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Österreicher "dramatisch" wenig an Politik interessiert

29.10.2012 | 13:40 |   (DiePresse.com)

Laut einer aktuellen Umfrage ist nur ein Drittel zufrieden mit der Arbeit des Nationalrates, 80 Prozent wünschen sich den Ausbau der direkten Demokratie.

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Das Interesse der Österreicher an Politik ist "dramatisch niedrig", nur ein Drittel ist zufrieden mit der Arbeit des Nationalrates - und 80 Prozent wünschen sich den Ausbau der direkten Demokratie. Das sind die Ergebnisse einer Studie über "Direkte Demokratie in Österreich" der Studiengruppe International Vergleichende Sozialforschung (Uni Graz) und des IFES, die am Montag in Wien präsentiert wurde.

2000 Österreicher wurden zwischen August und September 2012 "face to face" befragt. Die letzte vergleichbare Studie - die Parlamentarismusstudie - gab es 2004, berichtete IFES-Projektleiter Gert Feistritzer.

Der Vergleich zeigt, dass sich das Interesse an der Politik weiter verschlechtert hat - und jetzt, so Studiengruppen-Leiter Max Haller, "dramatisch niedrig" ist. Nur 19 Prozent sind politisch interessiert, 48 Prozent halten sich "so ungefähr auf dem Laufenden" und 33 Prozent kümmern sich so gut wie gar nicht darum. Von den unter 30-Jährigen ist sogar die Hälfte komplett desinteressiert. 2004 waren noch 26 Prozent interessiert, 55 Prozent "so ungefähr" und nur 19 Prozent uninteressiert.

43 Prozent finden Nationalrat "eher schlecht"

Ebenso verschlechtert hat sich das Image des Nationalrates: 2004 hatten noch 45 Prozent einen (eher) guten Eindruck von dessen Arbeit, jetzt nur mehr 35 Prozent. Für zehn Prozent arbeitet der Nationalrat "ganz schlecht", für 43 Prozent "eher schlecht".

Entsprechend sind auch nur 30 Prozent (eher) zufrieden damit, wie die gewählten Volksvertreter die Interessen der Bevölkerung vertreten. Und insgesamt ist nur eine knappe Mehrheit (55 Prozent) alles in allem zufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie insgesamt.

Gegen diese "höchst problematische Entwicklung" könnte der Ausbau der direkten Demokratie helfen - meinten nicht nur die Studienautoren, sondern auch die Mehrheit der Befragten. Fast 80 Prozent sind dafür (31 Prozent "sehr", 48 "eher schon"), am stärksten die 30- bis 44-Jährigen - und die Anhänger von FPÖ und BZÖ -, die "auch die Unzufriedensten" sind.

"Echte Gelegenheit zur Mitentscheidung"

Von den bestehenden Formen wird die verbindliche Volksabstimmung als beste Möglichkeit der Mitbestimmung erachtet (74 Prozent), aber auch Volksbegehren und Volksbefragung werden mehrheitlich als "echte Gelegenheit zur Mitentscheidung" gesehen. Recht hoch ist die Bereitschaft, sich zu beteiligen: Knapp die Hälfte würde bei einer Volksentscheidung mitmachen, fast 40 Prozent an Volksbefragung oder -begehren - und nochmals jeweils rund 40 Prozent "teilweise", abhängig vom Thema. Interessant ist, so Haller, dass die "politisch vielfach absenten Jüngeren" die größte Teilnahmebereitschaft zeigten.

Auf große Zustimmung stößt das "Schweizer Modell" einer von Bürgern eingeleiteten Volksabstimmung, die automatisch zum Gesetz wird. 25 Prozent sind sehr dafür, 47 Prozent eher schon. Vorteile brächte der Ausbau der direkten Demokratie nach Meinung der Befragten vor allem der Bevölkerung insgesamt (60 Prozent) bzw. den mittleren und ärmeren sozialen Schichten. Fast drei Viertel sind überzeugt, dass damit Interesse und die Zufriedenheit mit der Politik gesteigert würden.

