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Politikergehälter: Gesetz muss repariert werden

02.11.2012 | 12:44 |   (DiePresse.com)

Geht es nach der SPÖ, soll das Gehalt von Österreichs Politikern um 1,8 Prozent angehoben werden. Dafür muss eine Verfassungsbestimmung geändert werden.

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Die SPÖ will die Politikergehälter im kommenden Jahr anheben. Diese sei "nach vier Nulllohnrunden nicht ausgeschlossen, soll aber maximal 1,8 Prozent betragen", hieß es dazu aus dem Bundeskanzleramt. Die ÖVP wollte sich am Freitag auf keinen konkreten Wert festlegen.

Um die rote Ankündigung tatsächlich realisieren zu können, bedarf es aber einer "Gesetzesreparatur", wie Rechnungshof und Sozialministerium am Freitag betonten. Laut Bezügebegrenzungsgesetz würde die Anhebung im kommenden Jahr nämlich 2,8 Prozent ausmachen und damit mehr als das Gehaltsplus der Pensionisten. Will die Koalition dies vermeiden, bedarf es einer Reform vor Jahresende. Weil es sich um eine Verfassungsbestimmung handelt, wäre dafür eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat und damit die Zustimmung von FPÖ oder Grünen nötig.

Von Juli 2008 bis inklusive 2012 mussten die Politiker mit vier Nulllohnrunden leben. Wegen des Sparkurses der Regierung wurden die Gehälter eingefroren und haben durch die Inflation real um 8,6 Prozent an Wert verloren. Je nach Höhe des Einkommens macht der Verlust durchaus ansehnliche Beträge aus: Wären die Gehälter jedes Jahr an die Inflation angepasst worden, würde Bundespräsident Heinz Fischer heute um fast 2000 Euro monatlich mehr verdienen, bei Ministern und Landeshauptleuten macht der Verlust rund 1400 Euro aus, bei Nationalratsabgeordneten rund 700 Euro monatlich (siehe Tabelle unten).

Vorsicht vor "politischen Nullen"

Die Grünen reagierten als erste Partei auf den SP-Vorschlag. Sie seien zu einer Reparatur des Gesetzes bereit und treten für eine Gehaltsanpassung für Politiker in Einklang mit den Pensionisten ein. Eine weitere Nulllohnrunde lehnte Vizeklubchef Werner Kogler am Freitag allerdings strikt ab. "Wer 20 Jahre lang Nulllohnrunden verordnet, der wird am Schluss nur mehr politische Nullen bekommen", warnte Kogler.

Für die FPÖ ist bei der Anhebung der Politikergehälter die Pensionsanpassung um 1,8 Prozent das "Maß der Dinge". Im Gegensatz zu den Grünen ist für FP-Generalsekretär Herbert Kickl aber auch eine weitere Nulllohnrunde für Politiker vorstellbar, ebenso wie für das BZÖ.

PolitikerbezügeGehalt aktuellAnhebung um 1,8 %Anhebung um 2,8 %Wertverlust seit 2008 (in Euro)
Bundes-präsident22.84823.25923.488-1.965
Bundeskanzler20.40020.76720.971-1.754
Vizekanzler17.95218.27518.455-1.544
Nationalrats-präsident17.13617.44417.616-1.474
Minister16.32016.61416.777-1.404
Landes-hauptmann16.32016.61416.777-1.404
Nationalrats-abgeordneter8.1608.3078.388-702

(APA)

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48 Kommentare
 
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Schon interessant...

dass in Österreich Politiker mehr verdienen als zB jene in Frankreich (einem Land, dass um einiges größer und bedeutender ist als Österreich) noch VOR den Gehaltskürzungen durch Präsident Hollande verdient haben, ganz zu schweigen von jetzt nach dem 30% Abzug!


Gast: Inflationi
04.11.2012 16:29
0 0

Gehälter

Wenn schon dann gehört für alle nach
Höhe der Inflationsrate angepasst, dass
wäre gerecht, aber nicht die einen schon die
anderen nicht und überhaupt bei diesen
Gehältern, würde ich sagen gar nicht anpassen.

