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Trotz Sparkurs mehr Pensionskosten

29.10.2012 | 18:11 |  von KARL ETTINGER (Die Presse)

Die Pensionserhöhung um 1,8 Prozent für 2013 liegt um einen Prozentpunkt unter der Teuerungsrate. Khol, Obmann des ÖVP-Seniorenbundes, ist gegen soziale Staffelung. Besserverdiener müssen höhere Beiträge zahlen.

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Wien. Die Pensionisten dürfen sich – im Schnitt – auf eine Erhöhung ihrer Pensionen im kommenden Jahr um 1,8 Prozent einstellen. Die Anpassung liegt, wie von der rot-schwarzen Koalition bereits im Frühjahr im Sparpaket beschlossen, um einen Prozentpunkt unter der Teuerungsrate von 2,8 Prozent (für die Zeit von August 2011 bis Juli 2012). Nachdem die Pensionskommission der Regierung am Montag den Richtwert für die Pensionserhöhung damit auch formal fixiert hat, sicherte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) den Pensionistenvertretern im Gespräch mit der „Presse“ Gespräche im November zu.

Wie viel jeder einzelne Pensionist erhält, ist noch offen, weil die Aufteilung der Summe Thema der Beratungen mit den Seniorenvertretern ist. Bezieher niedrigerer Pensionen könnten mehr als 1,8 Prozent Erhöhung erhalten, im Gegenzug müssten sich Bezieher höherer Pensionen mit einer geringeren Anhebung zufriedengeben. Spätestens bis 30. November muss all das geklärt sein.

Der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes, Andreas Khol, sprach sich für ein Plus von 1,8 Prozent für alle Pensionisten und gegen eine soziale Staffelung aus. Er ist zwar für Maßnahmen zur Armutsbekämpfung bei niedrigen Pensionen. Diese Mehrausgaben dürften aber nicht aus dem Pensionssystem kommen. SPÖ-Pensionistenchef Karl Blecha hält Forderungen vor den Verhandlungen für kontraproduktiv. Für FPÖ-Seniorenvertreter Werner Neubauer sind die 1,8 Prozent plus zu wenig.

 

Höchstbeitragsgrundlage steigt

Die Weichen für eine weitere Neuregelung, die nun feststeht, wurden von der Koalition auch mit dem Sparpaket im Frühjahr 2012 vereinbart. Die Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversicherung wird 2013 zusätzlich zur jährlichen Anhebung außertourlich erhöht. Diese liegt ab Jänner dann bei 4440 Euro brutto im Monat statt bisher bei 4230 Euro brutto. Das bedeutet, dass Besserverdiener stärker zur Kasse gebeten werden. Allein in der Pensionsversicherung werden dadurch Mehreinnahmen von knapp 52 Millionen Euro erwartet.

Der Vorsitzende der Pensionskommission, Bernhard Schwarz, der sich mit Ende dieses Jahres zurückziehen wird, wendet sich wie Sozialminister Hundstorfer dagegen, 2013 insgesamt eine höhere Summe für die Pensionserhöhung auszugeben. Ein möglicher Weg zur Armutsbekämpfung wäre für Schwarz, dass niedrigere Pensionen einen Zuschlag in Form einer Einmalzahlung erhalten, die in den Folgejahren nicht angerechnet wird. Die jetzt geplante Anpassung hat Mehrkosten von rund 540 Millionen Euro zur Folge. Die Pensionisten leisten damit aber einen Beitrag zum Sparkurs. Denn durch die Anhebung um einen Prozentpunkt unter der errechneten Teuerungsrate von 2,8 Prozent werden die Mehrausgaben nach Berechnungen der Regierung allein im kommenden Jahr um 400 Millionen Euro niedriger ausfallen.

Diese Einsparungen entlasten auch längerfristig automatisch das Budget, weil die Berechnungsbasis für Erhöhungen in den Folgejahren niedriger ist. Eine zweite schon beschlossene Maßnahme kommt dazu: 2014 soll die Pensionserhöhung 0,8 Prozentpunkte unter der errechneten Teuerungsrate liegen. Die Regierung erwartet dadurch geringere Kosten in den Folgejahren von je 720 Millionen Euro.

Bundesbeitrag steigt noch

Diese Einsparungen bei den Pensionskosten und damit bei den Zuschüssen aus dem Bundesbudget sind dringend notwendig. Denn wie die Kommission in einem Gutachten über die Gebarung bis 2017 prognostiziert, werden die Ausgaben für die Pensionen trotz des Sparpakets steigen. Allerdings wird die Kostenexplosion durch die 2011 und 2012 von der Bundesregierung bereits vorgenommenen Reform- und Sparmaßnahmen gebremst und niedriger sein als noch im Vorjahr prognostiziert. Der Anteil des Bundes am Pensionsaufwand soll gegenüber 2011 von 26 auf 27,5 Prozent steigen. Gemessen an der Wirtschaftsleistung wären es dann 3,2 statt bisher 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Gespart wird neben den Pensionserhöhungen unter der Teuerungsrate mit Verschärfungen bei den Hacklerfrühpensionen. Die größte Änderung steht dabei 2014 mit der schlagartigen Anhebung des Zugangsalters um zwei Jahre bevor.

