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Die blauen Netzwerke des roten Generalstabschefs

02.11.2012 | 18:45 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

General Edmund Entacher ist zwar SPÖ-Mitglied, mit seinem Minister liegt er allerdings im Dauerclinch. Das nützen ÖVP und FPÖ aus, um zusammen mit dem Generalstabschef für die Wehrpflicht zu werben.

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Wien. Eigentlich ist die Debatte rund um die Heeresvolksbefragung im Jänner ein Match zwischen SPÖ (pro Berufsheer) und ÖVP (pro Wehrpflicht). Doch der richtige Kampf wird parteiintern bei den Sozialdemokraten geführt: Im Mittelpunkt stehen vor allem SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos und der rote Generalstabschef Edmund Entacher. Und da Letzterer sogar seinen Pensionsantritt verschoben hat, um für den Erhalt der Wehrpflicht zu kämpfen, hat er sich viele neue – etwas unübliche – Freunde gemacht.

So tauchten auf dem traditionellen Empfang des Generalstabschefs nicht nur Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) auf. Auch der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) war dabei. Apropos FPÖ: Die Partei nutzt den General gezielt zur eigenen Kampagne. Entacher sprach auf einer Veranstaltung des „Liberalen Klubs“, dessen Präsident FPÖ-Wehrsprecher Peter Fichtenbauer ist. Und, da er schon mal da war, wurde Entacher auch gleich für das „FPÖ-TV“ im Internet interviewt. Die Fragen stellte Graf-Sprecher Alexander Höferl, aus dem Interview wurden gleich zweiBerichte für die freiheitliche Online-Sendung gebastelt.

Darabos zeigte sich von dem Gespräch alles andere als begeistert: „Mich macht so etwas traurig“, sagte er dem „Kurier“. Es habe ihn „persönlich sehr getroffen“, dass Entacher sich von Graf feiern lasse. In der „Mehrheit der reifen Demokratien“ wäre ein solches Agieren „undenkbar, denn in allen EU-Armeen gilt das Primat der Politik“, meint der Minister. Generell diene das Auftreten der Generäle ihrer Sache nicht, denn: „Wenn Generäle politisch agieren, dann verursacht das Unbehagen in der Bevölkerung und im Heer.“

Entacher gibt sich davon unbeeindruckt: „Ich möchte den Minister nicht kommentieren, darauf lasse ich mich nicht ein“, meint er zur „Presse“. Er habe jedenfalls „keine besondere Verbindung zur FPÖ“. Er sei einfach zur Veranstaltung vom „Liberalen Klub“ eingeladen worden – außerdem würde er Einladungen jeder Partei folgen. „Beim Interview bin ich bei dem geblieben, was ich immer sage. Ich habe nicht Grund genug gesehen, es zu verweigern.“ Dass es sich dabei um „FPÖ-TV“ handle, das habe er schon gewusst, betont aber gleich darauf: „Mein Netzwerk ist das nicht, auch wenn ich als Generalstabschef überall Verbindungen haben muss.“

 

Politische Einstellung bleibt

An seiner politischen Einstellung ändere die Debatte nichts: „Ich war schon SPÖ-Mitglied, als es im Ressort noch nicht so einfach war.“ Und: „Ich bin zu einer Zeit zur SPÖ gegangen, in der heutige Mitdiskutanten noch in der Volksschule waren.“ Damals war die Parteilinie auch noch eine andere, die Sozialdemokraten setzten sich für den Erhalt der Wehrpflicht ein.

Ganz unkommentiert will Entacher den Minister dann doch nicht lassen: Der Vorwurf, er würde sich gegen Reformen stemmen, weil er dadurch gewisse Annehmlichkeiten verlieren würde, gehe „völlig ins Leere – ich gehe nächstes Jahr ja in Pension“, meint Entacher. Außerdem heiße es, er würde politisieren – bei anderen hochrangigen Offizieren, die für ein Berufsheer werben, allerdings nicht: „Aber ich halte das schon aus.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2012)

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170 Kommentare
 
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Gast: Engler
04.11.2012 03:45
2 1

..wer im Glashaus sitzt,...

natürlich ist es legitim, dass die F genauso wie die anderen Parteien ihre Machtbereiche pflegt, darunter eben auch im eher blaugefärbten Bundesheer,..
aber andrerseits ist auch die FP in genau die gleichen Skandale und Schweinereien verstrickt wie die alle anderen,.. und sie tut sich immer schwerer, sich davon zu befreien,.. die Umfragen zeigen das deutlich, dass man mit Scheuchs, Graf, und HYPO noch so manche Altlasten mitschleppt,.. die kann auch Strache nicht loswerden, dazu hat er zuwenig Macht.
und Entacher gilt ja auch nicht gerade als Vorbild,..
da hilft die ganze schöne Uniform nichts,...

