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Fekter: „Schuldencheck“ auch bei EU-Geld

02.11.2012 | 18:45 |   (Die Presse)

Rechnungshof-Chef Moser stützt die Ministerin: Finanzielle Folgen von Gesetzen wurden bisher „nicht ausreichend“ beachtet. Die Regel soll auch für EU-Zahlungen gelten.

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Wien/Ett. Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) rennt mit ihrem geplanten „Schuldencheck“ bei Rechnungshof-Präsident Josef Moser offene Türen ein. Mit einer neuen Verordnung will die Ressortchefin, wie „Die Presse“ am Freitag berichtete, erreichen, dass ab 2013 die finanziellen Auswirkungen jedes neuen Gesetzes, egal, ob es von der Regierung oder vom Parlament eingeleitet wird, präziser und umfangreicher als bisher angegeben werden müssen.

Genau hier hakt die Kritik des Rechnungshof-Chefs an der gängigen Praxis in den vergangenen Jahren ein: „Dem wurde nicht ausreichend Bedeutung zugemessen“, beanstandet Moser im Gespräch mit der „Presse“. Er begrüßt daher ausdrücklich die nunmehrige Initiative der Finanzministerin für mehr Kostenbewusstsein bei neuen Gesetzesvorhaben und Verordnungen: Es sei „äußerst positiv“, wenn in Zukunft verstärkt darauf geachtet werde, im Hinblick auf die finanzielle Nachhaltigkeit die Auswirkungen auf den öffentlichen Haushalt exakter anzugeben.

 

„Führt zu mehr Verantwortung“

Der Rechnungshof-Präsident verknüpft das allerdings mit einer Forderung. Diese Regelung solle nicht nur für innerstaatliche Gesetzesvorhaben gelten, sondern auch für Österreichs Verpflichtungen im Rahmen der EU zur Anwendung kommen. „Das führt zu mehr Kostenbewusstsein und zu mehr finanzieller Verantwortung.“ Mit Blick etwa auf den EU-Fiskalpakt müsse vor allem Österreichs finanziellen Verpflichtungen im Rahmen der EU in Zukunft mehr Bedeutung beigemessen werden. Das sei auch für die Planbarkeit und die finanzielle Vorsorge der Gebietskörperschaften notwendig.

Fekters angekündigte „Schuldencheck“-Verordnung sieht nicht nur vor, dass wie bisher die finanziellen Folgen im Gesetzesentwurf beinhaltet sein müssen. Nach einer einheitlichen vom Finanzministerium erarbeiteten Systematik muss ab 2013 auch jeweils angeführt werden, wie sich die Kosten auf das von der Bundesregierung festgelegte Ziel des Schuldenabbaus auswirken oder ob der vorgegebene Budgetpfad verlassen wird, woher das Geld für die finanzielle Bedeckung neuer Maßnahmen kommt und ob es durch Umschichtungen im jeweiligen Ressort aufgebracht werden kann.

Es besteht offensichtlich gehöriger Nachholbedarf. Denn schon bisher musste, wie auch der Rechnungshof-Präsident betont, jeder Minister gemäß Paragraf 14 des Bundeshaushaltsgesetzes angeben, ob und welche finanziellen Auswirkungen neue Gesetzesvorschriften für den Bund und die Gebietskörperschaften haben. „Leider“, so bedauert Moser, habe sich gezeigt, dass die angeschlossenen Begründungen dabei „nicht sehr zufriedenstellend“ gewesen seien.

 

Umsetzung lax: 59 Prozent erfüllt

Der Rechnungshof-Chef stützt sich dabei auf den Tätigkeitsbericht seines Kontrollorgans für das Vorjahr. Ernüchterndes Ergebnis: Bei insgesamt 205 übermittelten und begutachteten Gesetzes- und Verordnungsentwürfen des Bundes seien eine Kalkulation und Darstellung der finanziellen Auswirkungen „lediglich in rund 59 Prozent der Fälle in ausreichendem Umfang“ erfolgt. Damit ist sogar eine „deutliche“ Verschlechterung im Vergleich zu früheren Jahren eingetreten. 2010 gab es noch in 68 Prozent der Fälle ausreichende und plausible Angaben; 2009 war das in 64 Prozent der geplanten gesetzlichen Neuerungen der Fall.

