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Fekter: „Weg von der Firmgöd-Mentalität“

26.10.2012 | 18:44 |   (Die Presse)

Finanzministerin Fekter strebt mit der Transparenzdatenbank eine Durchforstung des Förderdschungels an. Die ÖVP schieße sich „ab und zu auch ein Eigentor“.

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Die Presse: Frau Minister, man hatte das Gefühl, der ÖVP fehlt selbst bei schwächelnden Gegnern der Zug zum Tor. Dann entwickeln Sie mit dem Thema Steuerreform einmal diesen Zug zum Tor und werden von Ihrem Parteichef zurückgepfiffen. Wie geht's Ihnen dabei?

Maria Fekter: Das war kein Zurückpfeifen und – beim Fußball bleibend – auch kein Rückpass. Wir sind einer Meinung: Wir müssen den Mittelstand und Familien durch eine Steuerreform entlasten, aber wir müssen uns das auch leisten können.

Apropos Leistung: Sie wollten mit dem Transferkonto den Förderdschungel durchforsten. Um das Projekt ist es still geworden...

Im Gegenteil, wir haben das Transparenzportal vergangene Woche im Parlament beschlossen. Die Ministerien liefern jetzt laufend ihre Daten für die Transparenzdatenbank und mit den Ländern haben wir eine 15a-Vereinbarung, damit sie auch mitmachen können. Salzburg zum Beispiel bietet schon heute auf Knopfdruck eine Übersicht, was es alles an Förderungen gibt. Im Gegenzug ist einsehbar, wer welche Förderungen bekommen hat.

Das ist Ihre Idealvorstellung für ganz Österreich?

Ja, am Ende des Tages müssen unter Einhaltung des Datenschutzes alle Förderungen auf Knopfdruck ersichtlich sein. Das ist auch ein Service für die Menschen. Damit will ich weg von dieser Firmgöd-Mentalität, von der einige glauben, dass das in der Politik noch funktioniert. Wo man die Menschen wie Almosenempfänger kommen lässt, und die Politik spielt Firmgöd und gibt ihnen halt ein bisserl was. Das ist nicht mehr zeitgemäß, die Menschen sollen sehen, was ihnen zusteht. Aber wir müssen auch den Förderdschungel durchforsten: Es gibt in Bund, Ländern und Gemeinden mehr als 50.000 Förderansätze, Doppel- und Dreifachförderungen müssen wir uns anschauen.

Sie haben aber keine Sanktionsmöglichkeit, wenn manche Länder und Gemeinden ihre Daten nicht liefern, oder?

Nein, ich bin auf den Goodwill angewiesen. Aber wenn einige Länder mitmachen, wird automatisch der Druck auf die anderen steigen.

Zurück zur Steuerreform: Eine Gegenfinanzierung über Vermögenssteuern, zum Beispiel auf Vermögen von mehr als einer Million Euro wie von der SPÖ gefordert, lehnen Sie ab. Gefällt Ihnen die Rolle als Protektorin der Superreichen?

Es geht nicht um Superreiche. Jeder mittelständische Betrieb mit ein wenig Betriebsanlagevermögen ist schnell bei dieser Summe.

Könnte man nicht Betriebs- und Privatvermögen unterscheiden?

Wertpapiere, Sparbücher und Grund und Boden sind schon besteuert, was bleibt da noch übrig? Bilder und Teppiche in den Haushalten, die vielleicht etwas wert sind. Und da bin ich bei der Schnüffelsteuer, wo die Finanzfahnder in privaten Haushalten nachschauen kommen. Da mache ich nicht mit.

Ein Beispiel: In Oberösterreich hat ein findiger Steuerberater Böhler-Uddeholm gekauft, mit rund 400 Millionen Gewinn nahezu steuerfrei verkauft und jetzt kauft er das ganze Mühlviertel auf. Ist das gerecht?

