Strasser fordert weitere Ermittlungen gegen Journalisten

21.11.2012 | 12:35 |   (DiePresse.com)

Der Ex-Minister findet die Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft im Fall der "Sunday Times"-Journalisten "außerordentlich merkwürdig". Am Montag beginnt der Prozess gegen Strasser.

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Der frühere VP-Innenminister Ernst Strasser will weitere Ermittlungen gegen jene "Sunday Times"-Journalisten beantragen, die ihn im Vorjahr mittels Videofalle vorgeführt haben. Das kündigte der EX-EU-Abgeordnete am Mittwoch an.

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Am Montag war bekannt geworden, dass die Ermittlungen gegen die britischen Journalisten wegen Missbrauchs von Tonaufnahme- und Abhörgeräten eingestellt wurden. Die Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft und das Bekanntwerden der Einstellung der Ermittlungen eine Woche vor Beginn des Prozesses gegen ihn selbst nannte Strasser "außerordentlich merkwürdig".

"Wir haben im September 2011 eine Sachverhaltsdarstellung gegen die Murdoch-Journalisten eingebracht, weil in mehr als sechs Fällen verbotene Ton- und Bildaufnahmen gemacht wurden. Es ist inzwischen auch von einem gerichtlich bestellten Sachverständigen in einem Verfahren in Linz zweifelsfrei festgestellt worden, dass die Aufnahmen, die von den Murdoch-Leuten im Internet auf YouTube gestellt worden sind, fälschlich und sinnwidrig zusammengefasst wurden", sagte Strasser. "Nach allen Informationen, die wir haben, gibt es dazu seitens der Staatsanwaltschaft seit einem Jahr keine Ermittlungen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass das gerade jetzt vor Beginn des Prozesses bekannt wird."

Strasser habe bisher auch keine Information über die Einstellung zugestellt bekommen, sondern über diese aus den Medien erfahren. Aus seiner Sicht sei es jedenfalls Usus, dass der Antragsteller über eine Einstellung informiert wird, bevor dies an die Öffentlichkeit geht. "Ich habe den Auftrag gegeben, einen Fortsetzungsantrag zu stellen und zu prüfen, ob eine Datenschutzverletzung vorliegt, sobald mein Anwalt die offizielle Begründung für die Einstellung kennt und uns diese zugegangen ist." Bei den Aufnahmen der "Sunday Times"-Reporter handle es sich laut Strasser um "Aufnahmen, die (..) missbräuchlich und ohne Wissen gemacht worden sind, aber nicht nur das, sie wurden manipuliert, sinnentstellt und ins Netz gestellt".

Die beiden "Sunday Times"-Journalisten hatten sich Strasser gegenüber als Lobbyisten ausgegeben und im November 2010 mehrere Gespräche mit ihm geführt. Strasser ließ bei den verdeckt mitgeschnittenen Treffen die Bereitschaft durchblicken, für ein jährliches Honorar von 100.000 Euro die Gesetzgebung im Europäischen Parlament zu beeinflussen. Nach der Veröffentlichung der Videos musste Strasser Ende März 2011 zurücktreten.

Ab 26. November muss sich Strasser deshalb wegen Bestechlichkeit verantworten. Der Ex-Politiker behauptet allerdings, er habe durchschaut, dass ihm die beiden eine Falle stellen wollten, und habe "herausfinden wollen, was die wahren Hintergründe sind". Im Prozess will Strasser seine Unschuld beweisen.

(APA)

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52 Kommentare
 
12

Wie komisch

Die Causa Stasser ist der Presse keine Zeile wert.

Ein Bauernschlauer Lausbub

versucht auf Kindergartenniveau sich herauszurerden.

Re: Ein Bauernschlauer Lausbub

Daß Kennedy und der CIA in den doch so hochdemokratischen USA einen Mordanschlag gegen den kubanischen Staatspräsidenten geplant haben, hätte ich bis vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten. Sogar der "Friedensnobelpreisträger" Barak OBAMA, Präs. d. USA, ließ seinen politischen Gegner Osama gBinLaden in einem fremden Land von einem eigenen Killerkommande töten und verfolgte das "Geschehen" auch noch genüßlich von einem FS in seinem Schlafzimmer (Übrigens: war das Killen eines unbewaffneten Gegners in den früheren Edelwildwestern nicht ein todeswürdiges Verbrechen?).

Ganz so abwegig ist also "Story" von Ernstl Strasser doch nicht!

Übrigens: waren die Staatsspitzen, die E.Strasser den höchsten Orden um Verdienste für die Republik verliehen haben, bestochen oder deppert? Nach Ihrer Version scheint das so zu sein!

Ich hoffen seine Arroganz holt ihn bald ein

und er kommt dort hin wo er wirklich hingehört. War als Politiker schon eine Strafe für das Volk, was er gemacht hat wird sicher für einige Jahre Häfen genügen.

Inglischspiker

Wer die Chuzpe hat, sich mit diesem Englisch auf die Europabühne zu wagen, wird auch nicht davor zurückschrecken, seine Englischlehrer wegen Unfähigkeit und die Maturakommission wegen Schwerhörigkeit zu verklagen.

