Wien. Mit ihren Aussagen in der „Presse" hat sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied den Ärger der ÖVP zugezogen: Dass Schmied Kanzler Werner Faymann den Besuch von Schulen gestatten will, Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz aber nicht, sei inakzeptabel, sagte Außenamtsstaatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) im Gespräch mit der „Presse am Sonntag". Es könne wohl nicht sein, „dass es zwei Kategorien von Regierungsmitgliedern gibt".
Auch im koalitionären Konflikt um das Thema Integration und Schule attackierte Lopatka die Ministerin. Schmied habe die „Dramatik noch immer nicht erkannt". 60 Prozent der Schulanfänger hätten Deutschprobleme. Offenbar habe die Ministerin „seit 2007 geschlafen". Der Weckruf von Kurz sei daher bitter notwendig gewesen.
Kurz hat Schmied vorgeworfen, sein Projekt der Integrationsbotschafter an Schulen zu torpedieren, die Einigung auf ein Schulschwänzerpaket nicht umzusetzen und keine Gespräche zur Sprachförderung mit ihm zu führen. Lopatka verteidigte die Idee für eigene Deutschklassen für Kinder mit geringen Sprachkenntnissen. Die erfolgreichsten Länder wie Finnland würden es richtig machen, indem sie Kinder zuerst Sprachkenntnisse erwerben lassen und dann in den Unterricht schicken.
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