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Die Macht der grünen Basis: Aktivisten und Basiswappler

20.10.2012 | 18:02 |  von MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Bei der Landesversammlung der Wiener Grünen, dem höchsten Gremium der mächtigsten grünen Landespartei, werden die Wiener Plätze für die Nationalratswahl 2013 vergeben. Man stimmt sich auf die Wahl 2013 ein.

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Schwarze Jacke, dunkle Jean, Halstuch. Sabrina Sehr sieht nicht gerade so aus, als müsste man vor ihr Angst haben. Obwohl: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht wenige grüne Spitzenfunktionäre durchaus Angst vor Sehr und ihren Kollegen hatten – zumindest großen Respekt, gepaart mit einer Portion Verunsicherung. Denn die 28-Jährige gehört zur grünen Basis. Und die hat den Ruf, unberechenbar zu sein und bei Abstimmungen auch radikale Entscheidungen zu treffen.

Grüne Spitzenfunktionäre werden gnadenlos abgestraft, wenn sie die Basis vernachlässigen – oder Beschlüsse fassen wollen, welche den Grundprinzipien und dem Verständnis der grünen Basisdemokratie widersprechen. Denn die Basis ist bei den Grünen alles. Ohne starke Verankerung in der Basis ist eine grüne Karriere schnell beendet.

Basis entscheidet. Am Sonntag rückt die grüne Basis wieder in den Mittelpunkt. Bei der Landesversammlung der Wiener Grünen, dem höchsten Gremium der mächtigsten grünen Landespartei, werden die Wiener Plätze für die Nationalratswahl 2013 vergeben. „Was dabei herauskommt, ist völlig offen – was bei einer Landesversammlung, bei der die Basis entscheidet, passiert, ist völlig unberechenbar“, erklären grüne Spitzenfunktionäre ständig.

Somit ist es für Bundessprecherin Eva Glawischnig und die grünen Nationalratsabgeordneten aus Wien die erste Bewährungsprobe im anlaufenden Wahlkampf. Falls Unzufriedenheit besteht, könnte es prominente Opfer geben – was nicht zum ersten Mal passieren würde. Am Rande ist die Landesversammlung auch ein Stimmungstest, inwieweit die grüne Basis mit der Arbeit der rot-grünen Koalition in Wien zufrieden ist.

Als Spitzenkandidatin tritt wieder Eva Glawischnig an. Auf Platz zwei kandidiert Justizsprecher Albert Steinhauser. Dahinter ringen Volksanwältin Terezija Stoisits, Familiensprecherin Daniela Musiol und Integrationssprecherin Alev Korun um den dritten Platz. Auch die Nationalratsabgeordneten Karl Öllinger und Wolfgang Zinggl kämpfen um die Wiedernominierung. Sie müssen sich den erwarteten 600 Delegierten der Basis stellen. Wobei die grüne Partei 1500 Mitglieder und 500 Unterstützer hat – eine basidemokratische Besonderheit der Grünen. Unterstützer sind zwar nicht Parteimitglied, sondern nur Sympathisanten, dürfen aber mitwählen. Und, noch eine basisdemokratische Besonderheit: Jeder Wiener kann kandidieren; es gibt hier keine Einschränkungen – weshalb es am Parteitag auch Quereinsteiger wie der Rechtsanwalt Georg Bürstmayr versuchen.

Sabrina Sehr wird bei der Landesversammlung dabei sein – als Teil der Basis. Die Bezirksrätin der Brigittenau ist seit 2008 für die Grünen aktiv. Wie sie zur Politik gekommen ist? „Die Umwelt“, meint sie. Aufgewachsen in einem „ökologischen Haushalt“ in einem kleinen Dorf in Kärnten, interessierte sich die Studentin, die gerade an ihrer Diplomarbeit schreibt, schon früh für Politik – speziell für grüne Politik: „Mir ist wichtig, dass das Umweltthema nun in der Gesellschaft angekommen ist. Dass also jeder weiß, was er zum Überleben des Planeten beitragen kann.“ Denn auch die anderen Parteien würden nun auf die Ökoschiene setzen. Der Wunschtraum von Sehr: „Wenn es die Grünen nicht mehr geben müsste“, weil alle Ziele erreicht sind.


Grüne Klischees. Die Welt retten, Frauenrechteerkämpfen, die Umwelt schützen, Radfahren für den ökologischen Fußabdruck, kein Auto besitzen – Sabrina Sehr erfüllt viele Klischees, die man sich von der grünen Basis erwartet: „Ich habe auch Birkenstockschuhe“, ergänzt sie lachend, womit das Klischee vollständig erfüllt ist. Politische Vorbilder hat sie nicht – nicht Alexander Van der Bellen, nicht einmal Gandhi.

