Stöger mit "Motorsäge": Ärzte protestieren gegen Reform

05.12.2012 | 14:37 |   (DiePresse.com)

In allen Bundesländern außer Niederösterreich warnen Ärzte heute mit einem Aktionstag vor drohenden Einsparungen durch die Gesundheitsreform. Patientenanwalt Bachinger kritisiert den Ärzte-Protest.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Ärztekammer mobilisiert heute mit einem Aktionstag gegen die Gesundheitsreform. Ärzte verteilten in den Ordinationen und an öffentlichen Plätzen Flugzettel und Broschüren. Dabei wurde zum Teil nicht mit drastischen Beispielen gespart. So wurde etwa in Salzburg eine Karikatur verteilt, in der ein im Bett liegender Patient von Gesundheitsminister Alois Stöger bedroht wird, der gerade eine Motorsäge mit der Aufschrift "Reform" startet. Die Wiener Ärztekammer schaltete Inserate, auf denen das AKH "verschwindet".

Mehr zum Thema:

Ärztekammer

vergrößern

Niederösterreich beteiligt sich als einziges Bundesland nicht an der Aktion. Dort teilt man zwar die Kritik an den geplanten Einsparungen, nicht aber die Form des Protestes.

Der Vizepräsident der Ärztekammer und Bundeskurienobmann niedergelassene Ärzte, Johannes Steinhart, verteidigte die Maßnahmen. Um gehört zu werden, seien deutliche Signale und eine plakative Darstellung nötig. Auch dass die Ärzte nur ihre eigenen Interessen und nicht jene der Patienten vertreten, wies Steinhart zurück. Die Verteidigung einer guten Gesundheitsversorgung sei auch im Interesse der Patienten, ebenso die Forderung nach 1000 zusätzlichen Kassenstellen.

Gespräche mit Regierungsvertretern

Am Dienstag war die Spitze der Standesvertretung von Vizekanzler Michael Spindelegger, Finanzministerin Maria Fekter und Staatssekretär Josef Ostermayer zu Unterredungen empfangen worden. Die Ärztekammer sprach von "sachlichen" Gesprächen.

Ostermayer forderte nach Angaben seiner Sprecherin die Ärzte auf, ihre "hetzerischen Methoden" zu beenden. Er sprach von einem für die Ärzteschaft "unwürdigen Verhalten". Die Ärzte hätten Ostermayer als SPÖ-Regierungskoordinator ihre Wünsche übergeben. Der Staatssekretär werde sie aber erst dann weiterleiten und sei erst dann zu konstruktiven Gespräche bereit, wenn die Ärzte ihre Polemik beenden, erklärte seine Sprecherin.

Patientenanwalt kritisiert Ärztekammer

Auch Patientenanwalt Gerald Bachinger kritisiert den Ärzte-Protest: "Die Aktion ist unverständlich und bedauerlich", sagte er im "Ö1-Morgenjournal". Die geplanten Einsparungen von 3,4 Milliarden Euro bis 2016 können Bachinger zufolge ohne spürbare Einschnitte umgesetzt werden. Es gebe im Gesundheitswesen derzeit viele Leerläufe. Der Ärztekammer wirft Bachinger vor, Patienten zu instrumentalisieren und falsch zu informieren.

Am 13. und 14 Dezember hält die Österreichische Ärztekammer ihren Kammertag und ihre ordentliche Vollversammlung ab. Dabei soll über weitere Protestmaßnahmen entschieden werden. Zur Diskussion stehen nach wie vor Ordinationsschließungen am 16. Jänner sowie Groß-Demonstrationen und Kundgebungen im Jänner und Februar.

(APA/Red.)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

61 Kommentare
 
12
Wortmann
07.12.2012 10:48
0

ÄRZTE KRIEGEN DEN HALS NICHT VOLL

Das Problem kann man hoffentlich chirurgisch lösen.

Hans-Joachim Fuchs
06.12.2012 13:56
0

Jetzt wird's hysterisch

Der (goldene) Kaefig verursachte besonders bei Frauen zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende die Hysterie.
Nicht Mitreden duerfen bei existentiell wichtigen Fragen , die Pose maechtiger Parlamentarier und Buerokraten, das ueber alles Drueberfahren,
'Speed kills' - da wird uns Aerzten wirklich angst und bang.
Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen fuer die zukuenftige Entwicklung unserer Gesellschaft.

