24.05.2013 19:08 Merkliste 0

Staatshaushalt: Tiefe Löcher im Budget

16.10.2012 | 09:30 |   (DiePresse.com)

Finanzministerin Fekter rechnet die Bankenhilfe für die Kärntner Hypo in Höhe von 300 Millionen Euro schon ins heurige Budget ein. Auf der Einnahmenseite stehen für das Budget 2013 einige Fragezeichen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN/höll/gh. Budgetreden gelten als Show Act, bei dem Finanzminister Bonuspunkte in der Öffentlichkeit sammeln können. Wenn Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) heute ihre zweite Budgetrede hält, ist allerdings wenig Show zu erwarten. Dafür sind die Probleme zu groß. Es geht um die Frage: Wie viel Geld werden die angeschlagenen Banken, allen voran die Hypo Alpe Adria, den Steuerzahler noch kosten? Ganz um dieses heikle Thema wird sich Fekter im Parlament nicht herumwinden können. Bis zuletzt überlegten die Experten im Finanzministerium, wie man Geld zuschießen kann, ohne dass es das Defizit erhöht.

Das Finanzloch bei der verstaatlichten Hypo Alpe Adria dürfte mittlerweile so groß sein, dass mit Budgettricks allein nichts mehr zu machen ist. 1,5 Milliarden Euro braucht das Institut vom Eigentümer Staat heuer. Den größten Teil davon will das Finanzministerium dem Vernehmen nach durch eine Anleihe abdecken. Die erhöht zwar die Schulden, nicht aber das Defizit. 300 Millionen Euro werden voraussichtlich direkt fließen müssen, meinen Experten.

Fazit: Das Maastricht-Defizit wird heuer nicht wie geplant bei 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sondern bei 3,1 Prozent liegen. Auch bei den Steuereinnahmen gibt es einen Unsicherheitsfaktor. Die „Vorwegbesteuerung“ der Pensionskassen sollte ursprünglich 900 Millionen Euro ins Budget spülen. Doch viele Experten bezweifeln diese Zahl.

Defizit 2013 beträgt 2,3 Prozent

Auch 2013 werden die maroden Staatsbanken das Thema sein. Von einem gesamtstaatlichen Defizit 2013 von 2,1 Prozent, wie ihn der Budgetpfad vorsieht, ist wohl keine Rede mehr. Das Wirtschaftsforschungsinstitut prognostizierte ein Defizit von 2,6 Prozent des BIP und rechnete dabei eine weitere Kapitalaufstockung bei der Hypo ein.

IHS-Chef Christian Keuschnigg sah gegenüber der „Presse“ die Situation mit den zwangsverstaatlichten Banken nicht so pessimistisch. Andererseits rechnet auch er mit einer Abweichung vom Budgetplan: „Die Konjunktur trübt sich ein.“ Das bedeute weniger Steuereinnahmen und mehr Sozialausgaben etwa aufgrund steigender Arbeitslosigkeit. Der IHS-Chef rechnet für 2013 mit einem Defizit von 2,3 Prozent und hofft, „dass keine zusätzlichen Belastungen“ auf die Steuerzahler zukommen. Damit liegt er mit seiner Einschätzung genau auf dem Prozentsatz, von dem Fekter in ihrer Budgetrede ausgehen dürfte.

Auch auf der Einnahmenseite stehen für das Budget 2013 einige Fragezeichen. Das größte betrifft das Steuerabkommen mit der Schweiz. Fekter rechnet mit einer Milliarde Euro. So viel soll die Nachversteuerung der Guthaben österreichischer Steuerflüchtlinge in der Schweiz einbringen. Bei Fekters Prognose scheiden sich die Geister. Es gibt Experten, die durchaus mehr Steuereinnahmen erwarten. Andere glauben, dass viele Steuerflüchtlinge ihr Geld längst in anderen Steueroasen in Sicherheit gebracht haben.

