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Das BZÖ als Karpfen in Stronachs Teich

18.10.2012 | 18:23 |  OLIVER PINK, THOMAS PRIOR UND REGINA PÖLL (Die Presse)

Inhaltlich einander nicht unähnlich, liefern sich das Team Stronach und das Bucher-BZÖ einen heftigen Schlagabtausch: Der eine wirbt Mandatare ab, der andere kontert mit Strafanzeigen.

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Wien. Robert Lugar, der – im Falle des Falles – wahrscheinliche Klubchef des Teams Stronach, erklärt das System Stronach: „Drei Stufen“ gebe es. Erstens: bezahlte Mitarbeiter „wie sie jede Partei hat“. Zweitens: Geld für jene Kandidaten, die sich eine zeitlich aufwendige politische Arbeit nicht leisten könnten („Das kann nicht jeder“). Und drittens: Abgeordnete, die sich aus anderen wahlwerbenden Gruppen angeschlossen haben. Für diese Funktionsträger gebe es „keinen Cent“ von Stronach, „weil sie eh vom Steuerzahler bezahlt werden“.

Am Mittwoch kündigte das BZÖ eine Strafanzeige gegen Frank Stronach und den früheren BZÖ-Mandatar Robert Lugar an. Der Vorwurf lautet: versuchte Bestechung. Parteiobmann Josef Bucher sagt, Stronach hätte ihm 500.000 Euro für einen fliegenden Wechsel geboten. Die Abgeordneten Wolfgang Spadiut und Gerhard Huber sprachen von „beträchtlichen Summen“.

Laut Gesetz erfüllt den Tatbestand der Bestechung, wer einem Amtsträger Geld „für die pflichtwidrige Vornahme oder Unterlassung eines Amtsgeschäfts“ anbietet bzw. verspricht. Sind mehr als 50.000 Euro im Spiel, beträgt der Strafrahmen ein bis zehn Jahre.

Könnte sich Stronach also strafbar gemacht haben, wenn er den BZÖ-Mandataren tatsächlich Geld geboten hat? „Das kommt auf die Form an“, erklärte Werner Zögernitz, Präsident des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen, der „Presse“. Stimmenkauf, also Geld für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten, sei verboten. Aber wenn sich ein Abgeordneter den Wechsel zu einer neuen Bewegung finanziell abgelten lässt, sei das laut Geschäftsordnung des Nationalrats nicht strafbar.

 

Stronach: „Nichts angeboten“

Stronach widersprach am Donnerstag zumindest der Darstellung von Spadiut und Huber: Er kenne „diese beiden Abgeordneten“ gar nicht, habe sie weder getroffen noch mit ihnen gesprochen und ihnen „schon gar nichts angeboten“, sagte er zur „Presse“. „Es ist schon ein starkes Stück, dass sie jetzt solche Unwahrheiten behaupten.“ Offensichtlich, meint der Industrielle, hätte das BZÖ „Angst, dass sich noch mehr Abgeordnete mit unseren Werten identifizieren könnten“.

Für das BZÖ ist dabei nicht nur ein Rachegedanken im Spiel, es ist schlicht eine Frage des Überlebens. „Wir müssen uns jetzt einfach wehren“, sagt ein Funktionär. Mit 21 Mandataren war das BZÖ nach Jörg Haiders fulminantem Wahlkampf 2008 in den Nationalrat (wieder-)eingezogen. Mittlerweile sitzen nur noch 14 Mandatare in den orangen Reihen. Ein Teil ist zur FPÖ zurückgewandert. Vier Abgeordnete haben sich der Stronach-Partei angeschlossen. Offiziell sind sie parteifrei, denn Stronach hat noch keinen Parlamentsklub. Allerdings könnte das Team Stronach bald über Klubstatus verfügen.

Denn dem Vernehmen nach soll kommende Woche ein fünfter BZÖ-Mandatar in den Stall des austrokanadischen Milliardärs wechseln. Dabei könnte es sich um den Kärntner Stefan Markowitz handeln, der bisher eher durch die Organisation von Party-Events am Wörthersee auffiel denn durch parlamentarische Sacharbeit.