Wehrpflicht ist "Spielball der Parteipolitik"

Die aktuelle Volksbefragung über die Wehrpflicht begrüßte Haller zwar prinzipiell - aber nur nach dem Motto "besser als nichts". Denn ihm missfällt einerseits, dass die zwei Fragen nach Wehrpflicht und Zivildienst in eine gepackt wurden - und andererseits dass das Votum als "Spielball der Parteipolitik" genützt und die Bevölkerung nicht wirklich ausgewogen informiert werde. Die Wissenschafter gehen aber davon aus, dass die Beteiligung recht hoch sein wird. "Jedenfalls über 50 Prozent", schätzt Feistritzer.

Noch höher wäre die Beteiligung an einer verbindlichen Volksabstimmung, merkte Johannes Pichler, der Direktor des Österreichischen Instituts für Rechtspolitik, an - der auch kritisierte, dass sich die Regierungsparteien dazu nicht durchringen konnten. Wie die Studie zeige, mache es "einen Unterschied, ob man das Volk nur befragt oder entscheiden lässt".

(APA)

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34 Kommentare
 
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Völlig falscher Aufmacher. Die Österreicher sind an unfähigen Parteipolitikern und lösungsunfähigen Parteien desineressiert.


Gast: Funktionen des Föderalismus
30.10.2012 09:38
1 0

Symmetrischer Föderalismus

Im Bundesstaat hat der Föderalismus vor allem die Aufgabe,

Demokratie und Pluralismus zu verstärken,
politische Willensbildung auf mehreren Ebenen zu ermöglichen,
den politischen Nachwuchs auf regionaler Ebene besser heranzubilden und eine politische Partizipation zu erleichtern,
den Wettbewerb durch bessere Einschätzung vor Ort zu steigern,
Probleme auf Länderebene zu lösen und
Machtanhäufung zu verhindern;
Erleichterung politischer Partizipationen der Bürger(innen) („Demokratie vor Ort“).

Ob und wie weit diese Ziele des Föderalismus erreicht werden, ist in jedem einzelnen Fall zu beurteilen.

Die Gemeindeautonomie

befriedigt die Grundbedürfnisse des Menschen,
stärkt Toleranz,
schafft Frieden,
führt die nötige Mäßigung zur Erhaltung der Lebensgrundlagen auf der Erde herbei.

Es bestehen aber auch Schwächen und mögliche Nachteile dieser Form des Föderalismus, die zu berücksichtigen sind (siehe dazu Föderalismus in der Schweiz).


RICHTIG: Österreicher "dramatisch" wenig an PolitikERN interessiert

... 80% jedoch an direkter (lokaler) Politik.

Gast: Lukas
29.10.2012 22:15
1 0

das Volk soll arbeiten und Steuern zahlen

unsere Politiker übernehmen das Denken für uns, denn der Wähler ist für sie dafür zu blöd. Eine SPÖVP-Koalition im Filz mit Bünden, Kammern, Medien und Justiz versucht die Bürger zu manipulieren und möglichst von Entscheidungen fernzuhalten. Dadurch blüht auch die Korruption. Ein Musterbeispiel ist eine völlig abgehobene und äußerst undemokratische EU. Irgendwann reicht es den Bürgern und dann jagen sie ihre Polit-Verräter zum Teufel!

Gast: Be-obachter
29.10.2012 20:37
1 0

Weil's in der Praxis so ausschaut:

du wählst (dabei kannst eine Partei und maximal einen Vorzugskanditaten ankreuzen),
dann kommt jemand anderer ans Ruder, den du sowieso nie politische Fähigkeiten zugetraut hast, und der macht dann was ganz anderes als seine Partei vorher versprochen hat.

Wozu also überhaupt noch wählen?

Gast: Tatwissender
29.10.2012 19:22
4 0

Warum sollte sich ein vernünftiger Mensch mit Politik beschäftigen?

-> Weil diese Politik echt etwas FÜR den Menschen
tut, oder hauptsächlich für INTERESSEN einer
Wirtschaft oder Industrie?

-> Weil "Wahlversprechen(sic!)" grundsätzlich
eingehalten werden?

-> Weil das tägliche Schauspiel ganz bestimmt etwas
anderes als ein wahrliches Kasperletheater für
ein dumbe Masse ist?

