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Fekter schafft Hürde für "Wünsch-dir-Was"-Politik

01.11.2012 | 18:27 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Finanzministerin Fekter führt per Verordnung einen "Schulden-Check" ein. Das Verteilen von "Wahlzuckerln" und das Durchboxen von Gesetzen mit langfristig teuren Folgen wird für Politiker damit künftig schwieriger.

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Wien. Das Verteilen von „Wahlzuckerln“ wie vor der Nationalratswahl 2008 und das Durchboxen von Gesetzen mit langfristig teuren Folgen für die Steuerzahler wird für Politiker künftig schwieriger. Dafür soll ein neuer sogenannter „Schulden-Check“ sorgen. Diesen wird Finanzministerin Maria Fekter, wie sie im Gespräch mit der „Presse“ ankündigt, mit einer neuen Verordnung ab Anfang 2013 einführen.

Damit werden alle Ressorts nicht nur verpflichtet, die finanziellen Folgen eines neuen Gesetzes präziser als bisher anzugeben. Sie müssen etwa auch auflisten, woher die Mittel dafür kommen, ob damit der von der Regierung festgelegte Sparkurs verlassen, ob der Schuldenabbau eingehalten oder gar gefährdet wird. Eine analoge Regelung ist für Anträge im Parlament – vor allem auch für jene der Opposition – vorgesehen. Fekter sieht darin eine wirksame Handhabe, „wenn das Wünsch-dir-Was zu groß wird“.

Denn mit dieser Maßnahme, die Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner (ÖVP) schon heuer im Sommer aufs Tapet gebracht hat, werden nach dem neuen Haushaltsrecht die Vorkehrungen gegen eine spätere Explosion der Kosten durch neue Gesetze verschärft. Mit dem neuen „Schulden-Check“ müssen jetzt alle Ministerien einheitlich nach einer von der Finanzministerin vorgegebenen Systematik die Fragen nach den finanziellen Auswirkungen festlegen und aufzählen.

 

„Das entlarvt Populismus“

Haubner, der auch Vizeklubobmann der ÖVP im Parlament ist, streicht im Gespräch mit der „Presse“ hervor, dass mit diesem „Schulden-Check“ auch „transparenter“ gemacht werde, welche Kosten die von den Oppositionsparteien im Parlament eingebrachten Anträge verursachen. Das ist ein von den Regierungsparteien, für deren Initiativanträge im Hohen Haus der „Schulden-Check“ dann freilich ebenfalls gilt, erwünschter Effekt. „Damit werden einige Anträge entlarvt, die populistisch, finanziell über das Ziel hinausschießend und damit unerfüllbar sind“, prophezeit Haubner.

„Und“, so Haubner, „das ist eine ganz wesentliche Maßnahme, damit es so einen Tag wie den 24. September 2008 nicht mehr geben kann.“ Damals waren auf Betreiben von SPÖ-Chef Werner Faymann wenige Tage vor der Wahl die Studiengebühren mithilfe der Opposition abgeschafft worden. Ferner kam es unter anderem zur Ausweitung der Frühpensionsregelung für „Hackler“ und zu einer außertourlichen Pensionserhöhung. Die Folge waren Mehrkosten, die mit 1,5 Milliarden bis drei Milliarden Euro beziffert wurden.

 

Keine unmittelbaren Sanktionen

Die neue Verordnung stärkt politisch den Einfluss der Finanzministerin, auch wenn keine unmittelbaren Sanktionen, etwa im Fall von Mehrkosten, damit verbunden sind. „Die Kreativität beim Wünsch-dir-Was ist ungleich stärker ausgeprägt als die Kreativität beim Sparen“, so Fekter: „Da hilft dann ein Blick ins Vorblatt einer Gesetzesmaßnahme, was denn das alles kostet und ob denn das auch plausibel ist.“ Ein „Sanktionsautomatismus“ wäre ihrer Meinung nach „kontraproduktiv“, weil sich dies dann auch gegen politische Entscheidungen wie die Stärkung von Forschung richte.

