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IV: Erhöhung der Grundsteuer unter Bedingungen möglich

14.10.2012 | 18:20 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

Die übrigen Steuerpläne der SPÖ hält der Industriellen-Präsident jedoch für "standortschädlich für das ganze Land". Die Industriellen seien „grundsätzlich gegen jede Art von Vermögen-, Erbschafts- und Schenkungssteuer“.

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Wien. Wie von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) auf dem Parteitag in St. Pölten angeregt, kann sich nun auch die Industriellenvereinigung (IV) – unter bestimmten Bedingungen – eine Erhöhung der Grundsteuer vorstellen. Laut SPÖ-Plan sollten Häuslbauer und Eigenheimbesitzer ausgenommen sein. Die Bedingungen von IV-Chef Georg Kapsch gehen zwar weiter, dennoch gesteht er im Gespräch mit der „Presse“ zu: „Man könnte die Grundsteuer durchaus anheben, wenn man auf der anderen Seite andere Steuern reduziert.“ Das Land brauchte etwa dringend eine Entlastung der mittleren Einkommen. Die seien in Österreich viel zu stark belastet – „sowohl im Sinne der Lohn- und Einkommensteuer als auch bei den Sozialabgaben“, so Kapsch.

Im November würde die Industriellenvereinigung dazu auch ein eigenes Steuerkonzept präsentieren: „Mit einem abgesenkten Einstiegssteuersatz und mit einem linear progressiven Tarif. Aber wir sind keine Vertreter einer Flat Tax.“ Nähere Details wollte Kapsch dann noch nicht verraten: „Ich möchte mir nicht den Vorwurf machen lassen können, wir hätten das nicht genau analysiert und unser Konzept würde sich budgetär nicht ausgehen.“

Doch egal wie das Konzept der Industriellen aussehen wird – „wir sagen mit Sicherheit nur Ja zu irgendeiner Erhöhung einer Steuer, wenn es ein Gesamtkonzept gibt, bei dem andere dafür entlastet werden.“ Nur Steuererhöhungen seien keine Lösung.

Allerdings: Bei der Grundsteuer hört sich die prinzipielle Einigkeit zwischen Industriellenvereinigung und SPÖ dann auch schon wieder auf. Denn mit den restlichen Vorschlägen von Faymann – wie die stärkere Besteuerung von Vermögen und Erbe – kann Kapsch nichts anfangen: „Ich finde die Ergebnisse der SPÖ beim Parteitag wenig kreativ. Ich würde mir eher erwarten, dass sie das Budget auch auf der Ausgabenseite streamlinen und zukunftsorientierte Themen ansprechen.“

Es solle nicht nur um die Frage gehen, wie man höhere Steuern einnehmen könne. „Dafür haben wir in Österreich eine viel zu hohe Abgabenquote, die bereits über 42Prozent liegt.“ In kaum einem anderen Land seien die Abgaben derartig hoch. Und außerdem: „Länder, die einen relativ hohen Anteil aus der Vermögensteuer holen, haben dafür relativ niedrige Einkommen- und Lohnsteuersätze.“

 

„Gegen jede Art von Vermögensteuer“

Ob diese Art von Steuersystem nicht auch in Österreich umsetzbar wäre? „Aus meiner Sicht ist das für Österreich ausgeschlossen. Denn dann braucht man eine ganz andere Steuermentalität und -struktur und Jahrzehnte, bis man dieses System umdrehen kann.“ Und mischen – also hohe Vermögen- und Einkommensteuern – ließe sich das System ohnehin nicht. „Man kann sich nicht aus beiden Systemen das Beste herausholen – das gilt für die Arbeitgeberseite wie auch für die Politik.“

Die Industriellen seien „grundsätzlich gegen jede Art von Vermögen-, Erbschafts- und Schenkungssteuer“. Diese hätten einen „kontraproduktiven Lenkungseffekt“. „Denn ich bestrafe diejenigen, die im Inland investieren und damit Werte und Arbeitsplätze schaffen.“ Diejenigen, die das Geld im Ausland ausgeben würden, würden wiederum entlastet. „Das ist der falsche Weg.“ Das habe schon der ehemalige Finanzminister Ferdinand Lacina erkannt und die Steuer abgeschafft – „und das war ein Sozialdemokrat“.

