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Darabos: ÖVP-Modell wäre der „Tod des Heeres“

24.10.2012 | 18:27 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) ist über Generalstabschef Edmund Entacher „irritiert“. Die Umstellung auf sein Modell für das Bundesheer sei kostenneutral.

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Die Presse: Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage sind 42 Prozent für ein Berufsheer, 58 Prozent wollen die Wehrpflicht beibehalten. Sieht so aus, als würde es eine Niederlage für Sie geben.

Norbert Darabos: Das glaube ich nicht. Es ist noch genügend Zeit, unsere Argumente auf den Tisch zu legen – nämlich: Weg mit dem Zwangsdienst, Profis bringen mehr Sicherheit. Es gibt auch Umfragen, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen signalisieren. Richtig ist, dass es in Österreich mehrere Meinungen gibt. Aber ich bin mir sicher, dass es eine Mehrheit für die Abkehr von der Wehrpflicht gibt.

Falls sich die Bevölkerung doch für die Wehrpflicht entscheidet, werden Sie zurücktreten?

Ich bitte um Verständnis, dass ich die Frage vor dem 20. Jänner nicht beantworten werde. Ich möchte den Gegnern nicht den Gefallen tun, dass es eine Abstimmung über meine Person wird.

 

Wieso? Glauben Sie, dass dann noch mehr Leute für die Wehrpflicht stimmen würden?

Nein, aber es ist ein Wegführen vom Thema. Wir haben schon zu viel Zeit verloren, in der es nicht um die zentrale Frage gegangen ist.

 

Aber könnten Sie ein Modell umsetzen, gegen das sie monatelang gekämpft haben?

Ich glaube, dass ich gut beraten bin, mich auf mein Modell zu konzentrieren. Ich beschäftige mich nicht mit der Frage, ob ich ein anderes Modell umsetzen muss.

 

Bis zum 20. Jänner ist nicht mehr viel Zeit. Haben Sie einen Plan B?

Den Plan B werde ich Ihnen danach sagen. Natürlich ist es auch möglich, mit einem anderen Modell fortzufahren. Aber es wäre nicht gut.

 

Es gibt jedenfalls genügend Leute beim Bundesheer und in der SPÖ, die die Wehrpflicht beibehalten wollen. Generalstabschef Edmund Entacher verschiebt sogar seinen Pensionsantritt, um gegen ein Berufsheer Stimmung zu machen.

Das ist legitim. Aber es stellt sich die Frage, ob es legitim ist, dass ein Generalstabschef in Uniform politische Meinungen artikuliert. Das muss er mit sich selbst ausmachen. Ich höre auch immer mehr Stimmen von seinen Befürwortern, die meinen, er hat den Bogen überspannt.

 

Glauben Sie das auch?

Ich habe es mir abgewöhnt, seine Auftritte zu kommentieren. Aber ich höre, dass sehr viele irritiert sind. Ich bin es auch, weil er in Uniform innerhalb des Bundesheers politisch agitiert. Aber ich werde niemandem den Gefallen tun, jetzt in einen neuen Konflikt zu gehen.

Entacher behauptet auch, dass Ihre Pilotprojekte bundesweit nicht umsetzbar wären. Man müsste das Budget um vier Prozent erhöhen.

Ich verstehe so manche Rechnung vom Generalstabschef nicht. Wir haben in dem neuen System weniger Berufssoldaten als im alten System: 8500 statt 12.700. Dazu kommen 9300 Profi-Milizsoldaten – die Grundwehrdiener, die immerhin 200 Millionen allein im System kosten, fallen weg. Es ist auch eine Reduktion der Zivilbediensteten von 8500 auf 6500 vorgesehen.

 

Aus Ihrem Ressort wurden Zahlen veröffentlicht, die besagen, dass Ihr Milizmodell viel teurer wäre als angenommen.

Das ist eine komplizierte Debatte. Ein Milizsoldat kostet in meinem System 5000 Euro.

 

Das ist nur die Prämie. Hinzu kommen etwa Verpflegung und die Kosten beim Einsatz.

