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Nationalfeiertag: Verbalschlacht um Wehrpflicht am Heldenplatz

26.10.2012 | 12:47 |   (DiePresse.com)

Verteidigungsminister Darabos spricht von einer "Professionalisierung", Präsident Fischer von einer Aufgabe "für das gesamte Volk". Auf dem Heldenplatz wurden 1000 Rekruten angelobt.

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Die offiziellen Ansprachen am Wiener Heldenplatz anlässlich des heutigen Nationalfeiertags waren erwartungsgemäß von einem verbalen Schlagabtausch um die Wehrpflicht geprägt. Während Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) davon sprach, dass sich das Bundesheer ändern müsse, bezeichnete Bundespräsident Heinz Fischer das Heer als Aufgabe "für das gesamte Volk". Das Staatsoberhaupt appellierte gleichzeitig, im Zuge der Debatte keine Gräben aufzureißen und auch an den Tag nach der Wehrpflicht-Volksbefragung zu denken.

Der Wehrpflicht-Befürworter Fischer ging gleich am Beginn seiner Rede auf die fast 1000 Rekruten, die am Heldenplatz angelobt wurden, ein und hob deren "Bereitschaft, dem Staat zu dienen", hervor. Er verwies darauf, dass das Bundesheer nach dem Zweiten Weltkrieg "auf Basis der allgemeinen Wehrpflicht mit der Aufgabe für das gesamte Volk, unser Land zu schützen," aufgebaut wurde. Und diese Aufgabe erfülle es auf "professionelle Weise", konterte Fischer dem Argument, dass ein Berufsheer mehr Professionalität bringen würde. Die Leistungsschau des Bundesheeres am Nationalfeiertag würde zeigen, "wie viel Professionalität jetzt schon in der Arbeit" der Armee stecke, so Fischer.

"Demokratiepolitische Reifeprüfung"

Der Bundespräsident appellierte gleichzeitig an die Verantwortlichen, im Vorfeld der Volksbefragung, die er als "de facto Abstimmung" und "demokratiepolitische Reifeprüfung" bezeichnete, "verantwortungsvoll vorzugehen" und "keine Gräben aufzureißen". Denn es werde auch einen Tag nach dem 20. Jänner geben und man werde weiter zusammenarbeiten müssen.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ging nur kurz auf die Wehrpflicht ein. Er sei überzeugt, dass die Armee und die soziale Arbeit professionalisiert werden müssten. Den Schwerpunkt seiner Ansprache legte Faymann auf Europa als Friedensprojekt. Auch wenn der Weg dieses Friedensprojekts momentan "etwas steil" sei, müsse man ihn fortsetzen, so der Kanzler.

"Stiefkind" Sicherheitspolitik

Darabos betonte zunächst, dass es beim heutigen Nationalfeiertag nicht um die Wehrpflicht gehe, ging dann aber selbst ausführlich auf diese Frage ein. Es sei gut, dass derzeit über Sicherheitspolitik diskutiert werde, denn dieses Thema führe oft ein "Stiefkind-Dasein". Die Diskussion dürfe aber nicht unsachlich geführt werden. Jene, die das Bundesheer schlecht reden oder gar dessen Abschaffung fordern, würden vergessen, dass das Heer die Bevölkerung vor Bedrohungen schütze und einen Beitrag für den Frieden in der Welt leiste.

Um die Qualität des Heeres abzusichern, bräuchte es aber "Veränderungen". Das Bundesheer müsse auf das veränderte sicherheitspolitische Umfeld ausgerichtet werden. Denn die Bedrohungen seien komplexer geworden. "Wer stillsteht, wer nicht in Bewegung bleibt und abwartet, verliert den Anschluss", so Darabos.

Auch der Wiener Landtagspräsident Harry Kopietz (S), der beim Festakt die Stadt Wien repräsentierte, sprach sich indirekt für ein Berufsheer aus. Die Bundeshauptstadt würde durch eine Professionalisierung des Bundesheeres sicherer werden, so Kopietz.