Charakter

Darabosch hat sich geweigert das Österreichische Volk zu verteidigen, dazu hat er sich bekannt, deshalb ist er für einen Verteidigungsminister untragbar. Solche Personen sollten schon von Gesetzes wegen von Ministerposten ausgeschlossen sein. Ausdrücklich möchte ich betonen, daß ich auch den Zivildienst schätze. Zum Heer. Ein Berufsheer ist ausschließlich für die EU und Nato notwendig, alles andere ist gelogen. Die Entscheidung ist daher, wollen wir uns mit der EU oder Nato Weltweit an Kriegen beteiligen.?

Antworten Gast: Nicht voreingenommen
04.11.2012 11:46
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Re: Charakter

Sie haben schon sehr verquere Gedankengänge, wenn Ihrer Ansicht nach die im neutralen Schweden Verantwortlichen ihr Volk belügen.

Antworten Gast: Guckst du ganz genau
04.11.2012 11:42
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Re: Charakter

Wer den Fortschritt meidet und sich dabei auch noch zum Außenseiter macht, verwirkt das Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht, ist somit dem Rückschritt und in weiterer Folge der totalen Abhängigkeit geweiht.

Re: Charakter

Warum war dann Fassl saufen am Abend als Verteidigungsminister tragbar, der weder Zivildienst noch Wehrdienst geleistet hat? Weil er aus Ihrer korrupten Partei stammt? Und das ein Berufsheer für die EU und Nato notwendig wäre ist gelogen. In der EU ist Österreich bereits und in vielen Nato Ländern gibt es eine Wehrpflicht zB.Türkei, Griechenland etc.
Genauso gibt es auch genügend demokratische Länder die weder in EU noch Nato sind, aber zB. eine Wehrpflicht haben oder auch nicht.
Und Ihre Frage zur Kriegsbeteiligung weltweit, wer war am 1.Weltkrieg beteiligt und hat Ihn sogar ausgelöst? Wer war am 2.Weltkrieg beteiligt, ausgelöst durch einen Österreicher? Wer hat da als Wehrpflichtiger Tod und Elend über die Welt gebracht? Nato und EU, sowie Zivildienst als Begründung für das Aufrechterhalten von Zwangsdienst und Sklavenarbeit gab es damals nicht.

Gast: Akanthus
03.11.2012 21:37
2 1

Dieser Minister Darabos

ist leider in keinster Weise in der Lage, verlässlich zu erklären, wie ein Berufsheer in unserem Land ganzheitlich betrachtet funktionieren soll. Eines ist fix: Wenn sich diese Sache tatsächlich als Trottelei erweist, kann man die negativen Folgen nicht mehr reparieren.

Gast: Gruß aus der Vergangenheit
03.11.2012 21:26
2 0

Alles schon mal dagewesen?:

"... die schwerfällig provinzielle Verwaltung und die ungenügende Heeresorganisation zu beseitigen, war nun Maria Theresias Streben. Sie rottete das Feudalsystem nicht völlig aus, aber suchte es unschädlich zu machen ..."

Aus: Meyers Konversationslexikon

Gast: huberhias
03.11.2012 18:40
3 1

Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Wenn "Die Presse" schon so ausführlich darüber berichtet, sollte sie sie auch verlinken:

www.youtube.com/watch?v=nrWUiv4q5ak

http://www.youtube.com/watch?v=VoGk4KjdbsQ&t=5m24s


Antworten Gast: Guckst du genau
03.11.2012 19:48
2 5

Re: Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Die Presse tut gut daran, sich nicht zu Werbesendungen einer Partei zu verlinken.

Sie sollte sich auch in Zukunft als unabhängige Zeitung auf solch ein Niveau nicht herablassen.

Antworten Antworten Gast: IO
04.11.2012 08:55
0 1

Re: Re: Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Das machen die nur für Rotschwarzgrün.
Halt nicht das herrl beißen welches einen füttert...

Antworten Antworten Gast: huberhias
03.11.2012 20:31
3 1

Re: Re: Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Das eine ist ein deklariertes Parteimedium, das andere eine durch staatliche Presseförderung und Regierungsinserate gesteuerte Zeitung. Und vom Niveau in puncto Qualität kann ich keinen Unterschied erkennen, tut mir leid.

Antworten Antworten Antworten Gast: Waliluso II
03.11.2012 21:02
2 2

Re: Re: Re: Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Manche erkennen Unterschiede nicht, weil sie blind sind oder blind sein wollen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Leser
04.11.2012 08:56
0 1

Re: Re: Re: Re: Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Wenn das rote Brett vorm Schädel notgedrungen immer dicker wird...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Waliluso II
04.11.2012 11:55
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Re: Re: Re: Re: Re: Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Oder die riesigen schwarzen Alpenmassive vor den Schädeln.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Nicht voreingenommen
04.11.2012 11:47
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Re: Re: Re: Re: Re: Hier übrigens die Beiträge im FPÖ-TV

Dann hat also Ihrer Ansicht nach die absolute Mehrheit der Europäer ein Brett vorm Kopf, nur ausgerechnet die österreichischen Nabelgucker nicht :-))

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Darabos hat 3 Probleme

- Entacher (und somit viele Offiziere)
- Kammerhofer (und damit alle Fraktionscapos, außer der eigenen)
- das Bundesheer (dort macht jeder was er will)
Wenn das ÖBH nicht als Armee einer Bananenrepublik weiterwursteln soll, muss der Minister konsquent, direkt und hart durchgreifen.
Zum Wohle der Republik.

