Ärzte auf der Straße: Protest gegen Reform

05.12.2012 | 18:09 |   (Die Presse)

In fast allen Bundesländern machte die Ärztekammer gegen drohende Einsparungen mobil. Unabhängig von den Protesten fanden am Mittwoch auch Gespräche zwischen der Spitze der Ärztekammer mehreren Ministern statt.

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Wien/Apa/Ib. So groß wie angekündigt fiel der Protest der Österreichischen Ärztekammer am Mittwochnachmittag dann doch nicht aus: Bundesweit verteilten einige Vertreter sowohl auf öffentlichen Plätzen als auch in Ordinationen Flyer gegen die geplante Gesundheitsreform von Bund, Ländern und Sozialversicherung, da man Einsparungen und Leistungskürzungen befürchte. Darauf ist etwa eine Karikatur von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) zu sehen, der mit einer Kreissäge einem Patienten einen „Aderlass“ verpassen will. In Wien hingegen wurden Vorher-nachher-Bilder verteilt: Vor der Reform wird ein Patient mit dem Rettungsauto ins Krankenhaus gebracht – nach der Reform ist das Auto allerdings gestrichen.

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Alles ziemlich übertrieben – das finden nicht nur Bund und Länder, das sieht auch die niederösterreichischen Ärztekammer so – sie beteiligte sich nicht an den Protesten.

 

Politische Gespräche

Unabhängig von den Protesten fanden am Mittwoch auch Gespräche zwischen der Spitze der Ärztekammer und Vizekanzler Michael Spindelegger, Finanzministerin Maria Fekter (beide ÖVP) sowie Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) statt. Dabei hätten die Ärzte die Errichtung von bundesweit 1000 zusätzlichen Ordinationen gefordert, meint der stellvertretende Ärztekammer-Präsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart. Man müsse die Patienten verstärkt vom stationären in den niedergelassenen Bereich verlagern – um die Spitalsambulanz zu entlasten. „Dafür muss der niedergelassene Bereich in den Fokus der Politik gerückt werden“, so Steinhart. Die Gespräche liefen „sehr konstruktiv, es sind aber mit Sicherheit noch weitere Gespräche notwendig“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2012)

 
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61 Kommentare
 
12
Wortmann
07.12.2012 10:48
0

ÄRZTE KRIEGEN DEN HALS NICHT VOLL

Das Problem kann man hoffentlich chirurgisch lösen.

Hans-Joachim Fuchs
06.12.2012 13:56
0

Jetzt wird's hysterisch

Der (goldene) Kaefig verursachte besonders bei Frauen zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende die Hysterie.
Nicht Mitreden duerfen bei existentiell wichtigen Fragen , die Pose maechtiger Parlamentarier und Buerokraten, das ueber alles Drueberfahren,
'Speed kills' - da wird uns Aerzten wirklich angst und bang.
Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen fuer die zukuenftige Entwicklung unserer Gesellschaft.

Argus13
06.12.2012 11:02
1

Protest

Wenn der ehemalige GKK Funktionär Stöger mit dem Verbandsfunktionär Schelling mit ihren Experten eine Gesundheitsreform allein beschließen 3,4 Mrd € einzusparen, bedeutet das für die Patienten nichts Gutes. Die betroffenen Ärzte, Gesundheitsberufe und Patienten werden nicht eingebunden! Was würden AK/Gewerkschaft dazu sagen, wenn der Wirtschaftsminister und die Industriellenvereinigung neue Arbeitsrichtlinien oder Löhne gesetzlich beschließen- Empörung, Streik... Gesundheitsreform ja, aber nicht so. Wie wäre es, wenn der Funktionär Schelling seine Hausaufgabe machen täte- EINE Krankenkasse und EINE Pensionsversicherung für ALLE! Aber dann würden die politischen Pfründe und Posterln wegfallen. Was macht man mit den politischen Günstlingen? Wir Steirer werden bald die Auswirkungen spüren, wenn die Spitäler/Ambulanzen geschlossen werden, ohne neue Planstellen für die Ärzte zu vergeben. Sparen ja, aber mit Hausverstand! Frei nach Grönemeyer… gebt den Funktionären die Macht, denn die wissen nicht was sie tun! Leider verstehen die Ärzte nicht die Probleme auf den Punkt sprich zum Patienten zu bringen.