(APA)

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96 Kommentare
 
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Gast: Schneehaube
29.10.2012 06:53
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heinzi und werner

es ist bezeichnend für die SPÖ, dass derzeit als BP der schwächste BP den wir je hatten im Amt ist, genauso wie der BK, der mit Abstand schwächste K den wir je hatten, nächstes Jahr wird gewählt, dann tritt zuerst der BK ab, dass kann für dieses Land nur Verbesserungen bringen, der BP wird rasch folgen! Dann gehts endlich wieder aufwärts in diesem Land!
Diese beiden sind Witzfiguren, ich verstehe nicht wofür die bezahlt werden, würden man diese beiden nach Leistung bezahlen, würden die nichts bekommen!
Faymann und Fischer, beide eine Schande für dieses Land!

Gast: Realist-
27.10.2012 19:34
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Viele wollen es nicht wahrhaben, aber es ist doch so:

Viele wollen es nicht wahrhaben, aber es ist doch so:
Bundesheer und Nationalhymne interessiert nur noch wenige Menschen, "Tag der 'Fahne'" hingegen hat für viele eine ganz andere und viel lustigere Bedeutung, je nachdem wie lange der Tag dauert.

Gast: bittenichtschonwieder
27.10.2012 11:03
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Ersatzlos streichen

Das österreichische Bundesheer ist unnütz.
Ob Berufsheer oder Miliz ist ziemlich einerlei.
Es gehört einfach nur ersatzlos abgeschafft.

Für den Katastrophenschutz reicht ein Technisches Hilfswerk wie in Deutschland.

Antworten Gast: Strickgarn
27.10.2012 19:31
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Re: Ersatzlos streichen

Eine Gesellschaft, die selbst nicht bereit ist, sich selbst schützen zu wollen und diese Fähigkeiten vernachlässigt, könnte über kurz oder lang auch für immer im Abfalleimer der Geschichte verschwinden und das vielleicht nicht schmerzfrei....
Während wir und Europa begeistert abrüsten, so rüstet dafür die restliche Welt umso massiver auf.

Antworten Antworten Gast: Guckst du
28.10.2012 10:46
0 0

Re: Re: Ersatzlos streichen

Europa hat doch nicht abgerüstet, sondern umgerüstet, umstrukturiert, die Schlagkraft im Natoverbund sogar gekräftigt.
Das Bundesheer hingegen, da muss ich dir Recht geben, hat noch nie aufgerüstet und so wie es jetzt aussieht auch den Anschluss an die Moderne verpasst.
Und der allergröte Witz überhaupt ist, sich als kleines Land und mit dieser Wehrpflichtarmee gegen einen potenziellen Angreifer wehren zu können. Dieses Geschichterl haben sie den Wehrpflichtigen ja schon zu Zeiten des Kalten Krieges "einidruckt" - und viele glauben das heute noch.

Antworten Gast: K. P.
27.10.2012 13:41
0 0

Re: Ersatzlos streichen

Und was machen wir, wenn wir von einem Nachbarsaat angegriffen werden?

Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
27.10.2012 15:22
0 0

Re: Re: Ersatzlos streichen

Das Gleiche wie jetzt: es würde sich herausstellen, dass das Bundesheer nicht in der Lage ist, das Land zu verteidigen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Glaube nie alles
27.10.2012 16:20
0 0

Re: Re: Re: Ersatzlos streichen

Die Wehrpflichtbefürworter sagen aber, dass wir dazu in der Lage sind. Die haben damals in den Fünfzigerjahren bei der Ungarnkrise sogar den Schießbefehl gegen die Sowjetunion ausgegeben. Ich glaube aber nicht, dass die nach dem ersten Schuss noch viel zum Schießen gekommen wären.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
27.10.2012 17:18
1 0

Re: Re: Re: Re: Ersatzlos streichen

Die Wehrpflichtbefürworter sind Ewiggestrige und Realitaetsverweigerer.

Der 20.1 wird einen guten Eindruck davon geben, welche Leute in diesem Land leben.

Gast: Moderndenkender
27.10.2012 10:53
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Liebe Generäle

Je mehr Ihr protestiert, umso mehr könntet Ihr Wehrpflicht-Befürworter ins Gegenlager treiben.