-> Weil in der Politik Menschen die TOP-Positionen
einnehmen die ALLE a)fertig/überhaupt studiert
haben b) Korrekte deutsche Grammatik
beherrschen c) Vorbildfunktion in jeglicher Hinsicht
anbieten?

-> Weil Politik etwas mit Idealismus und nicht nur
mit Geld und Machtgeilheit zu tun hat?

-> Weil die Begutachtung der Politik einem die Laune
verbessert wenn man um sich blickt und dann in
sein Geldbörserl?

-> Weil sich in der Politik wirklich dauernd was tut
und sich nicht nur alles immer im Kreise dreht?

-> Weil die Politik ökologische und gesellschaftliche
Interessen für die Zukunft, d.h. Interessen für eine
Enkerl-Generation vertritt?

-> Weil es so irrsinnig viel Sinn macht, bei welcher
Farbe man sein Kreuzerl macht, wenn die
INTERESSEN aller Parteien dem Erhalt der
kapitalistischen Konsumgesellschaft untergeordnet
sind?

0 1

sehr seltsam

Wie kann man gleichzeitig für den Ausbau der direkten Demokratie sein und sich nicht für Politik interessieren - Kopfschüttel....

Re: sehr seltsam

sagen sie mir einen Grund warum sich Menschen für eine Demokratie...
direkte Demokratie wollen die Menschen weil sie den Politikern nicht mehr trauen...

0 0

Re: Re: sehr seltsam

Demokratie per se hat mit den handelnden Personen nichts zu tun.Sich nicht für Politik zu interessieren und gleichzeitig mehr direkte Demokratie zu fordern schließt einander aus,denn wie soll jemand in Form der direkten Demokratie mitbestimmen können wenn er sich für den Gegenstand der Mitbestimmung nicht interessiert.

3 0

Re: sehr seltsam

sagen wir's mal so, es würde einen schon interessieren wenn man als Wähler ernstgenommen und nicht nur als Stimmvieh zur Pfründeerhaltung missbraucht wird ;-)

0 0

Re: Re: sehr seltsam

Auch das erklärt den Widerspruch nicht.Jemand der sich für Politik nicht interessiert,sollte gar nicht wählen,denn ein Mindestmaß an Wissen und Interesse sollte man dafür schon aufbringen.Sonst ist man tatsächlich nur Stimmvieh aber das ist dann sicher nicht die Schuld der Politiker.

Treten Sie für mehr direkte Demokratie und weniger Klientelpolitik ein!

Wenn Sie auch einen Ausbau der direkten Demokratie für erforderlich halten, dann stimmen Sie bitte am Forum der Realdemokraten über folgende Umfragen ab! Setzen Sie damit auch ein Zeichen, dass Sie mit der Politik der bisherigen Parteien unzufrieden sind!
Stimmen Sie über wichtige Reform-Themen ab, bei welchen in Österreich dringender Handlungsbedarf besteht:
http://forum.rdoe.at/index.php?page=Board&boardID=90

Gast: sozisforbanker
29.10.2012 18:53
0 0

den herrschenden eu/euro-bankerlobbys und den sozialistischen machtpolitikern ist die direkte demokratie(Volksabstimmungen) und das souverän volk ein dorn im auge.

das EU-euro bankensubventionschaos beschert den österreichern einen enormen ökonomischen abstieg. was macht faymann(SPÖ), er besucht die reichen bilderberger geheimeliten u.fordert noch mehr steuergelder für die korrupten lander die unglaubliche finanzpolitische zustände haben. Die SPÖ u. faymann fordern sogar offen eine EU schuldenunion u.die abgabe der finanzhoheit. die SPÖ,faymann u.die finanzspekulanten wollen den österreichischen arbeitnehmern die enorme steuern zahlen, eine noch größere schuldenlast aufbürden. die banken, finanzmärkte und korrupten politsysteme werden so für das versagen und ihre abzockereien so noch belohnt.
und um diesen banken- und subventionswahnsinn finanzieren zu können, betreiben faymann u.die SP einen sozialabbau bei den asvg arbeitnehmern, asvg pensionen und invaliden arbeitnehmern in österreich. u genau diese faymann SPÖ bankerlobbypolitik ist in wahrheit das größte problem der heimischen politik. diese umverteilung nach oben in die banken,finanzmärkte beschert den Österreichern nicht nur massive einkommensverluste,sondern gefährdet den sozialen frieden und sozialen wohlstand der bevölkerung u. älteren menschen. die SPÖ mit faymann u. hundstorfer betreiben einen sozialabbau bei den asvg pensionen(keine pension mehr nach 40 versicherungsjahren!) u.asvg arbeitnehmern. die geldeliten,bankenlobbys u.die finanzwelt sind die gewinner dieser SPÖ Sozialabbaupolitik. Die verlierer sind die asvg arbeitnehmer,asvg pensionen u steuerzahler in Österreich.