 

Bürgerlich-liberale Konkurrenz

Dem BZÖ laufen aber nicht nur die Abgeordneten davon – für die Wähler könnte Gleiches gelten. Denn programmatisch sprechen Stronach und Bucher ähnliche Wählergruppen an, nicht zuletzt nennen beide ihr Flat-Tax-Modell „Fair Tax“. Schon bisher grundelte das BZÖ an der für den Wiedereinzug in den Nationalrat entscheidenden Vier-Prozent-Grenze herum. Nun fischt Stronach im selben Teich. Und mit den „Mutbürgern“, vor allem aber den „Neos“ (s. Artikel unten) tut sich weitere Konkurrenz im bürgerlich-liberalen Segment auf.

Auf einen Blick

Das BZÖ kündigte am Mittwoch eine Strafanzeige gegen Frank Stronach wegen versuchter Bestechung an. Parteiobmann Josef Bucher und zwei weitere Abgeordnete (Wolfgang Spadiut, Gerhard Huber) behaupten, der Industrielle hätte ihnen „beträchtliche Summen“ für einen Wechsel zu seiner Partei geboten.

Vier BZÖ-Mandatare wechselten bereits zum Team Stronach: Robert Lugar, Erich Tadler, Elisabeth Kaufmann-Bruckberger und Christoph Hagen. Ein Fünfter soll Ende des Monats folgen. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um den Kärntner Stefan Markowitz (er dementiert das).

Mit fünf Abgeordneten derselben Partei bräuchte das Team Stronach keinen Nationalratsbeschluss, um Klubstatus im Parlament zu erlangen. Die Zustimmung der Nationalratspräsidentin würde ausreichen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

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630 Kommentare
 
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Stronach-hell wie ein Stern am Himmel

vielleicht sollte bucher neue taktiken angehen,denn Stronach ist wie ein flugzeug das immer höher steigt und sich in den orbit parken wird .

aus internen quellen heraus habe ich erfahren,dass das spiel umgekehrt ist,nicht der Grund Geld,bzw Bestechung,Politiker"ankauf",dass bucher laut herumruft,sondern Stronach die Burschenschafter aus seiner Partei halten will;im 2.Wortlaut meint Stronach,dass somit die BZÖ erhalten bleiben könnte,wenn Bucher bzw Mannen nicht aufgeben für die Partei Politiker zu schaffen oder ihren Stand zu verteidigen.

vicividiveni

Beim BZÖ brennt jetzt der Hut,

sonst hätte Herr Bucher es nicht nötig, sich über die Aktivitäten von Herrn Stronach in diesem Ton auszulassen.

Gast: AlreadyGone
22.10.2012 21:09
0 3

Lugars Gehaltserhöhung

Stronach brauchte wirklich den Überläufern kein Geld anzubieten. Denn allein schon die Aussicht, dass er eine neue Gruppierung sponsern würde reichte Herrn Lugar um die Gunst der Stunde zu nutzen.
Es dürfte wohl bekannt sein, dass ein Nationalrat Euro 8160 monatlich verdient. Als Klubobmann erhält Robert Lugar freilich bald Euro 13.872 (siehe Geschäftsordnung des Parlaments sowie Politikergehälter) eine kräftige Gehaltserhöhung für seine Dienste!
Selbst im Falle eines scheitern des Team Stronachs hat es sich für einen also sehr ausgezahlt!

Genug gezahlt für diese unverschämten Abkassierer!

Re: Lugars Gehaltserhöhung

glauben Sie nur an Grimms Märchen! Die Antwort wird er bei den Wahlen bekommen. Oder der DÖSI ist wirklich so naiv.Diese Gattung v.Mensch gibts vornehmlich im Umkreis v.VIVIANA.

Gast: walti
22.10.2012 19:09
2 0

Nationalrat reduzieren

Er kriegt anscheinend keine gescheiten Leute
____________________________________

Da diese "UN"gscheiten Leute im Nationalrat
sitzen, ist das der BEWEIS dass eine Reduktion
auf 100 Abgeordnete dringend notwendig ist.