Wie die Reaktion ihrer Regierungskollegen auf die Verordnung sei? „Die wissen, dass sie das einhalten müssen“, betont die Ministerin. Denn: „Wir müssen gewährleisten, dass sich alle innerhalb des Budgetpfades bewegen.“

Der „Schulden-Check“ ist auch für die Maßnahmen, die Auswirkungen auf die Gebietskörperschaften haben, fix vorgesehen. Einerseits könnten die Länder erkennen, ob Gesetzesbeschlüsse im Bund zu finanziellen Belastungen für die Länder führen. „Umgekehrt müssen die Länder ihre Maßnahmen einem Check unterziehen.“

 

„Das schützt Bund und Länder“

Für Fekter hat das Vorteile für beide Seiten: „Das schützt die Länder, und es schützt den Bund. Die Länder haben die Gewähr, dass sie nicht Aufgaben übertragen bekommen, die außerhalb des Finanzausgleichs Kosten verursachen. Der Bund hat die Gewähr, dass der Stabilitätspakt eingehalten wird.“ Bei der Begutachtung habe man „keine negative Stellungnahme“ erhalten.

Das Finanzministerium bietet zur Umsetzung eine eigene IT-Ausstattung. Die für die Erstellung der Gesetze zuständigen Beamten der einzelnen Ministerien wurden geschult. Im Parlament werden nun Gespräche mit der SPÖ aufgenommen, damit der „Check“ durch den neuen Budgetdienst des Nationalrats auch für Anträge im Hohen Haus zum Tragen kommt.

Auf einen Blick

„Schulden-Check“: Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) führt als Weiterentwicklung des neuen Haushaltsrechts per Verordnung ab 2013 strengere Auflagen für die Angaben von Folgekosten neuer Gesetze ein. Die Idee für einen solchen „Schulden-Check“ kommt aus dem ÖVP-Wirtschaftsbund. Dessen Generalsekretär Peter Haubner hat sich schon heuer im August für entsprechende Vorschriften stark gemacht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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163 Kommentare
 
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kurz vor der Pleite

kommen auch österr. Politiker drauf, dass irgendwann die Tinte fürs Papiergeld ausgeht...

Gast: klapperschlange
04.11.2012 11:59
0 0

am Fekter - Wesen wird die Welt genesen.


Bei der ÖVP scheitert es an den einfachsten Dingen

Braucht die ÖVP demnächst ein Gesetz, wie sie einen Kugelschreiber halten kann?

Jetzt mal in Ernst: Stellen die sich so dumm an oder sind die wirklich der Klapse näher als ihren Verstand? Ob wir Schulden machen sollen? Tja, um diese Frage zu beantworten brauchen wir eine "Schuldenbremse". Dumm nur, dass die Schulden deswegen nicht gestoppt wurden. Was soll das?

Jetzt brauchen wir eine Diskussion darüber, ob auch das EU Geld überprüft werden soll? Was ist da bei denen los? Eine Ministerin die Eltern für ihre Kinder mitwählen lassen will und wo eine Kontrolle als RS gilt.

Nein, FPÖ und BZÖ verstehen nichts von der Wirtschaft. Aber die ÖVP ist da auf Zack. Echt jetzt!

Österreich Total verschuldet und überwacht, die ÖVP selbst verschuldet und weiß genau, was eine Homepage auf dem freien Markt kosten darf. Weil sie so auf Zack ist, fragt sie auch nicht nach einen Rabatt wie andere Staaten bei den Euro-Zahlungen. Haben wir ja gar nicht notwendig, da ja eh die EU unseren Wohlstand und die Arbeitsplätze sichert.

Und das "Bürgertum" gilt als Stammwähler bei der ÖVP. Einfach widerlich, was aus einem angesehenen Kreis geworden ist!

Antworten Gast: ÖVP-Corporate Identity
03.11.2012 18:15
0 0

Re: Bei der ÖVP scheitert es an den einfachsten Dingen

Sei gscheit und stell dich dumm.

Schuldencheck“ auch bei EU-Geld

Es gibt nur ganz wenige Wahlen in einer westlichen Demokratie die nicht durch Wahlgeschenke gewonnen worden sind. Nach marktwirtschaftlichen Erkenntnissen, also gekauft. Das absurde dabei ist, die Wähler wissen genau sie müssen diese Geschenke selbst bezahlen. Aber da kommt so wie es scheint Stalins Ausspruch zur Geltung; das kürzeste Gedächnis auf der Welt hat ein Volk.
Österreichs Glücksfall ist eine Finanzministerin wie Frau Maria Fekter. Sie vereinigt in sich frauliche Intuition mit einer großen Portion Hausverstand. Diese Mischung hat Österreich vor größeren Schaden bewahrt. Sie muß sich in einem Haifischbecken bewegen und gegen Ignoranz ankämpfen. Diese Frau muß in allen ihren Bemühungen eine volle Unterstützung bekommen.