Argus13
06.12.2012 11:02
1

Protest

Wenn der ehemalige GKK Funktionär Stöger mit dem Verbandsfunktionär Schelling mit ihren Experten eine Gesundheitsreform allein beschließen 3,4 Mrd € einzusparen, bedeutet das für die Patienten nichts Gutes. Die betroffenen Ärzte, Gesundheitsberufe und Patienten werden nicht eingebunden! Was würden AK/Gewerkschaft dazu sagen, wenn der Wirtschaftsminister und die Industriellenvereinigung neue Arbeitsrichtlinien oder Löhne gesetzlich beschließen- Empörung, Streik... Gesundheitsreform ja, aber nicht so. Wie wäre es, wenn der Funktionär Schelling seine Hausaufgabe machen täte- EINE Krankenkasse und EINE Pensionsversicherung für ALLE! Aber dann würden die politischen Pfründe und Posterln wegfallen. Was macht man mit den politischen Günstlingen? Wir Steirer werden bald die Auswirkungen spüren, wenn die Spitäler/Ambulanzen geschlossen werden, ohne neue Planstellen für die Ärzte zu vergeben. Sparen ja, aber mit Hausverstand! Frei nach Grönemeyer… gebt den Funktionären die Macht, denn die wissen nicht was sie tun! Leider verstehen die Ärzte nicht die Probleme auf den Punkt sprich zum Patienten zu bringen.

Pontius
06.12.2012 09:11
3

Macht und Gier

Die Ärztekammer täte gut daran einmal die Missstände in ihren eigenen Reihen abzustellen. Da wären:

-Krankenhausärzte mit Privatpraxis

-damit verbunden ein Hin- und herüberweisen zwischen Praxis und KH

-der Staat muss in den KH`s teure Behandlungen, Untersuchungen ermöglichen, einträgliche Behandlungen werden in Praxen durchgeführt.

-Univ. Prof. und Doz. Schwemme an Krankenhäusern, wobei mit diesen akad. Graden ein Zweitberuf in Lehre und Forschung einhergehen müsste.

- eindämmen der Gier nach Geld und Einfluß

Antworten MdeLind
06.12.2012 11:00
0

Re: Macht und Gier

All diese Krankenhaus/Gesundheitsreform (= Verschlechterung der Krankenversorgung) sind für all jene kein Problem, die eine private Zusatzversicherung haben und sich einen Wahlarzt leisten (können). Wir werden mit einer 2 - Klassenmedizin leben müssen, die es übrigens bereits längst gibt.

aflen
06.12.2012 08:58
2

Bezirksgerichte dürfen nur geschlossen werden, wenn der Landeshauptmann zustimmt.

Wieder ein Argument für die Abschaffung der Landesregierungen!

right_way
06.12.2012 08:39
3

Oba gö, die EU bringt uns ja den Reichtum.

Na so etwas. Da verpulvern wir unser Steuergeld ins AL oder holen uns selbst ein Dutzend ins Land und wundern uns warum bei uns im Gesundheitswesen gespart wird.

Von mir aus sollen rot-schwarz-grün Wähler ruhig einmal ein Jahr ohne einen Arzt auskommen :)

Antworten enzo
06.12.2012 10:42
0

Re: Oba gö, die EU bringt uns ja den Reichtum.

@Von mir aus sollen rot-schwarz-grün Wähler ruhig einmal ein Jahr ohne einen Arzt auskommen :)@

Das wird aber leider deren Hauptproblem nicht lösen ,welches schlicht und einfach zwischen den beiden Ohren sitzt.

GerWin
06.12.2012 05:55
5

Politikergehalt

Irgenwo war zu hören "Gutes Geld, für gute Politiker".
Wenn wir unsere Politiker nach der tatsächlcih erbrachten Leistung zahlen könnten, hätten wir ein riesengroßes Einsparpotential!

iffb
06.12.2012 00:21
3

landeswichteln

welchen partein gehören die an??