Warum dennoch die Pensionskosten bis 2017 steigen werden? Ein Hauptgrund: In den nächsten Jahren gehen geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand. Dazu kommt, dass im Regelfall die Pensionsleistung höher ist als in früheren Jahren und die Pensionen im Schnitt als Folge der gestiegenen Lebenserwartung länger bezogen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)

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87 Kommentare
 
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wir senioren verhandeln nicht - hinter uns die sintflut..

hr. kohl, hr. blecha u. die vielen anderen pensionskaiser aus politik, oenb, beamtentum, sozialversicherungen etc. etc. wollen's noch mal so richtig krachen lassen u. ihre unverdienten, üppigen höchstpensionen um weitere 1,8 % erhöhen lassen..

dies alles auf kosten der mindestpensionsbezieher u. der jugend, denn nur das eigeninteresse dieser herren, die schon seit jahrzehnten auf unserer tasche liegen, zählt..

aber auch für diese "gottgleichen geschöpfe", die über dem normal-österreicher stehen, geht's irgendwann ab in die kiste u. der schöpfer wird über sie richten..

u. dann stellt sich die frage, ob er sich auch vom geschwafel dieser schmarotzer beeindrucken lässt??

Inflationsabgeltung der Kinderbehilfe?

weil ma grad beim Jammerns sind. Wo bleibt eigentlich die jährliche Inflationsabgeltung der Kinderbeihilfe? Auch Kinder essen Lebensmittel. Wann wird die Erhöhung für 2013 bestimmt? Wann tagt der Kinderausschuß? Oder hab ich was übersehen? Ach ja - Kinder haben keine Wählerstimme.

tscha, da hat sich eine ganze branche verkalkuliert...

die werbebranche, die sich seit einiger zeit so rührend um die "generation 50 " bemüht muss wohl a bissal nachrechnen: im alter gehts der masse mit den einkünften schlechter.

die jungen haben nix ausser schulden und die generation dazwischen brennt wie ein luster an steuern.

ups, kunnt a bissal eng werden, den konsum weiter in die höhe zu treiben... warten auf iphone6, mehr fressen geht nicht, eieiei, gebühren und strafen werden teurer, herrschaftzeiten die leute werdenbald kein geld mehr für dinge haben, die sich nicht wirklich brauchen...

Höchstbemessungsgrundlage

Und wieder einmal dürfen die Mittelständler zahlen. Seit Jahren frisst die SV -Erhöhung den Lohnzuwachs auf!

Gast: Baur4
30.10.2012 11:24
6 0

Nun kann man sich erst vorstellen was einem als Pensionsist erwartet

Man darf zwar jedes Jahr höhere Beiträge an die staatliche Sozialversicherung abliefern und bekommt später nicht einmal die Inflationsrate vergütet.

Die beiden sogenannten Pensionistenvertreter Blecha (SPÖ) und Khol (ÖVP) können mit ihrer 14.000 Pension auf eine Erhöhung locker verzichten.

Re: Nun kann man sich erst vorstellen was einem als Pensionsist erwartet

Bei Khol muss man auch noch erwähnen, dass er ein Christlichsozialer ist. Wenn jene, die hohe Pensionen beziehen, keine Erhöhung bekommen, dann bitte schon gar nicht jene, die teilweise für das Leben zu wenig haben. Einfach Khol, einfach christlich!

Re: Re: Nun kann man sich erst vorstellen was einem als Pensionsist erwartet

Und der SOZIAList Blecha?

Antworten Antworten Gast: Johann S
30.10.2012 14:47
1 1

Re: Re: Nun kann man sich erst vorstellen was einem als Pensionsist erwartet

Freilich ist er christlich sozial.
Aber nur pro domo.

Gast: Zweifel tut not
30.10.2012 10:54
3 0

Der Rentenklau geht um!

Pensionen nicht oder nur teilweise um die Höhe der Inflation anzugleichen läuft auf eine Kaufkraftsenkung der Pensionen hinaus. In ganz kleinen und sachten Schritten wird begonnen diese Bevölkerungsschicht zu verarmen. Diesmal sind es 1% unter der Inflationsrate, 2014 sind es 0,8 %. Die Auszahlung der Pensionen wird zur politischen Dispo-Masse. Und das obwohl alle diese Pensionisten per Gesetz ihre Pensionsbeiträge geleistet haben. Zahlen muss man aber wenn man dann kriegen will dann wirds zäh! Alle die darüber heute jubeln werden das noch selber merken - wenn sie selber alt und die jährliche Pensionskürzung längst Tradition sind!

