Eduard Paulus: Derzeit doppelt in den Medien

10.12.2012 | 18:19 |  CLAUDIA LAGLER (Die Presse)

Ein (Miliz-)Offizier mit mangelndem Katastrophenschutz im eigenen Haus: Eduard Paulus, Salzburgs oberster Budgetbeamter.

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Salzburg. Bisher kannte Eduard Paulus, seit 2007 Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft, bei seinen öffentlichen Auftritten vor allem einen Gegner: den Zivildiener Norbert Darabos und seine Arbeit als Verteidigungsminister. Seit dem Bekanntwerden des Salzburger Finanzskandals ist der 60-Jährige vor allem mit der Verteidigung des eigenen Hauses beschäftigt. Auf einen möglichen 340-Millionen-Euro-Verlust in den Portfolios des Landes war der Milizsoldat im Range eines Hauptmanns nicht vorbereitet. „Mir war nichts bekannt“, sagte Paulus am Montag zu Medienberichten, dass Vertreter einzelner Salzburger Banken schon 2008 das Land über drohende Verluste informiert hätten.

Der bürgerliche Salzburger, der in dem bis 2004 ÖVP-dominierten Land eine typische Beamtenkarriere gemacht hat, ist seit 2000 Leiter der Finanzabteilung und damit der oberste Landesbudget-Beamte. Nach einem Jusstudium an der Uni Salzburg trat er in den Landesdienst ein, arbeitete in der Abteilung für Raumordnung, im Legistischen Dienst und übernahm die Leitung der Bildungsabteilung des Landes. Dass ausgerechnet unter seiner Verantwortung seine beste Mitarbeiterin Millionen verspekuliert, Protokolle gefälscht und Unterschriften manipuliert haben soll, trifft den als korrekt und loyal geltenden Beamten ins Mark. Führungsverantwortung, die auch die Dienstaufsicht umfasst, gehört schließlich zum Handwerkszeug eines Offiziers. Als Vorgesetzter sah er jahrelang, wie seine Referatsleiterin nächtelang und ohne Urlaub durcharbeitete und hinterfragte ihre Aktivitäten nicht. Zu seinem Ressortchef, dem um 20 Jahre jüngeren SP-Politiker David Brenner, hatte der VP-nahe Paulus stets ein korrektes, von Sachlichkeit geprägtes Verhältnis.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2012)

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17 Kommentare

Vielleicht sollte man einen "Karrierebeamten"

mit "typischer Beamtenlaufbahn" nicht zum Chef einer Finanzabteilung machen, die mit "hochexplosiven, teilweise toxischen" Finanzinstrumenten hantiert. Ich glaub´s Ihm, dass er nichts wusste - von etwas, von dem ich mutmaßlich nicht den geringsten Ansatz einer Ahnung habe, kann ich auch nicht viel wissen. Nur, die Verantwortung hat er doch, unabhängig seines Wissens. Ich kann mir bildhaft vorstellen, wie die smarten Investmentbanker aller möglichen internationalen Banken im Nadelstreif und den Genagelten gerne zum "blauäugigen Blinden" nach Salzburg kamen, um Ihm das eine oder andere "Turbohypersuperhebel Indexzertifikat auf den Verlauf des mexikanischen Peso im Zeitraum bis 2090" mit 100%iger Gewinnchance, per gelackter Power Point Präsentation feil zu bieten. Und der Onkel Eduard saß da, sprach mit dem "hochintelligenten" und seiner Meinung nach auf Hedging "hoch spezialisierten" Bauernmädel Monika (Spitzname: "die Traderin") zu seiner Rechten (immerhin hat sie schon den Milchpreis am Hof Ihrer Eltern immer wieder gehedgt, oder wie das auch immer heißt-auf jeden Fall über Jahre gleichgehalten, egal ob die Kühe viel oder wenig Milch gaben), diese nickte und der Eduard traf die Entscheidung mal richtig mittels dem "Turbohypersuperhebelzertifikat" einzusteigen, beim Peso (was auch immer der/die/das war) und die Mexikaner richtig, aber richtig abzuzocken. Nicht einmal, dass die Herren im Nadelstreif dabei aber nicht die Verbündeten waren hat der Eduard übernasert.

