich darauf verlegt, die „SPÖ-ÖVP-Reformpartnerschaft“ im Land zu betonen. Und ab und an brummt er, die Koalition im Bund solle sich daran ein Beispiel nehmen solle.

 

Quälerei mit neuem Parteiprogramm

Faymanns Strategen scheuen die offene Konfrontation beim Bundesparteitag. Konfliktthemen wie das Bundesheer sind offiziell ausgelagert. Verteidigungsminister Norbert Darabos soll am Rande des Parteitages SPÖ-Funktionäre ruhigstellen, die ein Informationsdefizit vor der Volksbefragung beklagen. Bei den Studiengebühren versucht die SPÖ, Zeit bis Jahresende durch Verschiebung in eine Arbeitsgruppe zu gewinnen.

Die Sehnsucht nach mehr Orientierung der SPÖ unter Faymann bleibt vorerst ungestillt. Den etwa von Oberösterreichs SPÖ-Chef Josef Ackerl eingemahnten fehlenden „Kompass“ soll ein neues Parteiprogramm liefern. Der Startschuss wird beim Parteitag erfolgen, das Ende ist für 2014 vorgesehen. Die Rolle von SPÖ-Pensionistenchef Karl Blecha, der als Programmkoordinator genannt wurde, wird überschätzt. Denn vor dem Parteitag wurde er als „Urgestein“ zwar gebeten, mitzuwirken. Was er tatsächlich machen wird, blieb aber offen. Häupl erlaubt sich eine Sondermeinung: Er sieht keinen Sinn, mit einer Programmdiskussion vor der Nationalratswahl Kräfte zu vergeuden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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92 Kommentare
 
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Gast: Kommentarleser
14.10.2012 10:38
0 0

Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Ihr Lohnposterer des REICHENschutzbundes, lest erst einmal den Kommntar von "Gerechtigkeit" vom 13.10.2012 8:50 diesem Forum, bevor Ihr weiter lächerlich schamlos Eure Argumentationsschwäche unter Beweis stellt!
Dieses PRESSE-Forum verkommt doch zunehmend zum Flohmarkt für flegelhaft niveaulose Pöbeleien und Schimpfwortkreationen!
Schämt Euch!
Wie soll mit solchen "Bürgern" Demokratie funktionieren?!
Früher glaubte ich, im Kleinformat erfahren, was der Mob denkt. Dieses Forum lehrt mich - es ist noch viel, viel schlimmer!
Rote Stricherl zu verteilen, bedeutet doch auch nur, kein Gegenargument zu haben!

Gast: KHuber
13.10.2012 17:57
1 0

Was haben die KPDSU und die SPÖ gemeinsam?

Ihr Verständnis von Meinungsfreiheit und Demokratie.

Gast: Lehofer K
13.10.2012 13:51
4 4

Unmut über fehlende Diskussion

In der Roten Diktatur braucht man keine Diskussionen.

Antworten Gast: Wladimir Iljitsch Uljanow
13.10.2012 16:47
0 0

Re: Unmut über fehlende Diskussion

Richtig!

Hab ich auch immer schon so gehalten!

Antworten Gast: Linker Pirat
13.10.2012 15:53
4 2

Re: Unmut über fehlende Diskussion

Mimimimimimimimimimimi...

Gast: Seinerzeit zu meiner Zeit
13.10.2012 12:20
3 4

Noch immer aktuell, oder schon wieder

Hüa hott der ganze Voter
viertel Butter, ganze Mutter
rote Haut, saubled gschaut
Burgamasta, Wampo hast a.

Copyright, die Spitzbuam (Toni Strobl)

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die schwarze raiffeisenpresse

versucht zu retten was nicht mehr zu retten ist!
ABER:

die menschen sehen wie es zugeht
die menschen sehen das die reichen reicher und die armen ärmer werden
die menschen werden erkennen das der schwarze geldsäcke bevorzugungspolitik ihnen das leben erschwert!

schwarz raus aus der regierung!


Knirschen...

in der SPÖ? Das darf doch nicht sein! faymann als Sonnenkönig, Häupl steht ihm zur Seite, was kann da noch schiefgehen. Vielleicht kommen die Genossen einmal auf die Idee, dass sie nichts zu melden haben.

Rote und Grüne hetzen die Österreicher gegeneinander auf


und glauben wirklich, daß sich damit noch Wahlen gewinnen lassen!

Parkpickerl, Raucherhetze, Reiche, usw.

Dabei sind sie selbst die Ursache dieses Übels!

Hoffentlich funktioniert diese primitive Hetze nicht genausogut wie der Vranz-"Pensionistenbrief" oder die Faymannsche Volksabstimmungslüge!

Obwohl, ohne Hetze, würde es die SPÖ seit Jahren nicht mehr geben!


Antworten Gast: Kein blauer Parteisoldat
13.10.2012 16:01
0 1

Re: Rote und Grüne hetzen die Österreicher gegeneinander auf

Sie sind ein bekannter Parteisoldat. Glauben sie ernsthaft, sie nimmt noch jemand ernst der nicht selbst ein blauer Parteisoldat ist?

Gast: leerephrasenstattpolitik
13.10.2012 11:46
4 5

jetzt lullen sich die SPÖ genossen wieder ein und blabbern wie immer nur von gerechtigkeit und solchen dingen- schon am nächsten morgen gehts weiter mit dem sozialabbau bei den asvg pensionen und den bankenmrd.. die unglaubwürdigen SPÖ phrasendreschereien sind nur mehr zum schämen.