Mara Brandt
05.12.2012 23:06
6

Was ist Karls Leistung???


Antworten Gerald
06.12.2012 09:14
4

Re: Was ist Karls Leistung???

Sie hat das "richtige" Geschlecht. Da fragt man nicht nach Leistung.

Stachel
05.12.2012 22:31
2

Was hat das Ärztegejammer bei den Bezirksgerichten verloren, liebe Internetredaktion?


universalkarl
05.12.2012 21:58
1

Mir als "Patient" wäre wichtiger, dass dieser ELGA-Mist nicht eingeführt wird.

Soviel ich gelesen habe, sollten Daten dort selbst dann gespeichert werde, wenn der Patient das ausdrücklich nicht will. Sie werden dann nur nicht angezeigt. Für mich wäre das Grund genug, nicht mehr zum Arzt zu gehen. Aber vielleicht ist das neben der Überwachung ja ein Mitgrund: Bürger davin abzuhalten zum Arzt zu gehen, weil sie dem System ihm nicht mehr trauen können.

szeblany
05.12.2012 20:47
12

Abschaffen, Einsparen, Kosten reduzieren

Warummacht man nicht gleich Nägel mit Köpfen und schafft uns unnötige Äerzte komplett ab.
Nach mehr als 35 Jahren politisch kontrolliertem , "objektiv" manipulierendem Staatsrundfunk hat doch wirklich jeder "kritische Intellektuelle" , jeder politisch korrekte Gutmensch kapiert, welche Typen diese Ärzte sind. Haben nur aus finanziellem Interesse Medizin studiert, sind unnötige "KOSTENVERURSACHER", nehemn völlig scrupellos Bestechungsgelder von der bösen Pharmamafia und kennen sich sowieso nicht aus, dafür haben unsre Politiker den politisch kontrollierten "PatientenAnwalt" geschaffen. Also Schluß damit.
Für das immense Geld, das uns eine MedizinUniversität und die Ausbildung dieser verdammten zukünftigen Geldsäcke und Abkassierer ohne Leistung kostet können unsere verantworungsvollen, überhaupt nicht korrupten Politiker wieder ain paar PArteimitglieder in der öffentlichen Verwaltung einstellen, man kann Löcher in Berge für Eisenbahntunnels bohren, .. "Gehts der Wirtschaft gut - gehts uns allen gut", ohne Ärzte müssen die armen Leute nicht STUNDENLANG in diversen Arztpraxen herumwarten, und alles wird besser werden !!
in 7 Jahren bin ich in Pension. keine Minute länger ! in meiner Ortschaft bin ich eh der einzige der bis 65 hackelt.

Antworten gehnsbitte
06.12.2012 06:23
3

Re: Abschaffen, Einsparen, Kosten reduzieren

bitte auch gleich uns überbezahlte Lehrer abschaffen, wir arbeiten ja auch nichts und sind überbezahlt.

Die Lösung: Ganztagesparteisoldatenschmieden mit Wunderheiler. Die Menschheit glaubt sowieso lieber den Scharlatanen, als Leuten, die etwas von ihrem Handwerk verstehen!

Freundschaft!

szeblany
05.12.2012 20:47
2

Abschaffen, Einsparen, Kosten reduzieren

Warummacht man nicht gleich Nägel mit Köpfen und schafft uns unnötige Äerzte komplett ab.
Nach mehr als 35 Jahren politisch kontrolliertem , "objektiv" manipulierendem Staatsrundfunk hat doch wirklich jeder "kritische Intellektuelle" , jeder politisch korrekte Gutmensch kapiert, welche Typen diese Ärzte sind. Haben nur aus finanziellem Interesse Medizin studiert, sind unnötige "KOSTENVERURSACHER", nehemn völlig scrupellos Bestechungsgelder von der bösen Pharmamafia und kennen sich sowieso nicht aus, dafür haben unsre Politiker den politisch kontrollierten "PatientenAnwalt" geschaffen. Also Schluß damit.
Für das immense Geld, das uns eine MedizinUniversität und die Ausbildung dieser verdammten zukünftigen Geldsäcke und Abkassierer ohne Leistung kostet können unsere verantworungsvollen, überhaupt nicht korrupten Politiker wieder ain paar PArteimitglieder in der öffentlichen Verwaltung einstellen, man kann Löcher in Berge für Eisenbahntunnels bohren, .. "Gehts der Wirtschaft gut - gehts uns allen gut", ohne Ärzte müssen die armen Leute nicht STUNDENLANG in diversen Arztpraxen herumwarten, und alles wird besser werden !!
in 7 Jahren bin ich in Pension. keine Minute länger ! in meiner Ortschaft bin ich eh der einzige der bis 65 hackelt.