Stronach kauft....

das sind keine Pferde von Rasse sondern politische charakterlose Ackergäule.

Gast: P.Rada
21.10.2012 19:48
4 8

Der Buchner

ist ein supa Bursch.
Sein Fehler: Er hängt immer noch dem Haider nach, obwohl bekannt ist, dass dieser ein Verbrecher war.

Und genau diese Realitätsverweigerung ist es, welche dem Buchner und seinem BZÖ das Aus bringt.

Re: Der Buchner

Und von welchem Politiker wissen Sie genau, daß er kein Verbrecher ist ??

Antworten Gast: Conny2.0
21.10.2012 20:31
2 5

Bucher hat keine Ausstrahlung! Das ist sein Problem.

Bucher wirkt zu fad, seine Mimik und Gestik künstlich aufgesetzt.
Er mag ein guter Kerl sein, vielleicht auch ein guter Kasnudel Koch, aber das genügt nicht für die Politik.

Antworten Antworten Gast: werbistdu
21.10.2012 21:07
2 2

Re: Bucher hat keine Ausstrahlung! Das ist sein Problem.

vorzüglich dein Komentar....
Werde mir mal gschackige Kasnudeln vom Buchner Bua servieren lassen

Gast: Hubertus
21.10.2012 18:46
5 3

Stronach kauft Abgeordnete?

Wieviele Abgeordnete hat Raiffeisen im österr. Parlament? Der Herr Ikrath vom Sparkassenverband? Selbstverständlich sind diese nicht gekauft. Wo kämen wir da hin. Hat uns doch Josef Pröll als Finanzminister seine unabhängige neutrale Haltung gegenüber dem Bauernbund und Raiffeisen deutlich vor Augen geführt(Anhebung der Pauschalierungsgrenze auf € 100.000,- und die Verstaatlichung der HypoAA=Haftungsverbund der Hypobanken). Und dann der unnötige 3.Vorstandsposten bei Raiffeisen(vorher haben bei Leipnik Lundenburger jahrelang zwei genügt) mit einer Supergage nachdem unser Bäuerlein aus der Politik ausgeschieden ist.Wieso hält man Gorbach eigentlich vor, daß n a c h seinem Ausscheiden aus der Politik eine Sekretärin bezahlt wurde? Ist das so gar nicht vergleichbar? Selbstverständlich gilt natürlich für alle die Unschuldsvermutung.

Hr. Bucher hat schlecht gepokert.

Und jetzt tritt er in alle Richtungen aus wie ein Pferd. Pech gehabt, Freundchen.

Gast: Wiener Wohnen
21.10.2012 17:53
3 6

Bucher hätte sich mit ihm einigen sollen.

Das hat er jetzt davon.

Gast: Der Gelehrte
21.10.2012 17:06
2 4

Feine Unterschiede

Typisch amerikanische Redensart: No balls. Darum darf man auch die Mozartkugeln nicht in Mozart's balls übersetzen

Gast: Farmer John
21.10.2012 16:54
2 3

Man kann Pferde, Esel, Rindviecher kaufen.

Aber doch nicht Politiker.

übler unfug

das immer wieder durch´s dorf getrieben "zitat" stronachs über das "gold und die regeln" ist eine verfälschung, absichtlich und aus unfähigkeit zuzuhören (in österreich ja weit verbreitet): in seinem statement (auf youtube leicht nachzuhören) erteilt er im folgenden zusammenhang genau dieser herrschaft eine absage weil er dieses "dominiert werden weder für sich noch seine kinder", und deshalb auch politisch und für niemand sonst haben will. er ist also der, der diesen tendenzen bewusst entgegentritt, nicht der der es so macht. zu verlinken ist hier offenbar verboten, oder nur ausnahmsweise gestattet und ich gehör nicht dazu (?), wurde gelöscht.

und diese Politiker

sind anscheinend beim BZÖ zu haben!?

Gast: polly4
21.10.2012 16:35
4 0

Schlechter Stil

Man sollte weder Stronach noch Bucher Aufmerksamkeit schenken.

Gast: fugazi
21.10.2012 16:35
0 3

...

herrlich, die gagaburli kommentare aus der bimberl zentrale österreich...

