Das Kärntner Wappen rotiert und wird von den Reifen eines schwarzen BMW abgelöst. In dem dazugehörigen Wagen befindet sich, auf dem Beifahrersitz, der stellvertretende Landeshauptmann und FPK-Obmann. Während das Auto das Gebäude der Kärntner Landesregierung passiert, telefoniert der freiheitliche Politiker geschäftig via Handy. Gekleidet in Anzug und Krawatte grinst er in die Kamera, der eingeblendete Subtext: "starring Kurt Scheuch". Zuletzt setzt sich der Politiker eine blaue "Kärnten"-Brille auf und der Titel des YouTube-Videos erscheint: "Furchtlos".
Es folgt ein Szenen- und Kleidungswechsel: Statt im Auto befindet sich Scheuch in seinem Büro, statt einer Krawatte ziert ein Tuch - sein Markenzeichen - seinen Hals. Auf dem Schreibtisch des Politikers findet sich eine Schlange, die sich Scheuch sogleich um den Hals legt.
Danach wird der Fokus auf eine Vogelspinne gelegt. Krabbelt diese zunächst nur über die Tastatur von Scheuchs Computer, findet sie sich wenige Sekunden später auf der rechten nackten Schulter des Landeshauptmannvizes, die eine Tätowierung ziert. Am Ende des 1,08 Minuten dauernden Spots ist Scheuch wieder in seinen Anzug zurückgekehrt, nimmt die Brille ab, zwinkert und der Schriftzug "respekTiere" wird eingeblendet.
Warum Scheuch dieses Video gedreht hat - das er übrigens selbst auch „schräg" nennt? „Durch Social Media suchen wir eine Möglichkeit, Themen so aufzubereiten, dass auch Menschen etwas damit anfangen können, die sonst nichts mit Politik zu tun haben möchten", so Scheuch zur „Presse". Der Rest sei Interpretationssache, denn er wolle "den Betrachter nicht bevormunden". Natürlich habe die Botschaft auch etwas mit Respekt gegenüber Tieren zu tun - er sei ja Tierschutzreferent. "Dazu habe ich auch eine besonders süße Broschüre zum Thema Kinder und Hund herausgegeben", meint er. "Und wir hatten im Sommer ja auch große Probleme mit exotischen Tieren."
"Ich war schon einmal in einem Minenfeld"
Die Botschaft des Werbefilms gehe allerdings auch weiter, "sie ist durchaus tiefgründiger" - das müsse aber jeder User für sich selbst entscheiden. "Deswegen ist auch der Ausgang des Videos offen." Der Film soll zudem "eine weitere Facette von Politikern" zeigen. Scheuch selbst sei ja "keine eindimensionale Persönlichkeit, ich war zum Beispiel schon einmal in einem Minenfeld unterwegs." Das Video diene auch dazu, die Bandbreite der Politiker zu zeigen. Und eines ist laut Scheuch sicher: "Das Video ist einzigartig." Dass die Reaktionen auf das Video unterschiedlich ausfallen, nehme er mit Humor: "Der eine findet die Spinne schrecklich, der andere den Kurt Scheuch".
Auf Facebook und Twitter hatte der Film am Wochenende jedenfalls bereits eine Welle an Spott ausgelöst. So sollen weder die Schlange noch die Spinne, beides Leihgaben von Helga Happ, Leiterin des Reptilienzoos Happ, giftig sein. (--> Twitter-Reaktionen)
Es dürfte jedenfalls nicht der letzte Spot dieser Art gewesen sein: Er habe noch viele schräge Ideen, sagte Scheuch der "Kleinen Zeitung".
(ib/hell)
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