21.05.2013 22:19 Merkliste 0

Kurz: "Gibt nicht mehr Zuwanderung um jeden Preis"

16.10.2012 | 15:53 |   (DiePresse.com)

Heute gebe es einen "Kampf um die besten Köpfe" statt Zuwanderung für jeden, der das möchte, sagt der VP-Integrationsstaatssekretär.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) sieht eine Versachlichung der Zuwanderungsdebatte in Österreich. Künftig werde es bei der Zuwanderung um den "Kampf um die besten Köpfe" gehen. Im Gegensatz zu den vergangenen 30 Jahren, wo es eine Zuwanderung ins Sozialsystem gegeben habe, müsse nun die Qualifikation im Vordergrund stehen, sagte Kurz am Dienstag in Brüssel, wo er EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström traf.

"Der Kampf um die besten Köpfe hat international begonnen. Es gibt nicht mehr Zuwanderung um jeden Preis und für jeden, der nach Österreich kommen möchte", sondern es gehe um klare Regeln, wobei Kurz den "Integrationsbogen spannen" will. Es gelte zu bedenken, dass es auf der anderen Seite neben einer steigenden Zuwanderung auch eine deutlich steigende Abwanderung aus Österreich gebe. "Österreicher mit türkischem Hintergrund und guter Ausbildung werden verstärkt in die Türkei abgeworben." Der jährlichen Zuwanderung von 130.000 Personen stünde derzeit schon eine Abwanderung von 100.000 Menschen gegenüber.

Bei der Einwanderung gelte es zu bedenken, dass 60 Prozent aus anderen EU-Ländern kommen. Dies bedeute wiederum, dass nur 40 Prozent überbleiben, die gesteuert werden können. Davon wiederum seien ein Viertel Asylwerber. Die Fehler der Vergangenheit will Kurz nicht prolongieren. Es sei nicht gescheit gewesen, "Drittstaatsangehörige mit extremen Kosten günstig studieren zu lassen. Das wurde vom österreichischen Steuerzahlern finanziert. Nach dem Studium haben die das Land verlassen, weil sie in Österreich nicht arbeiten durften".

Bei seinem Treffen mit der EU-Innenkommissarin habe er auch die aus dem Topf der Europäischen Union kommenden zwei Millionen Euro für den Integrationsbereich in Österreich erörtert. Dabei sei es darum gegangen, dass diese Gelder nicht nur für Drittstaatsangehörige verwendet werden können, sondern auch für EU-Bürger. Derzeit würden die Mittel beispielsweise bei Deutschkursen nur Zuwanderern aus den USA, dem Irak oder der Türkei gewährt, nicht aber einem Franzosen. Malmström sei diesem Vorschlag nicht abgeneigt gewesen.

Weg von Hetze und "Laissez faire"

Bei der Integration geht es Kurz darum, einerseits von der "Hetze" gegen Ausländer wegzukommen, andererseits aber auch den "Laissez faire"-Stil und ähnliche Träumereien zu unterlassen, wonach alles von allein gehe. Notwendig sei ein "positiver Zugang zur Integration durch Leistung. Die Menschen dürfen wir nicht danach beurteilen, woher sie kommen, sondern welchen Beitrag sie in Österreich leisten wollen".

Eines der wesentlichen Themen bei der Integration sei jedenfalls die Frühförderung der Sprache bei Kindern. "Jedes Jahr wandern 7.000 schulpflichtige Kinder nach Österreich zu. 70 Prozent der Volksschüler in Wien haben heute einen Migrationshintergrund. Man kann alles ignorieren wie die letzten 30 Jahren und sich nur auf das Thema Gesamtschule konzentrieren, aber wir werden das nicht lösen können ohne Frühförderung". Kurz bekräftigte die Notwendigkeit eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres, ideal wäre ein drittes. Nach drei Jahren Kindergarten "gibt es praktisch keine Sprachprobleme mehr für Migrantenkinder".

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

43 Kommentare
 
1 2
Antworten Gast: sprücheklopfer
16.10.2012 23:20
1 0

Re: die Sprüche von dem werden immer

Die Raunzer und die Teilnahmslosen haben immer schon Probleme gelöst, jaja. Schreibts doch vernünftige Vorschläge an die Parteizentralen, mailts an die Chefredaktionen diverser Tageszeitungen und engagierts euch einmal zu den brennenden Gesellschaftsfragen. Das Ankleckern vom Kurz bewirkt gar nichts.

Meine Güte ...

dieser Jungpolitiker (S.Kurz) steht doch in Wirklichkeit ziemlich unter Kuratel (bzw.Gehirnwäsche) der Fremdenbeiräte u.NGOs ( die in dafür gerne loben ).