aquilo
05.12.2012 20:39
8

Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Die Diskussion geht ja schon Jahre. Und immer wieder wird der mangelnde Verdienst, die zu langen Studienzeiten, die Ausbeutung in den Spitälern, die vorgeschriebene Bürokratie, das Diktat der Krankenassen und so weiter moniert.
Ich frage mich aber, warum alle diese höchst abschreckenden Umstände zu keiner Reduktion der Studienanfänger führt.
Ist das alles nicht wahr oder sind die Studienanfänger nicht wahrnehmungsfähig. Sind das lauter Altruisten?
Was sind die Motive? Wenig verdienen wird wohl nicht das Motiv sein, oder?

Antworten Hans-Joachim Fuchs
06.12.2012 14:01
0

Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Zum Beispiel 4€ pro Patient im Monat
Nach Abzug aller Kosten und Steuern.
Als Arzt fuer Allgemeinmedizin in Wien
Im Alter von 62 Jahren

Antworten hkspiss
05.12.2012 21:49
4

Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Naja, es gibt immer noch junge Menschen, die geistig minderbemittelten wie Ihnen helfen möchten. Deshalb.

Antworten Antworten aquilo
06.12.2012 08:06
0

Re: Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Herzlichen Dank für ihre homöopathische Ferndiagnose!

Antworten who knows
05.12.2012 21:36
6

Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Der naive Glaube, man könnte vielleicht Menschen retten und das es eh nicht so schlimm ist, wie jeder sagt...

Ich kann nur sagen, dass ich seit meinem 5. Lebensjahr mim "Arztkoffer" umhergerannt bin und ich meinen Kindheitstraum nie aufgeben konnte...

Im Studium erfährt man eigentlich erst, dass viele Krankheiten nicht heilbar sind, dass man erstmal die Vorklinik passieren muss, dass man später doch kein "Gott in weiss" ist und bis es "später" ist noch ein langer Weg ist...

Dennoch glaub ich, dass ich später einigen Menschen helfen kann, ich hoffe es. Vielleicht ein bischen Respekt bekommen und was Gutes tun.

Ja, naiv!

Hab ja noch paar Jahre bis zum Abschluss und da kann sich meine Meinung ja noch ändern!

Außerdem können Mediziner ja auch in die Pharmaind. gehen....wer´s mag...

Antworten Antworten civil liberties
06.12.2012 02:43
0

Außerdem können Mediziner ja auch in die Pharmaind. gehen....wer´s mag...

... oder nach usa oder kanada - dort gibts einstiegsgehaelter von 150k aufwaerts

Antworten Antworten Antworten enzo
06.12.2012 10:46
1

Re: Außerdem können Mediziner ja auch in die Pharmaind. gehen....wer´s mag...

Ja schon,aber dort muß der Mediziner für Fehler auch den Kopf hinhalten ,davor braucht sich in Österreich keiner zu fürchten,weniger Risiko haben nur noch Politiker.

insigma
05.12.2012 20:14
8

kasperltheater

9-fach, wo jeder landeskasperl kann machen, wie es ihm/ihr gefällt. und wenn dann auch noch lokale medien (!) entscheiden hat sichs wieder einmal erübrigt: ösistan vom feinsten...

Antworten trebor2010
05.12.2012 22:42
5

Re: kasperltheater

die Bundesländer könnten wir abschaffen - die brauchen wir nicht wirklich und wir könnten vviel in der Verwaltung einsparen.

 
12

Interaktive Grafiken zur Hofburg-Wahl

Mein Parlament

AnmeldenAnmelden