Mietpreise: Vassilakou schließt Alleingang Wiens aus

15.11.2012 | 12:02 |   (DiePresse.com)

Wiens Vizebürgermeisterin zeigt sich fassungslos über derzeitige Mietpreise und fordert eine Diskussion ohne "Kommunismuskeule".

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Es wird in Sachen Mietpreisdeckelung vorerst wohl bei einem Appell an die Bundesregierung bleiben: Die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou schließt einen Alleingang Wiens bei dem von ihr geforderten Maximalwert von sieben Euro pro Quadratmeter nämlich aus. "Es ist nicht möglich, eine Mietobergrenze nur mit einem Landesgesetz in Wien einzuführen, umso mehr brauchen wir den Bund", sagte sie im Interview mit der Austria Presse Agentur. Die Vorschläge der Arbeiterkammer, die eine Reform des Mieten-Richtwert-Systems fordert, nannte die Ressortchefin "klug und unterstützenswert".

Dass das Thema Mieten in der einen oder anderen Form Eingang in die im Frühjahr stattfindende Volksbefragung finden wird, scheint jedenfalls sehr wahrscheinlich. Es habe darüber einen ersten Austausch mit der SPÖ gegeben. "Die genaue Fragestellung bzw. die Formulierung wäre noch zu fixieren", so Vassilakou. Sie sehe die Volksbefragung jedenfalls als Möglichkeit, "uns - ausgestattet mit einem starken Mandat der Bevölkerung - an den Bund wenden zu können und die Debatte um ein neues Mietrecht zu suchen und auch zu gewinnen".

 

"Taschenrechnerfetischisten"

Sieben Euro pro Quadratmeter seien ein "angemessener Maximalbetrag für eine A-Kategorie-Wohnung. Wenn Wohnungen schlechter ausgestattet sind, dann kann es auch Abschläge geben", so Vassilakou. Was genau im Maximalzins enthalten sein soll - also etwa auch schon Steuern oder Zuschläge -, darauf wollte sie sich nicht festlegen: "Die Taschenrechnerfetischisten versuchen nun, das alles zu filetieren. Ich will erreichen, dass eine etwa 60 Quadratmeter große Wohnung inklusive Betriebskosten nicht mehr als 500 Euro kosten muss."

Denn selbst in Arbeiterbezirken seien derzeit zwölf Euro pro Quadratmeter keine Seltenheit. "Gemessen daran, was Normalbürger verdienen, ist das eine extrem besorgniserregende Entwicklung", gab die Vizebürgermeisterin zu bedenken. Kritikern ihres Vorstoßes richtete Vassilakou aus, "nicht mit Verunglimpfungen zu arbeiten und enthemmt die Kommunismus-Keule zu schwingen". Stattdessen sollten sich jene, welchen die Sieben-Euro-Grenze zu niedrig sei, "an der Debatte beteiligen und erklären, was ihrer Meinung nach ein fairer Mietzins ist, damit Wien eine leistbare Stadt bleibt und wir nicht sozialen Sprengstoff züchten."

"Ich fasse die Preise einfach nicht mehr"

Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hatte sich kürzlich sehr bedeckt gegenüber dem Vorschlag Vassilakous gehalten und darauf verwiesen, dass vereinbart worden sei, sich Themen für die Volksbefragung nicht via Medien auszurichten. Die grüne Ressortchefin sagte dazu, dass man sich natürlich Regeln ausmache, "die dazu da sind, auch eingehalten zu werden". Nachsatz: "Aber manchmal gelingt das einfach nicht."

Ihre Verärgerung über die derzeitigen Mietpreise sei so groß gewesen, "dass ich es auch ausgesprochen habe". Denn sie verfolge regelmäßig die Entwicklung am Immobilienmarkt, und "ich fasse die Preise einfach nicht mehr". Eine Retourkutsche für Häupls Vorstoß im Sommer, über die Einführung von Radnummerntafeln zu diskutieren und darüber eventuell im Zuge der Volksbefragung abstimmen zu lassen - was die Grünen nicht gerade erfreute -, sei ihr Mieten-Vorstoß jedenfalls nicht gewesen, versicherte Vassilakou.

