Whistleblower: Justiz startet Pilotprojekt

06.12.2012 | 18:50 |   (Die Presse)

Das deutsche Bundesland Niedersachsen soll als Vorbild für die heimische Regelung dienen. Im Gegensatz zu einer anonymen Anzeige sollen die Behörden bei Whistleblowern auch Rückfragen stellen können.

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Wien/Aich. Im kommenden Jahr soll bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ein Pilotprojekt zu einer Whistleblower-Regelung starten. Das erklärte Justizministerin Beatrix Karl im ORF. Das Justizministerium will sich am Modell des deutschen Bundeslands Niedersachsen orientieren, wie man gegenüber der „Presse“ betont. Dieses läuft seit dem Jahr 2003, bisher gab es dort insgesamt 2600 Hinweisgeber.

Im Gegensatz zu einer anonymen Anzeige sollen die Behörden bei Whistleblowern auch Rückfragen stellen können. Damit will man verhindern, dass der Vernaderung Tür und Tor geöffnet wird. Die Identität der Whistleblower bleibt aber geschützt. Zudem wolle man den Modellversuch bewusst auf Delikte des Korruptions- und Wirtschaftsstrafrechts beschränken, betont das Justizministerium.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2012)

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4 Kommentare

Haha, Whistleblowing macht Spaß

Da kommt eine neue Gefahr auf uns zu, wie im Spitzelstaat. Man braucht nicht einmal seine Identität preisgeben. Nur einen Laptop vom Flohmarkt ohne auf einen selbst rückführbare Daten darauf, ein fremdes offenes W-Lan, über das man sich einen Fake-Account unter Falschnamen anlegt. Und schon kann man blowen: "Der Franzi K." (auf dessen Job ich scharf bin) "der lädt sich ständig Kinderpronos runter, hortet illegale Waffen, ist Mitglied eines Naziclubs", was auch immer. "Er hat mir das auch angeboten..." Ich wette jeden Betrag, dass die Polizei dann zuerst dem Franzi K die Bude zerlegt und erst danach, wenn sein Ruf unschuldig zerstört ist, halbherzig nach dem Verleumder forscht. Wenn überhaupt.

This is alternativlos

First werden wir checken wie das standing ist, dann einen process installen und den begleiten externe Experts, die das alles monitoren und finally evaluieren.
Soviel dazu und der Besessenheit bestimmter, vor allem den Medien und der Politik angehörenden Kreise, möglichst Mulitkulti auch in den sprachlichen Alltag einfließen zu lassen. Wir kennen das aus unserer täglichen Erfahrung.
Nachdem nun der Wahn in bezug auf die Korruption ziemlich am Höhepunkt ist, hat man das Thema "whistleblower" entdeckt. Abgesehen vom Ausdruck ist zu befürchten, daß damit eine neue Wahnwelle auf uns zukommt, die geeignet ist, eine neue Kultur zu schaffen. Vernadern soll verhindert werden durch Recherchen, ob was dran ist an der Information! Sehr witzig! Bei Recherchen über die Angaben einer solchen Person über andere, wird man zweifellos tiefer in eine Sache eindringen müssen und ob dabei die Identität des Informanten geheim bleibt bezweifle ich. Und wie dann das Schicksal desjenigen ausschaut, der dann als Verräter dasteht, ist mir jetzt schon klar.

Re: This is alternativlos

Eine andere Alternative ist die anderen
Kontrollgesellschaften, wie Finma, Korruptionsbehörde, etc., mit Leuten aufzustocken, die man anderswo einsparen kann !

Z.B. Mit welcher Begründung benötigt Wien in fast jedem Stadtteil / Bezirk ein Magistrat ?? Wien hat 1,6 Mio Einwohner.
München, für 1,4 Mio Einwohner benörigt einen (1) Magistrat !! Warum werden die Relikte aus der Monarchie beibehalten ?
Die Zeiten haben sich geändert !!
Die Postkutsche hat längere Zeit als die U-Bahn benötigt !!

Man benötigt doch bei den Kontrollbehörden Leute, die arbeiten können und nicht Beamte, die nach 3 Wochen eine Email beantworten !!
Oder bei der SVA, die 3 Monate für eine Pensionsauswertung benötigt !

Wann hört diese inkompetente Stellenbesetzung durch die Parteien endlich auf ?

Whistleblower: Justiz startet Pilotprojekt

Endlich ! Jetzt schlägt die kontrollenlose Zeit seit den 80 er Jahren ins Gegenteil um. Endlich wird das ganze Gesindl zur Rechenschaft gezogen !

Es fehlen nur noch von verschiedenen Institutionen, wie die englische Finma, mit Exekutionsfunktion !

Außerdem kommt jetzt das neue EU-27-Nachhaltigkeitsranking von Österreich. Es werden sicher noch mehr Kontrollfunktionen installiert werden.

Langsam, sehr langsam, wird es wieder ein
Geschäftsgebaren "eines ordentlichen Kaufmannes" geben.

Es mußte so kommen ! Das hat jedoch nichts mit dem Spitzetum während der NS Zeit zu tun -
das möchte ich ausdrücklich festhalten !

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