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Die Entfremdung an der ÖVP-Spitze

22.10.2012 | 17:43 |  Von Karl Ettinger (Die Presse)

Parteichef Michael Spindelegger pfeift via ORF-Fernseh-Interview Finanzministerin Maria Fekter bei Steuersenkungen zurück. Die Störung ist unerwünscht, weil gerade die Faymann-SPÖ in Problemen steckt.

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Wien. Es ist schon die zweite Grundsatzrede des Vizekanzlers und ÖVP-Obmanns in diesem Jahr: Am Mittwoch wird Michael Spindelegger in einer Fabrikshalle in Wien-Donaustadt seine Sicht von „Wirtschaft, Wohlstand, Werten“ darlegen. Der ÖVP-Chef versucht damit einmal mehr, die Wirtschaftskompetenz der Volkspartei hervorzustreichen und auch einen Kontrapunkt zu Neo-Parteigründer Frank Stronach zu setzen.

„Nicht auf Pump machen“

Überschattet wird der Auftritt Spindeleggers jetzt von einem innerparteilichen Schachzug. Denn via ORF-Fernseh-Interview hat der Vizekanzler seine eigene Finanzministerin Maria Fekter öffentlich zurückgepfiffen. Fekter hat am Sonntag im „Kurier“ ihre Pläne für eine Steuersenkung kundgetan und auch angekündigt, sie wolle um einen Beschluss einer Steuerreform 2013 kämpfen. Nun winkt Spindelegger demonstrativ ab: Es sei nicht sinnvoll, „jetzt eine Steuerreform auf Pump zu machen“. Einen Beschluss vor der Nationalratswahl halte er nicht für realistisch. So deutlich hat noch selten zuvor ein Parteichef seiner ÖVP-Stellvertreterin und wichtigsten Ministerin eine Abfuhr erteilt – ein Beleg für die Entfremdung des schwarzen Duos.

Fekter hatte neben Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner im Frühjahr 2011 als Alternativkandidatin zu Spindelegger für die ÖVP-Obmannrolle gegolten. Mit Fekter, die meist forsch ans Werk geht und mehr Kanten zeigt als Spindelegger, haben sich manche Schwarze bessere Chancen gegenüber der SPÖ ausgerechnet. Gekürt wurde Spindelegger aber mit breiter Unterstützung.

Bei dem heuer im Februar geschnürten 27-Milliarden-Sparpaket wurden im Nachhinein Differenzen zwischen Spindelegger und der Finanzministerin kolportiert. Diese hätte sich, wie auch von Experten gefordert, für noch umfangreichere Einsparungen eingesetzt.

Der Tiefpunkt in den Beziehungen war dann Ende August erreicht. Spindelegger habe beim Wechsel im Außenamts-Staatssekretariat eine größere Regierungsumbildung überlegt, bei der er selbst statt Fekter Finanzminister werden sollte. Während von der ÖVP solche Pläne nach wie vor als „Gerüchte“ bezeichnet werden, wurde damals versichert, erst der Widerstand des ÖVP-Wirtschaftsbunds habe dem Plan ein Ende bereitet. Dort hatte man einfach das Gerücht in die Welt gesetzt, Spindelegger selbst werde gehen . . .

Auftraggeber überrumpelt

Trotz Spindeleggers Bremsmanövers bei dem Tempo der Steuerreform wird versichert: Es sei einfach nicht richtig, dass es Differenzen zwischen den beiden gebe. Erst am Sonntag haben beide gemeinsam EU-Kommissar Michel Barnier getroffen und via Aussendung versichert: „Wir unterstützen die Idee einer Bankenunion.“

Zugleich wird darauf verwiesen: „Fekter arbeitet im Auftrag von Spindelegger an einer Steuerentlastung.“ Selbstverständlich wolle der ÖVP-Chef eine Steuerreform. Auch über die Schwerpunkte Entlastung der Familien und des Mittelstandes seien beide einig. Gerade weil Fekter vom Obmann betraut wurde, wird ihr Solo beim Verkünden als Affront gegenüber dem „Auftraggeber“ gesehen.

Tatsache sei, dass Österreich trotz Sparmaßnahmen derzeit nur schwer den Budgetpfad halten könne. Auffallend am Vorpreschen Fekters ist nicht nur der Zeitpunkt, sondern dass sie zuvor mehrfach bekräftigt hat, es könne angesichts der angespannten Lage „kein Wünsch-Dir-was“ geben. Fekter hat nun aber das Streichen von Ausnahmen als Finanzierungsvariante genannt.