Sehr ging nach der Matura zum Studium nach Wien. Weil sie sich engagieren wollte, ging sie eines Tages zu dem Open House im grünen Hauptquartier in der Lindengasse. Nach einem Gespräch entschied sich die Wahl-Wienerin, den Grünen in ihrem Heimatbezirk Brigittenau beizutreten. Zuerst Aktivistin, wurde sie bald darauf Bezirksrätin – natürlich im Umweltausschuss. Nun besteht ihr Alltag darin, zu diskutieren, wo neue Bäume in der Brigittenau gepflanzt werden: „Wir im Bezirk wissen, in welcher Straße die Anrainer Bäume brauchen. Und wo ein neuer Radweg gebraucht wird.“ Um den Radverkehr zu fördern, ist Sehr auch im Verkehrsausschuss. Das Wort „Basiswappler“, stört sie nicht: „Das wird in der Partei nicht als Schimpfwort gesehen. Ich würde mich schon mit Stolz als Basiswapplerin bezeichnen.“ Denn Basiswappler würden viel auf der Straße unterwegs sein, mit den Leuten reden, sich unentgeltlich für Ideale auf die Straße stellen und um Werbung zu machen.


Ein diffuser Haufen. Wie beschreibt jemand von der Basis die grüne Basis? „Es ist ein diffuser Haufen, bestehend aus Aktivisten, Bezirksräten und Unterstützern, die zu einem guten Teil bei der Meinungsbildung in der Partei mitwirken“, erklärt Sehr. Jeder dürfe seine Meinung sagen, jeder werde gehört, alles werde diskutiert. „Deshalb ist eine gemeinsame Meinung schwierig“, erklärt die Studentin die inneren Differenzen, mit denen die Grünen in der Vergangenheit immer wieder zu kämpfen hatten. Einige kommen aus der Anti-AKW-Bewegung, einige aus Bürgerinitiativen, einige aus Umweltgruppen, einige aus dem Tierschutz etc. Eine derartige Meinungsvielfalt sei eben schwer unter einen Hut zu bringen, erklärt die grüne Basispolitikerin.

Welche Spitzenfunktionäre sie bei der Landesversammlung wählen wird, ist noch offen. Sehr macht es wie viele von der Basis: Sie hört sich die Reden an – wer sie überzeugt, den wählt sie. Promibonus gibt es keinen. Im Gegenteil: Prominenz ist in der grünen Basis traditionell ein Nachteil.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2012)

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Mehr aus dem Web

173 Kommentare
 
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Die Grünen

Sobald bei der FPÖ auch nur ansatzweise ein sogenanntes rechtes Gedankengut erkannt wird, schreien sofort alle Gutmenschen auf. Aber bei den eindeutig kommunistisch agierenden Grünen herrscht Stille. Ja sieht denn keiner die Gefahr? Sind wirklich alles so blind und sehen nur auf dem rechten Auge?

Die Grünkommunisten

und ich warne vor K,K,Ö:

K=Kommunismus im grünen Tarngewand
K=Kriminellenschutzpartei
Ö=Österreichverräterpartei

Die Grünen

haben sich mit der Zwangsverpflichtung unserer Nachkommen (vulgo ESM) schon aus dem Rennen genommen. Was mich betrifft ist Fr. V´s Plapperei somit Sauerstoffvergeudung.

3 U für Wien

In Wien "regieren" die 3 U: Unfähige, Unerträgliche Unsympathler.

Vassilakou: "Wir werden nicht kürzertreten"

Ist das eine Drohung?
http://wiener-wohnen.de.nr

Prima Frontfrau ...

... solche Politiker_Innen braucht das Land.

Eine Haider- oder Strache-Imitatorin

Die Schimpfkanonade wäre eines Jörg Haider "würdig" gewesen und gehört zum ständigen Repertoire des HC. Dass Vassilakou auch zu diesem "Stilmittel" greift, kann man nur mit ihrer Wiener Wählervergraulung erklären. Parkpickerl und Mariahilferstraße werden in Wien gewaltig Stimmen kosten. Ihr Tempo 30 in den Ausweichstraßen zeigt die Naivität oder mehr noch die totale Unkenntnis der Situation. In der Neustiftgasse ist jetzt schon bestenfalls Tempo 10 angesagt. Dem grünen Bezirksvorsteher Blimlinger sage ich voraus, dass er aus der Abgashölle Neustiftgasse keine einzige Stimme mehr bekommt!