Gast: Altkater1
02.11.2012 23:04
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Wischiwaschi

Heut hat meine Bekannte ihren neuen Pensionsbescheid bekommen.
Sie ist Mindestpensionistin, schwerst sehbehindert, Orientierungsschwierigkeiten usw. usw.
Die Pension ist um ein paar Euro erhöht worden, die Ausgleichszulage wurde im selben Ausmaß gekürzt!!

Dankeschön ihr ach so sozialen Sozialisten!

Sagt mir nur noch eins:
Für welche Klientel wollt ihr immer den "Reichen" was wegnehmen?

UND:

Ist das euer immer wieder und jahrzehntelang erklingender Ruf nach jener ominösen "Gerechtigkeit"?

Das freut aber unsere Pensionisten!

Die SPÖ wird sich denken, bei den Pensionisten kann man eh sparen. Die alten Säcke sind eh schon zu alt um noch Protestieren zu können.

Und die meisten "unsere" Wähler checken sowieso nicht, wenn und was sie bei uns wählen.

Gast: Schramagl
02.11.2012 20:50
1 0

Mit was für einer Begründung?

Wos war mei Leistung Feymann- Spindelegger?

Steurgeld nach Griechenland "verborgt" wie die SPÖ und ÖVP das nennen. Ich denke von dem sehen wir nichts mehr davon.

Die armen Politiker werden doch mit 100 Tausend bis 300 Tausend Schilling im Monat auskommen. Ohne die 1,8% Erhöhung.

Das soll der Feymann und Spindelegger mal einer Mindestpensionistin oder einen Mindestpensionisten erklären, der trotz allen sein Leben lang gearbeitet hat. Er hat halt zu wenig verdient. Aber Ihr Politiker wollts a Lohnerhöhung.

Wieder ein Grund keiner diesen Partein rot-schwarz-grün und FPö zu wählen.

Jeder ander Berufsgruppe aber euch steht keine zu. Ich denke ihr verdients genug!

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Vorsicht vor....

So sind sie halt die "Linken", gierig, verlogen und präpotent.


Gast: IkeaFan
02.11.2012 20:15
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BlauGelbNordisch

Ich bin ja dafür die Erhöhung, in Naturalien auszuzahlen.

Gardinen aus Schweden wären eine nette Geste für viele geschätzte Volksrepräsentanten.

POLITIKER:WAS WAR EURE LEISTUNG?


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wie bitte?

in diesen zeiten kaempfen wirklich viele menschen mit dem permanenten versagen der politik.

nein, krisen und andere probleme fallen nicht vom himmel. sie werden gemacht oder eben nicht rechtzeitig erkannt und verhindert.

also den menschen staendig erklaeren, dass wir sparen muessen, die griechen (aehm, die deutschen banken) finanzieren, budget sanierung usw ... und dann selber die hand aufhalten ...

euch gehts echt nicht mehr gut

"Wer 20 Jahre lang Nulllohnrunden verordnet, der wird am Schluss nur mehr politische Nullen bekommen", warnte Kogler.

Der braucht gar keine Nulllohnrunden, eine politische Doppelnull ist er bereits. Der Demagoge spricht von 20! Jahren, dabei sind's gerade einmal 4! So manipuliert der mit Zahlen. Wenn's an's abcashen geht sind die Grünen auch immer wie die SPÖ dabei.

Und 1.8% wie bei den ASVGlern? Dann auch eine Obergrenze, denn die mit "höherer" Pension kriegen wahrscheinlich eh wieder einen Tinnef. Daher Obergrenze für 1.8% bei Politikergehälter: 2000€ ! Wer mehr bezieht schaut durchs Rohr!

(Herr) Kogler, wenn NULLEN wie Sie eines sind, mehr verdienen,

wird daraus auch keine EINS!

SPÖ-Nichtleister sind wieder mal gierig!!!

Keine Ahnung vom ESM vom Taxifahrer abwärts (mit FLAF vergleichen .... tststs) und dennoch abnicken, aber deppat auf Gehaltserhöhung pochen ....

Gast: gast x
02.11.2012 18:54
3 0

Angemessene Bezüge!

