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Abrechnung mit der Basis

15.10.2012 | 18:17 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Ratlos sind sie, die Genossen. Vielleicht sind manche einfach nur in der falschen Partei.

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Tag drei nach dem SPÖ-Parteitag, der ein kraftvolles Zeichen der Einigkeit für den bevorstehenden Wahlkampf hätte setzen sollen: Noch immer sind die führenden Genossen ratlos, wie es geschehen konnte, dass der Vorsitzende von den Delegierten so abgestraft wurde. Vielfältige Erklärungen werden geboten: das Berufsheer, der Fiskalpakt, der U-Ausschuss, das Transparenzgesetz.

All das hat zweifellos dazu beigetragen. Das Hauptproblem der SPÖ – abgesehen vom weitgehend charismafreien Parteivorsitzenden – ist aber ein anderes. Die Welt, in der die Delegierten, die auf so einem Parteitag über ihre Führung befinden, leben, hat immer weniger mit der wirklichen Welt da draußen zu tun. Viele Funktionäre, ältere wie jüngere, hängen einer Ideologie nach, die schon früher mit der Realität nicht immer in Einklang zu bringen war und es in der heutigen Welt noch viel weniger ist.

Dass der kleine Arbeitnehmer kaum mit den immer gleichen Forderungen nach „Reichensteuern“ zu begeistern ist, wird sich spätestens dann zeigen, wenn in der Nachwahlanalyse ausgewiesen wird, wie viele Arbeiter Frank Stronach gewählt haben. Auch die Verklärung der Wehrpflicht, nur weil im 34er-Jahr Berufssoldaten auf Arbeiter geschossen haben, ist 78 Jahre später schwer nachvollziehbar. Und dass Budgetdisziplin – und damit auch der Fiskalpakt – unabdingbar ist, sollte eigentlich auch allen einleuchten. Tut es aber nicht.

Ja, die SPÖ hat ein Problem. Mit ihrer Basis.

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2012)

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11 Kommentare
Gast: Rotcapchen
16.10.2012 20:44
0 0

Lol

"Auch die Verklärung der Wehrpflicht, nur weil im 34er-Jahr Berufssoldaten auf Arbeiter geschossen haben, ist 78 Jahre später schwer nachvollziehbar."

Da hat jemand nicht ganz aufgepasst. Die SP spricht sich für ein Berufsheer aus, nicht dagegen, und möchte die Wehrpflicht abschaffen, nicht "verklären". Sogar Darabos hat in seiner Rede gemeint, die Sorge dass sich 1934 wiederholen könne, sei unbegründet.

Die SP hat ganz andere Probleme, als sie in diesem Artikel angeführt werden... Letzterer ist nichts mehr als der Beweis, dass die Presse immer noch ein reaktionär-konservatives Kampfblatt ist, hinhaun, ohne Bemühen um tiefergehende diskursive Analyse. Jaja, die pösen Vermögenssteuern, der kleine mann ist sicher gegen Reichensteuern... Lol.

Gast: Woltsche
16.10.2012 20:21
0 0

Wtf

Hat der da oben jemal mal mit einem arbeiter geredet so einen schlechten artikel sieht man nicht einmal bei der Kronen Zeitung !! (und die ist schon ganz unten) Also versuchen sie es einmal mit einen anderen Job

Das wirkliche Problem ist: Es gibt in Österreich keine Politiker, denen man sich gerne anvertraut!

Das schwache Ergebnis bei der Obmannwahl ist die gemilderte Form eines Nationalratswahlergebnisses. Die Menschen wenden sich von den traditionellen Parteien immer mehr ab, was schon bis zu den Funktionären durchschlägt!

Das Charisma unserer heutigen Politiker ist leider so, dass sie mit Frank Stronach in den Ring steigen müssen!

Gast: tom green
16.10.2012 11:40
1 0

die spö hat kein problem...

die spö hat kein problem mit ihrer basis.
die spö hat ein problem mit ihren wählern...

Gast: Basiswappler
16.10.2012 06:43
2 1

Touché

Mit einer kleinen Korrektur:

Nicht die Partei hat ein Problem mit der Basis, sondern umgekehrt.

Das ist der Punkt, den die Pandi-Partie in der Löwelstrasse nie kapieren wird.

Das ist der Grund, warum Faymann und sein Machzirkel gehen müssen und werden.

Bevor wir einen Blau-Schwarz-Stronach - Alptraum
erdulden müssen.

Re: Touché

alptraum? aber nicht für den autor des obigen kommentars. der freut sich auf schwarz-blau-stronach! nennen sie es einfach "bürgerliche reformregierung", dann schluckt er alles.

der vermag auch nicht zu verstehen, warum diese kleingeister in der spö die "modernen sozialdemokraten" à la laura, cap, faymann& co. so gar nicht mögen. dabei sind sie doch völlig ideologiefrei, "pragmatisch", wie das im journalisten-deutsch heißt, also opportunistisch, angepasst und zu allen volten bereit um an der macht zu bleiben, kurz: sie sind genau so, wie pink und die seinen uns immer "erfolgreiche, moderne sozialdemokraten" ausmalen - nur dass sie leider keinen erfolg haben. und daran hakts letztendlich.

und daher sind nicht die faymanns näher an der realität, sondern die vom presse-mann oben als naive traumtänzer gegeißelten kritiker.

für pink ist die existenz einer sozialdemokratischen partei also "schwer nachvollziehbar"



in der "wirklichen welt da draußen" (=hainburgerstraße, presse-redaktion) muss man einfach für den fiskalpakt sein, und vermögen besteuern ist mindestens so böse wie das festhalten an der wehrpflicht. kurz gesagt: pink findet schon, dass es die spö geben sollte - sofern sie nur in allem und jedem die meinung der "presse" übernimmt! alles andere ist "ideologie", die bekanntlich immer nur die anderen haben!

Antworten Gast: Martin_S
15.10.2012 22:29
3 3

Re: für pink ist die existenz einer sozialdemokratischen partei also "schwer nachvollziehbar"

Woher nehmen Sie eigentlich den ganzen Schwachsinn, den Sie Tag für Tag mehrmals hier ablassen? Haben Sie Ghostwriter? Denn ein einzelner Mensch kann doch nicht so h...los sein??

Re: Re: für pink ist die existenz einer sozialdemokratischen partei also "schwer nachvollziehbar"

den "schwa.chs.inn" entnehme ich meiner lieblingszeitung für marktliberale schreibtischtäter, auch bekannt als "die presse". an die stilitische brillanz, die raffinesse, den esprit eines "presse"-journalisten reiche ich natürlich nicht heran, aber ich bin inspiriert durch diese großen geister!

Antworten Antworten Antworten Gast: TT1
16.10.2012 07:33
1 0

Re: Re: Re: für pink ist die existenz einer sozialdemokratischen partei also "schwer nachvollziehbar"

Sie sollten sich informationstechnisch breiter aufstellen.

Re: Re: Re: für pink ist die existenz einer sozialdemokratischen partei also "schwer nachvollziehbar"

Der "Esprit" ist ganz einfach:
-schreibst du nicht die Blattlinie, wirst du bei der nächsten Redaktionszusammenlegung entlassen. Selbst Fleischhacker war den Herausgebern schon zu weit "links"