Alles eine Farce.

1 0

stimmt

keine Zuwanderung - nur mehr Einbürgerung.

Re: stimmt

Genau. Die holen sich die österreichische Staatsbürgerschaft und ein Verzeichnis der österreichischen Sozialämter schon im Herkunftsland. Somit handelt es sich bei der Einreise um eine Heimkehr und nicht um Zuwanderung. So eine Idee, dabei bin ich wirklich kein grünroter Kommunist.

Gast: Walter444
16.10.2012 18:04
5 0

Die "besten Köpfe" sind in Österreich nur jene mit dem richtigen Parteibuch

Wer, so wie in Nordkorea, Rußland oder Kuba uns kein Parteibuch hat ist ohnehin nicht ausreichend qualifiziert.

Kampf um die besten Köpfe

Den haben wir verloren, da die gehobene Infrastruktur an Universitäten in den ketzten Jahren für das Gießkannenprinzip vernichtet wurde.
Insbesondere für Wien kann man schwarz sehen, denn hier wurde in allen Bereichen das Niveau gesenkt und die Hürden für Leistungsträger erhöht (vor allem durch die politische Partnerauswahl).
Zitat:
"Als Vortragender oder Gast kommt man gerne nach Wien, hier bleiben und das für länger, Herr Kollege, bitte nehmen sie das nicht persönlich, aber...."

1 0

Re: Kampf um die besten Köpfe

Sie sollten differenzieren, nicht alles ist verloren.


Re: Re: Kampf um die besten Köpfe

Sie haben recht.
Ich habe frustriert nur nicht weit genug über den Tellerand gesehen, das sollte man aber.
Danke für die Antwort.

Antworten Antworten Gast: netzwerker5
16.10.2012 23:05
0 0

Re: Re: Kampf um die besten Köpfe

Wenn man Buschkowsky liest, scheint nicht alles verloren -bloß sein Glaube an die politischen Entscheidungs-träger. Die wollen nicht nur für Neukölln nichts entscheiden...

Antworten Antworten Gast: baro palatinus
16.10.2012 20:28
0 0

?

ein ungemein gehaltvoller kommentar

Gast: Halmdienst R
16.10.2012 18:00
6 1

Die besten Köpfe sehen sie täglich in den Öffis

und in den Wiener Parallelwelten.

Und das Duo Kurz und Malmström kann bestenfalls als Werbung für Faserschmeichler Waschmittel auftreten.

Warum versuchen sie immer der Bevölkerung etwas vorzumachen.

Erst vor wenige Wochen hat Malmström gefordert, viel mehr Flüchtlinge vom arabischen Frühling aufzunehmen.

Die würden dann ganz sicher als beste Köpfe im gelobten Europa und im Schlaraffenland Österreich bleiben.

Gast: Garst
16.10.2012 17:39
2 0

Jede Woche hört man eine neue Idee von Hr. Kurz

Urde bis dato auch nur ein Vorschlag umgesetzt?

Gast: PÖHSE
16.10.2012 17:33
7 0

Von den 'besten Köpfen' merke ich aber nichts...



tut der Kurz mir da ein Teddybärli aufbinden ?

Naja, ÖVP ist eh Vergangenheit- mehr EU ist gleich politischer Restselbstmord .

Gast: Glaser F
16.10.2012 17:30
7 0

Gibt es die überhaupt?

"Österreicher mit türkischem Hintergrund und guter Ausbildung werden verstärkt in die Türkei abgeworben."

Das müssen sie uns beweisen.

Wahr ist vielmehr, dass mehr bildungsferne Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund durchgefüttert werden müssen, den jeh!

0 0

Re: Gibt es die überhaupt?

Wenn sie schon bei bildungsfern sind...

"den jeh" = falsch
"denn je" = richtig

Gast: baro palatinus
16.10.2012 16:36
3 0

ein unaufgeregter, sachbezogener junger mann

der wohl schon einiges gesehen hat, in den letzten jahren.

identifiziert viele probleme, präsentiert munter lösungsvorschläge nur umgesetzt werden sie leider nicht. sie dürften wohl eher zur beruhigung einer immer unzufriedener werdenden mehrheitsgesellschaft dienen.

Antworten Gast: PÖHSE
16.10.2012 17:34
3 0

Re: ein unaufgeregter, sachbezogener junger mann


Lieber Kurfreiherr, das klingt nach versteckter Werbung .

Antworten Antworten Gast: baro palatinus
16.10.2012 20:29
0 0

Re: Re: ein unaufgeregter, sachbezogener junger mann

wofür?

 
1 2