Re: Inglischspiker

Strasser nach Brüssel zu schicken, war eine Idee von Josef Pröll! Dafür wurde er sogar aus der Polit-Pension zurück geholt! Nur um den mit über 100.000 Vorzugsstimmen bedachten Karas nicht zum Delegationsführer machen zu müssen. So laufen nun einmal die Karrieren auf der Europa-Bühne! Anderseits fühlt sich Strasser, folgt man seiner "Erklärung", warum er nicht vorher die Polizei darüber inforierte, was er im Schilde führt, offenbar von dunklen Mächten verfolgt: Vom Verfassungsschutz wurde er schon vor 10 Jahren ausgelacht; und nun haben sich auch noch fremde Geheimdienste an seine Fersen geheftet. Also das typische Schicksal eines heimischen Politikers, der stets das Beste will und dennoch einen Bock nach dem anderen schießt...

Ich finde es auch merkwürdig, dass Journalisten eionen österreichischen Kriminellen und unfähigen Vollidio..politiker anpatzen können.

Sind die Verbrecherpolitiker in Österreich nicht juristisch immun?

Ernstl

Der hat so eine dicke Haut, dass er auch ohne Rückgrat stehen kann.

geht schon wieder los

zum Schluß steht wieder eine Einstellung des Verfahrens, wenn schon kein Freispruch

Der Ex-Politiker behauptet allerdings, er habe durchschaut, dass ihm die beiden eine Falle stellen wollten, und habe "herausfinden wollen, was die wahren Hintergründe sind".

Eh klar. Held Strasser riskiert seine Karriere und Freiheit zum Wohle der Allgemeinheit.

Erscheint mir glaubhafter als die Anklage.

schon wieder ein Opfer , ein unschuldig verfolgtes

Lamm. Da hilft nur psychologische Betreuung und
Schmerzensgeld.

...

Getroffene Hunde bellen!

Wann ist dieser Politabfall endlich in Untersuchungshaft?


flucht...

...nach vorne

winde dich…

…es ist gleich, ob die aufnahmen rechtens waren oder nicht. dein gesagtes ist evident.

einfach ein erbärmlicher versuch, die beweismittel vor gericht als unzulässig erklären zu lassen. und selbst das wird nicht reichen, schließlich sind die journalisten auch persönlich zeugen… alles andere wäre ein schlag ins gesicht jedes österreichers!

Strasser

Mir war Hr.Strasser vom ersten Tag an unsympatisch und in meinen Augen eine Fehlbesetzung,aber die Kommentatoren in diesem Forum sind das Letzte ,scheinbar brauchen wir gar keine Richter da die meisten die Wahrheit aus der Ferne erkennen.

Siehe Grapsch-Urteil... :-) Solche Richter brauchen wir nicht!


Die Wahrheit habe ich selbst auf den Videos im Fernsehen gesehen...

... und das mehr als ein Mal.

die Wahrheit

hat Herr Strasser schon auf den Videos erklärt. Deren Echtheit hat er nie bestritten.

100 000 pro Mandant

Re: Strasser

dass in Österreich grundsätzlich und immer blanke Korruption regiert, ist Ihnen aber nicht entgangen. oder?

Strasser

Dieses korrupte Würstchen stellt Forderungen!

Vermutlich wird der Ernstl auch in Österreich Verfahren gegen die Anklagebehörden in seinem Fall einbringen

denn er wollte ja eigentlich eine ihn betreffende Bestechung selber aufklären und wurde dabei von den Behörden gehindert....!!!!

Herr Strasser leistet einen Beitrag zum beginnenden Fasching.

Seit 11.11. 11 Uhr 11 Minuten ist ja Fasching und Strasser kürt sich so zum Faschingsprinzen.

P.S.: Denn ernst nehmen kann man den Ernst in diesem Fall ja nicht - oder?

Wie der Hirte , so die Herde

Wolfgang Schüssel, hat wirklich den letzten
Abfall um sich vereint. Mit dem Hintergedanken
unter Blinden ist der einäugige König. Wann
wird er, endlich wegen Verletzung der Sorgsfaltspflicht angeklagt?

Re: Wie der Hirte , so die Herde

Bitte nicht auf den Mann aus Niederösterreich vergessen der dem Schüssel den Strasser damals auf das Auge gedrückt hat.

Re: Wie der Hirte , so die Herde

Es ist ohnehin verwunderlich dass Herr Schüssel weder von Journalisten noch von offiziellen Institutionen zur Causa befragt wurde.
Jeder Vortstandsvorsitzende in großen Unternehmen würde dazu befragt werden bzw. ist es im eigenen Sinn einer Firma bei der Aufklärung durch eigenes Wissen beizutragen. Ist auch ein ethisch - moralischer Grund. Daher sollte Herr Schüssel zukünftig öfter Einkehrtage in Klöster machen, wie er das damals tat.
Von den Journalisten bin ich diesbezüglich etwas enttäuscht.

 
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