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"Vorwärts GenossInnen", zurück!

13.10.2012 | 17:58 |  von Oliver Pink (Die Presse)

Neue Steuern für "die Reichen", ein deutscher Redner für das rote Herz - und nur 83,43 Prozent für Werner Faymann: Impressionen vom SPÖ-Bundesparteitag, dem letztlich nicht ganz geglückten Auftakt für den Wahlkampf 2013.

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Man sah ihm die Enttäuschung deutlich an: Mit nur 83,43 Prozent war Werner Faymann als SPÖ-Chef wieder gewählt worden, 2010 waren es 93,8 Prozent gewesen. Da vermochte auch der Trost von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, dass man gemeinsam den erfolgreichen Weg weitergehen werde, wenig. Selbst Alfred Gusenbauer, auch diesmal anwesend, hatte bei seiner als Blamage gewerteten Parteitagswahl 2004 88,9 Prozent erreicht.

Wenig hatte zuvor auf den Faymann-Flop hingedeutet. Kritik wurde eher verhalten geäußert. Der Frust entlud sich dann am Stimmzettel. Die möglichen Gründe: die Abkehr von der Wehrpflicht, das Abdrehen des U-Ausschusses, vor allem aber das Transparenzgesetz, das vielen roten Vorfeldorganisationen missfällt.

ÖVP verteilte Kipferl

Begonnen hatte der SPÖ-Konvent mit einem (durchaus gelungenen) Gag der Konkurrenz. Mitarbeiter der niederösterreichischen ÖVP verteilten Frühstückskipferln an die eintreffenden sozialdemokratischen Delegierten. Im Sackerl steckte auch ein Infoblatt: „Wir freuen uns wirklich sehr, dass Sie in unsere Landeshauptstadt St. Pölten kommen. Ihre Parteiführung hatte wahrscheinlich gute Gründe für diese Wahl. Zum Beispiel, weil Sie in Niederösterreich einfach sehen können, wie eine Regierungspartei arbeitet und entscheidet - und nicht dauernd verschiebt und vertagt."

Jene, die vor dem Veranstaltungszentrum St. Pölten vom Kipferl-Merkblatt wieder aufblickten, sahen bald, wohin die Reise - nicht nur am Parteitag, sondern auch in den nächsten Monaten - gehen wird: „Vorwärts GenossInnen! Auf ins Wahljahr 2013", stand auf Plakaten. Und drinnen warteten Schriftzüge mit dem diesbezüglichen Generalmotto „Mehr Gerechtigkeit!"

Nur die Jungsozialisten störten fast schon traditionell die Inszenierung, die mit einer Akrobatik-Nummer zu Beginn ein wenig Ostblock-Charme in die Betonhalle brachte: Die Jusos hielten Transparente mit den Worten „Mitbestimmung und Diskussion in der SPÖ? Fehlanzeige" in die Höhe. „Die Basis wird nicht mehr gehört. Nicht bei den Uni-Zugangsbeschränkungen, die die Partei gerade verhandelt. Und auch nicht bei der Wehrpflicht. Da wurde jeglicher Diskussionsprozess in der Partei versäumt", beklagte Jessica Müller, die Vorsitzende der SP-Studenten vom VSStÖ. Für was sie selbst sei - Berufsheer oder Wehrpflicht? „Ich bin für gar kein Heer."

Schulz begeisterte

Die emotionalste und für die Delegierten wohl fesselndste Rede an diesem Samstag hielt - nein, nicht Werner Faymann, sondern Martin Schulz, der Präsident des EU-Parlaments. Allein die Erwähnung des Namens Karl Marx sorgte für Zwischenapplaus. Das Erstreiten der „Waffengleichheit von Kapital und Arbeit, die Zügelung des Kapitalismus" sei die „große Erfolgsgeschichte der Sozialdemokratie auf nationaler Ebene". „Nun müssen wir den Kapitalismus ein zweites Mal zügeln", rief der deutsche Sozialdemokrat in den Saal. Denn das Kapital sei schon längst globalisiert. „Aber haben wir ein europäisches Streikrecht, haben wir europäische Tarifverhandlungen?"