Ja, aber die Miliz würde die Grundwehrdiener ersetzen, die ja auch Geld kosten. Es geht darum, ob das Berufsheer insgesamt kostenneutral ist. Das wird es sein.

 

Wie lange würde die Umsetzung dauern?

Schon 2014 könnten keine Grundwehrdiener mehr einberufen werden. Abgeschlossen wäre der Prozess in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren.

 

Und in diesem Zeitraum wäre es kostenneutral?

Am Beginn würden die Personalkosten steigen, weil wir auch das alte System implementiert haben. Das lässt sich aber durch den Wegfall des Grundwehrdienstes kompensieren.

 

Sie wollen kein Steuergeld für die Berufsheer-Werbung ausgeben. Aber das Komitee „Unser Heer“ wird von der SPÖ finanziert, die wiederum staatliche Förderungen bekommt.

Beide Parteien werben für ihre Idee, auch durch Komitees. Aber es ist nicht das Geld des Ministeriums.

 

Dem Bürger dürfte das egal sein: Es handelt sich um Steuergeld.

Es gibt keine Steuergelder des Ministeriums. Aber von der Partei, das ist legitim.

 

Vorhin haben Sie gesagt, ein Argument für das Berufsheer ist: Profis bringen Sicherheit. Das ist auch das Thema für den Nationalfeiertag. Zufall?

Wir haben jetzt auch 14.000 Profis. Und ich sehe im Titel nicht den Begriff Berufsheer. Ich finde, das ist ein gutes Motto.

 

Das hat für Sie keinen Bezug zum Berufsheer?

Im jetzigen Zeitraum nicht. Es kann sich auch jeder sicher sein, dass wir zum jetzigen System stehen, solange es noch besteht.

 

Nächste Woche besuchen Sie Ihren US-Amtskollegen. Holen Sie sich Tipps, wie man ein Berufsheer mit Nato-Bündnis umsetzt?

Ich hole mir keine Tipps, schon gar nicht in Richtung Nato-Bündnis. Um die Süffisanz Ihrer Frage zu entschärfen: Ein Berufsheer hat nichts mit dem Nato-Beitritt oder der Neutralität zu tun. Wir bleiben neutral.

Was sagen Sie zum Heeresmodell der ÖVP?

Ich halte das für den Tod des Bundesheeres. Sogar die Hardcore-Wehrpflicht-Befürworter sagen, dass durch eine Reduzierung des Wehrdienstes von sechs auf fünf Monate die Leistungen nicht mehr gewährleistet wären.

 

SPÖ-Chef Faymann bekam beim Parteitag nur 83 Prozent der Stimmen. Was hat er falsch gemacht?

Es wird da und dort einen Grund gegeben haben, doch man schwächt damit die eigene Partei und nicht den Vorsitzenden. Aber ich kann nicht in die Delegierten hineinblicken.

 

Ein Grund ist auch die schlechte Kommunikation beim Bundesheer-Thema.

Es kann den einen oder anderen gegeben haben, der unseren Weg nicht für richtig hält. Einer (Peter Korecky, Anm.) engagiert sich auch bei Wehrpflicht-Initiativen, was mich etwas wundert. Ich würde das aber nicht als Hauptthema sehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2012)

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298 Kommentare
 
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Gast: Gast:Billie
29.10.2012 14:46
0 0

wer hod dean ausgsuicht

s ` Norbertl
.
unser Daraboscher


1 0

d'Arabos, der Große wird (sichs) schon richten

Volles Vertrauen in seine tollen Pläne, nur wo bleiben die Details dazu - wo das super Konzept für den Personalabbau von über 6.000 Beamten und VB oder die Umstellung (ab 2014 braucht niemand mehr einrücken) - wo die Kostenrechnung?

Wo die Verfassungsänderung dazu?

Dem kann man nur Realitätsverlust bescheinigen.

Gast: Moderndenkender
26.10.2012 12:13
0 5

Darabos/Berufsheer

Man mag zu Darabos stehen wie man will: ein Berufsheer ist an sich eine gute Sache. Es darf ruhig auch mehr kosten. Ich waere auch bereit, dafuer mehr Lohnsteuer zu zahlen.