Wenn die Partei jetzt wieder für die Einführung der Vermögensteuer mit einer Freigrenze von einer Million Euro plädiere, sei dies eindeutig ein Rückschritt. „Das ist standortschädlich für das ganze Land.“ Laut Kapsch handle es sich hierbei in jedem Fall um einen „rein ideologischen Schritt“ – es sei ein „Wahlkampfauftakt“ der SPÖ. „Denn wenn ich mit einer Steuer wirklich Geld ins Budget bringen möchte, kann ich keine Freigrenze von einer Million nehmen.“ Bei dem Plan der SPÖ würde niemals genug Geld in die Staatskassen fließen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2012)

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35 Kommentare
 
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Ahnungsloser Präsident

Man muß jede Steuererhöhung im Zusammenhang mit allen bereits bestehenden Steuern sehen! Da auch hier in Österreich bereits die höchsten Steuern verlangt werden, führen alle weiteren Erhöhungen nur mehr zur Kontraktion der Wirtschaft. Aber in Österreich gibt es ja nur 2 Themen: Bereicherung der Politikerklasse aus der Staatsschatulle und Einführung und Erhöhung von Steuern.
Der Abstieg kommt zwar nicht morgen aber ist so sicher wie das ...

Hmm...

...wie wäre es mit einer dreistufigen Einkommenssteuer (in der sämtliche Einkommen pro Person, von Lohneinkommen über Zinsen und Dividenden bis hin zu sonstigen Einkommen zusammengefasst werden) von 0-15-25%, und einer gleichzeitigen Einführung der allgemeinen Sozialversicherungspflicht für alle Einkommen (also auch Zinsen und Dividenden), welche dadurch auch prozentual (weil eben auch Kapitaleinkommen betroffen wären) gesenkt werden können?
Dann würde Leistung nicht mehr bestraft werden. Im Gegenzug wieder die Erbschafts- und Schenkungssteuer einführen, damit keine Multimillionärsfamilien über die Generationen immer mehr Geld durch die Vermögenskonzentration anhäufen. So könnte Jeder etwas erreichen, ohne übermäßig durch den Erbreichtum bevorzugt zu werden.

Gast: neverending story
15.10.2012 15:56
3 0

die sozis sollen doch österreich endlich gemeinsam mit den övp-gaunern zugrunde richten..

dann ist das volk endlich auf der strasse u. schnappt sich all jene verbrecher ;-)

Gast: Steuergerechtigkeit Jetzt!
15.10.2012 14:39
2 2

Grundprinzip sollte sein, dass jeder Betrieb gleich viel

zahlt. Egal of Industrie, Gewerbe oder Landwirtschaft. Es kann nicht sein, dass letztere bei ersteren mitschmarotzen.

Antworten Gast: auch ein Gast
15.10.2012 15:13
5 1

Re: Grundprinzip sollte sein, dass jeder Betrieb gleich viel

ein Betrieb kann nur Steuern zahlen wenn er Gewinne macht. Die Grundsteuer ist für jeden Betrieb eine Belastung und so muß er die Preise seiner Produkte oder die Mieten erhöhen, denn auch die sind von der Grundsteuer abhängig. Die Landwirtschaft hat keine kostendeckenden Preise und mit Subventionen werden die Lebensmittelpreise niedrig gehalten. Dadurch können wir auch lt Statistik ein Drittel der Lebensmittel in den Müll kippen - sie sind wohl zu billig?

Antworten Antworten Gast: 43er
15.10.2012 15:29
1 0

Ein Scherzerl, oder?

Die Bauern haben in den letzten Jahren ein Einkommensplus von 40% erreicht. Gewerbe- und Industriefirmen stagnieren hingegen. WER kann da locker eine Grundsteuer zahlen?

Antworten Antworten Antworten Gast: kein Bauer
15.10.2012 22:24
1 0

Re: Ein Scherzerl, oder?

und ich habe mir gedacht die Ernten der Bauern sind vom Wetter abhängig und stark unterschiedlich...?

Gast: GERNOO
15.10.2012 14:33
9 0

WARUM????