1 0

Das hat einen einfachen Grund.

Wählen bringt nichts mehr, und für robuste Politik zu Fuß sind wir noch zu träge.

Gast: blink
29.10.2012 18:43
3 0

stimmt teilweise

über rot/grün lese ich grundsätzlich und schon lange keine artikel, da mich nicht einmal mehr ansatzweise interessiert, was die absondern oder planen. da ist allenfalls der kommentarbereich interessant.
interesse bekommen diejenigen, die meine interessen auch vertreten.

Gast: Ssdflsad
29.10.2012 17:04
6 0

Ich glaube

... die Wähler haben angesichts der absoluten Nullnummern in unserem Parlament resigniert und wissen, dass von SPÖ ÖVP FPÖ BZÖ und Grünen nichts sinnvolles zu erwarten ist. Ein Parteiangestellter, Kämmerer und Beamte neben den anderen. Wahrscheinlich ist dort nichtmal ein Drittel fähig sich in der freien Wildbahn als Angestellter oder Unternehmer sein Geld zu verdienen ... bei der nächsten Wahl bekommen diese VERSAGER im NR die REchnung

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1/3 sind zufrieden mit der Arbeit des Nationalrates???!!!

WAHNSINN!!!

Da sieht man wie viele Dumme es in diesem Land gibt!

Ist da jetzt irgendwer überrascht?


Falsche Überschrift.

Es sollter eher heißen "Politiker 'dramatisch' wenig an Österreich interessiert", dann würde es passen.

Re: Falsche Überschrift.

Präzise auf den Punkt gebracht!

Re: Re: Falsche Überschrift.

Danke. Traurig, aber ich sehe es leider wirklich so.

Und wenn ich dann in der rosa pcpostille noch die Artikel der Rennerpreisträgerin lese, wird mir vollends übel...

dramatisch

wenig Durchblick
na dann wunderts nicht,wenn Parteien mit dem F mehr als 5% bekommen

war es nicht ein Preussenkönig

der meinte...alles für das Volk, aber nichts durch das Volk...und wenn ich einmal bösartig bin.....wo gibt es noch offene Parteien.....???der eine kauft, die anderen mauern, man muss verwandt sein, um eine Chance zu bekommen.....Opportunisten werden bevorzugt,wer besser schleimt......
Georg Schramm meinte in seinem letzten Proramm, die Sprechblasen, die Politiker in talk-shows von sich geben, hören sich die Jungen gar nicht mehr an......

6 0

Wundert das wirklich???

Bei diesen sinnlosen Typen die da im Parlament um unser Geld überbezahlt herumeiern verliert jeder die Lust an der Beteiligung!

Wir werden ja selten bis nie gefragt, und wenn doch einmal dann wird sowieso drübergefahren.

Re: Wundert das wirklich???

Wenn die 183 Dolme Politik FÜR das Volk machen würden, dann bräuchte sich niemand nach direkter Demokratie sehnen. Dann würd´s ja eh passen und dafür gehen wir ja eigentlich wählen bzw bezahlen die Herrschaften fürstlich... ;-)

Gast: Ulirike
29.10.2012 15:16
2 0

Für was brauchen wir dann wirklich Politiker Wählen.

Ich wäre noch dafür das man denen eine unfähigkeitsprämie bezahlt. Eh scho wurst die kassieren eh von allen ecken. Aufsichtsrat, eigen Firmen. Wie kann sich der für die Poltik einsetzen? Der Tag hat nur 24 Stunden.

 
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