Seid doch ehrlich: Die Kostenargumentation ist doch nur ein Vorwand für das eigentliche Problem: es geht um Euer gemütliches Dasein in den Händen des Staates.

Ich selbst bin der Meinung, dass LANGFRISTIG ein (stark verkleinertes) Berufsheer besser für uns ist als ein Wehrpflichtigenheer. Selbst wenn es kurz- und mittelfristig wider den Aussagen von Darabos mehr kostet, ist das für mich in Ordnung.

Ein kleines, kompaktes, modernes Heer mit motivierten Soldaten auf Basis einer vernünftigen Rekturierungsbasis ist mir eindeutig lieber als das derzeitige veraltete erniedrigende Zwangssystem

Antworten Gast: Snotling
27.10.2012 18:47
0 1

Re: Liebe Generäle

Geh Norbert, wir wissen es eh schon.......!

Gast: Madame Raison
27.10.2012 10:48
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Professionalisierung ist immer gut...

Leider verstehe ich nicht, wieso auf der einen Seite für Studierende um Zugangsregelungen geworben wird (welcher Art auch immer), man jedoch jedermann erlauben und zumuten soll, mit schweren Waffen und kompliziertem technischem Gerät umzugehen???

Warum in der Debatte nicht zwischen militärischen Aufgaben eines Bundesheeres - eventuell innerhalb einer gemeinsamen europäischen Verteidigungsarchitekur - und den sozialen Aufgaben von Zivildienern unterschieden wird? Letztere sind sicherlich nicht unmittelbar Aufgabe des Bundesheeres...

Liebe Presse-Redaktion, könnten Sie bitte die Debatte etwas "auseinderdröseln"?

Vielen Dank!

Gast: total crash
27.10.2012 10:32
1 0

[...] bräuchte es aber "Veränderungen".

Richtig Herr Darabos.

Vor allen brauchts Veränderung in der Politik/Regierung , in Richtung verlässliche,ehrliche,moralisch gefestigte,integere,für`s Volk entscheidende,realistische,Steuergeld sparende,effiziente,nicht korrupte PolitikerInnen;o(

Und rasch ah nu dazua ;o)

Gast: Moderndenkender
27.10.2012 10:20
1 1

Liebe Generäle

Ab dem 21.1 bestehen Chancen, dass Eure geschützte Werkstatt nicht mehr geschützt. Mit GENUSS werde ich für ein Berufsheer und damit für ein Ende Eures gemütlichen Daseins stimmen.

Gast: Suiß Nora
27.10.2012 10:05
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Tag der Fahne

Der höchste Feiertag für den Herrn Bürgermeister Dr. Häupl.

Gast: Was ich an Jahren zulege, lege ich an Erwartungen ab - als hätte ich nicht Lebenszeit, sondern Bedürfnisse verbraucht!
26.10.2012 17:26
1 0

ich finde es interessant....

...wenn man 10 Menschen fragt, WARUM heute National gefeiert wird, dann sagen 8....dös was i net, oder, ich verstehe ihre Frage nicht, hauptsach es ist ein Feiertag und frei.....wenn man bedenkt, dass Österreich im Juli 1955 die Souveränität zurückerlangte und diese dann nach 90 Tagen Übergangsfrist(Abzug der Alliierten Besatzungstruppen) am 25 Oktober in Kraft getreten ist und um die Neutralität Österreichs und nicht den Truppenabzug zu unterstreichen, wurde das Datum 1956 auf den 26. Oktober verschoben, weil an diesem Tag der Neutralitätsbeschluss des Bundesverfassungsgesetzes In Kraft trat...wenn man das ALLES heute so bedenkt, dann muss man sich fragen, WARUM die jetzige Regierung versucht ALLE Kompetenzen an Brüssel abzugeben....
Frage:
WARUM feiern wir dann noch "scheinheilig" einen Nationaltag(Tag der Fahne)?
UND WARUM haben wir noch nationale Politiker, wenn sie unser Land eh an Brüssel verschenkt und verschleudert haben und KEINE VERANTWORTUNG übernehmen wollen.....und sich jedesmal auf die EU ausreden, wenn man sich als Staatsbürger über katastrophale Zustände empört und ärgert?
und noch etwas: der politische Hick Hack um die Wehrpflicht, an einem Nationalfeiertag...ist eigentlich ein Affront den Opfern gegenüber, die für Österreich ihr Leben gelassen haben!...aber offensichtlich lassen sich Politiker ihr monströses Gehalt zwar noch von den Österreichern bezahlen, aber die Verantwortung dürfte man schon längst nach Brüssel abgeschoben haben...LEIDER!
mfg
Ich

