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Nach Faymann-Debakel: SPÖ, was nun?

14.10.2012 | 18:20 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Eine Personaldebatte wird noch hintanzuhalten versucht. Die Folge der Abstrafung des Parteichefs am Parteitag könnte jedoch ein weiterer Linksruck sein. Die Parteiführung war demonstrativ bemüht zusammenzurücken.

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Wien. Macht man nichts, macht man auch nichts falsch. Nach dieser Devise agierte Werner Faymann bisher. Nun macht er was – er setzt das Berufsheer in seiner Partei durch, ebenso den Fiskalpakt, er lässt neue Transparenzregeln Gesetz werden und dreht, wenn man so will, den U-Ausschuss ab – und macht es damit auch keinem wirklich recht.

Denn die blamablen 83,43 Prozent, die Werner Faymann bei seiner Wiederwahl zum SPÖ-Chef einfuhr, haben nicht bloß einen Grund, sondern verschiedene, einander auch noch widersprechende Ursachen. Neben der wenig charismatischen Persönlichkeit des Parteivorsitzenden selbst.

Die einen sind mit der U-Ausschuss-Verweigerung unzufrieden. Die anderen mit der Änderung der Linie bei der Landesverteidigung. Doch auch Gabi Burgstaller, die diesen Unmut artikulierte, wurde auf dem Parteitag abgestraft und erhielt bei ihrer Wahl in den Vorstand nur 86,63 Prozent – wobei bei Burgstaller noch hinzukommt, dass ihr das Eintreten für die Studiengebühren angekreidet wird.

Die Parteilinke wiederum begehrt gegen den Fiskalpakt auf. Ein Pro-Fiskalpakt-Antrag auf dem Parteitag wurde mit 70 Streichungen bedacht. 85 Streichungen hatte dann Werner Faymann bei seiner Wahl zum Parteivorsitzenden.

 

Unmut über Transparenzgesetz

Zudem sind rote Vorfeldorganisationen mit dem Transparenzgesetz unglücklich, manche, wie der ASKÖ oder die Naturfreunde, haben deshalb die Partei verlassen, andere, wie die FSG und der Pensionistenverband, haben sich (Umgehungs-)Konstruktionen einfallen lassen, um auch künftig zu Spenden zu kommen, ohne diese allzu offen deklarieren zu müssen.

Auch für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas sind der Fiskalpakt und das Transparenzgesetz schuld am schlechten Abschneiden. „Das hat man ja schon bei der Diskussion zuvor am Parteitag gesehen, dass der Fiskalpakt sehr emotionalisiert. Obwohl er notwendig ist.“ Ihr Kompagnon Günther Kräuter fordert gar eine Novelle des Transparenzgesetzes: „Die kleinen Funktionäre sehen, dass die schwarz-blauen Korrupten noch immer frei herumlaufen, während sie sich selbst sogar bei Tombolas mit strengen Vorschriften abmühen müssten.“ Kräuter fordert daher eine Bagatellgrenze.

Salzburgs Landeschefin Gabi Burgstaller will von den Faymann-Streichern wissen, wer sie sind, und was sie wollen. "Zur Tagesorndung überzugehen allein ist mir auch zu wenig", hielt sie im ORF-Radio fest. Doch die Kritiker "sollen auch artikulieren, was sie gerne anders hätten" - und nicht anonym bleiben.

 

Faymann: Fiskalpakt schuld

Die Parteiführung war nach dem letztlich missglückten Parteitag demonstrativ bemüht zusammenzurücken. Und auch Werner Faymann selbst meldete sich gestern in der „Zeit im Bild“ zu Wort und nannte als Ursache für sein schlechtes Abschneiden seine Unterzeichnung des Fiskalpakts („Das war nötig, ich verantworte das“). Auch die Kehrtwende bei der Wehrpflicht sei nicht optimal vorbereitet worden. Er wolle nun auch jene 85 Delegierten überzeugen, die ihn nicht gewählt haben.