Unklar ist vorerst auch, wie sich die geplante Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf den Haushalt im kommenden Jahr auswirken wird. Fekter wird trotz vieler Fragezeichen an ihrem Plan, bis 2016 ein Nulldefizit zu erreichen, festhalten. Auch die Staatsverschuldung soll von 75 Prozent des BIPs bis 2016 auf 70 Prozent gesenkt werden.

Um dieses Ziel nicht ganz aus den Augen zu verlieren, muss der Staat vor allem die eigenen Hausaufgaben erfüllen. Das wären: weitere Nulllohnrunden bei den Beamten, Pensionsanpassungen, Aufnahmestopp bei den öffentlich Bediensteten und Abbau von 4150 Posten in der Verwaltung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16. Oktober 2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

174 Kommentare
 
12 3 4

Pensionskassen

Mit Einführung der 2. Säule (Pensionskassensystem) sollte die 1.Säule massivst entlastet werden.
Derzeit verwalten die Pensionskassen ca. 16 Milliarden €

860.000 Arbeitnehmer müssen ob sie wollen oder nicht Teile ihres monatlichen Einkommens in die Pensionskasse abführen und das ohne Mitbestimmungsrecht

Bis zum heutigen Tag hat der Gesetzgeber bzw. die Bundesregierung es verabsäumt dieses Volksvermögen kapital- und wertgarantiert abzusichern.

Dadurch verliert der österreichische Staat jährlich hunderte Millionen an Steuereinnahmen sowie die Belebung der Realwirtschaft.

Eine Veränderung des vorhandenen Pensionskassensystems kann nur dann erfolgen wenn sich alle davon betroffenen Arbeitnehmer zusammenschließen.

Das Motto lautet „Gemeinsam sind wir stark“

www.gut-haben.at

Erkaufter "Wohlstand"

wurde wohl auf Grund der Anleihenpolitik der letzten Jahrzehnte erkauft.

In dieser Zeit wurde viel, viel, viel Geld von ein paar wenigen (Banken und sogenannte Investoren) auf Kosten unser aller verdient.

Gast: xSchottermitzix
16.10.2012 21:54
1 0

Das gereicht den REICHEN zur Schande, aber die fürchten nichts mehr, als sich nicht mehr am Elend der Armen weiden zu können!

So schauts aus!

Gast: Verstand
16.10.2012 21:43
0 0

Deshalb her mit satten Erbschafts-, Schenkungs-, Vermögenszuwachs- und Vermögenssteuern! Dafür weg mit der Mehrwertsteuer! DENN

1) Erbschaft/Geschenk/Vermögenszuwachs sind (leistungslose) Einkommen für ERBEN bzw. BESCHENKTE und sollten von diesen auch zusammen mit ihren Arbeitseinkommen nach dem Einkommensteuertarif versteuert werden (GLEICHBEHANDLUNG DER EINKOMMEN)!
2) Ob ein ERBLASSER sein Vermögen ererbt, erarbeitet, gewonnen, geraubt, etc. hat und ob er Steuern bezahlt hat, hat mit der Steuerpflicht des BEGÜNSTIGTEN, weil NICHT DIESELBE PERSON, nichts zu tun!
3) Es ist doch allemal gerechter, leistungslose Einkommen versteuern zu müssen, als das Arbeitseinkommen beim Ausgeben per MwSt nochmals (2xVERSTEUERUNG DESSELBEN GELDES DURCH DIESELBE PERSON)!
4) EIGENTUM bekommt erst einen (Markt-)WERT, wenn es ein Anderer haben will, einem NEIDET und streitig macht und es deshalb geschützt und verteidigt werden werden muß (VERMÖGENSVERTEIDIGUNGSAUFWAND)!
5) Die INSTITUTIONEN des Staates (Militär, Polizei, Gesetzgebung, Justiz, Verwaltung, Banken Versicherungen, etc.) dienen dem Schutz und der Verteidigug von Eigentum (EIGENTUMSGARANTIE), was aber die Allgemeinheit LAUFEND einen Haufen Geld kostet, weshalb die EIGENTÜMER zur Deckung dieser Kosten angemessen herangezogen werden sollten (VERURSACHERPRINZIP)!
6) Staatsausgaben dienen, MITTELBAR oder unmittelbar, ÜBERWIEGEND dem Schutz und der Verteidigung von Eigentum und Vermögen!
7) Ohne diese INSTITUTIONEN hättet Ihr einander im Streit um Eure Habe, längst die Schädel eingeschlagen (LEBENSSCHUTZ)!