Gast: eso-policier
21.10.2012 23:32
0 0

Nicht-grüne Ökopolitik

Der Widerstand gegen die herkömmlichen Religionen und der Widerstand gegen den Atheismus wächst explosionsartig. Freireligiöse, Eso-Polizisten, Esoteriker und Naturforscher bekommen immer mehr Macht. Z. B. können Krampfadern mit der Linser-Methode ohne Operation zerstört werden. Diese positive Entwicklung wird sich explosionsartig zunehmend fortsetzen. Mehr dazu unter
www.esopolice.wordpress.com

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Bitte keine Fotos mehr von der Dame zum Artikel


Und schon gar keine Möglichkeit zum "Bild vergrößern".

Athen darf nicht Wien werden!


waden

die frau tut den austrianern die wadeln nach vorne richten, beinhart,
Autofahren und parken, wer' ma euch austreiben
Umweltsuender allemiteinand!

1 0

ja

macht einen LAANGEN Schritt hinweg.

10 0

Wenn grün regiert ...

... Sind die drei B an der Macht.

Banditen,
Behinderte und
Blumenzüchter

Re: Wenn grün regiert ...

und was konkret ist an Behinderten und Blumenzüchtern schlecht?

Antworten Gast: toledo
21.10.2012 23:07
0 0

Re: Wenn grün regiert ...

na bravo! ganz, ganz intelligentes posting!

ironie ende.

Gast: KHuber
21.10.2012 21:08
1 0

Noch kürzer geht ja wohl auch nicht mehr


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nicht kürzertreten

richtig!
ein herzhafter lang angesetzter ars'schtri'tt reicht

9 0

Vassilakou: "Wir werden nicht kürzertreten"


ich auch nicht:

Ich werde sie länger treten.

Gast: bergziege
21.10.2012 20:44
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Vassilakou

soll den Mund nicht so voll nehmen. Sie muss nur mit Steinhof so weiter machen wie bis jetzt - nichts akzeptieren, über alles drüberfahren - und sie kann sich 2013 samt ihren grünen Freunden abschminken. Wien hoffentlich auch bald. Die meisten Wiener halten sie schon lange nicht mehr aus.

Gast: Senft M
21.10.2012 20:31
13 2

Die Grüne Hetzer Mary

hat bürgerkriegsähnliche Zustände im Parkpickerlkonflikt hetaufbeschworen!

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Mein einziger Wusch: Grexit mit Frau Vassilakou !

Bitte verlassen Sie uns mit Ziel Griechenland, Frau V., denn in Wien sind Sie nicht mehr tragbar und für das hier eingesessene Volk eine Zumutung ! Mit so einer Politik tragen Sie wesentlich zum Ende des in Österreich traditionellen sozialen Friedens bei, indem Sie mit unsinnigen und realitätsfernen Entscheidungen den Volkswillen übersehen und die Destabilisierung im bisherigen gesellschaftlichen Konsens fördern. Sie können unsere Mentalität ja gar nicht verstehen...!
Traurig, wie heutzutage in Wien wichtige politische Ämter besetzt werden...!

Vassilakuh hat eine Parole

Grün im Herzen -
Gaga im Kopf.
Frei nach einem Grünen Wahlspruch.

Gast: Nicht prüde
21.10.2012 19:43
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Fr.V.

Sie zeigen mir den linken Zeigefinger,gut ich zeige ihnen dafür den rechten Mittelfinger.

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Geldbeschaffung

Die Grünen machen Gesetze gegen die Autofahrer, Häupl streift das Geld ein. In den letzten zwei Jahren hat Häupl, trotz Vervielfachung von Wasser-, Müll- und anderen Gebühren dafür gesorgt, dass sich die Verschuldung der Gemeinde Wien verdoppelt hat.
Wer wird es zurückzahlen? Häupl, der in Pension gehen wird?

2 19

Wow, das Forum hier besteht ja wiedermal aus lauter

alten (oder auch jungen?!) Gackerln die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen...

*gg*

Volksverhetzung hat eine Farbe

Diese Farbe ist mittlerweile Grün.
Aber Gratulation, immerhin haben die Grünen und FührerIn V. Dolphine und A. Glawischinger diesmal den ersten Platz erreicht - noch vor der von den grünen Funktionären so gescholtenen FPÖ.

 
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