Gehalts-"Sonderopfer" empören kleine Bedienstete

02.12.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Widerstand gegen Nulllohnrunde für Krankenpfleger, Rettung und Kindergärtnerinnen: Gewerkschafter beraten diese Woche ihre Vorgangsweise.

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Wien. Während im Bundesdienst die Nulllohnrunde für das kommende Jahr teils mit Murren zur Kenntnis genommen wird, rumort es bei den Landes- und Gemeindebediensteten wegen dieser Sparpläne. „Es war empörend, dass da Sonderopfer verlangt wurden“, betont der Chef der Christgewerkschafter (FCG) der Wiener Gemeindebediensteten, Kurt Obermülner, im Gespräch mit der „Presse“.

Denn im Gegensatz zu der von Fritz Neugebauer geführten Beamtengewerkschaft habe es vonseiten der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, deren Vorsitzender Christian Meidlinger (SPÖ-Gewerkschaft) ist, „keine Zustimmung zu einer Nulllohnrunde“ gegeben. Diese wurde von der Bundesregierung heuer im Februar für den Bundesdienst paktiert. Im Gemeindedienst treffe die Nulllohnrunde nicht Großverdiener, sondern auch Bezieher niedriger Einkommen, vor allem auch tausende Beschäftigte in für die Gesellschaft wichtigen Berufen wie Krankenpflegern, Kindergärtnerinnen oder Bediensteten bei der Rettung, beklagt der FCG-Gewerkschafter.

In Summe geht es bei den Landes- und Gemeindebediensteten um die Gehälter von rund 170.000 aktiven Beschäftigten (Vertragsbedienstete und Beamte). Meidlinger hat – bisher vergeblich – an die Konferenz der Landeshauptleute appelliert, sich auf eine einheitliche Linie bei der Gehaltsrunde festzulegen.

 

Proteste in den Bundesländern

Das sorgt in manchen Bundesländern für erhebliche Proteste. So laufen etwa in Salzburg die Belegschaftsvertreter der Gemeindebediensteten und der Beschäftigten im Kranken- und Gesundheitswesen gegen die Sparpläne Sturm (siehe Artikel unten). In Wien formiert sich vor allem im Bereich des Kranken- und Gesundheitswesens Widerstand gegen eine Nulllohnrunde.

Oberösterreich nimmt eine Sonderrolle ein. Dort wurde nach einer Streikdrohung der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten heuer im April vereinbart, dass die Gehälter bis zu einer Bruttohöhe von rund 2000 Euro im Monat im kommenden Jahr statt einer Nulllohnrunde um ein Prozent angehoben werden. De facto handelt es sich dabei allerdings um einen Nachzieheffekt für den für das heurige Jahr beschlossenen Gehaltsabschluss, der um einen Prozentpunkt unter jenem für die Bundesbediensteten gelegen ist.

 

„Schluss mit Sonderwegen“

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Christian Meidlinger, wehrt sich seit Längerem dagegen, dass es länderweise zu unterschiedlichen Erhöhungen kommt. Obermülner assistiert: „Es muss Schluss sein, dass die Bundesländer Sonderwege beschreiten.“ Das weitere Vorgehen wird nun bei einem Treffen der Landesvorsitzenden der Gemeindebediensteten am 4./5. Dezember beraten. Denn die Nulllohnrunde sorgt bei den Mitarbeitern auch deswegen für Empörung, weil aus dem Finanzministerium zuletzt gleichzeitig Meldungen über „sprudelnde Steuereinnahmen“ gekommen sind.

Auf einen Blick

Die angepeilte Nulllohnrunde für Beamte sorgt bei den Landes- und Gemeindebediensteten für Unmut. Ohnehin schon schlecht bezahlte Berufsgruppen im Gesundheits- und Sozialdienst seien davon betroffen, meinen Kritiker. In einigen Bundesländern, etwa in Salzburg, formiert sich bereits Widerstand. In Oberösterreich hat man Gehälter unter 2000 Euro brutto im Monat um ein Prozent erhöht. Dass nun einzelne Länder ihr eigenes Süppchen kochen, sorgt wiederum für Kritik.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.12.2012)

 
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51 Kommentare
 
12
eumlinger
04.12.2012 08:22
0

wo ?

sind hier die Wortmeldungen von den Stammzuchtbrigaden der SPÖ ?

