Gabriel Obernosterer ist am Samstag bei einem außerordentlichen Landesparteitag in Finkenstein (Bezirk Villach Land) mit 96,55 Prozent zum Obmann der Kärntner ÖVP gewählt worden. Er folgt damit auf Josef Martinz, der der über eine Parteispenden-Affäre im Zuge des "Birnbacher-Skandals" gestolpert war.
Obernosterer rechnete in seiner Rede mit Martinz ab. "Es ist etwas passiert, was wir alle nicht geglaubt haben, aber man hat dazu zu stehen", sagte er. Im Gerichtssaal des Landesgerichtes Klagenfurt sei "ein langjähriges, von den Freiheitlichen aufgebautes, System" zusammengebrochen. In Richtung von Ex-Parteichef Martinz sagte er: "Dass er darin verwickelt war, lässt sich durch nichts entschuldigen."
"Wichtig war auch ein klarer Schnitt gegenüber unserem ehemaligen Koalitionspartner", sagte der ÖVP-Politiker in Richtung FPK. Und: "Es wird noch vieles ans Tageslicht kommen, es werden noch viele der Gerechtigkeit ins Auge schauen müssen."
Seitenhieb gegen SPÖ
Auch ÖVP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger versuchte, Aufbruchstimmung zu vermitteln. "Ich spüre Zuversicht, dass wir dieses Land wieder aufbauen können", erklärte er vor den Funktionären. Spindelegger sprach sich deutlich für Obernosterer als neuen Parteichef in Kärnten aus. Er vergaß aber auch nicht, die übrigen politischen Parteien heftig zu kritisieren.
"Wir brauchen Persönlichkeiten mit diesem Zuschnitt", sagte Spindelegger in Richtung Obernosterer und Neo-Landesrat Wolfgang Waldner. Weniger nette Worte fand der für die SPÖ: Die Sozialdemokraten würden lediglich an die Einführung von neuen Steuern denken. "Für uns ist es aber kein Skandal, dass es Reiche gibt, es ist ein Skandal, dass es Arme gibt", so Spindelegger.
Die Kür eines Spitzenkandidaten für die kommenden Landtagswahl stand beim Parteitag nicht zur Debatte.
Vor dem offiziellen Beginn des Parteitages wurde von den Delegierten ausführlich über die Turbulenzen der vergangenen Wochen diskutiert. Gekommen war neben Alt-Landeshauptmann Christof Zernatto auch die ehemalige Führungsriege um Ex-Parteichef Martinz, nämlich Ex-Landesrat Achill Rumpold, Ex-Klubchef Stephan Tauschitz sowie Ex-Landesgeschäftsführer Thomas Goritschnig.
(APA)
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