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Sorger und Raidl machen für die Wehrpflicht mobil

15.10.2012 | 18:16 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

„Einsatz für Österreich“ nennt sich das neue Komitee, bei dem sich der ehemalige IV-Präsident und der Nationalbank-Chef gegen die SPÖ-Pläne für ein Berufsheer einsetzen.

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Wien. Die Mobilmachung für oder gegen die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht geht auch in dieser Woche weiter: Morgen, Mittwoch, will Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) einmal mehr auf seine Pilotprojekte für ein Berufsheer aufmerksam machen. Am Montag präsentierte sich auf der anderen Seite ein Komitee, das sich für die Wehrpflicht einsetzt: „Einsatz für Österreich“ nennt sich die Initiative.

Zu ihren Proponenten gehören einige bekannte Gesichter: etwa der Ex-Präsident der Industriellenvereinigung Veit Sorger, Nationalbankchef Claus Raidl, der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Herbert Anderl, sowie der Obmann der Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien Erwin Hameseder. Aber auch aus dem SPÖ-Lager gibt es einen Anhänger: den Vizechef der Beamtengewerkschaft, Peter Korecky von der FSG. Zu den Unterstützern gehören auch die Skilegende Karl Schranz, der Genetiker Markus Hengstschläger und Dompfarrer Toni Faber.

Die Argumente, die die Initiatoren für die Beibehaltung der Wehrpflicht vorbringen, erinnern stark an jene der ÖVP: Durch die Wehrpflicht werde „Integration gelebt“, meint etwa Sorger. Außerdem drohe ohne Zivildienst der „Kahlschlag im Sozialbereich“ – und nur die Wehrpflicht sei ein Garant für den Katastrophenschutz.

Auch die höheren Spesen für das Darabos-Modell seien ein Argument: Als „Finanzmann“ wisse Raidl, dass jede Rechnung für ein Berufsheer weit höhere Kosten ausweise. Doch auch die eigenen Rechnungen des Komitees sind nicht ganz verständlich: Das Heer würde 2014 mit der Beibehaltung der Wehrpflicht 55.000 Mann zählen. Errechnet wird das so: 12.000 Berufssoldaten, 11.000 Grundwehrdiener und 28.000 Milizsoldaten – was insgesamt eigentlich 51.000 ergibt.

Abseits des vermutlichen Rechenfehlers ist das Komitee jedenfalls bemüht, sich als parteiunabhängig zu positionieren. Auch Sorger selbst sei „kein Vorfeldmann der ÖVP“. Als Beleg dafür nannte er sein Engagement beim Bildungsvolksbegehren, das von Hannes Androsch (SPÖ) geleitet wurde, der nun der Gegeninitiative pro Berufsheer vorsteht.

Finanziert wird die Initiative von Spendern. Von wem die kommen, wollte Sorger allerdings nicht sagen. Es habe entsprechende Ankündigungen gegeben – nicht aber von der ÖVP oder Raiffeisen.

 

Verteidigungsressort wehrt sich

Darabos-Sprecher Stefan Hirsch wehrte sich am Montag unterdessen gegen ein weiteres Argument der Initiative, ohne Wehrpflicht würde die Rekrutierungsgrundlage für das Heer fehlen: „Aktuelle Zahlen des Heerespersonalamtes zeigen auf, dass das Heer bereits jetzt zwei Drittel der Zeitsoldaten ,von der Straße‘, also auf dem freien Arbeitsmarkt, rekrutiert“, so Hirsch.

Denn 53 Prozent der Zeitsoldaten hätten ihre Freiwilligenmeldung vor dem Grundwehrdienst abgegeben, 15 Prozent „teilweise Jahre danach“. 32 Prozent hingegen hätten sich während des Grundwehrdienstes angemeldet. Hirsch gibt dennoch zu: „Bei einem Profi-Heer würden wir außerdem die Personalwerbung selbstverständlich verstärken.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2012)

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91 Kommentare
 
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An alle Experten und ÖVP-Funktionäre!!