Nein

Das Bundesheer muss mit den Sozialisten das machen, was es 1934 gemacht hat: Den Staat vor deren Diktatur retten. Und wenn es darum geht, haben sie (so wie damals auch) die Mehrheit der Menschen hinter sich. Darum will man ja auch kein Milizheer... da würden nämlich Figuren wie Darabos bestenfalls die Latrinen leeren.

Re: Nein

Lernen Sie erstmal Geschichte, aber damit hatte Ihre Partei ÖVP schon immer Probleme!

Antworten Antworten Gast: SMY
03.11.2012 19:03
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Re: Nein

Das Bundesheer im Jahr 1934, das damals laut Ihrer Defination die Mehrheit des Volkes hinter sich hatte, war eine Berufsarmee.

Gast: Die Härte des Lebens
03.11.2012 17:53
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in den täglichen Schlachten eines Verteidigungsministers

„Mich macht so etwas traurig“, sagte er dem „Kurier“. Es habe ihn „persönlich sehr getroffen“

In einem Pflegeberuf wäre der sicher besser aufgehoben.

Gast: Eso-Policier
03.11.2012 16:52
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Wehrpflicht

Die Wehrpflicht, und diese verächtliche "Stellung", gehören sofort abgeschafft. Mehr dazu auf Esopolice (bitte googlen).
Und speziell zum Thema "Stellung" siehe
www.musterung.us

Antworten Gast: haha hab gegoogelt
03.11.2012 17:57
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Re: Wehrpflicht

In vielen Bereichen ist heute eine Dualität vorherrschend. Z. B. im Bereich Informatik. Die allermeisten Computer sind heute binäre Computer. Ein binärer Computer basiert auf den beiden Zuständen “Ein” und “Aus”. Es gibt aber auch ternäre Computer mit 3 Zuständen. Deren Weiterentwicklung sollte in der Zukunft besonders gefördert werden. Ebenso gibt es in der Esoterik binäre und trinäre Verfahren. Ein trinäres Verfahren ist z. B. das vereinfachte I Ging. Dabei stellt man eine Frage und wirft 3 Münzen mit einem Wurf.* Fällt einmal “Zahl”, so bedeutet dies “Ja”. Fällt zweimal “Zahl”, so bedeutet dies “Nein”. Fällt keinmal oder 3-mal “Zahl”, so bedeutet dies “Vielleicht”. Es gibt also 3 mögliche Antworten.

* Hingegen beim eigentlichen I Ging wirft man 6-mal 3 Münzen. Mehr Infos bekommt man, wenn man in der Google-Suchmaschine “I Ging Münzorakel” eingibt. Siehe auch meinen Artikel “Beschreibung eines esoterischen Verfahrens”, den man u. a. über das “Archiv”, “September 2012″ erreichen kann.

Eso-Policier

Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
03.11.2012 19:09
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Re: Re: Wehrpflicht

Also bei manchen Kommentaren weiss ich echt nicht, was die dem Leser damit sagen wollen. Was hat die Stellung mit der Informatik zu tun.

Antworten Antworten Antworten Gast: KWD
03.11.2012 20:29
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Re: Re: Re: Wehrpflicht

Geht mir auch so. Das sind so Möchtegernkommentareschreiber, die sich irgendwas irgendwo zusammengoogeln, selber nicht wissen, was das bedeutet und in welchem Zusammenhang sie das bringen sollen. Also kopieren sie dort was raus und da was rein und freuen sich deppert, dass sie "einen Kommentar" geschrieben haben.

Ein Berufheer unter dem Kommando...

... eines demokratiefeindlichen Darabos??

Was ist mit dem Recht zur freien Meinungsäußerung?
Wie war das mit der unrechtmäßigen Entlassung?
Wie war das mit ihrer Aussage zum BH 2010??

Da wird der Bock zu Gärtner gemacht!!

PS: Und ich dachte, die FPÖ ist eine vom Volk gewählte Partei, die im österr. Parlament vertreten ist? Die Roten glauben wohl , Österreich ist eine sozialistische Diktatur??

Antworten Gast: Moderndenkender
03.11.2012 16:57
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Re: Ein Berufheer unter dem Kommando...

"Recht zur freien Meinungsäußerung?":

Klar darf er das, aber nicht so. Er darf seinen Chef nicht oeffentlich kritisieren und in den Ruecken fallen.

Freie Meinungsaeusserung hat ihre Grenzen. Diese Grenzen hat Entacher ueberschritten.

 
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