Mit dem Timing Fekters ist man in der ÖVP jedenfalls unglücklich. Der Grund dafür ist nicht nur Spindeleggers Rede: Man hofft, dass die ÖVP davon profitieren kann, dass Kanzler Werner Faymann und die SPÖ nach dem argen Dämpfer bei seiner Wiederwahl zum SPÖ-Chef angeschlagen sind. Freilich nehmen sich auch Spindeleggers Vorhaben für die Wirtschaft – Hilfen für Jungunternehmer, Erleichterungen bei Unternehmensgründungen und Bürokratieabbau – realistischer, aber bescheiden im Vergleichs zu Fekters Milliarden-Steuerplänen aus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)

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295 Kommentare
 
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Gast: PÖHSE
24.10.2012 12:27
0 0

Steuereform, perpetuum mobile, Himmelreich



kommen alle NIE.
Außer man wertet 2,78 Euro mehr pro Jahr als Reform .

Gast: Zyni
24.10.2012 11:50
0 1

Wer gestern den REPORT

und das Wüten der Finanzpolizei sah, weiß SIE WERDEN NIE GENUG HABEN. Befreit Österreich JETZT!

Re: Wer gestern den REPORT

Welches Wüten? Anscheinend sind wir braven Steuerzahler ohne kriminellen Hintergrund die Deppen der Nation, die für das andere Gelichter mitzahlen müssen.
Saubere Einstellung !

Gast: Klarstellung 24.10.
24.10.2012 10:14
0 0

Fekter war immer schon für 90% der Bevölkerung ungünstig


Gast: total crash
24.10.2012 08:02
0 0

Gibt es überhaupt, irgendetwas Politisches,Gesetzesmäßiges,Verwaltungstechnisches

sonstige anstehende entscheidende Notwendigkeiten ,verantwortungsvolles Umgehen mit Steuergelder uäm,dass diese "Regierenden" zu einem günstigen/richtigen oder sonstwie zu einem Zeitpunkt erledigten?

Schlicht und einfach es wird/wurde jahrelang nur herumgemurkst,zu aller erst nur an sich selbst und ihre Parteihabara & Freunderl und sonstige Privilegierten belohnt,geschützt,verniedlicht,stillschweigen, unter den Teppich gekehrt ,im Sinne von wir wissen nix folgte sinnloses PolitSprecheStehsatzGelaber;o(

Die Rache des kleinen Mannes ist nicht mehr fern;o(

Eins ist mir auch ohne irgend einer geschönten WählerSelbstTäuschungsUmfrage zur Wahl 13 bewust,ihr werdet schon schön belämmert schauen und dastehen,weil alle eure Umfragen für O**ch & Friedrich sind;o)

Wetten?

0 0

Kein Regierungsmitglied

springt so tigerhaft ab nur um dann regelmäßig so streichelweich zu landen, wie Maria Fekter.
Vom Fall Arigona über den ESM und nun diese Steuerreformpläne: Ein Grashalm im Wind ist geradezu ein Symbol der Standhaftigkeit gegen diese Frau.

2 0

Fekter

ist Finanzminister. Sie könnte sofort alles umsetzen -nein, wie immer: daherreden, das Mundwerk ohne Hirn einschalten, die Frau ist eine Katastrophe.

Gast: Maria Elend
24.10.2012 07:01
1 0

Fekter: "war vielleicht ungünstig"

"Fekter ist ungünstig"!

Gast: ein gast
24.10.2012 02:29
0 0

niedrigerer eingangsteuersatz: schade um diesen im prinzip sehr richtigen vorschlag!

da wäre den dafür zuständigen mal steuer(ungs)mäßig etwas richtiges eingefallen;
irgendwie tragisch und symptomatisch, dass das jetzt wohl zu grabe getragen wird!

derzeit wird man ja steuerlich total belohnt, wenn man ca. 1000 € netto pro monat verdient, aber
total bestraft, wenn man mehr als das pro monat verdient!