Nach durchschnittlicher Grundausbildung von 3-Monaten muss man von einem "Schnellsiederkurssprechen". Im Ernstfall werden die Rekruten abgeschossen werden wie die Hasen. Die Zeiten sind vorbei als die Männer mit hurra für Volk und Vaterland in den Krieg zogen, Gott sei Dank. Die Einberufenen werden sich drücken wo es geht inkl. der Chargen die die Hosen voll haben würden. Veit Sorger meint die ÖVP soll nicht sagen wie sie sich das künftige Heer vorstellt. Sie rückt erst nach der Wahl damit heraus. Dann sind ja die Arbeitsplätze der Heeresangehörigen gesichert, denn dann wird sich nichts ändern. Schließlich geht es um ÖVP/FPÖ-Wähler. Othmar Karas hat seinen Dank an Raiffeisen schon abgestattet in dem er jammert dass die Öst. Banken zuviel belastet werden.

Gast: R3alist
17.10.2012 23:21
6 1

Die ÖVP hat noch immer keinen Alternativvorschlag gemacht

zur Abschaffung der Wehrpflicht!

Alles so zu lassen wie es ist, kann ja wohl nur ein schlechter Scherz sein!

Antworten Gast: Moderndenkender
18.10.2012 09:29
1 2

Re: Die ÖVP hat noch immer keinen Alternativvorschlag gemacht

Dieser Alternativvorschlag kommt erst, wenn sich die Bevoelkerung fuer die Beibehaltung der Wehrpflicht ausgesprochen hat.

0 0

Re: Re: Die ÖVP hat noch immer keinen Alternativvorschlag gemacht

Also hoffentlich nie...

Gast: world-citizen
17.10.2012 19:18
6 0

Jetzt sind wir so weit .................

............... daß eine Generation, die wie keine davor sich zu Lasten der nachfolgenden Generationen den Bauch voll gestopft hat und immer noch nicht genug kriegen kann über die Lebenszeit von jungen Menschen verfügen will, die heute noch nicht mal wählen dürfen.
Überall in Europa funktionieren Katastrophenhilfe, Rettungs- und Pflegedienste ganz ohne Zwangssklaven.
Zwangsdienste sind ein Relikt aus dem totalitären Staat. Nicht zufällig waren die Staaten Osteuropas die ersten, die es entsorgten.
http://www.the-worldcitizen.blogspot.co.at/2011/02/besser-auslandserfahrung-als.html

Eminenz, jetzt gibt es Handlungsbedarf!

Ziehen Sie diesen von allen guten Geistern verlassenen (um nicht zu sagen: Gottlosen Priester rasch aus der ersten Reihe zurück. Der Schaden, den er anrichtet, ist bereits zu groß. Schicken Sie ihn weit weg, am besten in ein entlegenes Kloster ohne TV, Telefon und Internet.

"Das Bundesheer nimmt mich nicht, dann probier ich es halt einmal mit der Kirche" reicht einfach nicht. Er hat einen Job gesucht, nicht mehr.

Berufung? Nie gehört, was ist das eigentlich?

Wehrpflicht oder Berufsheer?

Die Abstimmung läuft auf ein ÖVP oder SPÖ hinaus. Folglich können SPÖ`ler nur für die Wehrpflicht stimmen, wollen sie nicht die Schwarzen wählen.

Antworten Gast: Moderndenkender
18.10.2012 09:30
0 1

Re: Wehrpflicht oder Berufsheer?

??

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Ich wäre mal für Profipolitiker!


Antworten Gast: 11er
17.10.2012 15:31
1 1

Re: Ich wäre mal für Profipolitiker!

Jol -
die sind ja schon Profis - im Bereich Abkassieren und Vertuschen!

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ÖVP: Freiheit und Zwangsdienst

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass die ÖVP so vehement FÜR die Wehrpflicht ist.
Mein Hauptargument gegen die Wehrpflicht heißt: Wehrpflicht = Zwangsdienst.
Und das kann doch nicht ins Programm einer Partei passen, die vorgibt für individuelle Freiheit einzutreten. Das macht die ÖVP einmal mehr unglaubwürdig. Leider.