Wir sind nicht im Ostblock, dass ich als Finanzministerin planwirtschaftliche Spiele machen kann. Wenn jemand aus Investitionen Gewinn macht, versteuern wir diese Erträge. Bei Grund und Boden wird die Immosteuer fällig, bei Wertpapieren die Wertpapiersteuer. Wenn jemand Häuser kauft, werden Miet- und Pachterträge versteuert. Die Erträge haben wir also lückenlos besteuert. Und eine Steuer auf Substanz ist ökonomischer Unsinn.

Wie wird dann also eine Steuerreform gegenfinanziert?

Es gibt kreative Ansätze, Parteichef Spindelegger wird unser Modell präsentieren, wenn es fertig ist.

Jeder vernünftige Haushalt kürzt Ausgaben, wenn er mit dem Geld nicht auskommt. Österreich dagegen macht im Jahr mit den höchsten Steuereinnahmen immer noch neue Schulden. Warum?

Wir haben einen Pfad, der bis 2016 Richtung Nulldefizit geht. Wir kürzen um 27 Milliarden Euro. Wir machen aber keine Vollbremsung, die das Wachstum abwürgt, sondern wir kürzen bei den Kostentreibern: Pensionen, Gesundheit. Diese Maßnahmen wirken nach und nach.

Immer noch wird für Pensionen aber weit mehr ausgegeben, als für Bildung und Forschung. Sind Junge nicht krass benachteiligt?

Wir steigern die Bildungsausgaben jährlich und sie sind im OECD-Vergleich auch sehr hoch.

Wird das Geld effizient eingesetzt, sind Sie zufrieden mit den Ergebnissen?

Nein, ich bin nicht zufrieden, dass so viele Menschen mit Schulabschluss nicht ausreichend lesen und schreiben können. Wir sollten uns weniger in der Debatte über die zehn- bis 14-Jährigen verheddern, wir müssen in der Volksschule ansetzen, dort muss man die Grundtechniken lernen, dazu muss man Deutsch können. Also müssen wir im Vorschulalter beginnen.

Vor dem Krach um die Steuerreform hat es zwischen Ihnen und Vizekanzler Spindelegger im Sommer Wirbel gegeben: wegen Überlegungen, wonach er das Finanzressort übernehmen und Sie an die Spitze des Parlamentsklubs wechseln sollen. Ist das ausgeräumt?

Ich habe schon vor dieser Diskussion gesagt, dass ich eine loyale Mitarbeiterin bin und der Chef sein Team gestalten soll, wie er es für richtig hält. Ich habe bisher immer das gemacht, was man mir umgehängt hat. Was ich ihm dazu gesagt habe, war, dass ich es nicht für klug halte, wenn er sich das Megaressort Finanzen aufhalst.

Aber Sie hätten Platz gemacht?

Ich bin eine glühende Parlamentarierin, ich hätte auch das gemacht. Wir haben damals den Fehler gemacht, die Debatte nicht rechtzeitig einzufangen. Intern war das Planspiel längst erledigt, da sind erst die Diskussionen in der Öffentlichkeit losgegangen.

Es gab damals auch Gerüchte, dass Sie die Partei übernehmen?

Blödsinn. Ich habe meine beiden Vorgänger mit der Dreifachbelastung Parteichef, Vizekanzler, Finanzminister erlebt, das ist nicht erstrebenswert. Finanzminister ist ein mörderischer Fulltime-Job.

Trotzdem noch eine Frage zur Lage der ÖVP: Die Partei liegt in den Umfragen noch hinter dem historisch schlechten Wahlergebnis von 2008. Warum?

Es gibt mehr Mitbewerber. Aber ich bin überzeugt, dass sich unsere seriöse Sacharbeit am Ende auszahlen wird. Ab und zu schießen wir uns auch ein Eigentor, das gebe ich zu.

Zum Beispiel?

Die Bundeshymnen-Debatte 2011 war nicht unbedingt notwendig. Die Personaldebatte im Sommer haben wir zu spät eingefangen, das habe auch ich unterschätzt.