Ihre primitiven Gift/Dreckspritzen können sie hier nicht anbringen.

Wartet ein Weilchen - bald steht wieder was über dem Franky. Dann könnt ihr wieder loslegen.

eumlinger
04.12.2012 08:16
0

Nullohnrunde für den kleinen

Millionen für den Fuhrpark der Politiker
Millionen für die Parteien
Milliarden für die EU
Machen wir dem ein Ende.

Weg mit der SPÖ,
wir wollen eine saubere und gerechte Politik.

sepp4
03.12.2012 18:30
2

Die

Politiker genehmigen sich eine saftige Gehaltserhöhung und die kleinen Bediensteten werden mit einer Nullohnrunde abgespeist.Armes Österreich!

Antworten poldionkel
04.12.2012 08:38
0

Re: Die

nein nein, sie mißverstehen dies, denn, die kleinen sind das sparen gewohnt daher kann man hier ordentlich sparen, jedoch die großen und alle die sich dafür halten haben nie sparen gelernt sondern nur den griff in die taschen der anderen praktiziert, daher, gönnen wir doch den armen armen gstopften wolpern einstweilen noch das bisserl mehr, es wird schon noch anders werden, aber anders als es sich die roten politkkretins wünschen.

freeman
03.12.2012 18:11
0

Die Gehaltsabschlüsse aller Beamten

sollten automatisch an den Budgetüberschuß im Vorjahr gekoppelt werden...

Walter M.
03.12.2012 17:22
1

NEIN!

also mir (privatwirtschaft) war gar nicht bewusst, dass den kleinen einkommen eine solche nulllohn-frechheit zugemutet werden soll. das darf auf keinen fall durchgehen! die sollen den von ihnen verursachten irrsinn selber ausbaden!

ps: bei den sektionschefs im bund hab ichs mit vergnügen gesehen!

PENITENTIAM AGITE
03.12.2012 17:05
3

Klar! Alle Vollhackler, die das Mittagessen einwerfen als Arbeitsleistungbezahltbekommen und das Mittagsmenue auch noch um 1,90 Eurobekommen, müssen den ganzen Tag nach Lohnerhöhung platzen!

Ist ja gemein, wenn man als absoluter Spitzenverdiener und Nullleister nicht auch wie der Strasser & Grasser voll abcashed!
Geld gibts ja genug. Holen wir die Luxusgehaltserhöhung einfach über den ESM, den Beamtenarsc...-vollstopfsicherungsfonds!

Antworten erxxich
03.12.2012 19:55
0

Volle Zustimmung !!!


workingclass
03.12.2012 14:23
2

Null = Minus

zunm Einstieg der Film
http://www.youtube.com/watch?v=AdoeVk8h4mA
und hier Daten und Fakten
http://www.nullbockaufnulllohn.at/

Antworten Walter M.
03.12.2012 17:23
2

Re: Null = Minus

ja, null in absoluten zahlen ist an kaufkraft minus 3 bis 7 %

mcmc
03.12.2012 13:16
5

1,8 % für politiker...

...oder wie wa das, rot- schwarz- grün beschlessen eine gehaltserhöhung für unsere grsstenteils unfähige und korruptern politiker und verteilen gleichzeitig für die kleinen leut---ach wie sozial gerecht (damit loben sich doch alle parteien)
null-lohnrunden... schweinerei!!!!!!!!!

free speech
03.12.2012 12:12
6

Nonsens!

Gerade für diese Berufe, wie Krankenpfleger, Rettung und Kindergärtnerinnen, die für die Gesellschaft immens wichtig sind, Gehalts-Sonderopfer zu fordern!