Dieser Typ...

gehört sowas von abgesägt und mit 0-Pension verabschiedet. Der hat auf ganzer Linie versagt. Als ewig gestriger unqualifizierte Aussagen übers Bundesheer und dann auch noch so ein Blindgänger bei seinem Job - und solche Idioten zahlen wir mit unseren Steuergeldern.

Der bürgerliche Salzburger...

...im Vergleich zum adeligen Salzburger oder eher im Vergelcih zum "Orweita", oder was?

Wie dem auch immer sei: Er teilt nicht die aktuelle flatterhafte Meinung der Linken und wird somit öffentlich beschmutzt. Was weiß die Journalistin

Claudia Lagler plötzlich von der Führungsverantwortung eines Offiziers?

Egal wa wirklich passiert ist und wie weit Paulus Verantwortung trägt: Die Journaille weiß jetzt schon, dass er schuldig ist. Widerlich.

Leistung & Pflicht

Vielleicht hat da schwarzes Leistungsdenken die Sicht vernebelt: Die Beamtin hat ja immer tüchtig gearbeitet, und das ist schließlich, was alles ausmacht.

Der Verschwender

Vielleicht hätte sich der Herr UO-Präsident mehr auf die Pflichten und Verantwortung aus seinem hochbezahlten Job beim Land Salzburg konzentrieren solln und weniger darauf, im (bezahlten ?) Nebenjob den aus betriebsblinder Sicht eines alternden Militärs angeblich unbrauchbaren Verteidigungsminister zu bekämpfen und sich für das längst überholtes Zwangs-Wehrdienstsystem stark zu machen.

Herr Hauptmann

von Köpenick?

Unwissenheit unter ÖVPlern.....

Paulus ist ein Super-ÖVP-Diener und die entlassene Beamtin vermutlich auch.Hier zeigt sich im Kleinen, wie gewisse Dinge gestaret wurden.Und am Beginn hat der Vorvorgänger von Brenner, ein ÖVP-Regierungsmitglied,leider von den damals bereits laufenden Manipulationen der Beamtin auch nichts gewusst,.... Freilich: Unwissenheit schützt bekanntlich vor Strafe nicht....

loyal und korrekt!

vielleicht doch freiwillige Feuerwehr oder
Schuetzenverein als Kassier! Oder Sparverein!

kurz gefasst:
seit 2007 Präsident der Österreichischen
Offiziersgesellschaft, Milizsoldat im Range
eines Hauptmanns.
Jusstudium, Landesdienst, Raumordnung, im
Legistischen Dienst, Leitung der
Bildungsabteilung, seit 2000 Leiter der
Finanzabteilung.
Eine diversive Beamtenkarriere eines
vielseitigen und wissenden Salzburger
Hochbegabten aus der Salzburger Bourgeoisie.

Fuer den Unwissenden die einzig erkennbare
Qualifikation:
Sich zu plazieren! Und um jetzt sich als
Unwissender zu absentieren!

Beamte sind der Abschaum der Nation

Faul, inkompetent, präpotent und falsch. Leute, die nie gelernt haben, zu arbeiten und sich auf Kosten der ASVGler die Wampe vollfressen, wenn sie nicht gerade auf Kur sind. Widerwertiges Gesindel, anzutreffen in jeder Beamtenburg, wo einem der Gestank von Leberkässemmel schon von Weitem entgegenweht.

loyal und korrekt!

vielleicht doch freiwillige Feuerwehr oder Schuetzenverein als Kassier! Oder Sparverein!

kurz gefasst:
seit 2007 Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft, Milizsoldat im Range eines Hauptmanns.

Jusstudium, Landesdienst, Raumordnung, im Legistischen Dienst, Leitung der Bildungsabteilung, seit 2000 Leiter der Finanzabteilung.
Eine diversive Beamtenkarriere eines vielseitigen und wissenden Salzburger Hochbegabten aus der Salzburger Bourgeoisie.