Im Büro von Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) wurde der „Presse“ erklärt, bezüglich des Ziels sei man mit den Plänen von Finanzministerin Fekter einig. Allerdings sei das Vorhaben mit genaueren Angaben über die finanziellen Folgen von Gesetzen bereits durch das neue Haushaltsrecht ab 2013 vorgegeben. Für den grünen Budgetsprecher Werner Kogler ist Fekter „unglaubwürdig“, weil sich die Regierung selbst nicht an die Vorgaben gehalten habe.

Da mit der Neuregelung durch den „Schuldencheck“ aber keine Sanktionen verbunden sind, wird von Experten bezweifelt, dass diese Änderung Wahlzuckerln oder teure Prestigevorhaben verhindern werde. Der Chef des Instituts für Parlamentarismus im Hohen Haus, Werner Zögernitz, wollte im ORF-Radio nicht von einer „zahnlosen“ Regelung sprechen.

Auf einen Blick

„Schuldencheck“. Nach einer von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) ab 2013 geplanten Verordnung müssen Folgekosten von Gesetzen genauer angegeben werden. Sanktionen gibt es nicht. Rechnungshof-Präsident Josef Moser begrüßt dennoch strengere Auflagen. Schon bisher waren finanzielle Auswirkungen anzuführen. Laut Rechnungshof war das 2011 aber nur in 59 Prozent der Fälle ausreichend der Fall.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2012)

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163 Kommentare
 
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kurz vor der Pleite

kommen auch österr. Politiker drauf, dass irgendwann die Tinte fürs Papiergeld ausgeht...

Gast: klapperschlange
04.11.2012 11:59
0 0

am Fekter - Wesen wird die Welt genesen.


Bei der ÖVP scheitert es an den einfachsten Dingen

Braucht die ÖVP demnächst ein Gesetz, wie sie einen Kugelschreiber halten kann?

Jetzt mal in Ernst: Stellen die sich so dumm an oder sind die wirklich der Klapse näher als ihren Verstand? Ob wir Schulden machen sollen? Tja, um diese Frage zu beantworten brauchen wir eine "Schuldenbremse". Dumm nur, dass die Schulden deswegen nicht gestoppt wurden. Was soll das?

Jetzt brauchen wir eine Diskussion darüber, ob auch das EU Geld überprüft werden soll? Was ist da bei denen los? Eine Ministerin die Eltern für ihre Kinder mitwählen lassen will und wo eine Kontrolle als RS gilt.

Nein, FPÖ und BZÖ verstehen nichts von der Wirtschaft. Aber die ÖVP ist da auf Zack. Echt jetzt!

Österreich Total verschuldet und überwacht, die ÖVP selbst verschuldet und weiß genau, was eine Homepage auf dem freien Markt kosten darf. Weil sie so auf Zack ist, fragt sie auch nicht nach einen Rabatt wie andere Staaten bei den Euro-Zahlungen. Haben wir ja gar nicht notwendig, da ja eh die EU unseren Wohlstand und die Arbeitsplätze sichert.

Und das "Bürgertum" gilt als Stammwähler bei der ÖVP. Einfach widerlich, was aus einem angesehenen Kreis geworden ist!

Antworten Gast: ÖVP-Corporate Identity
03.11.2012 18:15
0 0

Re: Bei der ÖVP scheitert es an den einfachsten Dingen

Sei gscheit und stell dich dumm.

Schuldencheck“ auch bei EU-Geld

Es gibt nur ganz wenige Wahlen in einer westlichen Demokratie die nicht durch Wahlgeschenke gewonnen worden sind. Nach marktwirtschaftlichen Erkenntnissen, also gekauft. Das absurde dabei ist, die Wähler wissen genau sie müssen diese Geschenke selbst bezahlen. Aber da kommt so wie es scheint Stalins Ausspruch zur Geltung; das kürzeste Gedächnis auf der Welt hat ein Volk.
Österreichs Glücksfall ist eine Finanzministerin wie Frau Maria Fekter. Sie vereinigt in sich frauliche Intuition mit einer großen Portion Hausverstand. Diese Mischung hat Österreich vor größeren Schaden bewahrt. Sie muß sich in einem Haifischbecken bewegen und gegen Ignoranz ankämpfen. Diese Frau muß in allen ihren Bemühungen eine volle Unterstützung bekommen.