ich kenne durchaus leute, die sich beim heutigen steuersystem und insbesondere den steuerstufen denken:
warum mehr arbeiten (als für 1000 € netto)?
denn: von allem, was ich darüber hinaus arbeite, muss ich rund die hälfte an steuern hergeben, darauf kann ich verzichten, ich will nicht praktisch die halbe zeit für die steuer arbeiten, das zahlt sich nicht aus!
(tatsächlich ist es bei den jetzigen steuersätzen fast egal, ob man brutto ca. 1500 brutto oder 2500 hat, das macht netto nur wenig unterschied!)
ein niedrigerer eingangssteuersatz wäre hier genau der richtige anreiz dafür, um das, was man leisten kann und will, auch wirklich für die österreichische wirtschaft zu leisten!

man könnte ja (um das angespannte budget nicht zu gefährden) die erste steuerstufe schon bei einem bisschen geringeren bruttogehalt wirksam werden lassen und (um für niemanden die steuern zu erhöhen) für leute, die dadurch zusätzlich in die steuerpflicht hineinfallen, bloß ca. 18% sozialversicherungsbeiträge vom bruttogehalt abziehen!

Antworten Gast: Leistung v. Gesellschaft
24.10.2012 07:06
0 1

Re: belohnt, wenn man ca. 1000 € netto pro monat verdient, aber total bestraft, wenn man mehr als das pro monat verdient:

Eine Fehlinterpretation; Minderlöhner können keinen Steuervorteil in den gesetzlichen Lohn-Abgaben finden, wogegen besser Verdiener u. U. >40% der "Abzüge" über die ESt ersetzt bekommen!

0 1

Zuerst das Beamtendespotentum und die Verbände aushungern und gesundschrumpfen

und zwar die teuren und unnötigen.
Brauchma Kiberei, Feuerwehr, Müllabfuhr: JA
Brauchma hohe Ruhegenüsse über ASVG für Beamte: NEIN (Zurückschrauben auf ASVG MAX 2600€)
Brauchma Nullbock auf Nulllohnrunde: NEIN
Wir brauchen BOCK auf Nulllohnrunde!

Antworten Gast: pensionär
25.10.2012 02:53
0 0

Re: Zuerst das Beamtendespotentum und die Verbände aushungern und gesundschrumpfen

Brauch ma Abfertigung? NEIN

Brauch ma Dummvolk? JA
denn irgendeiner muss ja wählen.

Gast: Revolutionsbroschüre
23.10.2012 23:58
0 0

Fekter: "Zeitpunkt war vielleicht ungünstig"

Es gibt keinen falschen Zeitpunkt dafür,
das Richtige zu tun.

österr politik = kabarret

anderswo bezieht das kabarret stoff aus der politik, aber bei uns verschmelzen die politiker langsam zu kabarretisten. österreich verkommt zu einer kabarretshow, in naher zukunft vielleicht wieder von einem bekifften deutschen rapper moderiert? das ganze zeitgleich auf orf 1-3.

grauslich!

Gast: FIN
23.10.2012 21:46
0 0

Also Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenssteuer statt Mehrwertsteuer ! UND DAMIT SCHLUSS DER DEBATTE!


Antworten Gast: Denkerlein
24.10.2012 10:21
0 0

Re: Also Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenssteuer statt Mehrwertsteuer ! UND DAMIT SCHLUSS DER DEBATTE!

Einnahmen 2011 (in Mio €)
aus LSt: 21.600
aus Umsatzsteuer: 23.600

Wenn Sie also die MWSt abschaffen wollen, brauchen Sie bei Erbschaften sogar eine höhere Bemessungsgrundlage als bei der Lohnsumme!

Die Lohnsumme war 2011 ca. 118 Mrd!

Mindestens dieser Betrag müßte also jährlich vererbt werden - keine realistische Annahme.

Weiters haben wir in Österreich den Spitzensteueratz bei der LSt bereits bei 60.000/Jahr erreicht. Wenn man das mit Deutschland vergleicht, wo der Spitzensteuersatz bei 43 % liegt (Ö 50%), so muss dort erst bei 250.000! der Spitzensteuersatz bezahlt werden!
D gilt ja nun nicht wirklich als Niedrigsteuerland!

Antworten Gast: apparatschik
23.10.2012 22:18
0 0

Re: Also Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenssteuer statt Mehrwertsteuer ! UND DAMIT SCHLUSS DER DEBATTE!

eher gibts wieder bürgerkrieg.

Gast: REICHENschutzbund
23.10.2012 20:15
1 0

EILMELDUNG an alle unsere Lohnposterer !