Pontius
06.12.2012 09:11
3

Macht und Gier

Die Ärztekammer täte gut daran einmal die Missstände in ihren eigenen Reihen abzustellen. Da wären:

-Krankenhausärzte mit Privatpraxis

-damit verbunden ein Hin- und herüberweisen zwischen Praxis und KH

-der Staat muss in den KH`s teure Behandlungen, Untersuchungen ermöglichen, einträgliche Behandlungen werden in Praxen durchgeführt.

-Univ. Prof. und Doz. Schwemme an Krankenhäusern, wobei mit diesen akad. Graden ein Zweitberuf in Lehre und Forschung einhergehen müsste.

- eindämmen der Gier nach Geld und Einfluß

Antworten MdeLind
06.12.2012 11:00
0

Re: Macht und Gier

All diese Krankenhaus/Gesundheitsreform (= Verschlechterung der Krankenversorgung) sind für all jene kein Problem, die eine private Zusatzversicherung haben und sich einen Wahlarzt leisten (können). Wir werden mit einer 2 - Klassenmedizin leben müssen, die es übrigens bereits längst gibt.

aflen
06.12.2012 08:58
2

Bezirksgerichte dürfen nur geschlossen werden, wenn der Landeshauptmann zustimmt.

Wieder ein Argument für die Abschaffung der Landesregierungen!

right_way
06.12.2012 08:39
3

Oba gö, die EU bringt uns ja den Reichtum.

Na so etwas. Da verpulvern wir unser Steuergeld ins AL oder holen uns selbst ein Dutzend ins Land und wundern uns warum bei uns im Gesundheitswesen gespart wird.

Von mir aus sollen rot-schwarz-grün Wähler ruhig einmal ein Jahr ohne einen Arzt auskommen :)

Antworten enzo
06.12.2012 10:42
0

Re: Oba gö, die EU bringt uns ja den Reichtum.

@Von mir aus sollen rot-schwarz-grün Wähler ruhig einmal ein Jahr ohne einen Arzt auskommen :)@

Das wird aber leider deren Hauptproblem nicht lösen ,welches schlicht und einfach zwischen den beiden Ohren sitzt.

GerWin
06.12.2012 05:55
5

Politikergehalt

Irgenwo war zu hören "Gutes Geld, für gute Politiker".
Wenn wir unsere Politiker nach der tatsächlcih erbrachten Leistung zahlen könnten, hätten wir ein riesengroßes Einsparpotential!

iffb
06.12.2012 00:21
3

landeswichteln

welchen partein gehören die an??

Mara Brandt
05.12.2012 23:06
6

Was ist Karls Leistung???


Antworten Gerald
06.12.2012 09:14
4

Re: Was ist Karls Leistung???

Sie hat das "richtige" Geschlecht. Da fragt man nicht nach Leistung.

Stachel
05.12.2012 22:31
2

Was hat das Ärztegejammer bei den Bezirksgerichten verloren, liebe Internetredaktion?


universalkarl
05.12.2012 21:58
1

Mir als "Patient" wäre wichtiger, dass dieser ELGA-Mist nicht eingeführt wird.

Soviel ich gelesen habe, sollten Daten dort selbst dann gespeichert werde, wenn der Patient das ausdrücklich nicht will. Sie werden dann nur nicht angezeigt. Für mich wäre das Grund genug, nicht mehr zum Arzt zu gehen. Aber vielleicht ist das neben der Überwachung ja ein Mitgrund: Bürger davin abzuhalten zum Arzt zu gehen, weil sie dem System ihm nicht mehr trauen können.

