Die SPÖ ist in der Wehrpflicht-Frage zerrissen: Nun tritt auch der frühere SPÖ-Innenminister Karl Schlögl einem Pro-Wehrpflicht-Komitee bei. Schlögl ist damit der nächste SPÖ-Politiker, der aus der Parteilinie ausschert. Die SPÖ-Spitze um Kanzler Werner Faymann und Verteidigungsminister Norbert Darabos tritt bekanntlich für die Abschaffung der Wehrpflicht ein. Am 20. Jänner 2013 findet darüber eine Volksbefragung statt.
Schlögl bestätigte sein Engagement für das von Ex-IV-Präsident Veit Sorger geleitete Pro-Wehrpflicht-Komitee gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" (Freitagausgabe). Auch der Vizechef der Beamtengewerkschaft, Peter Korecky von der FSG, wirbt in dem Komitee mit dem Namen "Einsatz für Österreich".
Der SPÖ falle er mit seinem Schritt nicht in den Rücken, meinte Schlögl. Erstens sei er ein „nicht mehr wichtiger Funktionär“, sagte der nunmehrige Bürgermeister von Purkersdorf in Niederösterreich. Und zweitens „ist es gut, wenn man den Pluralismus in einer Partei sieht“.
Schlögl und Korecky sind nicht die einzigen SPÖ-Vertreter, die sich öffentlich in einem Komitee für den Erhalt der Wehrpflicht engagieren - Salzburgs SPÖ-Bürgermeister Heinz Schaden unterstützt bekanntlich eine entsprechende überparteiliche Plattform in Salzburg.
"Disziplinlosigkeit" in der SPÖ
Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl hatte sich zuletzt über mangelnde Disziplin in seiner Partei beklagt: "Je bürgerlicher die SPÖ wird, desto größer wird die Disziplinlosigkeit", so Häupl.
(APA)
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