Faymann macht die SPÖ zu seinem Ebenbild. Grinsend, konturlos, inhaltsleer.

Die kontroversen Themen sind bei diesem SPÖ Parteitag gänzlich ausgespart. Feigheit regiert. Weiter so SPÖ der Niedergang ist programmiert. Die einzig noch erträglichen Vertreter aus den Ländern haben nichts, aber schon gar nichts zu reden, sie haben Ventilfunktion. Von Linie ist nichts zu erkennen, die SPÖ verwienert. Herzliche Gratulation, die Nationalratswahlen kommen rascher als die Bonzen denken.

2 0

Re: Faymann macht die SPÖ zu seinem Ebenbild. Grinsend, konturlos, inhaltsleer.

bei einigen seiner Vorgänger dachte man schon, dass es nicht mehr tiefer geht....war ein Irrtum!

Gast: sozisarbeitenfürdiereichen
13.10.2012 11:19
4 4

die SPÖ hat sich zu einer vorfeldorganisation der bilderberger geldeliten und der finanzmärkte gemausert; faymann/hundstorfer schaden den asvg arbeitnehmern, uasvgpensionen daher nur mehr


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Das neue dynamische Duo der SPÖ: Faymann & Blecha


Da erübrigt sich jeder Kommentar zum Thema "Zukunftsperspektiven Österreichs".

Gegen den einen erhebt die Staatsanwaltschaft und das ganze Land schämt sich fremd, wie er sich vor der Wahrheitspflicht im Untersuchungsausschuss drückt, der andere musste vor Jahren im Zusammenhang mit Beweismittelunterdrückung und Urkundenfälschung mit als Innenminister zurücktreten und dafür auch rechtskräftig verurteilt wurde.

Hallo?

Quo vadis, Austria?


Gast: lustigerPeter123
13.10.2012 11:15
3 5

Kluft zwischen Arm und Reich

Eine Frage.. Warum wird nie davon gesprochen den "armen" weniger wegzunehmen?

Glaubst irgendjemand hier ernsthaft dass

1. die wirklich "reichen" jemals Steuern zahlen werden? Siehe COCA Cola in Griechenland. Große und mächtige Individuen können sich umdrehen und in ein anderes Land gehen.

und viel wichtiger

2. das das Geld das man im Endeffekt der Mittelschickt abnehmen wird bei den armen ankommt?

Auch diese AK Werbesport regt mich wirklich auf. Wie wäre es für Steuersenkungen für das eigene Klientell zu kämpfen und nicht für Steuererhöhungen bei "reichen" die sowieso nie zahlen werden und was dem eigenen Klientell nicht hilft???

die verheerende kluft zwischen arm und reich müsse verringert werden

vielleicht könnte man zum zeichen des guten willens einmal mit den politikerbezügen und -privilegien anfangen?

Gast: Gneißer
13.10.2012 11:05
3 5

Wetten, daß die roten Politiker alle schwarz wählen!

Dann kann die spö nämlich sicher sein, daß die övp genug Stimmen bekommt um als Koalitionspartner dann zu verhindern, daß die spö ihre Forderungen durchsetzen kann - denn das träfe doch die gstopften roten Politiker auch!
Woher kämen denn sonst die vielen Stimmen für den REICHENschutzbund!

Gast: Politarzt
13.10.2012 10:50
2 5

Eine Partei wie die SPÖ

müßte man in diesem Zustand, wenn sie eine Kuh wäre,- notschlachten.

er tut lieber flaschlabal brodn


2 4

Häupl sollte lieber

darauf schauen, dass aus der SPÖ wieder eine SOZIALDEMOKRATISCHE Partei wird, denn mit Personen wie Faymann, Cap, Rudas, Ostermayer, Pendl und Co ist die SPÖ für echte Sozialdemokraten nicht wählbar.
Da müßte sich schon sehr viel ändern und durchgesetzt werden.

Gast: Reumütig
13.10.2012 10:19
13 6

Bin zwar schon vor 24 Jahren ausgetreten

aber könnte mich heute noch geißeln dass ich 8 Jahre Parteimitglied war. Wähle seit damals die größten Feinde der Roten, um vieles wieder gut zu machen.

Re: Bin zwar schon vor 24 Jahren ausgetreten

Das ist ja toll. Um angerichteten Schaden gut zu machen, wählen Sie die nächsten Zerstörer.

Bravo ...

Gast: FELDFÜLLER
13.10.2012 09:58
10 9

UND WARUM

UND WARUM TUT DANN DIE SPÖ NICHTS GEGEN DIE "VERHEERENDE KLUFT ZWISCHEN ARM UND REICH"?

DIE REICHEN WERDEN REICHER, DIE ARMEN ÄRMER. UND DAS NICHT ERST SEIT KURZEM. WARUM UNTERNIMMT DIE SPÖ DAGEGEN NICHTS?

REICHENSTEUER SOFORT!

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Re: UND WARUM

aus einem ganz einfachen grund!
es gibt leider keine rote mehrheit in der regierung.

die schwarzen verhindern alles was die einkommenssituation der arbeitenden menschen verbessert.!

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Re: UND WARUM

Ganz einfach: Da die Forderungen das Ziel sind besteht an deren Erfüllung naturgemäss kein Interesse.

 
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