Mensdorffs Geldbote holte Millionen in Kuverts ab

20.12.2012 | 12:16 |   (DiePresse.com)

Im Geldwäscherei-Prozess gegen den "Grafen" hat am Donnerstag ein früherer Vermögensverwalter ausgesagt.

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Im Prozess gegen Alfons Mensdorff-Pouilly und den mitangeklagten Kurt D. ist am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht der erste Zeuge vernommen worden. Alexander F., ein mittlerweile pensionierter Vermögensverwalter, sagte aus, für die beiden Angeklagten "Botengänge und Quittierungsdienste" geleistet zu haben. In Kuverts trug er insgesamt an die vier Millionen Euro zum "Grafen".

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Exakt 27 Mal legte der Mann auf Ersuchen von Kurt D. die zehn Minuten lange Strecke von einem Wiener Bankhaus zum Büro Mensdorff-Pouillys zurück, wo er vereinbarungsgemäß die Geldkuverts auf einem Schreibtisch ablegte. Der Vorwurf der Anklage: D. habe die Millionen auf Betreiben von Mensdorff-Pouilly von den Konten einer karibischen Briefkastenfirma nach Wien geschleust haben, damit dieser das Geld als Berater des Rüstungskonzerns BAE Systems als Bestechungsgelder einsetzen konnte.

Von der Vielzahl der Botengänge gab sich Alexander F. vor Gericht erstaunt: "Das ist mehr, als ich gedacht hätte. Ich bin überrascht. Ich nehme an, dass der Herr Staatsanwalt richtig recherchiert hat." Er sei "von einer Handvoll Übergaben" ausgegangen.

Im Schnitt habe er 100.000 Euro transportiert, und zwar nicht in einem kleinen Koffer, wie der Staatsanwalt zuvor wiederholt anklingen hatte lassen. Dafür gebe es schließlich "Kuverts von unauffälliger Größenordnung", stellte der Zeuge klar. Es habe sich auch nicht um "hohe Beträge", sondern "relativ hohe Beträge" gehandelt, korrigierte er Richter Stefan Apostol: "100.000 Euro sind auch viel Geld für mich. Aber aus meiner beruflichen Tätigkeit heraus habe ich da nicht mit den Ohren gewackelt."

In der Bank sei immer alles bestens vorbereitet worden. Er habe mit seinem Wagen stets im Parkverbot vor der Bank Halt gemacht ("Das ging immer sehr schnell, daher sind keine Kosten für das Falschparken entstanden"), die Kuverts rasch an sich genommen und zu Mensdorff gebracht, der "ein alter Freund der Familie" sei: "Er hat schon mit meinem Vater gejagt." Mensdorff sei ihm aber nicht besonders vertraut: "Was er genau gemacht hat, habe ich nicht gewusst. Es hat immer geheißen, er ist ein Lobbyist."

"Nie gefragt, wofür das Geld bestimmt war"

Er habe nie gefragt, wofür das Geld bestimmt sei. Auch die Herkunft habe ihn nicht interessiert. Er habe "aus Freundschaft" gehandelt und sich "nichts dabei gedacht", sagte Alexander F.

Die nahe liegende Frage, weshalb sich Mensdorff-Pouilly des 71-Jährigen bediente, obwohl das betreffende Bankhaus nicht weit von seinem Wiener Büro entfernt liegt, hatte der "Graf" im Ermittlungsverfahren damit beantwortet, sein Gesicht sei schon damals recht bekannt gewesen. Er habe mit seiner "Fresse" nicht regelmäßig in der Bank in Erscheinung treten wollen.

Die Verhandlung wird am 8. Jänner mit der Befragung von Mark Cliff fortgesetzt. Der Steuer- und Finanzberater, der auch das beträchtliche Privatvermögen des Mensdorffs-Mentors Timothy Landon verwaltet hatte, gilt als Kronzeuge der Anklage. Er hatte gegenüber dem britischen Serious Fraud Office hinsichtlich der Machenschaften bei BAE Systems ausgepackt, wo der Wiener Staatsanwalt Michael Radasztics eine auf Korruptionszahlungen ausgerichtete kriminelle Organisation ortet.

(APA)

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23 Kommentare

Fakelaki auf österreichisch


Wenn einer mit 10.000 Euro bar erwischr wird...

...............muss man bis auf den letzten Cent nachweisen woher das Geld stammt-zu Recht so.

Bei Grasser ,Mensdorff und Co, samt Plastiksackerl KEIN Problem!!

Alles Rechtens...........

Re: Wenn einer mit 10.000 Euro bar erwischr wird...

Muss man nicht.

Geld in Kuverts spricht für Intelligenz

Den Banken ist nämlich schon lange nicht mehr zu trauen.

Dubios - sehr dubios sogar!

Im Geldsackerl lässt er sich das Geld bringen, von seiner eigenen Bank, die nur 10 Minuten entfernt liegt....

...von seiner eigenen Firma auf den Bermudas, von der er nichts zu wissen vorgibt....

...und bestochen hat er auch niemanden, nur an politische Entscheidungstäger "ausgeteilt"....