Soll ich für mein bisschen Eigentum noch was zahlen??? Hab schon genug Steuern geblecht um es zu erwerben??
Dieser Drecksstaat macht uns zu Sklaven. Diese Politiker sollen sich aus Österreich schleichen und mit ihnen alle Parasiten die uns ausnehmen.
Mir reichts!! Kampf bis zum letzten Atemzug für meinen Grund und Boden und die Zukunft meiner Kinder.

Antworten Gast: Fupp2
15.10.2012 14:40
1 6

Sie sollen eh

nicht mehr zahlen sondern die, die bisher gar nix zahlen. Die Bauern zB.

Gast: Baur4
15.10.2012 13:57
6 0

Neue Steuern braucht das Land!!!

Zahlen wir wirklich noch zu wenig Steuern?

Steuerquote:

Österreich 46,4 %
Deutschland 40,1%
Großbritanien 38,1%
Tschechien 35,1%
Spanien 33,1%
Irland 30,5%
Slowakei 29,1%
Rumänien 28,4%
Litauen 27,4%
Bulgarien 27,0%
usw.

Zwischen 2008 und 2010 sind die Staatsschulden in Österreich um 12% gestiegen! Das nennen Faymann und Spindeleger “sparen” und “Schuldenbremse”.

Antworten Gast: Paz
15.10.2012 14:28
5 0

Re: Neue Steuern braucht das Land!!!

In diesem Land herrscht ein staatliches Ausbeutersystem par excellence! Die bisherigen Wähler dieses Politsystems und der systemeigenen Korruption bekommen die Zeche bezahlt
Bisher haben die Parlamentarier nicht einmal bekannt geben müssen für welche Unternehmen sie Nebenverdienste einstreifen..........
Trotz dieses Ausbeutersteuersystems kommen diese Leute in den oberen Etagen sonderbarer Weise alle zu kurz!

Antworten Gast: Fairdenker
15.10.2012 14:22
2 2

Das ist nur ein Vergleich

der Steuern auf Leistung (Einkommensteuer, Lohnsteuer). Nimmt man die fehlende Vermögenssteuer dazu (die jedes andere OECD Land, inkl. USA udn Schweiz, hat) dazu, schaut es ganz anders aus. Kurz: Österreich hat die höchsten Leistungssteuern und die niedrigsten Vermögenssteuern. Wer schuftet, wird also bestraft. Wer nix tut und erbt oder beschenkt wird, zahlt nix an den Staat.

Antworten Gast: Plach2
15.10.2012 14:15
4 2

Re: Neue Steuern braucht das Land!!!

Nach einer Verordnung des ÖVP Landwirtschaftsministers zahlen 90% der Bauern nur mehr € 200.- Steuern im Jahr.

Den Bauern wird die MÖST rückvergütet; davon können Kleinverdiener und Pendler nur träumen.

Antworten Antworten Gast: ein Bauer
15.10.2012 15:02
4 1

Re: Re: Neue Steuern braucht das Land!!!

Freund Placherl, du bist als Bauernhasser in diesem Forum längst bekannt. Wenigstens sollten deine Aussagen der Wahrheit entsprechen (90% der Bauern zahlen € 200,- hast du wohl in deinem Kaffeesud gelesen? Auch hast du übersehen, daß die MÖST nicht mehr rückvergütet wird. Noch eine gute Nachricht habe ich für dich: mehr als 30.000 Bauern haben seit dem EU-Beitritt das Handtuch geworfen, jetzt kannst du sicher besser schlafen...

Antworten Antworten Antworten Gast: Richtigweser
15.10.2012 15:16
3 0

Die Aussage hinsichtlich 200 EUR

ist eine amtliche Auskunft gewesen ...

Antworten Antworten Antworten Gast: Bürger AO
15.10.2012 15:15
3 1

Wer aufzeigt,

dass eine bestimmte Gruppe von (Agrar)Unternehmern bei allen anderen mitschmarotzt wird sofort als Bauernhasser defamiert ....

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Plach2
15.10.2012 17:10
0 0

Ist der Rechnungshof auch ein "Bauernhasser"?