(APA)

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128 Kommentare
 
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Angebot und Nachfrage

funktionieren am Ende immer irgendwann!
Im Kommunismus waren die Lebensmittel sehr billig, aber man mußte sich täglich darum anstellen oder man bekam sonst keine.
Durch eine Mietpreisdeckelung wird keine Wohnungsnot entschärft !
Nur wenn es zu viele Wohnungen gäbe, würde der Preis sinken.
So haben nur die was davon, die schon eine Wohnung haben. Aber die, die eine suchen, bekommen nun erst recht keine mehr.

Stadt mit den allermeisten Gemeindewohnungen !

Verstehe ich nicht, 220000 Wohungen gehören doch eh der Stadt Wien. Keine Stadt sonstwo außer in einem kommunistischen Land hat so viele Gemeindewohnungen und ausgerechnet da gibts Probleme mit den hohen Mieten ?

dass die mieten in wien ein derartiges niveau erreicht haben,

"verdaken" wir der rot grünen stadtregierung, die seit 2010 viele gebühren, die sich in den betriebskosten niederschlagen, z.t. äußerst saftig (und ohne erkennbaren grund) erhöht hat!

wirtschaten eben, wie es eine griechin versteht!

Frontallappler

Diese Frau ist einfach nicht in Mitteleuropa angekommen. Verbringt sie auf eine kleine Kykladeninsel zu ihrer Familie, da passt sie hin!

Diese Frau ist in Wien für die Kosten des Wohnens mitverantwortlich!!

Die Teuerungen gehen zu Lasten der GrünKommunisten und der Roten. So siehts tatsächlich aus!


Die GrünInnen sind fernab jeder Realität

Zuerst wird die halbe Welt eingebürgert und bekommt eine Gemeindewohnung. Dann kommt man drauf, dass die Wohnungen weniger werden und die Mieten teurer. Auf einmal sollen dann die Privaten für diese verfehlte Politik herhalten.

Rücktritt dieser Rot-GrünInnen Politik sofort!

Re: Die GrünInnen sind fernab jeder Realität

Die Vaseelinku wie ja nur das die Mietpreise "gedeckel"t werden- 90% zahlen eh weniger oder nix- die könnte man ja an die Deckelung heranführen und dann verkünden: Ohne uns würdet Ihr ja noch mehr zahlen- seid Dankbar macht bei uns das x

Peinliche Ablenkungsversuche von deren Bürgerschikaniereien

Nicht vergessen: wer jetzt in der Außenbezirken Familien/Verwandte besuchen möchte, oder sonst irgendeinen Termin hat, der muß jetzt wegen dieser widerlichen Tante 2EUR/h zahlen, selbst weit draußen am Wienerwald.

Dafür ist in 3., im Industriegebiet unter der Tangente jeder Parkplatz frei!

Rotgrüninen Abwählen! So, dass sie alle ihre Versorgungsposten verlieren.

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Zwar selbst mit der Diktaturkeule schwingen (Parkpickerl und andere Maßnahmen) .......

....... aber von den anderen verlangen, das freie Denken unter dem Begriff "Kommunismuskeule" abzuschalten!

alle diejenigen, ...

... die jetzt ganz besonders laut krakeelen und auf Vassilakou herumhacken,
können sich mieten in j e d e r höhe leisten!
wetten?

der großteil der österrInnen aber gibt einen viel zu hohen prozentsatz für wuchermieten aus.
das ist im westen des landes noch viel schlimmer als in der bundeshauptstadt. Vassilakous vorschlag, den bund miteinzubeziehen, geht deshalb in die richtige soziale richtung. danke!