Gast: kommt-mir-bekannt-vor
21.10.2012 16:34
3 1

der anfang eines Disney Films

Camp Rock 2 erinnert mich irgendwie an Herrn Stronach:
"Nach einem Jahr kommen Mitchie, Shane, Jason, Nate und ihre Freunde wieder im Sommer ins Camp Rock. Auf der anderen Seite des Sees hat sich unterdessen ein weiteres Musik-Camp aufgebaut, das Camp Star, das viele Kursgeber und Camper von Camp Rock abgeworben hat. "

Gerade im Disney Channel und da war auch ein Zitat wie "ich zahle das doppelte für alle die Wechseln wollen".
Sogar die Hauptdarstellerin des Films versucht man dort abzuwerben mit Argumenten wie "ihr seid zweitklassig".
Interessant einigen Abgeordneten wurden auch 15.000€ geboten.
Hat wohl Frank Stronach seine Ideen aus einigen Disney Filmen kopiert.

Gast: Pensador
21.10.2012 15:38
3 4

Und da soll man dem BZÖ trauen?

Bucher ist ein fähiger Mann, aber geltungsbedürftig und eigensinnig, wie viele seiner BZÖ-Parteifreunde. Strache war so klug,
sich um diese Sezessionisten nicht weiter zu kümmern. Eigenartig war bisher nur die Sympathie, die die Schwarzen diese Truppe entgegenbringen. Dabei sind dort und nicht beim Strache einige angeblich "weit rechts" Stehende vertreten.

Mit seinem Lamento über die Abgesprungenen und über Stronach macht er sich aber nur lächerlich. Denn was soll man von einer Partei halten, wo einer nach dem anderen, angeblich nur wegen des Geldes, das Weite sucht?
Da liegt doch die Vermutung nahe, dass es dort auch noch viele anderere gibt, denen nicht zu trauen ist. Und eine solche Partei soll man dann wählen?

Gast: KritischeGeister
21.10.2012 15:11
4 4

Dem BZÖ samt geistige Flaschen heult niemand eine Träne nach...


Anstatt sich wie eine beleidigte Zicke aufzuführen, wäre eine gesunde Selbstbeschau empfehlenswert. Dass das BZö am Boden liegt, ist der inkompetenten Führung zuzuschreiben. Die Personalpolitik spricht ja für sich, was für eine Art Politik Bucher vertritt. Einem Chef, dem die Leute davon laufen, sind zuviele Fehler und Fehleinschätzungen zuzuschreiben. Stronach sollte nur aufpassen, dass er sich nicht einen ähnlichen BZÖ-Nulpenverein zusammenscharrt. Kann man nur hoffen, dass er baldigst auch neue Gesichter präsentiert. Dem BZÖ samt geistige Flaschen heult niemand eine Träne nach...

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Stronach wird die anderen überrollen!

Fakt ist: stronach hat ein internationales unternehmen ohne schulden in den boden gestampft

Fakt ist: stronach hat mehr arbeitsplätze geschaffen als irgendein anderer politiker

Fakt ist: stronach spendet jährlich genug geld für unser sozialsystem,

Fazit: alleine schon deswegen hat er sich einen platz im parlament verdient! Die anderen hampeln haben außer schulden nichts zusammengebracht!

Herr Bucher

wie ist das BZÖ entstanden?

Wahrhaft intelligente Wortwahl - Herr Stronach,

wenn das Zitat so stimmt (schließlich stand es ja in der Krone ...).
Ist ein Wahnsinnsargument das Stronach-Team zu wählen.

Gast: Stefan, Wolfsberg
21.10.2012 13:57
2 3

Seppi was bedeutet: "Kärnten sei bereit"?

Jetzt hat die BZÖ/FPK/FPÖ 13 Jahre lang das Land Kärnten regiert und was ist dabei rausgekommen?

Höchste Verschuldung
Korrupter Sumpf
9 Personen wandern täglich ab
Tourismus am Boden
Wirtschaft am Boden
Chaos in der Politik
.....

Warum sollen wir das BZÖ wählen?

 
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