4 0

Re: ÖVP: Freiheit und Zwangsdienst

Ich stimme Ihnen vollkommen zu!

Antworten Gast: gast55
17.10.2012 15:29
2 3

Re: ÖVP: Freiheit und Zwangsdienst

diese freiheit soll aber doch nur für die reichen gelten, nicht für den "kleinen" normalbürger

keine oder nur geringste steuern auf die kapitalisten, hohe steuern für den kleinen arbeiter

Antworten Gast: Moderndenkender
17.10.2012 13:58
5 0

Re: ÖVP: Freiheit und Zwangsdienst

Sie haben Recht.

Gast: Bacher Th.
17.10.2012 12:08
5 1

Sehr schön, Faber!

„Und wegen dieser medizinischen Diagnose habe ich mich dann entschieden, Pfarrer zu werden.“

Tolle Berufung...!!!

Gast: rasselbinder
17.10.2012 11:58
3 1

ob er schon beichten war, der Unabhängige ?


Gast: Hudriwudri
17.10.2012 11:58
5 1

BH und Raiffeisen

... die Saeulen, auf denen die Republik ruht? Na, dann gute Nacht.

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Ich find's schön ...

... das sich die Wählerschaft hier so herrlich gegenseitig zerlegt.

Eines sollte schön langssam jedem auffallen:
Bisher wurde lediglich mit schwer bis kaum nachvollziehbaren Zahlen herumgeworfen.

Bis jetzt wurde kein strukturierter Plan bzgl. des Aufbaues des "Profi"-Heeres kommuniziert, vorallem nicht, wie das bestehende Heer in ein solches transformiert werden soll.

Ebensowenig scheint es praktikable Pläne für den eventuellen fortbestand der Wehrpflicht zu geben.

Alles was bisher stattfand war nichts anderes als Marktschreierei im Vorfeld einer Wahl, ohne erkennbares, praktikables Konzept und zwar von beiden seiten.

Antworten Gast: alatheus
17.10.2012 12:08
3 0

Re: Ich find's schön ...

Dem ist nichts hinzuzufügen. Es gibt ja nicht einmal ein Nachfolgedokument für die "Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin 2001". Die Regierungsparteien tun aber so, als hätten sie mit der "Sicherheitsstrategie", die eigentlich nur eine Bedrohungsanalyse ohne jeden strategischen Charakter darstellt - d.h. ohne Ziele und Wege um diese Ziele zu erreichen - "ausreichende" Grundlagen für eine so weitreichende Entscheidung geschaffen. Dafür hat sich das BMLV seit einigen Monaten mit dem "Streitkräfteprofil F2" seine eigene "Strategie" ohne Regierungskonsens zusammengebastelt:

http://ogs.oeog.at/Streitkraefteprofil-F2-2012-06.pdf

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Re: Re: Ich find's schön ...

Die ÖVP sagt klar und deutlich wie sie sich ein künftiges Heer vorstellt oder doch nicht?

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Selbst wenn ..

... die Wehrpflicht beibehalten wird, muss diese grundlegend reformiert werden (und diesesmal wirklich).

Gast: _666_
17.10.2012 10:32
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Faber und Raiffeisen = jetzt erst recht BERUFSHEER !


Gast: Moderndenkender
17.10.2012 09:53
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Alles klar !

ÖVP und Raiffeisen werben fuer die Wehrpflicht. Grund, mein Konto bei Raiffeisen zu schliessen ?

Gast: ali
17.10.2012 09:09
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Faber

Ich verstehe nicht diese Aversion gegen Pfarrer Faber. Er und seine Stellungnahmen sind mir immer noch lieber, als das Fischgesicht der Frau Schiller - gräßlich! Wenn schon Seitenblicke, dann mit Faber.

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der Seitenblicke-Pfarrer ...

... geht mir zunehmend auf den Nerv !

Gast: tc_t
17.10.2012 08:36
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jetzt wird es skurril...

ein pfarrer der für diesen haufen, in dem es mehr offiziere denn soldaten gibt, wirbt...! lasst uns doch wieder die waffen segnen

 
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