Interview mit den Chefredakteuren der Bundesländerzeitungen und der „Presse“: aufgezeichnet von Jasmin Bürger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.10.2012)

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160 Kommentare
 
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Gast: Markus2012
31.10.2012 12:11
0 4

doch nicht steuerfrei ?

Auf Die Frage der Presse: "In Oberösterreich hat ein findiger Steuerberater Böhler-Uddeholm gekauft, mit rund 400 Millionen Gewinn nahezu steuerfrei verkauft und jetzt kauft er das ganze Mühlviertel auf. Ist das gerecht?"
Antwortet die Finanzministerin "Die Erträge haben wir also lückenlos besteuert." Ich gehe daher davon aus, dass 200 Millionen Euro an Steuern von diesem Steuerberater an den Österreichischen Staat bezahlt wurden. Dies ist nämlich die Steuersumme, die ich als unselbständig Erwerbstätiger zu entrichten hätte. Ich bin sehr froh, dass in Österreich die Einkünfte aus Kapital, Eigentum, Besitz, Immobilien, Vermögen IN GENAU DEMSELBEN AUSMASS BESTEUERT WERDEN wie die Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit.

Gast: Nein! Meinen Namen nenn ich nicht!
29.10.2012 20:15
0 8

Ich trage jedes rote Stricherl wie einen Orden!


Feiger Heckenschütze!

Rot ist wohl Ihre Lieblingsfarbe!

Antworten Antworten Gast: Gnixo
02.11.2012 00:07
0 2

Und 2x2=? Lösung: Zu schwer für Sie!


Gast: Testtesttest
29.10.2012 20:08
0 8

Ich stelle fest: 2x2=4

und 1x1=1

11 0

Transparenz gibt es natürlich nur beim Normalbürger

Die Förderungen an Bauern und Unternehmungen bleiben natürlich unberücksichtigt. Bei allen und jedem ist man auf das Goodwill der BL angewiesen, ein unhaltbarer Zustand.

Gast: REICHENschutzbund
28.10.2012 22:17
0 13

Sakradi! Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Was ist nur los mit den Lohnposterern vom REICHENschutzbund? Schmähstad?

Antworten Gast: Profet
30.10.2012 00:48
0 6

Re: Sakradi! Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Ja! Nur Stöckl und Alex frönen noch der Selbstschädigung - was Masochisten eben am liebsten tun!

Re: Re: Sakradi! Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Sie befleißigen Sich aber der Ausdrucksweise eines Proleten, Herr "Profet " !!

Und als solcher pflegen Sie Argumente gegen Ihren rabiaten Enteignungswahn a`la rotgrün nicht zu entkräften, sondern lediglich mit giftgalliger Pöbelei zu bekriegen,

Antworten Antworten Antworten Gast: ifrogamoi
02.11.2012 00:12
0 3

Re: Re: Re: Sakradi! Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Und Sie verstehen scheinbar nur diese! Warum denn DAS?

Antworten Antworten Antworten Gast: Gnixo
02.11.2012 00:10
0 3

Re: Re: Re: Sakradi! Noch immer in all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht widerlegt worden wäre!

Sie und "Argumente"? Der 11.11.2012 kommt erst!

Gast: Warnung
28.10.2012 22:07
0 14

Die "Kommentare" eines gewissen Dr. Gernot Stöckl stehlen einem nur die Zeit!


Antworten Gast: Karl Huber
29.10.2012 19:40
0 10

Re: Die "Kommentare" eines gewissen Dr. Gernot Stöckl stehlen einem nur die Zeit!

Da ist was wahres drann!

Na ja, die gefallen den Genossen Parteischreiberlingen eben nicht,

weil sie deren krause Ideologie von vorvorgestern zerzausen!

Außer marxistisch-leninistische Stehsätze und dumpfe Pöbelei auf sachliche Repliken kommt von dieser Seite eben gar nichts!

Sehr schwach!

Antworten Antworten Gast: Ratschlag
29.10.2012 20:11
0 10

Betrifft Pöbeleien

Wer im Glashaus sitz, .....