szeblany
05.12.2012 20:47
12

Abschaffen, Einsparen, Kosten reduzieren

Warummacht man nicht gleich Nägel mit Köpfen und schafft uns unnötige Äerzte komplett ab.
Nach mehr als 35 Jahren politisch kontrolliertem , "objektiv" manipulierendem Staatsrundfunk hat doch wirklich jeder "kritische Intellektuelle" , jeder politisch korrekte Gutmensch kapiert, welche Typen diese Ärzte sind. Haben nur aus finanziellem Interesse Medizin studiert, sind unnötige "KOSTENVERURSACHER", nehemn völlig scrupellos Bestechungsgelder von der bösen Pharmamafia und kennen sich sowieso nicht aus, dafür haben unsre Politiker den politisch kontrollierten "PatientenAnwalt" geschaffen. Also Schluß damit.
Für das immense Geld, das uns eine MedizinUniversität und die Ausbildung dieser verdammten zukünftigen Geldsäcke und Abkassierer ohne Leistung kostet können unsere verantworungsvollen, überhaupt nicht korrupten Politiker wieder ain paar PArteimitglieder in der öffentlichen Verwaltung einstellen, man kann Löcher in Berge für Eisenbahntunnels bohren, .. "Gehts der Wirtschaft gut - gehts uns allen gut", ohne Ärzte müssen die armen Leute nicht STUNDENLANG in diversen Arztpraxen herumwarten, und alles wird besser werden !!
in 7 Jahren bin ich in Pension. keine Minute länger ! in meiner Ortschaft bin ich eh der einzige der bis 65 hackelt.

Antworten gehnsbitte
06.12.2012 06:23
3

Re: Abschaffen, Einsparen, Kosten reduzieren

bitte auch gleich uns überbezahlte Lehrer abschaffen, wir arbeiten ja auch nichts und sind überbezahlt.

Die Lösung: Ganztagesparteisoldatenschmieden mit Wunderheiler. Die Menschheit glaubt sowieso lieber den Scharlatanen, als Leuten, die etwas von ihrem Handwerk verstehen!

Freundschaft!

szeblany
05.12.2012 20:47
2

Abschaffen, Einsparen, Kosten reduzieren

Warummacht man nicht gleich Nägel mit Köpfen und schafft uns unnötige Äerzte komplett ab.
Nach mehr als 35 Jahren politisch kontrolliertem , "objektiv" manipulierendem Staatsrundfunk hat doch wirklich jeder "kritische Intellektuelle" , jeder politisch korrekte Gutmensch kapiert, welche Typen diese Ärzte sind. Haben nur aus finanziellem Interesse Medizin studiert, sind unnötige "KOSTENVERURSACHER", nehemn völlig scrupellos Bestechungsgelder von der bösen Pharmamafia und kennen sich sowieso nicht aus, dafür haben unsre Politiker den politisch kontrollierten "PatientenAnwalt" geschaffen. Also Schluß damit.
Für das immense Geld, das uns eine MedizinUniversität und die Ausbildung dieser verdammten zukünftigen Geldsäcke und Abkassierer ohne Leistung kostet können unsere verantworungsvollen, überhaupt nicht korrupten Politiker wieder ain paar PArteimitglieder in der öffentlichen Verwaltung einstellen, man kann Löcher in Berge für Eisenbahntunnels bohren, .. "Gehts der Wirtschaft gut - gehts uns allen gut", ohne Ärzte müssen die armen Leute nicht STUNDENLANG in diversen Arztpraxen herumwarten, und alles wird besser werden !!
in 7 Jahren bin ich in Pension. keine Minute länger ! in meiner Ortschaft bin ich eh der einzige der bis 65 hackelt.

aquilo
05.12.2012 20:39
8

Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Die Diskussion geht ja schon Jahre. Und immer wieder wird der mangelnde Verdienst, die zu langen Studienzeiten, die Ausbeutung in den Spitälern, die vorgeschriebene Bürokratie, das Diktat der Krankenassen und so weiter moniert.
Ich frage mich aber, warum alle diese höchst abschreckenden Umstände zu keiner Reduktion der Studienanfänger führt.
Ist das alles nicht wahr oder sind die Studienanfänger nicht wahrnehmungsfähig. Sind das lauter Altruisten?
Was sind die Motive? Wenig verdienen wird wohl nicht das Motiv sein, oder?

