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Buwog: Traumüller belastet Grasser vor Justiz

18.10.2012 | 15:44 |   (DiePresse.com)

In der Causa Grasser tauchen neue Einvernahmeprotokolle auf. Zudem kippt der Obergerichtshof das Urteil zur Razzia bei Grassers Steuerberater.

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Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wird in der Causa Buwog durch Aussagen seines früheren Kabinettschefs Heinrich Traumüller bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft belastet, berichtet das "Format" in seiner neuen Ausgabe laut Vorausmeldung. Traumüller war schon im parlamentarischen Korruptions-U-Ausschuss befragt worden und im Anschluss daran von den Korruptionsermittlern erneut vernommen worden.

Wie das "Format" aus Einvernahmeprotokollen zitiert, sei Traumüller nach seinen Angaben erst im Ausschuss eine Manipulationsmöglichkeit bei der Buwog-Privatisierung bewusst geworden. Grasser selber hat jede Manipulation seinerseits bei der Privatisierung der Bundeswohnungen dementiert.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt rund um die fast 10 Mio.-Euro-Provision, die von der im Privatisierungsverfahren siegreichen Immofinanz an die Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger geflossen ist. Grasser dementiert, die entscheidende Information über das Finanzierungslimit des Mitbewerbers weitergegeben zu haben. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

"Ich bin mir erst im Zuge des U-Ausschusses der wahren Bedeutung des Vorkaufsrechts bewusst geworden", zitiert das Magazin aus Traumüllers Aussage. "Für mich war das Vorkaufsrecht eindeutig der Schlüssel zum Letztangebot des Österreich-Konsortiums. Dies natürlich nur in Verbindung mit der Kenntnis um die Finanzierungszusage des Konkurrenten. Aus meiner Sicht konnte man mit diesen beiden Informationen das Letztangebot so gestalten, dass man sicher gewinnt."

Mit Vorkaufsrecht ist das Recht des Bundeslands Kärnten gemeint, das Klagenfurter Wohnungspaket aus dem Buwog-Deal herauszulösen und zum angebotenen Kaufpreis zu übernehmen. Das vom damaligen Landeshauptmann Jörg Haider geforderte Vorkaufsrecht kam nie rechtskräftig zustande und war daher wertlos. Vor der Zuschlagserteilung wusste das nur eine Handvoll Leute, darunter Grasser, schreibt das Magazin.

"Sicher" bei Grasser gewesen

Traumüller beschreibt laut "Format" in seiner Aussage bei den Ermittlern auch, wie er Grasser über Einzelheiten aus dem Bieterverfahren informierte. Er sei am 4. Juni 2004 "sicher" bei Grasser gewesen, um ihm mitzuteilen, was er davor beim Notar erfahren habe. Zu diesem Zeitpunkt sei die CA Immo vorne gelegen. Grasser habe daraufhin ein Treffen im "Gelben Salon" des Finanzministeriums einberufen. "Auf Befragung gebe ich an, dass in der Sitzung am 7. Juni 2004 in der Präsentation von Lehman eine Finanzierungszusage von 960 Mio. Euro für die CA Immo angeführt war", so Traumüller laut dem "Format"-Bericht in seiner Aussage.

Der Hinweis, man solle jedenfalls mehr als 960 Mio. Euro bieten, wurde vom Grasser-Freund Meischberger an Hochegger gegeben, der dies der Immofinanz, der Anführerin des "Österreich-Konsortiums", mitteilte. Mit 961 Mio. Euro Gebot bekam die Gruppe den Zuschlag und an Hochegger und Meischberger flossen - unversteuert und geheim - 1 Prozent des Kaufpreises, also 9,6 Mio. Euro. Meischberger gibt nicht an, von wem er die entscheidende Info bekommen hat, dementiert aber, die Information von Grasser bekommen zu haben.

 

OLG kippt Beschluss zu Grasser-Razzia

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat indes am Donnerstag einen Entscheid des Wiener Oberlandesgerichts (OLG) Wien gekippt, wonach die Hausdurchsuchung bei Karl-Heinz Grassers Steuerberater Peter Haunold gesetzeswidrig war, berichteten am Donnerstag das Ö1-"Mittagsjournal" und "derstandard.at". "Um 10 Uhr war die Verhandlung, um 10:45 Uhr die Verkündigung", bestätigte Elisabeth Lovrek vom OGH.