Gast: Geld istweg!
03.11.2012 14:22
2 0

Das gab es im Prinzip bis jetzt auch schon,

Bei jedem Gesetz mussten auch bisher schon die Folgekosten bekannt gegeben werden. Gebracht hat es bis jetzt freilich gar nichts, solange solche Populisten wie Gusenbauer , Faymann und Konsorten ungeniert Wahlgeschenke aus Steuerzahlers Tasche verteilen dürfen, und die VP oder Andere zustimmen, wird sich nie was ändern!

Gast: Alles Gauner
03.11.2012 13:52
1 0

Josef Moser (* 6. Oktober 1955 in Lienz, Osttirol) ist ein österreichischer Verwaltungsjurist und Politiker (FPÖ). Seit dem 1. Juli 2004 ist er Präsident des österreichischen Rechnungshofes.

Josef Moser wuchs in Kärnten auf, besuchte das theresianische Militärrealgymnasium in Wiener Neustadt und studierte dann von 1976 bis 1981 Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Promotion 1981). Von 1981 bis 1990 war er Beamter der Finanzlandesdirektion für Kärnten, von 1992 bis 2003 Klubdirektor des FPÖ-Parlamentsklubs. 2003 wurde er Vorstandsdirektor der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG, 2004 Vorstandsmitglied der ÖBB-Holding AG. Er war Mitglied des Österreich-Konvents.

Moser war auch Gegenstand der Berichterstattung über illegale Parteienfinanzierung: der Chauffeur von Jörg Haider sagte aus, 1996 fünf Millionen Schilling, die von dem Industriellen Herbert Turnauer stammten, in einem Plastiksackerl (daher die Bezeichnung Plastiksackerl-Affäre) an Moser in dessen Eigenschaft als damaligem FPÖ-Klubdirektor übergeben zu haben. Eine solche Parteispende hätte laut Gesetz dem Rechnungshof gemeldet werden müssen, was aber in diesem Fall unterblieb.

Gast: phj
03.11.2012 13:27
0 1

Kontrolle

Eigentlich sollte es obligat sein, daß jedes Ministerium und Institution jährlich eine durchschaubare, also eine detaillierte und für den Bürger verständliche Abrechnung vorlegt.
Aber in den verfilzten Chaos scheinen die Zuständigen dazu nicht bereit zu sein.
Fekter obliegt es einen Kontorahmen zu erstellen.
An diesem Kontorahmen kann man dann ersehen in wie weit Fekter ihre Absicht ernst meint.


Antworten Gast: Walter53
03.11.2012 13:45
3 0

Bei uns funktioniert Kontrolle ähnlich wie in Nordkorea oder China

SPÖ+ÖVP in der Regierung wird von SPÖ+ÖVP im Parlament kotrolliert;
SPÖ+ÖVP bestellen Staatsanwälte und Richter;
SPÖ+ÖVP bestellen der ORF und die Polizei......

SPÖ+ÖVP kontrollieren ihr handeln auf allen Ebenen selber.

SPÖ+ÖVP verhalten sich so als ob ihnen der gesamte Staat gehören würde. Das hat die ehemalige DDR nicht lange durchgehalten.

Re: Bei uns funktioniert Kontrolle ähnlich wie in Nordkorea oder China

danke, wunderbar komprimiert dargestellt. so ists noch nicht mal mir selber aufgefallen. leider hat die DDR das im vergleich übel lange durchgehalten. und erste tendenzen zu GROKO-einheitsführerparteilichen immunisierungsstrategien sind bereits zu beobachten: lange legislaturperioden aus angst vor den wählern, weniger abgeordnete (die ein freies mandat ausüben könnten, gott behüte), geld zuschanzen für propaganda, "die reihen dicht geschlossen" wenn einer vor den ausschuß soll, aber die polizei rufen, wenn andersdenkende der opposition nicht vor den ausschuß kommen. währet den anfängen!

Re: Bei uns funktioniert Kontrolle ähnlich wie in Nordkorea oder China

die Grenzöffnung hat bei uns halt gemacht!

Gast: Plach2
03.11.2012 13:10
1 0

Schuldenchecheck auch bei den Bundesländern!

Bekanntlich haben NÖ, Tirol und Kärnten in den vergangenen Jahren einen hohen Schuldenberg angehäuft (lt. Rechnungshof)

Die ÖVP meint dazu: "Wir lassen uns vom Rechnungshof da nicht dreinreden".

Gast: Benno T.
03.11.2012 12:47
0 1

Fachwissen

Für mich ist Frau Fekter eine von wenigen in der Politik, die über ausreichendes Fachwissen und Berufserfahrung für ihre politische Funktion verfügen.