Fuer den Unwissenden die einzig erkennbare Qualifikation:
Sich zu plazieren! Und um jetzt sich als Unwissender zu absentieren!
Altersmaessig in die Pension oder als Wissender zum Schuetzenverein!

loyal und korrekt!

vielleicht doch freiwillige Feuerwehr oder Schuetzenverein als Kassier! Oder Sparverein!

kurz gefasst:
seit 2007 Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft, Milizsoldat im Range eines Hauptmanns.

Jusstudium, Landesdienst, Raumordnung, im Legistischen Dienst, Leitung der Bildungsabteilung, seit 2000 Leiter der Finanzabteilung.
Eine diversive Beamtenkarriere eines vielseitigen und wissenden Salzburger Hochbegabten aus der Salzburger Bourgeoisie.

Fuer den Unwissenden die einzig erkennbare Qualifikation:
Sich zu plazieren! Und um jetzt sich als Unwissender zu absentieren!

mein Name ist Hase, ich weiß von nichts

ich achte nur darauf, dass mein Gehalt pünkltlich am Konto landet... Dann ist es schon vorbei mit "Verantwortung".

Wenn er ein wahrer Offizier wäre, dann

wüsster er jetzt, was zu tun ist. Aber leider ist er halt nur allzu billiger Heuchler!

Re: Wenn er ein wahrer Offizier wäre, dann

Na was soll er denn tun, wenn er betrogen wurde?

Re: Re: Wenn er ein wahrer Offizier wäre, dann

Vor 1918 hätte er sich wohl erschießen müssen...

Re: Re: Wenn er ein wahrer Offizier wäre, dann

er ist dafür Verantwortlich das es die Struktur gibt, welche diesen Betrug ermöglicht, da er seit 2012 Leiter der Abteilung ist. In einem Privatunternehmen würde er wegen grober Vernachlässigung seiner Dienstpflichten sofort entlassen werden.
Er wurde bis dato wahrscheinlich nur deswegen nicht suspendiert weil dann der Brenner noch mehr in die Schusslinie kommt.

So sind leider die Fakten.

Bei der genannten Summe ist davon auszugehen, dass Ihm aus dieser groben Vernachlässigung der Dienstpflichten auch strafrechtliche Konsequenzen erwachsen.

Insofern wäre es schon angebracht, dass er die Funktion des Leiters der Finanzabteilung und des Präsidenten der OG von sich aus zurücklegt.

Re: Re: Re: Wenn er ein wahrer Offizier wäre, dann

Die Konsequenzen, die Sie vorschlagen, kann ich nachvollziehen, wenn es eine von Ihnen angenpmmene Verletzung der Dienstpflicht gibt. Aber dies ist ja offnesichtlich nicht der Fall, weil es sonst längst eine Suspendierung gegeben hätte.

Ein Vorstandsdirektor für Finanzen etwa, in dessen Bereich ein Buchhalter trotz aller denkbaren Sicherheitskonstruktionen kriminelle Handlungen setzt (z,B, Gegenzeichnungsunterschriften fälscht) und so das Unternehmen betrügt, begeht ja deswegen auch keine Dienstverfehlung.

Ich glaube, man sollte hier die ermittelnden Justizorgane in Ruhe arbeiten lassen und NACH Vorliegen der Untersuchungsegebnisse nach Konsequenzen rufen. Gerade im Bereich der Justiz hat es ja in jüngerer Zeit erfreuliche Entwicklungen gegeben. Und das sollte nicht nur für Paulus gelten, sondern auch für die politisch Verantwortlichen.

Was das allerdings aber alles mit seiner Funktion als Präsident der Offiziersgesellschaft - einem Ehrenamt übrigens - zu tun haben soll, erscheint mir schleierhaft. Aber vielleicht ist er in dieser Funktion einigen zu unangenehm, weil er die Wahrheit ausspricht. Mitunter Gottseidank sehr deutlich.

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