Heeresvolksbefragung: Komitee-Chef Androsch kritisiert die Regierung

08.11.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

Berufsheer oder Wehrpflicht? Die SPÖ Niederösterreich will sich nicht festlegen. Möglicher Hintergrund: Niederösterreich wählt im März einen neuen Landtag.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien/Pri. Das kam dann doch überraschend: Hannes Androsch (SPÖ), Vorsitzender des Komitees für ein Berufsheer, erklärte am Donnerstag in einer Pressekonferenz, dass er eine Volksbefragung für verfehlt halte, um über die Zukunft des Bundesheeres zu entscheiden. Zumal das eigentlich Sache der Regierung wäre – doch die „konnte oder wollte sich nicht einigen“. Die Bevölkerung, sagte der frühere Vizekanzler, fühle sich „gefrotzelt“, weil sie in einer „willkürlichen“ Fragestellung über „eine derart komplexe Materie“ befinden müsse, wo doch nicht einmal die gewählten Politiker dazu in der Lage wären. Daher befürchte er eine „sehr geringe“ Beteiligung am 20. Jänner. „Aber jetzt müssen wir das Beste daraus machen.“

Und das wäre laut Androsch: die Umstellung auf ein Berufsheer (samt freiwilligem Sozialjahr) und eine gemeinsame Verteidigungspolitik in Europa. Denn die heutigen Herausforderungen, Terrorismus etwa, könnten nur von „Profis“ bewältigt werden.

Ähnlich sieht das zwar auch der niederösterreichische SPÖ-Chef Sepp Leitner – der Bevölkerung will er seine Position aber nicht „aufzwingen“, wie er am Donnerstag erklärte. Möglicher Hintergrund: Niederösterreich, das im Jahr 2002 von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht wurde, wählt im März einen neuen Landtag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

7 Kommentare
0 0

Androsch...

..die Stimme aus dem Untergrund!

Komitee-Chef Androsch kritisiert die Regierung

auf der einen Seite hat Herr Androsch absolut recht, die Verteidigung eines Staates und des Volkes sollte ein gut ausgebildetes Heer mit Spezialisten in den Händen haben, auf der anderen Seite darf das Heer und die Verteidigung absolut nicht in fremde Hände gelegt werden. Österreich hat eine spezielle Topografie vorzuweisen. Flachlandindianer sind nicht in der Lage hier etwas auszurichten. Es ist wichtiger darüber nachzudenken ob man sich die Feinde nicht bereits in das Land geholt hat. Woher kommen die in der Statistik aufgeführten 70-80.000 Drogenabhängigen. Die neueste Statistik besagt ein Zunahme bei den 14 bis 18 Jährigen die auf Drogen einsteigen !!! Es kann nur eines gesagt werden, zu unserer Zeit hätten wir das alles schon längst weggeräumt !!! Jeder junge Mensch der verloren geht ist ein Verlust für das Volk. Wenn Herr Androsch eine solche Spezialtruppe meint, kann man nur zustimmen.

Hört sich etwas "kommunistisch" an

Hauptsache die Politiker haben immer die besten Lösungen parat.

Schulreform, Bankreform, Verwaltungsreform, Justizreform ... lol ... Alles "erfolgreiche Reformen" die man auch als "Schuss ins Knie" bezeichnen kann wenn mans hinterher betrachtet.

Schluss mit den "Scheinreformen", jetzt wird gearbeitet bis ein ordentlicher Entwurf vorgelegt wird, und nachdem die Politiker "ordentlich Informiert" haben, dürfen sie die Bevölkerung fragen obs auch recht ist ....

Üblicherweise fordert die NATO von ihren Beitrittskandidaten und Mitgliedern die Umstellung zu einem Söldnerheer

...da sie die Soldaten in ihre Einheiten eingliedert und international zu Kampfeinsätzen heranziehen will.

Ich weiß nicht welcher Teufel Häupl und die SPÖ geritten hat auf diesen Zug aufzuspringen und dasselbe für Österreich zu fordern. General

Entacher versteht jedenfalls einiges mehr von der militärischen Verteidigung des Neutralen Österreich als der wegen Steuerhinterziehung verurteilter ex-SPÖ-Finanzminister Androsch!

0 0

Also , ich fühle mich nicht gefrotzelt.

Man kann der Bevölkerung durchaus die Abstimmung über eine komplexe Materie zutrauen.
Was man aber den Regierungsparteien (und auch dem ORF mit Bildungsauftrag) vorwerfen muß ist das totale Fehlen von SERIÖSER Information und Diskussion.

Wann endlich kapieren es die Schwarzen:

Mit den Roten kann man nicht regieren.

Tja, so ist das leider bei uns in Österreich

Viele tun so als ob sie regieren, in Wirklichkeit reagieren sie immer nur.

Schade eigentlich. Wo uns doch gerade in Zeiten wie diesen starke "Führungs"-Kräfte gut tun würden.

Umfrage

  • Wie soll Österreich auf die deutschen Mautpläne reagieren?
  • Mit einer Klage
  • Mit einer ''Gegenmaut''
  • Österreich soll sich nicht einmischen

Mein Parlament

AnmeldenAnmelden