Antworten Gast: Schwester
26.10.2012 15:08
2 0

Re: Darabos/Berufsheer

Norbert, nimm Deine Pillen!

Antworten Gast: Ludmillla
26.10.2012 14:40
1 0

Re: Darabos/Berufsheer

Wenn sie so gerne Geld für geistig zurückgebliebene Söldner ausgeben wollen, kaufen sie sich doch ein paar Aktien von Blackwater.
Österreich braucht Soldaten, die mehr können als für Ölkonzerne Zivilisten abknallen.
Womit eine Berufs/Söldnerarmee ausschließt.

Gast: KHuber
26.10.2012 08:16
6 0

Wann endlich?!?

Wird Österreich von dieser Zumutung namens Darabosch erlöst?!

Antworten Gast: Ganz einfach
26.10.2012 09:31
0 0

Re: Wann endlich?!?

Wenn sie auch von der Zumutung KHuber erlöst sein wird.

Antworten Antworten Gast: KHuber
26.10.2012 12:01
0 0

Re: Re: Wann endlich?!?

Davon dürfen Sie ruhig weiterträumen.

6 1

Beginn der Niederlage schon bei Angelobung

1. Der Abstieg des Darabos startete bereits, als er auf Vorschlag der Roten -als Zivi- zum VERTEIDIGUNGSminister angelobt wurde.
Hätte BP Fischer mehr Courage gehabt und auf die Doktrin der SP wenig geachtet, hätte er Darabos aus verständlichen Gründen nicht angeloben dürfen.

2. Dass die Rechnung, wonach ein Berufsheer kostenneutral wäre, ist der zweite große Flop des Hrn. Darabos.
Dem Wählervolk ist bis zur alten Ur-Oma hin bekannt, dass Präsenzdiener kaum einen Sold beziehen.
Diese plumpe Wählertäuschung (angebliche Kostenneutralität) werden auch diese alte Damen, -sofern sie nicht dement sind-, nicht so ohne weiteres akzeptieren!

Re: Beginn der Niederlage schon bei Angelobung

Bei der Kostenrechnung sollten Sie auch berücksichtigen, dass der Zwangsdienst den männlichen Jahrgang für 6 bzw. 12 Monate vom Erwerbsleben und damit Stuerzahlen ausschließt. Wozu das alles, dass die Jungmänner richtiges Saufen lernen?
Bitte auch nicht vergessen, dass nicht alle Zivis begeistert vo ihrer Zwangsarbeit sind und daher nicht gerade die beste Effizienz aufweisen.
Profis sind in aller Regel billiger als Amateure.

Antworten Gast: Guckst du
26.10.2012 08:19
1 5

Re: Beginn der Niederlage schon bei Angelobung

Schon wieder einer, der verlangt, dass der Bundespräsident eingreifen soll, wenn das Militär ihm nichtgenehm Leute verhindern will.
So eine Art legitimierter Putsch, gell?!
Und dann noch dazu die Feststellung, dass Präsenzdiener den Staat "kaum einen Sold kosten", zeigt, wes Geistes Kind Sie sind.
Leute wie Sie haben kein Demokratieverständnis und eine verachtende Einstellung der Jugend gegenüber, die ihnen nur als billige Arbeitskräfte im Heer und Zivildienst dienen sollen, wie Sie ja selber zugeben.
Und genau das gehört schleunigst abgeschafft, genauso wie Leute mit solch einer anachronistischen Denkart wie Sie niemals führende Positionen inne haben dürfen.

Antworten Antworten Gast: kein anarchist
26.10.2012 12:00
2 0

Re: Re: Beginn der Niederlage schon bei Angelobung

hallo @Gusckst du
Dein Poster ist gespickt mit Beschimpfungen und niedrigen Pamphlets.
Hat jemand eine andere Meinung als Sie, hat er kein Demokratieverständnis!