4.8.2012: Der Rechnungshof übt scharfe Kritik an den landwirtschaftlichen Förderungen . Diese sind um das 4 fache gestiegen! Zwischen 2007 bis 2012 auf 4 Mrd.! Es gäbe eine Übersubventionierung für die es keine Rechtsgrundlage gibt.Um 741 Mio wurden mehr ausgegeben wie von der EU gefordert.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: auch ein Gast
15.10.2012 20:52
0 0

Re: Ist der Rechnungshof auch ein "Bauernhasser"?

und was machen die Bauern mit den Millionen sofern sie überlebensfähig sind: sie investieren in ihre Betriebe und schaffen dadurch Arbeitsplätze, vielleicht proftiert auch Plach2 davon? Nebenbei bemerkt - die höchsten Förderungen erhält die Fruchtsaftindustrie damit sie billigen Orangensaft für die Familie Plach anbieten können...

Überzeugt mich dieser Kapsch

man sieht - es gibt noch Leute die in dem Land auftreten und nicht für Stillstand sind.
Das ist doch schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.
Die Österreichische Industrie hat sicher nicht wenig Grundbesitz - also wird er schon wissen warum er sowas sagt:
Er denkt wenigstens nicht nur an sich selbst.

Gast: steuernu.schuldennurfürshacklervolk
15.10.2012 12:43
1 0

jaja,alles was den angestellten,asvg pensionisten u häuslbauer schadet- wird der IV, den bankerlobbys und einer SPÖ mit faymann unterstützt; u.alles was dem asvg arbeitnehmern u.asvg pensionen helfen würde, dagegen ist man mit aller gewalt


Gast: Hans im Glück
15.10.2012 11:38
4 0

Ich habe auch ein paar Bedingungen:

Keine neuen oder höhere Steuern bis ihr nicht alle schwarzen Löcher zugestopft habt:
-HAA
-EU-Beitrag
-Griechenlandhilfe
-ESM und EFSM
-IWF-Aufstockung
-Kyoto-Strafzahlungen
-Die Sparvorschläge des Rechnungshofes umgesetzt sind

Was wir dringend brauchen ist eine Senkung der Lohnnebenkosten.

Folgender Vorschlag: Senkt die Lohnnebenkosten (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag) um je 3% pro Jahr. Der Vorteil für die Bundesregierung liegt in der Planungssicherheit. Sie dürfen jetzt schon überlegen in welchem Bereich sie diesen Steuerausfall einsparen wollen.

Diese Überlegungen werden in Zukunft ALTERNATIVLOS sein.

Gast: Gast 2012
15.10.2012 11:35
8 3

SPÖ will Mietpreise erhöhen und Lebensmittel verteuern

und das schaffen sie blitzschnell mit der Erhöhung der Grundsteuer!

Antworten Gast: Uqu ROi
15.10.2012 14:41
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In vielen Ländern gibt es höhere Grundsteuern

und dennoch billigere Lebensmittel. Beispielsweise in Deutschland.

Antworten Gast: Plach2
15.10.2012 13:59
3 0

Re: SPÖ will Mietpreise erhöhen und Lebensmittel verteuern

Warum weiß das heut neimand mehr?

Höhere Energiepreise sind doch:

...."ökologischer" meint die ÖVP,
die SPÖ sagt dazu "gerechter",
gemeinsam erhöhten sie die Steuern auf Treibstoffen auf knapp 75% vom Zapfstellenpreis.

Seither geht es der Umwelt und uns allen gleich viel besser.

Bei Massensteuern

bestehen sicherlich keine Bedenken, gell!

Gast: Burgenländer
15.10.2012 09:49
4 3

Florianiprinzip

Der Vorschlag der Industrie trifft damit voll die Land- und Forstwirtschaft. Hauptsache die anderen Zahlen!

Herr Kapsch besitzt ein schönes Gut in der Steiermark, seine Frau hat auch erheblichen Grundbesitz. Vielleicht sollten die mal mit Ihrem Steuerberater reden.

Über die Grundsteuer zahlen die Landwirte auch schon die aufgeblähte Kammer mit, die deren Interessen nur in bescheidenem Ausmaß vertritt!

 
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