Vermutlich ist der Großteil davon am linken Flügel der SPÖ zu finden. Die Parteijugend, aber auch die widerspenstige „Sektion8“ machen schon seit Längerem gegen den Fiskalpakt im Speziellen und gegen eine Verbürgerlichung der SPÖ – dazu zählt auch die zunehmende Akzeptanz der Studiengebühren – im Allgemeinen Stimmung. Will Faymann also auch diese Gruppen und ihre Sympathisanten stärker an sich binden, dann kann das nur einen weiteren Linksruck bedeuten. Die bisherigen diesbezüglichen Bemühungen, die Forderung nach Erbschafts-, Vermögen- und Schenkungssteuer sowie die Finanztransaktionssteuer, als deren Urheber Werner Faymann am Parteitag gefeiert wurde, reichten anscheinend noch nicht.

Für Niki Kowall, den Sprecher der Sektion 8, ist das Faymann-Ergebnis aber kein reiner Denkzettel der Linken. „Das war ein multifaktorelles Ereignis.“ Nicht nur der Fiskalpakt sei dafür verantwortlich, sondern auch das Verhalten rund um den U-Ausschuss – und die Wiener Partei, die mit dem Transparenzgesetz unzufrieden sei.

Doch was ist, wenn der harmoniebedürftige Werner Faymann, nicht zuletzt vom Wahlergebnis am Parteitag desillusioniert, nun doch nicht als Spitzenkandidat in die nächste Wahl gehen will? Dann stünde wohl Sozialminister Rudolf Hundstorfer als Alternative bereit. Oder man müsste sich um einen Kandidaten von außen bemühen – etwa ÖBB-Chef Christian Kern.

 

Faymann-Streichungen „feig“

Derzeit, so versichern Faymanns Getreue, sieht es aber nicht danach aus. Der Parteivorsitzende und Bundeskanzler sei entschlossen, trotz der Irritation weiterzumachen. „Und wenn man die sehr positive Stimmung am Parteitag mitbekommen hat, dann sollte daran kein Zweifel bestehen“, meint auch Laura Rudas. Und selbst der bisher eher als Faymann-Skeptiker bekannte oberösterreichische SPÖ-Chef Josef Ackerl stellte sich demonstrativ hinter den Bundesparteivorsitzenden und nannte jene, die diesen per Stimmzettel abgestraft hätten, „feig“.

Was bisher geschah

Mit 83,34 Prozent wurde Werner Faymann am Samstag als SPÖ-Chef wiedergewählt. Es ist das schlechteste Ergebnis der jüngeren Parteigeschichte bei einer Wahl ohne Gegenkandidaten. Bisher war Fred Sinowatz mit 88 Prozent im Jahr 1987 Negativrekordhalter. Bei der Wahl in den Vorstand wurden auch Gabi Burgstaller (86,63 Prozent) und Josef Cap (88,66 Prozent) abgestraft. Faymann erhielt bei dieser Vorstandswahl 87,48 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2012)

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237 Kommentare
 
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SPÖ, was nun?

Auflösen und der Letzte macht das Licht aus.

Mit diesen Akteuren wird das sowieso nie mehr etwas.

Die PRESSE missversteht...

... da einiges - Ackerl hat das mit dem "feig" eher als Mutprobe gemeint, so wie Kinder die ein Haus anzünden wollen und der Oberzündler zögert, da sagen auch alle "na bist feig, traust die nie...". Oder sind dann alle Menschen die sich "nicht trauen" Faymann 2013 zu wählen Feiglinge? Sollten sich dann jedoch wirklich genügend "Nichtfeiglinge" bei der (leider demokratischen) Wahl trauen was dann? Offensichtlich geht es in erster Linie bei Faymann nur um die Partei und was er seinen Funktionären antut - die klitzekleine Tatsache auch noch Bundeskanzler eines Landes zu sein und dessen Bevölkerung zu "vertreten" geht da völlig unter. Hm. Sollten also die Mutigen 2013 die Mehrheit stellen hilft nur eine Koalition mit den Grünen. Die wollen ja weiche Drogen freigeben und das könnte dann die nächsten 5 Jahre mehr als hilfreich sein... Alkohol ist abzulehnen - was der aus Menschen machen kann sieht man an BM "sooo schlecht ist das Resultat gar nicht" Häupl.
Erinnert mich an den Mundl: "Und i bin der Obmann von dem Kindergarten..."