Antworten Antworten Antworten Gast: .Ein Demokrat
26.10.2012 12:30
0 0

Re: Re: Re: Beginn der Niederlage schon bei Angelobung

Du kannst es drehen und wenden wie du willst, das Bundesheer ist nur noch geeignet als Reservoir zwangsrekrutierter Zivildiener und sonst nichts. Tolles Demokratieverständnis.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Rotarmist
26.10.2012 15:09
0 0

Re: Re: Re: Re: Beginn der Niederlage schon bei Angelobung

Jawohl - Genosse Badeisoldat!

7 0

Und ich verstehe so manche Rechnung von Darabos nicht.

Wie stellt er es sich mit 8500 Berufssoldaten vor ?
Oder kommen da doch noch Zeitsoldaten dazu, und Darabos hat sie einfach "vergessen" zu erwähnen aus Angst Frau Bonavida könnte da nachfragen?
Welche Kosten kompensiert der Wegfall der Wehrpflicht eigentlich alles? Allein in diesem Interview die Kosten der Profimiliz exklusive Prämien und den Personalüberstand während des Systemwechsel.
Wie soll die Profimiliz GWD ersetzen?

5 0

Es ist halt eine heikle Frage, ab wann man politisch agiert.

Ich finde es durch aus legitim, wenn Entacher auf die Budgetnöte oder etwaige Rekrutierungsprobleme hinweist. Dasa finde ich für den Demokratischen Prozeß durchaus wünschenswert. Denn von Darabos ist offensichtlich keine objektive Information zu erwarten.

Gast: Snotling
25.10.2012 19:54
7 2

Antrag:

WEG MIT DARABOS ! JETZ !

Antworten Gast: Für eine Profiarmee
25.10.2012 21:09
0 0

Re: Antrag:

Warum?

Antworten Antworten Gast: GWD
26.10.2012 15:12
0 0

Re: Re: Antrag:

Weil nichtmal die SPÖ einen noch schlechtern BMLV finden wird.

Antworten Antworten Gast: Eine Keule reicht
26.10.2012 08:20
0 1

Re: Re: Antrag:

Um in der Steinzeit verharren zu können ;-)

Antworten Antworten Gast: einstGWD
25.10.2012 23:27
1 0

Re: Re: Antrag:

Weil er uns nie die Wahrheit sagt!

Antworten Antworten Antworten Gast: GastGastGast
26.10.2012 09:25
0 0

Re: Re: Re: Antrag:

Wer?

Kleiner Satirischer Beitrag

Das wäre nicht das erste, was die ÖVP umgebracht hat!

Zugegeben, es ist auch schwierig alles was noch gut beisammen ist zu zerstören. Aber die ÖVP schafft das "mit links". Mittelstand und kleine Betriebe hat sie bereits ruiniert. Landwirte sind in Österreich quasi vor dem aussterben bedroht. Die paar die es noch gibt führen einen Überlebenskampf. Die konservativen Werte sind teilweise per Gesetz verboten worden und wenn nicht, werden sie mit den Füßen getreten.

Nach dieser Serie an Erfolgen muss natürlich schnell ein neues Highlight her.

Bin schon gespannt, wann Hollywood bei der ÖVP mal anruft. Immerhin liefert diese Partei die perfekte Vorlage für den nächsten Teil von Chucky die Mörderpuppe!

Re: Kleiner Satirischer Beitrag

Nun gerade die Bauern erfreuen sich höchster Privilegien, wie z.B. die Steuerpauschalierung auch für nach österr. Verhältnissen Großbauern. Bauern zahlen nur ca, 300€ aber nicht pro Monat, wie eine Billa-Kassierin, sondern pro Jahr. Und da sollen Sie nicht überleben können?

Gast: ÖVP-Querdenker
25.10.2012 19:29
3 2

Ich bin für die Einführung der Reichensteuer

zur Erhaltung der Wehrfähigkeit im Bürgertum.

Re: Ich bin für die Einführung der Reichensteuer

Ich sag Ihnen jetzt etwas für die zukunft was sie sich merken sollten:
1. informieren
2. denken
3. einen kommtentar verfassen
wenn Sie die drei schritte befolgen werden sie Ihre meinung ändern.

 
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