Neuer IKG-Chef: „Wir wollen wachsen“

30.11.2012 | 18:31 |   (Die Presse)

Oskar Deutsch kritisiert die Regierung und zeigt Antibeschneidungsaktivisten an. Man könne nicht zulassen, dass das wichtigste Gebot des Judentums kriminalisiert werde, so Deutsch.

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Wien/Oli. Die Israelitische Kultusgemeinde wolle sich mit Tagen der offenen Türe weiter nach außen öffnen und neue Mitglieder gewinnen. „Wir wollen wachsen“, sagt Oskar Deutsch, der nun von 21 der 24 Vorstandsmitglieder der IKG zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Über die Rot-Weiß-Rot-Card sollen Zuwanderer angeworben werden, auch jüdische Bürger aus der EU sollen dazu angeregt werden, sich in Österreich niederzulassen. Aus Ungarn würden schon viele Juden nach Österreich kommen. Der Grund sei aber kein erfreulicher, sagt Deutsch. Dort würde die rechtsextreme Partei Jobbik Stimmung gegen Juden machen.

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Eine Anzeige wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren hat die Kultusgemeinde gegen die Initiative gegen Religionsprivilegien eingebracht. Diese hat ihrerseits den Rabbiner Schlomo Hofmeister, der Beschneidungen vornimmt, wegen Körperverletzung angezeigt. Man könne nicht zulassen, dass das wichtigste Gebot des Judentums kriminalisiert werde, so Deutsch.

 

Kritik an Palästina-Position

Kritik übte er an der österreichischen Regierung, die in der UNO dem Beobachterstaatstatus für Palästina zugestimmt hat: Österreich habe ganz klar Partei ergriffen, es wäre der Republik besser angestanden, neutral zu bleiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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9 Kommentare

bravo

ein würdiger nachfolger muzikants

Re: bravo

Sieht so aus - nehme allerdings an, dass Sie das nicht als Kompliment meinen.

Schnipseln

warum müssen religiöse Männer den Buben ans Gemächt gehen? Bei einigen sogar mit bleibenden Physischen und psychischen Schäden.

Re: Schnipseln

als man noch als kameltreiber gearbeitet hat, war es eine hygienefrage!

in zeiten wie diesen ist es neidbehaftete homoerotik!

Um Gottes Willen,

net noch mehr religioese Fanatiker!

Frage?

Wachsen, wohin?

Das wichtigste Gebot, die Beschneidung?

Zugegebenermaßen, ich bin Agnostiker, aber christlich sozialisiert (aufgrund meiner historischen unf familiären Wurzeln) und deswegen weiß ich, dass die 10 Gebote sowohl im Judentum als auch im Christentum eine zentrale Bedeutung einnehmen. Soweit mir bekannt ist ist das wichtigste Gebot, Gott zu lieben. Die Beschneidung als das erste vor dem ersten Gebot, das kannte ich bisher noch nicht! Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren, in diesem Zusammenhang? Ist die Möglichkeit solch einer Klage (Herabwürdigung religiöser Lehren - subtiles Diskussionsverbot) nicht ein Indiz dafür, dass die Religionsgemeinschaften eigentlich noch immer viel zu viel Macht haben? In Österreich gab es einst - egal wie man zu den Glaubensgemeinschaften stand und steht Repräsentanten wie Kardinal König und Chaim Eisenberg. Das waren Autoritäten, denen man auch zuhörte - weil sie es selbst taten. Heute haben wir Schönborns, Launs, Küngs unter den Bischöfen, so wie die IKG eben Deutsch. Wir sind eben derzeit in der Epoche der Trauergestalten, klein, engstirnig, erbärmlich. Deutsch, der Vertreter der Glaubensgemeinschaft die Einstein, Viktor Frankl, Josef Roth, Stefan Zweig, Billroth ...... hervorgebracht hat aber auch jetzt auf so viele helle Köpfe stolz sein kann! Ist ein Geistesriese wie Deutsch wirklich eine gute Besetzung?

Theodor billroth war der Sohn eines evangelischen Pastors.


Interessantes Verständnis von Demokratie.

Das Recht, anscheinend strafrechtliche Tatbestände bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen, ist ein verfassungsmäßiges Recht. Die Ausübung dieses Recht als Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren anzuzeigen (und sich damit desselben verfassungsrechtlichen Vorgangs zu bedienen) ist schon ein wenig... wie soll man sagen... paradox?

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