Gast: Geld istweg!
03.11.2012 14:22
2 0

Das gab es im Prinzip bis jetzt auch schon,

Bei jedem Gesetz mussten auch bisher schon die Folgekosten bekannt gegeben werden. Gebracht hat es bis jetzt freilich gar nichts, solange solche Populisten wie Gusenbauer , Faymann und Konsorten ungeniert Wahlgeschenke aus Steuerzahlers Tasche verteilen dürfen, und die VP oder Andere zustimmen, wird sich nie was ändern!

Gast: Alles Gauner
03.11.2012 13:52
1 0

Josef Moser (* 6. Oktober 1955 in Lienz, Osttirol) ist ein österreichischer Verwaltungsjurist und Politiker (FPÖ). Seit dem 1. Juli 2004 ist er Präsident des österreichischen Rechnungshofes.

Josef Moser wuchs in Kärnten auf, besuchte das theresianische Militärrealgymnasium in Wiener Neustadt und studierte dann von 1976 bis 1981 Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Promotion 1981). Von 1981 bis 1990 war er Beamter der Finanzlandesdirektion für Kärnten, von 1992 bis 2003 Klubdirektor des FPÖ-Parlamentsklubs. 2003 wurde er Vorstandsdirektor der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG, 2004 Vorstandsmitglied der ÖBB-Holding AG. Er war Mitglied des Österreich-Konvents.

Moser war auch Gegenstand der Berichterstattung über illegale Parteienfinanzierung: der Chauffeur von Jörg Haider sagte aus, 1996 fünf Millionen Schilling, die von dem Industriellen Herbert Turnauer stammten, in einem Plastiksackerl (daher die Bezeichnung Plastiksackerl-Affäre) an Moser in dessen Eigenschaft als damaligem FPÖ-Klubdirektor übergeben zu haben. Eine solche Parteispende hätte laut Gesetz dem Rechnungshof gemeldet werden müssen, was aber in diesem Fall unterblieb.

Gast: phj
03.11.2012 13:27
0 1

Kontrolle

Eigentlich sollte es obligat sein, daß jedes Ministerium und Institution jährlich eine durchschaubare, also eine detaillierte und für den Bürger verständliche Abrechnung vorlegt.
Aber in den verfilzten Chaos scheinen die Zuständigen dazu nicht bereit zu sein.
Fekter obliegt es einen Kontorahmen zu erstellen.
An diesem Kontorahmen kann man dann ersehen in wie weit Fekter ihre Absicht ernst meint.


Antworten Gast: Walter53
03.11.2012 13:45
3 0

Bei uns funktioniert Kontrolle ähnlich wie in Nordkorea oder China

SPÖ+ÖVP in der Regierung wird von SPÖ+ÖVP im Parlament kotrolliert;
SPÖ+ÖVP bestellen Staatsanwälte und Richter;
SPÖ+ÖVP bestellen der ORF und die Polizei......

SPÖ+ÖVP kontrollieren ihr handeln auf allen Ebenen selber.

SPÖ+ÖVP verhalten sich so als ob ihnen der gesamte Staat gehören würde. Das hat die ehemalige DDR nicht lange durchgehalten.

Re: Bei uns funktioniert Kontrolle ähnlich wie in Nordkorea oder China

danke, wunderbar komprimiert dargestellt. so ists noch nicht mal mir selber aufgefallen. leider hat die DDR das im vergleich übel lange durchgehalten. und erste tendenzen zu GROKO-einheitsführerparteilichen immunisierungsstrategien sind bereits zu beobachten: lange legislaturperioden aus angst vor den wählern, weniger abgeordnete (die ein freies mandat ausüben könnten, gott behüte), geld zuschanzen für propaganda, "die reihen dicht geschlossen" wenn einer vor den ausschuß soll, aber die polizei rufen, wenn andersdenkende der opposition nicht vor den ausschuß kommen. währet den anfängen!

Re: Bei uns funktioniert Kontrolle ähnlich wie in Nordkorea oder China

die Grenzöffnung hat bei uns halt gemacht!

Gast: Plach2
03.11.2012 13:10
1 0

Schuldenchecheck auch bei den Bundesländern!

Bekanntlich haben NÖ, Tirol und Kärnten in den vergangenen Jahren einen hohen Schuldenberg angehäuft (lt. Rechnungshof)

Die ÖVP meint dazu: "Wir lassen uns vom Rechnungshof da nicht dreinreden".