Antworten Hans-Joachim Fuchs
06.12.2012 14:01
0

Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Zum Beispiel 4€ pro Patient im Monat
Nach Abzug aller Kosten und Steuern.
Als Arzt fuer Allgemeinmedizin in Wien
Im Alter von 62 Jahren

Antworten hkspiss
05.12.2012 21:49
4

Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Naja, es gibt immer noch junge Menschen, die geistig minderbemittelten wie Ihnen helfen möchten. Deshalb.

Antworten Antworten aquilo
06.12.2012 08:06
0

Re: Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Herzlichen Dank für ihre homöopathische Ferndiagnose!

Antworten who knows
05.12.2012 21:36
6

Re: Und warum wollen so viele Ärzte werden?

Der naive Glaube, man könnte vielleicht Menschen retten und das es eh nicht so schlimm ist, wie jeder sagt...

Ich kann nur sagen, dass ich seit meinem 5. Lebensjahr mim "Arztkoffer" umhergerannt bin und ich meinen Kindheitstraum nie aufgeben konnte...

Im Studium erfährt man eigentlich erst, dass viele Krankheiten nicht heilbar sind, dass man erstmal die Vorklinik passieren muss, dass man später doch kein "Gott in weiss" ist und bis es "später" ist noch ein langer Weg ist...

Dennoch glaub ich, dass ich später einigen Menschen helfen kann, ich hoffe es. Vielleicht ein bischen Respekt bekommen und was Gutes tun.

Ja, naiv!

Hab ja noch paar Jahre bis zum Abschluss und da kann sich meine Meinung ja noch ändern!

Außerdem können Mediziner ja auch in die Pharmaind. gehen....wer´s mag...

Antworten Antworten civil liberties
06.12.2012 02:43
0

Außerdem können Mediziner ja auch in die Pharmaind. gehen....wer´s mag...

... oder nach usa oder kanada - dort gibts einstiegsgehaelter von 150k aufwaerts

Antworten Antworten Antworten enzo
06.12.2012 10:46
1

Re: Außerdem können Mediziner ja auch in die Pharmaind. gehen....wer´s mag...

Ja schon,aber dort muß der Mediziner für Fehler auch den Kopf hinhalten ,davor braucht sich in Österreich keiner zu fürchten,weniger Risiko haben nur noch Politiker.

insigma
05.12.2012 20:14
8

kasperltheater

9-fach, wo jeder landeskasperl kann machen, wie es ihm/ihr gefällt. und wenn dann auch noch lokale medien (!) entscheiden hat sichs wieder einmal erübrigt: ösistan vom feinsten...

Antworten trebor2010
05.12.2012 22:42
5

Re: kasperltheater

die Bundesländer könnten wir abschaffen - die brauchen wir nicht wirklich und wir könnten vviel in der Verwaltung einsparen.

 
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Mein Parlament

  • Letzte Antwort

    Alois Stöger (SPÖ) antwortet zum Thema Arbeit [...] Nachdem sich in einigen Fällen herauskristallisiert hat, dass es sich bei All-In-Verträgen der Unternehmen um Mogelpackungen handelte [...] hat mein Ressort in der im Ministerrat eingebrachten Novelle des Arbeitsvertragsrechtsänderungsgesetzes weitreichende Verbesserungen bei All-In-Verträgen vorgesehen. [...] Seit Jänner muss der Grundlohn im Arbeitsvertrag angeführt werden, um über die Normalarbeitszeit (z.B.: 40 Stunden) hinausgehende Pauschalabgeltungen für Mehrleistungen sichtbar zu machen. Es ermöglicht den MitarbeiterInnen die Durchführung einer sogenannten Deckelungsprüfung, d.h. einer Kontrollrechnung, ob die tatsächlich erbrachten Überstunden durch das vertraglich vereinbarte Entgelt abgedeckt sind. [...]
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