MdeLind
03.12.2012 10:33
7

Wir bräuchten überhaupt keine "Opfer"

...wenn wir nicht Unsummen in ESM, marode Banken und eine fast bis zum Platzen aufgeblasene Bürokratie hätten. Ein bisschen weniger Korruption würde auch einen Opfergroschen bringen.

Aber einfacher ist, den Mittelstand noch mehr zu schröpfen und alljährlich die Pensionen zu kürzen bzw, das Pensionssystem zu verschlechtern.

Antworten poldionkel
04.12.2012 08:42
0

Re: Wir bräuchten überhaupt keine "Opfer"

genau, und dies haben wir vor allem unserem hüpfenden bundeskanzler und seinem parteifreund heinzi mit der schnellen unterschreibefeder zu verdanken. diese zwei fürze spilen überall den großen max mit der prallen hose, aber daheim große augen und wortreich das sparen erklären, zwei lichtgestalten von irgendwessen gnaden.

liberaler
03.12.2012 08:12
3

kleine Bedienstete??

bitte um genauere Spezifizierung... bis 1,65cm Körpergroße oder auch größer?

Antworten Johan Meltini
03.12.2012 08:48
1

Re: kleine Bedienstete??

auf die Optik achten: Bildungs- und Gehaltsklasse erzeugen in diesem Fall Gefühle von Größe und in der Folge das Urteil Klein in Bezug auf rangniedere Hordengenossen.

Bluesman
03.12.2012 07:10
7

würde lieber bei jenen ärzten genuer hinschauen

die sich aus dem spital die patienten in ihre privatordination holen. da gibts genug zu holen!

Antworten MdeLind
03.12.2012 10:28
0

Re: würde lieber bei jenen ärzten genuer hinschauen

...vor Allem eine ordentliche Behandlung.

Sichel vom Adler
03.12.2012 06:24
8

dafür verlassen mehr als 500 bedienstete

die GW in den "ewigen" urlaub...

danke michel!

AlexAlex
03.12.2012 05:27
23

schwierig zu verstehen ...

... wenn für die Banken, ESM, Griechenland, usw. sofort Geld zur Verfügung steht aber für die eigenen Leute nichts. da sieht man wer wichtiger ist.

Antworten poldionkel
04.12.2012 08:47
0

Re: schwierig zu verstehen ...

keine sorge, wer wichtig ist und wichtig zu sein hat wurde unserem kanzlerimitator werner dem schönen lächler bei den bilderbergertreffen schon ausgerichtet, daher ja zum esm, ja zur bankenrettung, ja zum griechenlandzahlen, ja zu allem was die reichen noch reicher macht. ein bisschen stiglitz u.a. lesen und man versteht dies in ansätzen

Antworten Pilatus
03.12.2012 15:33
3

Re: schwierig zu verstehen ...

@AlexAlex: Griechenland ist ein gutes Stichwort. Auf schweizer Konten des ehem. griech. Ministerpräsidenten Papadopoulos sollen 550 Millionen Euro liegen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.....

Antworten Antworten poldionkel
04.12.2012 08:48
0

Re: Re: schwierig zu verstehen ...

nau nau sie neidhammel, das ist doch nur sein notgröschlein für die alten tage im pflegeheim.

Antworten MdeLind
03.12.2012 10:30
8

Re: schwierig zu verstehen ...

Das genau ist das Problem. Wichtig ist nur, dass es unseren völlig unqualifizierten PolitikerInnen gut geht und die ihre Schäfchen im Trockenen haben.

Antworten Antworten erxxich
03.12.2012 19:57
1

Willkommen im Leben !! Ja so is


aon.werner sulzer
03.12.2012 03:05
5

grazer vorstadtkritiker: Irgendetwas läuft falsch bei uns

Genau denen die direkt am Volk arbeiten, vergällt man ihren bestimmt nicht leichten Einsatz mit einem Lohndumping. Ist wohl ein stillschweigender Treuebonus??

 
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