Gast: Benno T.
03.11.2012 12:47
0 1

Fachwissen

Für mich ist Frau Fekter eine von wenigen in der Politik, die über ausreichendes Fachwissen und Berufserfahrung für ihre politische Funktion verfügen.

Antworten Gast: Baur54
03.11.2012 13:01
2 1

Das denke ich auch

Am 16.6.2011 erklärte sie dem Parlament: "Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft".

SPÖ+ÖVP haben HC lautsarkt ausgelacht als er von "einem Faß ohne Boden sprach".

Antworten Antworten Gast: Benno T.
03.11.2012 17:10
0 0

Re: Das denke ich auch

Die Milliarden, die wir nach Griechenland schicken, reuen mich natürlich ganz besonders. Nur Frau Fekter alleine kann und konnte sie nicht verhindern. Da ist sie nur ein kleines Rädchen in der europäischen Politik.

Gast: Raffzahn Schani
03.11.2012 11:10
3 0

Augenauswischerei


Die Schulden werden nie weniger, denn was täten dann alle jene, die Jahr für Jahr leistunsgslos Zinsen einstreifen. Hat man unser Geldsystem einmal in den Grundzügen verstanden, rollt es einem die Zehennägel auf, so fies ist es.

Danke schön an alle Politiker, Ökonomen, Experten, dass euch alle nie etwas an diesem System gestört hat, das auf Dauer gar nicht funktionieren kann.

Danke an die Medien, die die Menschen eingelullt haben.

Danke, dass wir wieder Vollgas ins Radar der Geschichte bolzen werden, das hat natürlich keiner vorhersehen können.


Gast: PÖHSE
03.11.2012 10:40
1 1

Du sollst die Mitzi nicht im Wahlkampf


runterputzen !
Dein Styria-Verlag .

5 vor 12 gibts wieder

neue Regelungen die die alten Regelungen überprüfen sollen...einfach lächerlich!

deine Uhr geht falsch!


Gast: PÖHSE
03.11.2012 10:03
2 1

Wie originell !

Zuerst verraten und verschmeissen sie uns an den ESM, und dann grübeln sie über die Sinnhaftigkeit von Trinkgeldern .

Der Pferch bestimmt in Zukunft selbst, wieviel ein Land abzudrücken hat.

Außer bei England .

Einfach unglaublich

wieso gibt es eigentlich diesen Schuldencheck nicht schon seit mindestens 30 Jahren?

und schon wieder mischt sich plastiksackerl-moser ein.

vermutlich ist er ganz scharf darauf zu kontrollieren und (wie im fall buwog) bei persönlichem nichtgefallen des berichts diesen im papierkorb verschwinden zu lassen.

einen derart schwindlichen rh-chef hatten wir wohl noch nie!

Neu?!

ich kann mir nicht vorstellen das solche Auswirkungen bei neuen Gesetzen bis jetzt nicht beachtet wurden. solche aussagen das die Neuverschuldung gesenkt werden muss oder Investitionen besser durchdacht werden müssen gab es schon immer. hat dann vielleicht für ein paar Jahre funktioniert aber grösstenteils haben sich doch alle immer wieder neu verschuldet oder in Projekte investiert die dann eine kosten Explosion verursacht haben. alles Propaganda. es wird sich gar nichts dadurch ändern. wir benötigen einen nachtwächterstaat der nicht alles regulieren will. vergesst das Parteien System. es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Parteien. siehe USA oder aber auch bei uns. solange die EU, eine nicht demokratische gewählte Organisation, immer mehr über unser leben entscheiden will wird es immer schlimmer. er verkörpert das schlechteste aus Sozialismus und Kapitalismus.

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und wer hält sich daran

sicher nicht die Kaiser in den Bundesländern

Nach über 40 Jahren Schuldenmacherei etwas zu spät!


Gast: Hans M..
03.11.2012 04:20
5 0

Volksverdummung und heiße Luft

Jetzt gibt es schon die Schuldenbremse jetzt auch noch den Schuldenchek dann sagt das mal der Kommunal Kredit -der ÖVAG und der HYPO-ALPE-ADRIA Bank.
Wir haben jetzt den Schuldenchek es gibt kein Geld mehr,liebe Pleitebanken. Das will ich sehen.
Nicht nur das wir ohne Ende für diese Pleite-Banken zur Kassa gebeten werden jetzt dürfen wir uns auch noch verhöhnen und vera...chen lassen.
Danke Frau Finanzministerin Fekter,vielen Dank.

 
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