Gast: Kommentarleser
15.10.2012 19:51
0 6

Liebe PRESSE-Redaktion! Aufklärung hilft!

Beweis: In diesem Forum zu diesem Artikel
anfangs rund 3 Seiten meist unsachliche, polemische und niveaulose Kommentare,
dann eine Seite mit Aufklärung und
danach nur mehr noch eine Seite mit Blablabla!
Nehmt Euch ein Beispiel!
Printmedien sollen an der Meinungsbildung m i t w i r k e n (Grundlagen liefern) aber nicht Meinung machen!
Das ist nämlich Niveau der Kleinformate

Antworten Gast: Kommentarleserin
15.10.2012 22:24
0 1

Re: Liebe PRESSE-Redaktion! Aufklärung hilft!

Erst 4 Seiten Seichtes
Dann 1 Seite Aufklärung
aber nur noch 1 Seite Trallalla

Der Faymann muß vieeel Geld haben

"seine Unterzeichnung des Fiskalpakts („Das war nötig, ich verantworte das“). "

Wenn Österreich pleite ist, zahlt er jedem Österreicher sein Geld zurück, weil er VERANTWORTET das!
Wie seinerzeit die Ederer mit dem Tausender für jeden.

Im Sprüche klopfen: 100% Zustimmung.

Wernerle erkläre uns: was verstehst du unter "Verantwortung"? Definiere das!

3 0

Wer ist geschehen?

In einer Demokratie sind 84% Zustimmung keine Schande. Oder hat man 102% erwartet? Tatsache ist, dass unsere jetzige Regierung nicht unbedingt fleissig ist. Es wird in unseren Tagen so gut wie nichts erledigt. Rot schlägt was vor, Schwarz ist dagegen. Und umgekehrt. So geht es einfach nicht! In einer so schwierigen Zeit ist Nichtstun und nur Streit, keine Option. Bezeichnend, dass man in den schwierigsten Tagen munter in den Urlaub eilte. Nur um nichts entscheiden zu müssen. Die wenigen Politiker, die Arbeit einfordern, werden gemobbt oder lächerlich gemacht. Und die Alten verstehen die ganze Aufregung nicht und schauen verwundert aus der Wäsche. Urgesteine werden zum Programmerfinden ermuntert. Die Jugend fassungslos beobachtet. Weitere Gründe für die Unzufriedenheit gefällig? Sie reichen allemal!

Gast: UKW
15.10.2012 17:31
0 1

Seite 2 zum Zerkugeln!


Antworten Gast: LKW
15.10.2012 20:01
0 0

Re: Seite 2 zum Zerkugeln!

Danke!

Rudas for Präsident

Netzstrümpfe und ein kurzer Rock die Parteigranden wären voll des Lobes.
OK eine Brauner oder ein Cap vielleicht nicht aber schlechter könnte es ja nicht werden.

Re: Rudas for Präsident

Das Handy am Ohr haben sie vergessen!

Laura, Niko und unser Charly!

Dieses Dreigestirn wird die SPÖ sicher in die Zukunft führen!

1 0

Die SPÖ hat sich als EU-Marionette selbst verkauft.


Gast: phj
15.10.2012 14:57
1 0

Und wenn es 100% wären

ist doch eh für die Würste.

Gast: Systemerhalter
15.10.2012 14:31
9 0

Die Rudas wäre ECHT SUPER!

Die strotzt nur so vor Kompetenz, Eloquenz, Intelligenz und Lebenserfahrung. Sie ist auch ein Garant für den Kampf gegen Proporz und Korruption.
OK, der 1. April kommt erst...