übrigens: leistbares wohnen ist ein grundrecht.

Re: alle diejenigen, ...

wie erklären Sie sich dann, daß das Wohnen im roten Wien teuerer ist als in der teuersten deutschen "kapitalistischen" Stadt, z.B. in der Bankenmetropole Frankfurt am Main ?
Auch die Münchner schimpfen über die hohen Mietpreise, dabei ist aber Wien noch teurer als München.
Noch ein Detail von Bekannten aus Grenzähe zu Deutschland: Weil im roten Salzburg die Wohnungen wesentlich teurer sind als in der nur 2 km benachbarten "schwarzen" deutschen Stadt Freilassing, ziehen immer mehr Salzburger in diese Nachbarstadt

Re: alle diejenigen, ...

ja und zwar auch für die privaten vermieter.

der Mietendschungel

gehört endlich modernisert und vor allem die Altmieten abgeschafft, diese sind eine einzige Frechheit und Enteignung und haben längst ihre Daseinsberechtigung (Linderung der Wohnungsnot nach dem 1. (!!!!) Weltkrieg) verloren.

Vassilakou

Eine frustrierte Öko Tante hast gehustet, wird Zeit das Sie wieder dorthin geht woher Sie gekommen ist. Ein perfektes Beispiel für schlechte Immigration.

Re: Vassilakou

.... geht net- die ist Doppelstaatsbürgerin- Wie des geht? Vielleicht hat der Pitz mal Zeit der Frage nachzugehen- Korruption ? Bestechung ? oder wieso hat dieses Ungeheuer die Doppelstaatsbürgerschaft ? Wichtig ? nein / Sängerin ? nein / pfeifen durch die Zahnlücke JA- SEHR WICHTIG FÜR ÖSTERREICH !

zuerst

zuerst gross reden, wie wenn es kommunal wäre und dann checken, dass es doch am bund liegt bzgl. gesetzgebung.

von wirtschaft und deren zusammenhängen null ahnung haben und die gebühren voll raufschnalzen, was die betriebskosten betrifft.

aber hauptsache wir haben fussgaengerbeauftragte zum bezahlen für fussgänger leitsysestem und fussgängerhighways...

inkompetezt zur potenz.

unwählbar die Grünen in Wien.

Re: zuerst

naja die grünen haben ja mal gefordert dass niemand mehr als 10500 euro pro monat verdienen darf, das gilt ja nicht für sie. es ist wie in der animal farm: soem are more equal than others...

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was heisst eigentlich fusstritt auf griechisch ?


Senken ist schon gut,

aber nur wenn es um die Frauenquote geht. Frauen wie diese inkl. die Frau Innenministerin beweisen, dass dieses Geschlecht in der Politik außer zur Verblödung der Massen für nichts zu taugen sind.

Re: Senken ist schon gut,

Bitte bleiben Sie fair.
Legen Sie ,bitte, nicht die offensichtliche Dummheit einiger Präponentinnen auf ein ganzes Geschlecht um.

Re: Re: Senken ist schon gut,

Die Stefanie die von mir immer ein Grünes Stricherl bekommt ist natürlich eine Ausnahme. Aber nenne mir - außer die Frau Rosenkranz, einige Politikerinnen die was drauf haben.

Re: Re: Senken ist schon gut,

Da haben Sie schon recht- das blöde ist nur, dass diese Frontfrauen die anderen Frauen so runterziehen mit diesen blöden Meldungen!

33 1

Warum gibt man der Verrückten immer wieder eine Bühne?


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Das ist wie beim Sido


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Re: Das ist wie beim Sido

Ja, aber der kann weniger Unheil anrichten.

Kommunismuskeule??

...das ist keine Kommunismuskeule, das ist real existierender Sozialdemokratismus... Mit Sozialdemokraten diskutiert man nicht, man bekämpft sie...

Re: Kommunismuskeule??

+++

 
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