Und da Schulz, der auch SPD-Chef Sigmar Gabriel vertrat, der sein Kommen kurzfristig absagen musste, weiß, was sich als guter Gast gehört, fügte er noch hinzu: „Das Urheberrecht in Europa für die Finanztransaktionssteuer liegt bei Werner Faymann." Das Lob auf die Finanztransaktionssteuer - und auf seinen „Urheber" - sollte an diesem Tag noch öfter angestimmt werden. Nicht ganz so erwartbar war Martin Schulz' nicht minder emotionales Bekenntnis zur Haushaltsdisziplin: Denn es sei eine Frage der „Generationengerechtigkeit", keine Schuldenberge zu vererben."

"Die Welt wird nicht von selbst gerecht"

Werner Faymann sagte danach Ähnliches in einfacheren Worten: „Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer." Und: „Die Welt wird nicht von selbst gerecht, wie uns das Liberale einreden wollen." Daher: „Es braucht ein Gegenkonzept zu internationalen Ausbeutung." Und da der Kanzler vorrangig für Österreich zuständig ist, fängt er einmal hier an: Die Erhöhung der Grundsteuer forderte Faymannn, kleine Häuslbauer und Eigenheimbesitzer natürlich ausgenommen. Zudem könnten mit jenen 500 Mio. Euro, die die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer einbrächten, flächendeckend Ganztagsschulen errichtet werden.

Auch die Inseratenaffäre streifte er - mit ganz leiser Selbstkritik: Natürlich könne man darüber reden, ob man zu viel inseriert habe. „Aber wir lassen uns vom politischen Mitbewerber sicher nicht einreden, dass seine Inserate die guten sind und unsere die schlechten - so blöd sind wir nicht."

Faymann warb für die Rettung des Euro und Griechenlands. Denn eine unkontrollierte Insolvenz von Banken würde in erster Linie die kleinen Sparer treffen. Auch EU-Parlamentspräsident Schulz hatte zuvor schon an die Delegierten appelliert: „Europa ist eine faszinierende Idee. Lasst nicht zu, dass das schlecht geredet wird!" Und wie dieser legte auch Faymann ein Bekenntnis zur Budgetdisziplin ab: „Auch ich bin fürs Sparen. Weil uns das Gestaltungsspielraum ermöglicht."

Nachfolgende Redner waren da weit radikaler. Einer von der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie meinte, das „kapitalistische System" müsse zerschlagen werden und auch Abschiebungen dürfe es nicht mehr geben: „Denn es ist genug für alle da, wenn wir es uns von den Reichen holen."

Ein Jungfunktionär aus Baden beklagte die Verbürgerlichung der SPÖ, die mangelnde Glaubwürdigkeit, aber auch das Abdrehen des U-Ausschusses - und bekam Zwischenapplaus. Auch Oberösterreichs SPÖ-Chef Josef Ackerl übte Kritik - überraschend jedoch an den internen Darabos-Kritikern, die die neue Berufsheer-Linie in der Öffentlichkeit konterkarieren würden.

Und auch das Kipferl-Sackerl der NÖ-ÖVP hatte noch einmal einen Auftritt. Sabine Oberhauser, die SPÖ-Gesundheitssprecherin, trat mit diesem ans Podium: Verdächtig Raiffeisen-gelb sei es, befand sie. „Das Kipferl haben wir jedenfalls artgerecht entsorgt." Also gegessen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2012)

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618 Kommentare
 
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"Vorwärts nur bei SPD-GenossInnen", Stillstand bei SPÖ-GenossInnen?

Sollen die reichen Griechen endlich zur Steuerbezahlung gezwungen werden?
Soll sich auch die SPÖ wie die SPD massiv gegen die Steuerflucht der reichen Griechen einsetzen?
Sind Sie auch, wie Sigmar Gabriel (SPD) völlig zurecht fordert, der Meinung, dass die europäischen Regierungen das in Europa gebunkerte Vermögen von Griechen einfrieren sollen, bis diese nachgewiesen haben, dass sie in Griechenland nach Recht und Gesetz Steuern bezahlt haben?
Nehmen Sie an folgender Umfrage teil! Machen Sie damit sichtbar, was für Sie wichtig ist! http://is.gd/6n5uZG

Sollen die reichen Griechen endlich zur Steuerbezahlung gezwungen werden?