Das Problem sind nicht höhere Gehälter sondern jene Politiker, die weniger wert sind!

Das kommt davon

wenn ein Taxler Bundeskanzler ist !

Gast: Abgezockt
02.11.2012 17:42
5 0

Der Hundstorfer

Der Hundstorfer soll sich lieber darum kümmern, dass die Pensionskassen nicht laufend unser sauer verdientes Geld verspekulieren. Aber das interessiert ihn überhaupt nicht ! Hauptsache, er hat genug !

Gast: PÖHSE
02.11.2012 17:40
2 0

If you don't give enough WATSCHN,



you get Watschngsichter .

Therefore spare not with the Watschens !

(Nein, ich kann schon richtig englisch, aber...)

Re: If you don't give enough WATSCHN,

Please dont forget to offer our taxidriver Wernerle some "Waschtens" for free .....

Gast: Chimpbeobachter
02.11.2012 17:38
3 0

When you have monkeys, you should pay peanuts

Warum eine extra Banane fuer die Affen?

Re: When you have monkeys, you should pay peanuts

YES! :)

Gast: diefreche
02.11.2012 16:54
5 0

Erhöhung? Ja, aber:

Es ist nicht einzusehen, warum jemand mit einem Bezug vom 8.160,- (=Nationalratsabgeordneter) monatlich nochmal 150,- Euro beziehen soll. Das hat mit einem Bezug zum ASVG nichts mehr zu tun. Der Bezug eines Politikers sollte, sofern er über der mit der Höchbemessungsgrundlage zur Beitragszahlung nach dem ASVG (=4.230,-) liegt, nicht mehr darüber hinaus einer automatischen erhöhung unterliegen.

Vielleicht steckt aber auch hier (wie bei der Herabsetzung des Wahlalters, das den Parteien viele Millionen brachte und bringt) eine versteckte Parteienfinanzierung dahinter? Denn die Abgeordneten haben ja eine (vermutlich Prozentuelle) Parteisteuer zu entrichten...

Pfui, ihr gewählten Volksvertreter

Gast: Der Freie Geist
02.11.2012 16:51
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Protest

Wann werden Politiker endlich verstehen was sie tun? Wenn sie Machtkämpfe wollen, werden sie diese eines Tages bekommen. Es wird auf der Straße beginnen und enden wird es... (soweit will ich garnicht gehen...).

Gast: rest in peace
02.11.2012 16:37
5 0

"Wer 20 Jahre lang Nulllohnrunden verordnet, der wird am Schluss nur mehr politische Nullen bekommen"

Die letzten 20 Jahre sind wie im Flug vergangen - kaum zu glauben......

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Re: "Wer 20 Jahre lang Nulllohnrunden verordnet...

... und das ganz ohne Nulllohnrunden! Also dieses Argument hat sich ja wohl gerade selbst widerlegt.

Die Grünen zeigen Ihre wahre Fratze

Wenn´s um die eigene Kohle geht, dann kann Vizeklubchef Werner Kogler auch strikt sein:

"Wer 20 Jahre lang Nulllohnrunden verordnet, der wird am Schluss nur mehr politische Nullen bekommen"

Ich meine: Wer zwanzig Jahre Stalinisten im Parlament hat soll froh sein, dass noch nicht mehr passiert ist.

Gast: my 2 cents
02.11.2012 15:16
8 1

Dafür dass eh fast 90% der Gesetze

in Brüssel beschlossen werden, verdienen die Politiker mehr als genug. Und eigentlich könnte man die Zahl der Abgeordneten im Parlament ebenfalls reduzieren. Solange Armut, Prekarisierung und Arbeitslosigkeit zunehmen, manche MindestrentnerInnen im Winter sogar frieren müssen, sollte man von politisch unsensiblen Gehaltserhöhungen einer materiell privilegierten Kaste absehen.
In den 1990ern Jahren waren die (im internationalen Vergleich) sehr hohen Gehälter gerechtfertigt, denn damals ging es der Bevölkerung in Österreich um einiges besser. Aber jetzt wird eine immer größere Diskrepanz sichtbar zwischen der politischen Kaste und dem Gros der Bevölkerung sichtbar.

 
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