Der OGH hat aber nicht über die Hausdurchsuchung an sich befunden, die vor einem Dreivierteljahr stattgefunden hat, sondern lediglich festgestellt, dass das Oberlandesgericht mit seinem Beschluss das Gesetz verletzt hat, sagte Lovrek. Das OLG hatte einer Beschwerde von Haunolds Steuerberatungsfirma Deloitte stattgegeben. Diese hatte sich auf den speziellen Berufsschutz, dem Steuerberater unterliegen, berufen.

Nach Ansicht des Obersten Gerichtshof sind jedoch Razzien auch bei Personen möglich, die dem Berufsgeheimnis unterliegen.

Causa Buwog

Im Jahr 2004 wurden die Buwog und vier weitere Wohnbaugesellschaften des Bundes mit rund 62.000 Wohnungen an die Immofinanz verkauft. Von dieser erhielten der Lobbyist Peter Hochegger und der frühere FPÖ-Politiker Walter Meischberger - beides Vertraute von Ex-Minister Karl-Heinz Grasser - eine Provision von fast zehn Millionen Euro für „Vermittlungstätigkeiten". Der Verdacht: Sie könnten Insiderinformationen von Grasser bekommen und an die Immofinanz weitergegeben haben. Grasser weist dies vehement zurück.

(APA)

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27 Kommentare
 
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Gast: Plastiksack
19.10.2012 08:11
2 0

Der muss niemand belasten,die Schwiegermutter war's

Ganz Österreich weiß das,das eine geschobene Partie war.
Ich nenne auch Namen Grasser,Meischberger,Hochegger und Plech.
Dazu die Konten:
Natalie----Ex von Grasser
Karin------ Plech´s Frau
Walter-----Meischberger selber.
Das weiß ganz Österreich sogar Grasser´s Schwiegermutter nur anscheinend unsere Super-Justiz nicht.

wenn das in dem tempo weitergeht

werden meine noch ungeborenen kinder noch von dem heinzi in der zeitung lesen...

Gast: Lukas Maderebner
19.10.2012 03:09
2 0

Da gibt es noch einiges Nachzuforschen!

Man sollte die Unschuldsvermutung auf Bereiche wie Abfertigung neu, Eurofighter und die Versteigerung der Funkfrequenzen ausweiten. Eine Person die solche Vergabeprozesse manipulieren könnte, wäre eventuell über hundert Millionen Euro schwer...

Gast: Hermann vom Gipfel
18.10.2012 21:33
4 0

"Dass die so korrupt sind ..."

bekommt somit eine ganz neue Bedeutung.

Gast: jö-schau
18.10.2012 20:38
3 6

Für mich persönlich steht fest: Grasser ist nicht unschuldig!

Aber man muss in einem Rechtsstaat auch fair bleiben:
Wenn Grasser nach Jahren noch immer nichts substanzielles nachgewiesen werden kann, sollte man schön langsam akzeptieren dass Grasser entweder perfekt vertuschen kann oder unschuldig ist.
In jedem Fall können nicht ewig Ermittlungen gegen Grasser laufen - so gewinnt man schön langsam den Eindruck, dass hier Willkür vorherrscht.
Weiters ist es mehr als merkwürdig, dass ausgerechnet von der Staatsanwaltschaft ständig Informationen durchsickern, das nimmt der Justiz jede Glaubwürdigkeit.
Weshalb dieser gesteuerte Informationsfluss ohne jede Konsequenzen bleibt, sollte umgehend untersucht werden, es untergräbt die Authorität der Justiz - will man eine Vorverurteilung durch die Medien oder wie????
Hallo, ich dachte wir leben in einem Rechtsstaat?

Antworten Gast: Plastiksack
19.10.2012 08:31
2 0

Re: Für mich persönlich steht fest: Grasser ist nicht unschuldig!

In einem Rechtsstaat hätte man die schon längst in U-Haft genommen und irgendeiner hätte schon längst den Kronzeugen gemacht und diese kriminelle Vereinigung wär schon längst hinter Gitter.
Leider haben wir eine 2 Klassen Justiz.
Jedenfalls ich vertraue dieser Justiz schon lange nicht mehr vorallem wenn der Staatsanwalt bei einer Frau Karl (ÖVP,das ist hier ganz wichtig) nachfragen muss was er darf und was er nicht darf.
In Deutschland oder in der Schweiz würden die alle schon längst ihre wohlverdiente Strafe absitzen,ja sogar in jedem anderen Bananenstaat.