Sind Sie auch, wie Sigmar Gabriel (SPD) völlig zurecht fordert, der Meinung, dass die europäischen Regierungen das in Europa gebunkerte Vermögen von Griechen einfrieren sollen, bis diese nachgewiesen haben, dass sie in Griechenland nach Recht und Gesetz Steuern bezahlt haben?
Nehmen Sie an folgender Umfrage teil! Machen Sie damit sichtbar, was für Sie wichtig ist!
http://forum.rdoe.at/index.php?page=Thread&threadID=171

Gast: obama for president
16.10.2012 08:39
1 0

Faymanderl

Faymanderl, Du jämmerlicher Darsteller eines Politikers! Du bist eine Fehlbesetzung eines Politikers, hast du Deine Stellenbeschreibung nicht gelesen? Oder kannst Du so schlecht lesen wie du Fremdsprachen beherscht?

Du bist ein richtiger schwacher, volkswirtschaftlich ungebildeter Politiker, selbst Deine ach so tollen Reden helfen Dir nicht mehr, Deine Parteifreunde zu überzeugen! Da kannst Du Dir noch so viele deutsche Gleichgesinnte einladen, hilft Dir nix!!!

Faymanderl, bleib zu Haus, mach es so wie der Heinzi, sperr Dich am Klo ein und warte auf die Anlieferung der Kronenzeitung, das Niveau dieser Zeitung entspricht exakt Deiner Intelligenz! Der Pandi weiss schon was er schreiben muss, schließlich bezahlst Du auch dafür(ich meinte die Staatsbetriebe auf die Du Einfluss hast!)

Leider liebes Faymanderl muss ich Dir sagen, dass Du unwählbar bist und eine Schande für Österreich! Du bist korrupt, lügst und narrst das Volk, gemeinsam mit Deinem Freund, dem Vierterlkönig, ich meinte dem Veltlinerkönig! Wenn der nicht mehr trinkt, gerät der Weinabsatz in Wien ins stocken!

Ackerl

der Ackerl in der zib2 war echt der hammer:

der Faymann "führt" und gut durch die krise.

ich habe ihn nicht einmal seine massnahmen im tv und sein handeln gesehen, wie er seine "massnahmen" erklärt.

zum ergebnis:
offensichtlich sind 83,43 Prozent noch wo angrennt.
das ist ein beschämend hoher prozentsatz.

Gast: Blöd grinsen & lügen
15.10.2012 19:58
0 0

Das Wernerle wird zum Weinerle - und hoffentlich 2013 endlich abserviert!!!!!!!!!!!!!

Selbst viele der Genossen trauen ihm nicht mehr!

Gast: peterwamser@me.com
15.10.2012 16:02
0 0

Dürfte ich fragen ...

wo mein vormittäglicher Kommentar geblieben ist ?

Der Ackerl ..

.. sollte sich fragen, w a r u m sich niemand etwas sagen traut!!

1 0

Mein Problem

Ist der Kanzlerdarsteller jetzt wegen seiner dümmlichen Ansagen von den Genossen/innen nicht gewählt worden, oder weil denen seine dümmlichen Ansagen noch nicht weit genug gehen.

Wenn man einen SPÖler fragt, was denn ein Spekulant sei, erfährt man warum 83.4% den W.F. wählten.


10 0

Target 2/ESM

Die EU Politik von Faymann und Co ist nicht professionell. Sie setzt unsere Ersparnisse und zukünftige Penisonen aufs Spiel. Anders als die klugen Finnen haben SP/VP und Grüne Steuergelder für die PIIGS eingesetzt, ohne dafür Sicherheiten zu verlangen.
Es fehlen Vorschläge für die Reform der EZB bzw. des gesamten EU Nationalbankensystems. Das Transparenzpaket, obwohl auch nicht ohne Bedeutung, steht bezüglich Auswirkung auf das Wohlstandsniveau in keinem Verhältnis zum Blindflug in der EU Politik. Auch SP Funktionäre können das zunehmend erkennen.

Sinnlose Information

Das wird den Herrn Faymann stören!
Genau wie der U-Ausschuss den Wählern und ihn 2013 stören wird.
Die Rotwähler werden immer Rotwähler bleiben.

Factum illud; fieri infectum non potest

Gast: freund?
14.10.2012 17:41
1 0

Bissl fad , hier auf Erscheinen oder nicht, oder


nach Stunden , weit hinten, der eigenen Kommentare zu warten .

Jaaaa, ruhig, Brauner, ich weiß, die Zeitung gehört mir nicht !

Aber es ist halt schnarchig .