8) OBERSTER STAATSZWECK ist SCHUTZ von LEBEN und EIGENTUM

Verantwortung????

Warum müssen diese Deppen von Manager ihre Bonuszahlungen der letzten fünf jahre nicht zurück zahlen ??
Diese Versager sind unfähig eine Bank zu führen , jammern wie die kleinen Kinder nach Steuergeld!
Diese Versager gehören gepfändet
Die Fotos von diesen Deppen gehören veröffentlicht damit diese Versager nicht noch mehr Schaden anrichten!

Aber Griechenland....

...ist doch nach ihren Worten ein "gutes Geschäft". Also können wir wirklich froh sein, sie als Finanzministerin zu haben. Richtig?

Die Vorwegbesteuerung ist, meiner Meinung nach,

nichts anderes als der legalisierte Betrug bei den Lebensversicherungen, wo in den ersten 5 Jahren die Provision (getarnt mit anderen Worten) über die ganze Laufzeit ausbezahlt wird, so dass am Schluss meist gar nichts überbleibt, als zu sagen: Außer Spesen, nichts gewesen.

1 0

Schuldenabbau über Inflation

Dies wird langfristig das Ziel der gesamten Regierungen.
Während in den off. Statistiklisten die Inflation 2012 mit rd. 2,3% angegeben wird, ist die gefühlte Inflation bzw. der "kleine Warenkorb" deutlich höher.
Siehe dazu:
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/verbraucherpreisindex_vpi_hvpi/index.html

ebenfalls noch interessant dazu:
http://www.goldreporter.de/nach-der-konsolidierung-kommt-die-grose-inflation/gold/26807/

Antworten Gast: kommentar zur situation...
16.10.2012 13:17
1 0

Re: Schuldenabbau über Inflation

ich kanns garnicht oft genug wiederholen:
1 kl.flascherl maggi würze=umgerechnet 28 alte ats...

:-(((((((((((

(1 grüner paprika (am markt)=10 ats.

1 gurke=10 ats,bzw.drüber.

1 karfiol=oft über 2 €

:-((((((((((((

Antworten Antworten Gast: Paz
17.10.2012 08:53
0 0

Re: Re: Schuldenabbau über Inflation

Es geht ganz einfach in Richtung 1 Euro ist 1 Schilling. Dies ist in allen Bereichen erkennbar. In der Strafjustiz waren dazumal 1 Jahr unbedingte Haft für 1 Mill. Schilling bei Veruntreuung und nunmehr 1 Jahr unbedingte Haft für 1 Mill. Euro !! Die Realeinkommen sind in den letzten Jahren kaum gestiegen und der Staat casht weiter auf unverschämte Art und Weise beim Bürger ab.
Die inlandswirksame Nachfrage wird aufgrund der mangelnden Reallohnsteigerungen und der Inflation nachlassen und das Wirtschaftswachstum erheblich verringern.

Gast: Rechenkünstler
16.10.2012 11:00
1 1

Wie funktioniert die Vorwegbesteuerung?

Heißt das, man soll jetzt gleich die Steuer fürs restliche Leben im Voraus bezahlen?

Gast: EFF EFF
16.10.2012 10:59
2 0

andere Zeiten, andere Sitten

Vor 20 Jahren war ein Loch im Staatshaushalt ein Skandal. Heute sind Löcher eine ermunternde Abwechslung im grauen Büroalltag.