Sauber soll sie sein

Die Kritiker sollen auch artikulieren, was sie gerne anders hätten. Das kann Faymann haben: eine saubere Regierung, eine effektive Regierung, eine Regierung mit einer klaren Linie, eine Regierung die einmal die Wahrheit sagt, eine Regierung, die vor der Wahl was verspricht und nach der Wahl dann auch einhält, eine Regierung die auch in die Zukunft schaut, eine Regierung die die Jugendarbeitslosigkeit bekäämpft, eine Regierung die uns vor Armut schützt, eine Regierung die unsere medizinische Versorgung sicherstellt,...
http://charlykappel.npage.de

Gast: övpla
15.10.2012 14:01
1 14

Heut sind die Lohnposterer vom REICHENschutzbund aber wieder ganz schlecht beinander!

Weil Montag ist!

Ich hoffe

inständig, dass Laura Rudas die nächste Parteichefin wird. Sie verkörpert einfach alles was in dieser Partei (und in diesem Land) falsch läuft und würde mit Sicherheit für das Ende dieser Raubritter-Partei sorgen ...

Gast: Bilderberger
15.10.2012 13:04
10 0

die Krone wirds schon richten

zuerst 7,000.000,-- ( 7 Millionen ) fürn Werner
dann 83 Prozent fürn Werner
und jetzt braucht er wieder
7,000.000,-- ( 7 Millionen )um sein Image
wieder aufzupolieren.
diese 7,000.000,-- ( 7 Millionen ) darf jetzt
wieder der DUMME ÖSTERREICHER zahlen.

Re: die Krone wirds schon richten

Die Krone ist aber dafür sehr dankbar.
Ich bekam vor Kurzem die Krone kostenlos für 2 Wochen zugestellt. Lesen sie einmal AUSNAHMSWEISE die Beiträge eines gewissen Herrn Gnam!

Neuer SP-Vorsitzender?

„Und wenn man die sehr positive Stimmung am Parteitag mitbekommen hat, dann sollte daran kein Zweifel bestehen“, meint auch Laura Rudas.
Nachtigall ich hör dir trapsen.....
Weshalb will Fr. Burgstaller wissen, wer die Streicher sind? Fr. Burgstaller, man kann auch anonym artikulieren, was man gerne anders hätte.....! Wie meinte doch schon K.Valentin? "Ich möchte nicht, dass mich Bekannte erkennen."

Gast: Gast 12Yz
15.10.2012 12:38
3 1

Die ganze belegschaft der SPÖ

ghört ausgetauscht.

UNFÄHIGER GEHTS NICHT MEHR!

Hundsdorfer kann leicht bis 70 Jahre Arbeiten. Im Anzug und beim gscheid reden können man keine Gelenke kaputt werden. Deswegen haben wir mit 45 Jahren Arbeit genug und wollen in Pension gehen. Beginnt mit die jenigen die erst zu Arbeiten beginnen.

Gast: Oktober
15.10.2012 12:32
17 0

Die ganze Wahrheit

Laura Rudas hatte deutlich über 100 % erwartet.
"Alles andere ist zutiefst undemokratisch. Das geht gar nicht. Wir werden die Abweichler jetzt suchen, ausfindig machen, namentlich bekanntgeben und dann umerziehen.", sagte sie heute im Morgenjournal.

Re: Die ganze Wahrheit

wirklich
???

Ich schäme mich in Grund und Boden,

diese geistige Nullnummer einmal gewählt zu haben und entschuldige mich dafür bei allen Nicht- Faygmann- Wählern. Es wird mir nie wieder passieren, das kann ich versprechen.

Antworten Gast: Deutsch!
15.10.2012 13:53
0 6

Re: Ich schäme mich in Grund und Boden,

Was Du mit dir selber machst bleibt Dir unbenommen - aber lern bitte Deutsch!

Gast: Schildkraut
15.10.2012 12:07
3 2

Felix Baumgartner 4 Prime Minister


 
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