Wiens grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou hat am Sonntag ihre Partei auf den Nationalratswahlkampf 2013 eingeschworen. Mit Mut, Hartnäckigkeit und Tatkraft müsse man in den Wahlkampf schreiten, appellierte die hörbar verkühlte Verkehrsstadträtin an die rund 350 versammelten Delegierten. Ansonsten drohe nämlich eine "Regierung der drei S: Spindelegger, Strache, Stronach - oder: Schwindler, Schurken, Steuerflüchtlinge".
"Jetzt geht's erst richtig los"
Vassilakou legte ihren Redeschwerpunkt freilich auf die Regierungsarbeit der Grünen in der Bundeshauptstadt. "Das Schlimmste, was einem passieren kann in der Politik, ist, dass niemand merkt, dass es dich gibt. Das Beste ist, wenn jedes Kind weiß, was du tust und wofür du stehst", so die Ressortchefin. Das sorge zwar nicht immer für Begeisterung und es werde einem durchaus ausgerichtet, doch jetzt einmal still zu sein - doch: "Nein, wir werden nicht kürzertreten. Im Gegenteil: Jetzt geht's erst richtig los", zeigte sich Vassilakou kampfeslustig.
Sie legte der Landesversammlung einige Zahlen als Beweismittel für den Erfolg der Grünen in Wien vor. 5000 Haushalte würden mit Solarstrom versorgt, mehr als 250.000 Personen würden täglich mit dem Rad fahren, 20 Prozent der Pendler seien 20 Tage nach der Parkpickerlausweitung bereits auf die Öffis umgestiegen: "Wir haben geschafft, mehr für den Klimaschutz in Wien und in Österreich auf den Weg zu bringen als es die Regierung in einer gesamten Legislaturperiode geschafft hat."
Sie sei viel gescholten worden für ihren Satz "Mir sind ein paar Tausend vergrämte Autofahrer lieber als ein paar Tausend asthmakranke Kinder." Sie stehe allerdings weiterhin zu ihrer Aussage, denn Haltungen und Handlungen zeichneten die Grünen aus, auch wenn es Gegenwind gebe, so Vassilakou. Damit könne man der "schwarz-blauen Tea-Party" etwas entgegensetzen. Denn ÖVP und FPÖ gehörten abgestraft dafür, dass sie etwa die Republik zu einem Selbstbedienungsladen gemacht hätten.
Veränderung bringe Aufregung mit sich, erinnerte sich die Vizebürgermeisterin an die Anfänge der grünen Regierungsarbeit im Wiener Rathaus vor bald zwei Jahren. "Gut, lasst uns für Veränderung sorgen - bundesweit", so Vassilakous abschließende Losung für den NR-Wahlkampf.
Vor Beginn der Listenerstellung für die Nationalratswahl übte sich noch Vize-Parteichef Werner Kogler in Stimmungsmache. Der Steirer ließ noch einmal den eben beendeten U-Ausschuss Revue passieren und kam zum Schluss: "Nur die Grünen decken Skandale auf und sind skandalfrei. Das kann uns niemand nachmachen und das wird vermutlich auch länger so bleiben." Kritik teilte er einmal mehr in Richtung SPÖ und ÖVP aus, die den Ausschuss "wegen besonders großen Erfolgs" abgedreht hätten, und forderte einmal mehr, dass die Einberufung eines Untersuchungssauschusses ein Minderheitenrecht werden sollte. "Eva Glawischnig, eine Stimme für den Neustart", warb er schließlich für die Bundessprecherin, die für Platz eins auf der Landesliste der Wiener Grünen für die NR-Wahl kandidiert. Die Liste wird ab dem späten Vormittag gewählt.
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