Re: Für mich persönlich steht fest: Grasser ist nicht unschuldig!


Haben Sie eine Erklärung dafür, warum Grassers Treuhänder alles tun, um die Unterlagen aus Liechtenstein dort zu belassen?

Aus welchem Grund könnte sein Treuhänder den Gerichtsakt widerrechtlich an sich genommen und wochenlang behalten haben?

Können Sie erklären, warum die Anwälte von Grasser um jeden Preis verhindern wollten, dass die beim Steuerberater beschlagnahmten Unterlagen verwendet werden dürfen? Wie passt das zu seiner Aussage, er hätte seine Steuerberater von der Verschwiegenheitspflicht entbunden?

Diese Vorgänge sind es doch, die die Ermittlungen so verzögern. Hätte KHG tatsächlich alles auf den Tisch gelegt und hätte er eine supersaubere Weste, wie er ständig behauptet, dann hätte er keinen Grund, irgendwelche Unterlagen von wo auch immer zu fürchten und er wäre längst frei gesprochen worden.

Antworten Antworten Gast: jö-schau
19.10.2012 06:28
0 3

Re: Re: Für mich persönlich steht fest: Grasser ist nicht unschuldig!

Na toll, also wollen wir Menschen verurteien, weil können, hätte, wäre........

Es tut mir leid, wir reden hier teilweise um die Gesetze in einem anderen Staat. Selbst ich, der keinen noch so harmlosen Grund hat irgend etwas zu verstecken, würde mit allen Mitteln einen Zugriff verhindern wollen, vor allem wenn die Anschuldigungen unrichtig sind.

Ja und die Sache bezüglich des österr. Steuerberaters sehe ich einfach und klar: wenn es der Justiz erlaubt ist, alle Österreicher generell unter Pauschalverdacht zu stellen, brauchen wir keine Justiz mehr, es sind ohnehin alle schuldig. Kein Mensch will, dass alle Unterlagen jeder lesen darf, dies vor allem in Anbetracht auf die undichte Staatsanwaltschaft - die veröffentlicht die Infos ohne jede Konsequenz!
Wie stellt man sich das vor? Nach jeder Medienhetze ist jeder vorverurteilt, nur weil die Staatsanwaltschaft alles darf? Sorry, das ist ja schlimmer als in Russland!

Wenn in den Unterlagen etwas steht, hat man Anklage zu erheben, wenn nichts drinnen steht, muss gegen die Justiz eine Amtshaftungsklage erhoben werden. Eines ist zumindest sicher: Grassers Ruf ist nachhaltig komplett zerstört - so geht das nicht - zumindest nicht ohne Rechtssprechung!!

Mit solcher Rechtauslegung brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn aus Lügen staatsanwaltschaftlich bestätigte Schutzbehauptungen werden. Davor graut mir.....

Re: Re: Re: Für mich persönlich steht fest: Grasser ist nicht unschuldig!


Mit keinem Wort habe ich KHG (vor)verurteilt.

Ich habe lediglich festgestellt, dass die lange Verfahrensdauer vorwiegend von ihm und seinen Anwälten verursacht wurde und dass seine Beteuerungen, er hätte alles freiwillig auf den Tisch gelegt, nicht stimmen können.

Die Beweiswürdigung obliegt dem Gericht und das letztlich rechtskräftige Ergebnis wird entscheiden.

Dass KHG jede Menge an Indizien für möglicherweise strafbare Handlungen geliefert hat, ist wohl nicht zu bestreiten. Oder, würden Sie zum Beispiel mit großen Summen im Gepäck aus der Schweiz nach Wien fahren und diese bei Nacht und Nebel in die Bank bringen?


9 0

KHG

Die Luft wird dünner und dünner , ja ja lieber KHG !! Dünner und dünner ...

Antworten Gast: hairstyling
19.10.2012 04:03
2 0

Re: KHG

Der Föhn lässt nach.

Die Schlinge wird enger

und das dürfte einigen Herren schlaflose Nächte bereiten, in denen sie nachdenken werden, wie man doch noch entkommen könnte.