Gast: Sag zum Abschied ...
14.10.2012 17:40
6 0

Allzu rational scheint hier zeitweise nicht moderiert zu werden

Sonst wäre nicht auch eine harmlose kleine Plauderei hinausgeflogen, in der es etwa heißt:

Werner, das wird ein bisserl weh tun auf dem Parteitag.

Was denn?

Wir haben schon die Genossen eingeteilt, die dich diesmal nicht wählen werden.

Warum denn?

Damit wir für die Nationalratswahl den Mitleidseffekt bekommen. Wenn es danach ausschaut, dass der Vorsitzende in Schwierigkeiten ist, werden die kleinen Genossen sich nicht mehr trauen, das Kreuzerl woanders zu machen.

Na gut, wenn ihr meint. Wie viel werde ich denn bekommen?

Damit es wirkt, muss es das schlechteste Ergebnis eines Vorsitzenden überhaupt werden. Wir haben ausgerechnet, dass bei 83 Prozent das Optimum zwischen „Saftige Watsch'n“ und „Fast schon rücktrittsreif“ ist.

Aha, 83 Prozent. Klingt gar nicht so schlecht.

Falsche Antwort, Werner. Du musst nämlich unbedingt ganz traurig dreinschau'n.

Das ist aber schwer!

Du musst es üben, Werner. Stell dir vor, die ÖBB sagen nein zu Inseraten.

Gast: Ins Stammbuch geschrieben
14.10.2012 16:58
9 4

Jedes

zensurierte und nicht erschienene Posting wird sich nächstes Jahr in eine Stimme für die FPÖ verwandeln. Ihr könnt euren Gönner durch willkürliche Zensur nicht mehr retten.

Sie werden doch nicht in einer Demokratie, die keine und sich nur so nennt, ist wählen gehen???

Machen Sie besser etwas vernünftiges im Rahmen der Familie.

Re: Sie werden doch nicht in einer Demokratie, die keine und sich nur so nennt, ist wählen gehen???

"die keine ist und sich nur so nennt", so war es gemeint.

4 3

Re: Jedes

Do you really understand German ?
Pleas read all postings again one more time. You finally will come to the conclusion that you have misunderstood most of them. I am sure you meant ".... jedes zensurierte.. eine Stimme mehr fuer die SPÖ. "But if you really need some help in German , pls let me know . It will be a pleasure for me to help you out of your misery ! (and of course if requested your "minderbemittelten blauen Schluempfe" as well)

0 0

Re: Re: Jedes

Ich habe "please" geschrieben, merkwuerdig!

Antworten Antworten Gast: Ins Stammbuch geschrieben
14.10.2012 18:14
4 1

Re: Re: Jedes

Oh no, youre on the wrong track. I really mean what i say, you can be sure. You can put your SPÖ where the sun never shines. Thats where they belong, an thats where they at home.

0 1

Re: Re: Re: Jedes

"where the sun never shines" - Sie meinen London?

0 3

Re: Re: Re: Jedes

Estoy muy sorprendido ! "Austrian Blaue Schluempfe "hablan inglés tambien ,¡increible! Que revolución,que pasa?

Gast: Gäääähn
14.10.2012 16:57
2 4

Die Kommentare in den ersten drei Seiten (von hinten) gehn ja noch,

aber dann ist meistens nichts lesenswertes mehr dabei!

6 2

Re: Die Kommentare in den ersten drei Seiten (von hinten) gehn ja noch,

Deutsch : ...nichts Lesenswertes...
Fuenf, setzen .

Gast: Akanthus
14.10.2012 16:35
3 0

Warum nicht

Fayner Wermann?
Unter diesem Synonym könnte Werner Faymann ja als böser Zwilling seiner selbst für die We(h)rpflicht sein und dadurch mit einem perfekten Spagat die Partei wieder einen... Das wäre auch nicht viel seltsamer als seine restliche "Strategie"!

Gast: uburoi
14.10.2012 16:34
5 0

das hat man davon!

maria theresia fekter wurde schon beim friedensnobelpreis übersehen, und jetzt das.

Immer Steuern und noch mehr Steuern nein

Statt Reichen steuer Arbeitsplätze schaffen das sollte
für jeden der Reich ist und es geschafft hat eine Pflicht sein.Leider hat die SPÖ Faymann und auch andere Parteien keine Iden für die Zukunft da hat schon manches Kommentar mehr drauf als diese Politik.

 
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