Antworten Antworten Gast: 2w34rfv
29.10.2012 19:44
0 10

Re: Na ja, die gefallen den Genossen Parteischreiberlingen eben nicht,

Was Du als m.-l.Stehsätze bezeichnest steht in jedem VWL-Lehrbuch!

Re: Re: Na ja, die gefallen den Genossen Parteischreiberlingen eben nicht,

Sie sollten schon andere Lehrveranstaltungen auch besuchen und nicht nur beim Herrn Felber ministrieren!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1+1=2
30.10.2012 00:40
0 7

Re: Re: Re: Na ja, die gefallen den Genossen Parteischreiberlingen eben nicht,

"..JEDEM VWL-Lehrbuch.."
Lernens doch lesen - dann blamieren Sie sich nicht immer!

Re: Re: Re: Re: Na ja, die gefallen den Genossen Parteischreiberlingen eben nicht,

In jedem Lehrbuch, falls Sie nicht nur DDR-Lehrbücher in Ihrem Schrank haben, steht aber auch zu lesen, daß der Marxismus/Leninismus mit diesen seinen Thesen schon kläglichst gescheitert ist......

Re: Re: Re: Re: Re: Na ja, die gefallen den Genossen Parteischreiberlingen eben nicht,

Sogar die Rotchinesen haben den Marxismus schon auf dem Misthaufen der Geschichte entsorgt und pflegen nun einen Turbokapitalismus, daß sogar mir als liberalem Menschen Hören uns Sehen vergeht!

Allerdings haben sie mir damit meine These bestätigt, daß wer weit genug nach links geht rechts wieder herauskommt und umgekehrt.

China ist heute nicht mehr kommunistisch, sondern hat alle Züge eines nationalen Sozialismus angenommen!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Tengl
01.11.2012 23:50
0 3

Paranoia ?


Gast: sozisforbanker
28.10.2012 11:08
1 11

die meisten politiker-innen spielen nur mehr firmgöd für die bankenmärkte, reichen und spekulanten;

die meisten politiker-innen spielen nur mehr firmgöd für die bankenmärkte, reichen und spekulanten; und dies-mit abermrd. von steuergeldern der asvg arbeitnehmer u.hackler-inkl.sozialabbau bei den asvgpensionen;
die asvg arbeitnehmer u.asvgpensionen haben keine politische vertretung mehr. der sozigewerkschaftsclub schaut auch bei den umverteilungen nach oben nur mehr zu.

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Dies zu Lasten der extrem benachteiligten ASVG-Steuerzahler !!!!!!!!!!

Alle Privilegien (Beamte, Industrie, Förderungen) gehen zu Lasten der ASVG-
Steuerzahler !!!!!
ASVG'ler wehrt Euch:

ASVG-Partei und unabhängiger ASVG-Pensionistenverband

Gast: Sogehts
28.10.2012 07:40
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Die Mehrwertsteuer muß weg! Das kommt einer Senkung des Eingangssteuersatzes von ca. 36% auf 16% gleich (=ofaubeh-Forderung)

Das entlastet ALLE, stärkt die Kaufkraft, kubelt Konsum und sit die Wirtschaft an und sichert in weiterer Folge Arbeitsplätze!

Antworten Gast: Ergänzung
28.10.2012 22:13
0 12

Re: Die Mehrwertsteuer muß weg! Das kommt einer Senkung des Eingangssteuersatzes von ca. 36% auf 16% gleich (=ofaubeh-Forderung)

Und als Gegenfinanzierung schlage ich satte 3% Vermögensteuern und Einkommensteuern auf leistungslose Einkommen (z.B.Erbschaften) nach dem Einkommensteuertarif (max. 50%) vor !

Gast: Kommentarleserin
28.10.2012 07:34
0 13

In all den Kommentaren kein seriöses Argument GEGEN Vermögenszuwachs-, Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern, das nicht in anderen Kommentaren widerlegt worden wäre!

!!!

 
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