War nicht Traumüller nach seiner Aussage beim U-Ausschuss, als ihm klar geworden sein muss, was diese für KHG bedeuten könnte, total deroutiert?

KHGs Hoffnung dürfte sein, dass Liechtenstein dicht hält und er nur die Probleme mit seiner Steuersache hat.

Fan Briefe an ihn von Möchtegernschwiegermüttern dürften selten geworden sein.

Da hat die Justiz offenbar zu schnell gearbeitet ...

Ständig wird gejammert, dass die Justiz soooo langsam ist. Dann hat der OGH folgerichtig entschieden, dass Razzien bei Steuerberatern durchaus legitim sind ...

Und merkwürdigerweise hat das OLG genau in diesem Fall eine bereits rechtskräftige aber falsche Entscheidung getroffen ;-)

KHG und Ainedter werden sich ins Fäustchen lachen.

Re: Da hat die Justiz offenbar zu schnell gearbeitet ...

und die österreichischen Ermittler sind wiedereinmal die Depperten der Nation !!!

Gast: bergziege
18.10.2012 17:23
8 2

Unterschiede

Es gibt Leute, bei welchen in regelmäßigen Abständen ständig untersucht wird und nichts gefunden wird. Es gibt aber auch Leute, bei welchen etwas gefunden werden könnte. Die wurden vorsichtshalber gar nicht zum brutal abgedrehten Untersuchungsausschuss eingeladen.

Antworten Gast: Pips
18.10.2012 17:53
8 1

Re: Unterschiede

Naja, deswegen hat man den Ausschuss abgedreht. Im Ösiland gibt es jede Menge Gauner, jedoch die Capos sitzen offenbar im Parlament und spielen "Vorbilder", im betrügen. Grassers Schulfreund Winkler ist ganz ausgeklammert worden. Obwohl auch er einen AUDI Q7 bekommen hat. ( Grasser einen Porsche Chayenne ). So einfach geht´s , wenn man weiß wie.

Re: Re: Unterschiede


Wer war der edle Spender dieser Autos und welche Motive könnte er gehabt haben?

Schlüssel bei Schüssel

Der hat als Einziger die Verantwortung zu tragen, er war Oberkommandierender.

Antworten Gast: Pips
18.10.2012 17:54
6 6

Re: Schlüssel bei Schüssel

Aber sicher nicht eingeweihter! Schüssel ist ein Ehrenmann. Der ist sauber.

Im Vergleich zu den gegenwärtigen Politgaunern -

ist der Grasser ja geradezu ein Lärcherl!

Entweder - oder ...

Entweder hat Traumüller dieses Protokoll selbst an FORMAT gegeben oder geben lassen - was ich mir nicht vorstellen kann.
ODER: jetzt brechen auch im Bereiche der Korruptionsstaatanwaltschaft oder anderen Einrichtungen der Justiz die undichten Stellen auf.
Dann sollte der Staatsanwalt wegen Amtsmissbrauch etc. aber rasch tätig werden!

Gast: Gast Omega
18.10.2012 15:49
2 0

hm

Ein Kabinettschef, der nicht weiß was ein Vorkaufsrecht und dessen Bedeutung ist!

2 2

Aufgrund der aktuekken politischen Entwicklung mit unserer Regierung

graben wir wieder einmal ein von der Wiener Staatsanwaltschaft an das "Format" weitergeschobenes und dort veröffentlichtes geheimes Vernehmungsprotokall aus. Und die Systemmedien blasen das groß auf. Frage:
Wie oft hatten wir das schon, hundert Mal?

Gast: erst jetzt
18.10.2012 14:39
1 0

Überraschung!

Plötzlich ist ihm ein Licht aufgegangen.

Gast: Immobilie
18.10.2012 14:22
7 0

Verkaufe Penthouse

Angeblich
ist Grasser schon über beide Ohren
bei seinem Anwalt verschuldet.

Antworten Gast: Pips
18.10.2012 17:57
1 0

Re: Verkaufe Penthouse

Gut vorstellbar. Wer Ainedter als Anwalt nimmt und nicht persönlich mit ihm befreundet ist - der brennt lichterloh. Kann ich aus Erfahrung sagen. Aber, er hat seine Qualitäten.

 
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