Gast: ichallein
30.10.2012 10:26
1 1

wie wäre es wenn die gesamtsumme auf kohl u. blecha aufgeteilt wird u. alle anderen nichts bekommen..??

das wäre doch gerecht u. sicher im sinne der beiden selbstlosen pensionsvertreter u. jugendverräter!!

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Gebetsmühlenartig wiederhole ich:

Staatsbeitrag für PVA etwa 15% (für die fusionierte PVAng wäre er fast 0 oder sogar negativ. Drum wurde mit den Arbeitern fusioniert.
Beamte etwa 40% (fiktiver Dienstgeberbeitrag herausgerechnet).
Nationalbank etc. etwa 80 - 90%

Wo also ansetzen?

Antworten Gast: ichallein
30.10.2012 10:31
2 1

Re: Gebetsmühlenartig wiederhole ich:

nationalbanker u. politiker enteignen u. ihre pensionen auf asvg mindestniveau absenken u. zugleiche die beamten-pensionen auf asvg-höchst-niveau deckeln, als danke-schön dafür, dass gerade diese gruppe das volk über jahrzehnte bestohlen u. betrogen, beraubt u. abgezockt hat..

das wäre gerechtigkeit u. würde dem budget gut tun..

3 0

ad Hacklerpension

Solange Büroangestellte mit 54 in Frühpension gehen obwohl sie kerngesund sind, wird dieses System nicht finanzierbar sein.

Nur leider warten immer alle bis nach Wahl. Und nach der Wahl kst vor der Wahl was den Reformwillen betrifft :(

Jeder einen 50er

Ist gerecht - für jeden das Gleiche !

Re: Jeder einen 50er

nein, diese gleichmacherei ist NICHT gerecht!

wer mehr einzahlt soll auch mehr raus bekommen - DAS ist gerecht!

Gegen soziale Staffelung

Ganz klar, dass Khol gegen diese Staffelung ist, da würde er und seine Freunde, weniger Pension bekommen. Das geht gar nicht! Am liebsten wäre es ihm, wenn die Erhöhung 0% ausmachen würde. Er hat uns schon einmal verkazft, er wird uns auch jetzt wieder verkaufen.

Antworten Gast: Rentner23
30.10.2012 07:25
5 1

Re: Gegen soziale Staffelung

ist dir schon aufgefallen, dass Rentner über ca 2000 Euro in den letzten Jahren meistens gar keine oder nur eine winzige gedeckelte Inflationsanpassung bekommen haben?

Gast: analytikes
30.10.2012 06:07
6 0

wann immer man von den Politikerfiguren etwas hört oder sieht wir einen schlecht


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Help

...wie lange muss ich die Kohls, Blechas .... noch ertragen ???

9 0

zeit für gerechtigkeit

und wieder sehr treffsicher die spö. immer müssen die kleinen einkommen büßen für die finanzpolitik der spö.

Gast: nicht nur die griechen
29.10.2012 23:15
4 1

Im Land der Zuschüsse und Förderungen

Dazu kommt, dass im Regelfall die Pensionsleistung höher ist als in früheren Jahren und die Pensionen im Schnitt als Folge der gestiegenen Lebenserwartung länger bezogen werden. Zitatende.
Na geh. Die demographische Entwicklung ist aber schon seit Jahrzehnten bekannt. Die Politik hat beharrlich die Realität verleugnet und Transparenz verhindert. Die Zeit der Märchenerzähler aus der Politik sollte schon längst vorbei sein...


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wir waren die Hacklerregelung schon los

Dann kam Faymann mit seunem Koalitionsbruch und den Wahlzuckerln.

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ES WIRKT

Migranten werden gegen Staatsbürger, Arbeitet gegrn Angestellte, Erwebstätige gegen Beamte, Pensionisten gegen die jüngete Generation u.s.w. ausgespielt. Der Neidkomplex lässt die neoliberale werbewirksame Dauerberieselung in Vergessenheit geraten, dass das Vermögen der reichsten 10% weiter unverhältnismässig stark steigt......

Re: ES WIRKT

Absolut richtig! Interessant ist in diesem Zusammenhang (neben vielen anderen Büchern) das Buch "Meinungsmache" von Albrecht Müller. Auch die vielen Beiträge auf seiner Homepage "www.nachdenkseiten.de" sind es wert gelesen zu werden.

Antworten Gast: Halbwissen
29.10.2012 22:10
7 6

Re: ES WIRKT

Haben Sie kontrolliert ob das Vermögen der oberen 10 Prozent auch wirklich steigt ?

Oder haben Sie zu viel Werbung der Arbeiterkammer geschaut ?


Re: Re: ES WIRKT

Natürlich steigt das Vermögen der oberen 10%.
Bei 1.8% Erhöhung bekommt der mit 1000€ nur 18€, aber der mit 10.000€ dann 180€.
ist das die soziale Gerechtigkeit, welche die SP immer verlautbart ? dieses Prozentsystem gehört geändert !

 
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