Ihr seid entlassen - wegen erwiesener talentfreiheit - ausnahmslos und fristlos - wisaut dilee sozusagen!
Der Löwenstraßentroll hat Euch fertiggemacht und uns auch!
Bei uns weiß die Rechte nicht was die Linke tut, bei der Financministra ist es auch so, die rudert vor, dann zurück und dann wieder beides gleichzeitig oder rechts zurück und links vor!
Der Strohsack hat dem Löwenstraßentroll Millionen geboten - Schweigegeld sozusagen -, wir das Doppelte, doch der hat abgelehnt "Geld hab ich selbst" hat er lässig gemeint!
Aber der hat auch noch Charakter- und der fehlt Euch!
Wir wünschen Euch für die Zukunft alles Gute!
Bei uns habt Ihr Hausverbot - und Geld erwartet Ihr für Eure miserable "Leistung" ja wohl nicht!

Antworten Gast: LStraße
24.10.2012 06:51
0 0

Re: EILMELDUNG an alle unsere Lohnposterer !

Wir entschuldigen uns wir diesen trolligen Mitarbeiter.

Antworten Antworten Gast: Deutsch!
24.10.2012 18:18
0 0

Re: Re: EILMELDUNG an alle unsere Lohnposterer !

Wos Ihr mid Eich söwa mochts, is uns Wurscht!

Gast: diefinanzmärktebenötigendiemrd.dringender
23.10.2012 19:38
0 0

abermrd.braucht man für die banken; steuern u.sozialabbau bleibt daher dem volk vorbehalten

jahrzehnte noch werden die deregulierten banken- u.finanzmärkte noch von den steuerzahlern bedient werden u.nicht umgekehrt. die asvg arbeitnehmer, der mittelstand,steuerzahler u.asvg pensionisten werden in dieser eu-eurobankenlobbyunion einen niedergang erleben, der seinesgleichen sucht(leider!)
in dieser eurobankenunion gibt es bereits massive sozialabbaumaßnahmen gegen die völker: in GRB, GR, IT, Portugal, oder auch in D wissen mio. arbeitnehmer u.pensionisten nicht mehr, wie sie den teuren teuroalltag bewältigen können. trotz vollzeitbeschäftigung kommen die arbeitnehmer kaum mehr über die runden. die eurobankenunion ist ein projekt geworden-bei dem die reichen reicher u.die arbeitnehmer immer ärmer werden. ein viertel der deutschen pensionisten leben in altersarmut. die jugendarbeitslosigkeit in europa steigt weiter rasant an u.nimmt teils katastrophale ausmaße an. u. das pensionsantrittsalter wird weiter angehoben. nur, wenn mio. jüngere keinen job mehr finden, was soll man mit den teuren älteren u.kranken machen. schlußendlich werden die älteren mitmenschen in die altersarbeitslosigkeit u.altersarmut verbschiedet. auch in österreich ist eine SPÖ stolz auf die abschaffung einer asvg langzeitversichertenregelung. nach 45jahren arbeitszeit soll es keinen pensionsanspruch mehr geben! bei den kranken invaliden werden ebenfalls massive kürzungen von der SPÖ durchgezogen. mrd.braucht man eben nur mehr für die banken, da sind asvg pensionen u eine steuerentlastung nur störend

Gast: Flemidibankosiderastioniumfelerita
23.10.2012 18:58
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zefix! Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Gast 1) bis Gast 15), auf der vorigen Seite (derzeit Seite 2) haben ganze Arbeit geleistet! Da bleibt kein Auge trocken, bei den Lohnposterern des REICHENschutzbundes!

Antworten Gast: asdfjklöasdfjklö
23.10.2012 20:39
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Re: zefix! Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Ja da bleibt kein Auge trocken in den Kabarett der Lächerlichkeiten.

leider

politik wird in oe leider nur fuer scheinbar arm und reich gemacht. der mittelstand wird ausgeblutet!

Antworten Gast: Schadenfreude
23.10.2012 18:38
0 1

Der Mittelstand wird solange für die Reichen zahlen solange er sich selbst bald bei den Reichen wähnt!

Der Mittelstand hoffte durch Treten nach unten, nach oben zu kommen!
Jetzt wird er unten aufschlagen!
Recht geschiehts ihm - dem "Mittelstand"!
Er hätte halt dafür sorgen sollen, daß es da unten nicht gar so hart ist!

Gast: Die ÖVP-Operette
23.10.2012 17:37
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Die zeitgenössische Fassung von ''Hänsels Ärger mit Gretel und der Hex''?

 
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