Antworten Gast: Baur54
03.11.2012 13:01
2 1

Das denke ich auch

Am 16.6.2011 erklärte sie dem Parlament: "Mrd. die wir nach Griechenland schicken sind für uns ein gutes Geschäft".

SPÖ+ÖVP haben HC lautsarkt ausgelacht als er von "einem Faß ohne Boden sprach".

Antworten Antworten Gast: Benno T.
03.11.2012 17:10
0 0

Re: Das denke ich auch

Die Milliarden, die wir nach Griechenland schicken, reuen mich natürlich ganz besonders. Nur Frau Fekter alleine kann und konnte sie nicht verhindern. Da ist sie nur ein kleines Rädchen in der europäischen Politik.

Gast: Raffzahn Schani
03.11.2012 11:10
3 0

Augenauswischerei


Die Schulden werden nie weniger, denn was täten dann alle jene, die Jahr für Jahr leistunsgslos Zinsen einstreifen. Hat man unser Geldsystem einmal in den Grundzügen verstanden, rollt es einem die Zehennägel auf, so fies ist es.

Danke schön an alle Politiker, Ökonomen, Experten, dass euch alle nie etwas an diesem System gestört hat, das auf Dauer gar nicht funktionieren kann.

Danke an die Medien, die die Menschen eingelullt haben.

Danke, dass wir wieder Vollgas ins Radar der Geschichte bolzen werden, das hat natürlich keiner vorhersehen können.


Gast: PÖHSE
03.11.2012 10:40
1 1

Du sollst die Mitzi nicht im Wahlkampf


runterputzen !
Dein Styria-Verlag .

5 vor 12 gibts wieder

neue Regelungen die die alten Regelungen überprüfen sollen...einfach lächerlich!

deine Uhr geht falsch!


Gast: PÖHSE
03.11.2012 10:03
2 1

Wie originell !

Zuerst verraten und verschmeissen sie uns an den ESM, und dann grübeln sie über die Sinnhaftigkeit von Trinkgeldern .

Der Pferch bestimmt in Zukunft selbst, wieviel ein Land abzudrücken hat.

Außer bei England .

Einfach unglaublich

wieso gibt es eigentlich diesen Schuldencheck nicht schon seit mindestens 30 Jahren?

und schon wieder mischt sich plastiksackerl-moser ein.

vermutlich ist er ganz scharf darauf zu kontrollieren und (wie im fall buwog) bei persönlichem nichtgefallen des berichts diesen im papierkorb verschwinden zu lassen.

einen derart schwindlichen rh-chef hatten wir wohl noch nie!

Neu?!

ich kann mir nicht vorstellen das solche Auswirkungen bei neuen Gesetzen bis jetzt nicht beachtet wurden. solche aussagen das die Neuverschuldung gesenkt werden muss oder Investitionen besser durchdacht werden müssen gab es schon immer. hat dann vielleicht für ein paar Jahre funktioniert aber grösstenteils haben sich doch alle immer wieder neu verschuldet oder in Projekte investiert die dann eine kosten Explosion verursacht haben. alles Propaganda. es wird sich gar nichts dadurch ändern. wir benötigen einen nachtwächterstaat der nicht alles regulieren will. vergesst das Parteien System. es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Parteien. siehe USA oder aber auch bei uns. solange die EU, eine nicht demokratische gewählte Organisation, immer mehr über unser leben entscheiden will wird es immer schlimmer. er verkörpert das schlechteste aus Sozialismus und Kapitalismus.

1 0

und wer hält sich daran

sicher nicht die Kaiser in den Bundesländern

Nach über 40 Jahren Schuldenmacherei etwas zu spät!


Gast: Hans M..
03.11.2012 04:20
5 0

Volksverdummung und heiße Luft

Jetzt gibt es schon die Schuldenbremse jetzt auch noch den Schuldenchek dann sagt das mal der Kommunal Kredit -der ÖVAG und der HYPO-ALPE-ADRIA Bank.
Wir haben jetzt den Schuldenchek es gibt kein Geld mehr,liebe Pleitebanken. Das will ich sehen.
Nicht nur das wir ohne Ende für diese Pleite-Banken zur Kassa gebeten werden jetzt dürfen wir uns auch noch verhöhnen und vera...chen lassen.
Danke Frau Finanzministerin Fekter,vielen Dank.

 
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