Antworten Gast: TWV
27.10.2012 13:47
1 0

Re: ich finde es interessant....

Ich denke da eher immer mit Entsetzen an die ganzen Zwangsrekrutierten, die man im letzten Krieg verheizt hat an allen Fronten.
Schönen Tag noch!

Antworten Gast: Sehendes Auge
27.10.2012 00:20
1 0

Re: ich finde es interessant....

Naja.....
Wen interessiert das heute echt noch? Zumindest von den Jugendlichen und den Österreichern bis zum Alter von ca. 35 Jahren. Die haben doch ganz andere Sorgen: Weltwirtschaftskrise, Finanzkrise, Staatsüberschuldung, Arbeitslosigkeit usw. usf.
Und was sollen die auch, ehrlich gesagt, sich noch mit dieser Vergangenheit beschäftigen, die eben Vergangenheit ist, über ein halbes Jahrhundert her!
Mich wundert das erstens nicht nur, sondern ich finde das auch zweitens gut so, denn wer nur in der Vergangenheit beheimatet ist, bleibt schon in der Gegenwart auf der Strecke international.
Die Welt ist heute ein ganz andere und wichtig die Zukunft und nicht die Vergangenheit.

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Re: Re: ich finde es interessant....

Ich meine, dass Nationalstaaten Modelle von gestern sind. Leider sind noch nicht alle in der postnationalen Zeit angekommen ...

Wiener Landtagspräsident Harry Kopietz (S)

Auch der Wiener Landtagspräsident Harry Kopietz fürchtet sich schon vor den Früchten seiner eigenen Saat.

UHBP

Der Bundespräsident appellierte gleichzeitig an die Verantwortlichen, im Vorfeld der Volksbefragung bloss keine Bröseln zu machen, weil seine Amtszeit schon überschaubar kurz sei.

Gast: Glemm M
26.10.2012 16:30
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Auf dem Heldenplatz wurden 1000 Rekruten angelobt.

Gab es wieder einige mit Doppelstaatsbürgerschaft, die sich beim Abspielen der Hymne umgedreht haben?

Antworten Gast: Robert-Pattinson-Fan
27.10.2012 16:23
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Re: Auf dem Heldenplatz wurden 1000 Rekruten angelobt.

Es ist nun mal so, dass eine Hymne heutzutage auch nicht mehr so ernst genommen wird wie einst. Von der Jugend schon gar nicht oder besser gesagt überhaupt nicht.

Antworten Gast: Ausländer sind immer eine Bereicherung
27.10.2012 00:23
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Re: Auf dem Heldenplatz wurden 1000 Rekruten angelobt.

Na und? Finde ich gut, dass auch Ausländer beim Bundesheer sind. Ich weiß ja nicht, ob die freiwillig dort sind in der Zwangsrekrutiertenarmee. Aber Gesetz ist Gesetz und wenn dir was nicht passt, musst du halt schauen das das geändert wird.
Ausländers sind immer eine Bereicherungund auch eine gute Therapie gegen ewige Nabelduckerei.

Re: Auf dem Heldenplatz wurden 1000 Rekruten angelobt.

die gibt es mehr als man glaubt

Antworten Antworten Gast: Panzerkettengummischlauch
27.10.2012 00:24
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Re: Re: Auf dem Heldenplatz wurden 1000 Rekruten angelobt.

Was? Rekruten?

 
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