Gast: Hernbauer
16.10.2012 10:52
1 1

Wenn die VP wirtschaftet

geht es allen schlecht (Ausnahme Bauern und Beamte).

Antworten Gast: Rechenkünstler
16.10.2012 11:01
1 1

Re: Wenn die VP wirtschaftet

Wenn die SP wirtschaftet geht es auch den Bauern und Beamten schlecht. Ausnahmen sind die Parteigranden.

Re: Re: Wenn die VP wirtschaftet

Nun wenn ich mir so ansehe, was so die schwarzewn und vor allem die blauen Granden einstecken, so ist das auch nicht gerade wenig.

Privilegienabbau jetzt + die 499 Rechnungshofvorschläge

Hier sind 1.4Mrd zu holen
http://kurier.at/nachrichten/4515825-privilegien-wer-jetzt-noch-hohe-pensionen-bekommt.php

Dringliche an Frau Fekter

Wie ist es möglich, dass sich das

Wirtschaftsschrumpftum

während Ihrer Amtszeit derart breit gemacht hat?
http://goo.gl/rZUIc

Noch 2008 lag das Verhältnis BIP zu Verschuldung bei 63,83%, nun sind wir bei mehr als 73,9%.

Haben Sie über unsere Verhältnisse gelebt?

Unsere Kinder können echt froh sein dass wir ihnen eine so schöne Zukunft hinter lassen

Wir 68er waren durch unsere Aufklärungsbewegung wirklich die aller beste Generation.

Antworten Gast: ähämmm
16.10.2012 13:19
2 0

Re: Unsere Kinder können echt froh sein dass wir ihnen eine so schöne Zukunft hinter lassen

WAS habts denn "aufgeklärt"????
herumgebrüllt und demonstriert habts,aber bewegt habts garnix.und zum arbeiten warts sowieso zu de**at und zu faul.

DAS sind die fakten,ihr unrühmlichen "68er".
das sag ich euch als 54er.

:-((((((((((

Re: Unsere Kinder können echt froh sein dass wir ihnen eine so schöne Zukunft hinter lassen

die frage stellt sich mir, warum haben wir das nur eine Generation lang geschafft????

GroKo hat komplett abgewirtschaftet!!!

.....

Antworten Gast: "gelernter" österreicher
16.10.2012 13:20
0 0

Re: GroKo hat komplett abgewirtschaftet!!!

seit 1960.so schauts aus.

Re: Re: GroKo hat komplett abgewirtschaftet!!!

Nun, nur zur Erinnerung nach 1960 gab es eine Reihe von Alleinregierungen.

Im Klartext heißt das...

...die Pensionisten, der Mittelstand und die Studenten zahlen das, was die Bankmanager verzockt haben. Oder: der Sozialstaat bricht zusammen, weil die PolitikerInnen und Bankmanager völlig inkompetent waren und sind. Richtig?

2 0

Re: Im Klartext heißt das...

Nicht zu vergessen, dass die versammelten Wunderkinder aus den Bank-Chefetagen allesamt ihre obszönen Gagen behalten dürfen. Die sie dafür kassiert haben, dass sie den Laden so versenkt haben, dass das gesamte Land deswegen kürzer treten muss.

Die sitzen in ihren netten Villen, mit ihren schönen Autos, denken darüber nach, was sie mit dem in der Schweiz gebunkerten Geld machen sollen... und Otto Normalverbraucher muss deutlichst kürzer treten. Nein, da kann garantiert nichts schief gehen, in so einer Konstellation. Garantiert nicht.

Re: Im Klartext heißt das...

Das eigentliche Problem ist, dass die Reichenlobby nicht nur kaum Steuern zahlt und sich ihre Spekulationsverluste durch Steuergelder ausgleichen lässt, sondern sich auch vehement gegen eine Abwertung des Euro stemmt. Aus diesem Grunde ist eine Finanzierung unseres Sozialsystems - trotz höherer Wirtschaftsleistung als je zuvor - nicht mehr möglich.

 
12 3 4