Re: Dubios - sehr dubios sogar!

danke für die Zusammenfassung

die Indizien sind einfach erdrückend


1 3

Na und?

Wo ist das Problem?

3 0

Mensdorffs Geldbote holte Millionen in Kuverts ab

der arme unschuldige Graf Ali wird nun für seine Gutmütigkeit Jedem ja nur helfen zu wollen derart geprügelt, dass er sogar zugibt falsch ausgesagt zu haben ;-)

In unserem Land ja eigentlich wenn man regelmässig Nachrichten liest gar keine Seltenheit, denn auch Grasser reiste mit Doplomatenpass ist einigen hundert tausenden Euronen über Grenzen .

Was wird Ali wohl passieren, ausser dass er wohlwollend ermahnt werden wird, nächstes mal etwas besser aufzupassen wie er mit seiner Frau und wohlgesonnenen Regierungen Geschäfte aushandelt ?!

4 1

Und, er sich halt nicht mit Millionen aus Österreich abgefahren und hatte auch keinen abgestürzten Computer,

dafür kann er auch nicht frei gesprochen werden von unseren Freispruchrichtern und der Medienjustiz.

4 6

Wo

liegt das Problem? Manche lieben Bargeld. Na und? Sehr vertrauenswürdig das er das Geld mittels Boten hat bringen lassen. Aber nicht verboten. Vor 30 Jahren war das alltäglich. Hat niemanden gekratzt. Sämtliche Lohngelder wurden in Taschen oder Säcken von Banken in die Firmen getragen. Tausender Bündel wurden zum Erlagschein einzahlen vom Lehrbuben zur Post getragen. Plötzlich wird ein Staatsanwalt darob ganz erregt. Es wäre auch nicht strafbar wenn er ein Packerl Geld jemanden geschenkt hätte. Bloß so. Solange es kein Steuergeld war. Also, immer am Boden bleiben. Das ist Hornberger schießen und wird die Linken nicht befriedigen, aber der Zirkus kostet dem Steuerzahler unglaublich viel Geld.

Natürlich ist es nicht verboten,

auch große Summen in bar zu transportieren und zu übergeben, außer über Grenzen, denn da gibt es andere Bestimmungen.

Wenn Sie das aber heutzutage machen und dies regelmäßig, ohne dass das erkennbar mit Lieferungen oder Leistungen zu tun hat, dann müssen Sie damit rechnen, dass Sie in Verdacht geraten, Gründe zu haben, die mit dem Strafgesetz zu tun haben könnten.

Das muss nicht sein, da haben Sie recht, aber es könnte sein und nicht nur das, es ist recht wahrscheinlich.

Ob was dran ist, hat das Gericht zu entscheiden. Ob nichts dran ist, wie Sie glauben oder doch, wie die StA glaubt, wird sich zeigen.

Re: Natürlich ist es nicht verboten,

so ist es

man soll niemanden vorverurteilen aber wie wahrscheinlich ist es daß jemand, bloß so, zahlreiche Geldspaziergänge einfacher Knopfdrucküberweisung vorzieht, wenn der Hintergrund ein sauberer ist ????

dürfte gegen null gehen, die Wahrscheinlichkeit mein ich

so far

In der Jetztzeit war ich der Überzeugung, dass

Gelder von einem auf ein anderes Konto überwiesen werden. Einschließlich Auslandsüberweisungen.

Dass aber noch immer Bargeld abgehoben und in einem schlichten Kuvert für eine nicht anwesende Person auf einen Schreibtisch gelegt werden, wußte ich nicht. Sonderbar diese "Bauern"!

Oder ist diese Vorgangsweise unter "adeligen Bauern" noch immer üblich?

1 2

Re: In der Jetztzeit war ich der Überzeugung, dass

Dafür wediß man vom Geld auf den Konten inzwischen nicht mehr, obs es wirklich gibt.

Also, ich finde er hat ein recht ehrliches Gesicht! Ein nobler Spender, denke ich mal!

Im Gegensatz zum Scheuch auch minderkriminelle Anklagepunkte.
Als Bauer sowieso berufsmäßig unschuldig.

Warum keine U-Haft?

Eine klassische Form der Geldwäscherei, durchaus professionell in der Vorbereitung jedoch laienhaft abgeschlossen in der Übergabe-Phase.
Die Österreichische Staatsanwaltschaft muss und wird sich den Vorwurf ausgesetzt sehen, warum gegen Mensdorff-Pouilly nicht längst die Untersuchungshaft verhängt wurde. Verdunkelungsgefahr ist ein hinreichendes Argument. Auch wenn der Herr Graf sich redselig und kooperativ zu geben versucht.

Re: Warum keine U-Haft?

So gern ich den Bauern (Grafen gibt's keine) im Häfen sehen würde, nach einer gefühlten Ewigkeit kommt Verdunkelungsgefahr nicht mehr in Betracht.

0 11

eine Bundesheer Anklage ist das

der mann holte die kuverts von der bank ab.sind wir nun schon bei 12,6 millionen euro?

was wäre der illegale akt dabei dass der herr für mensdorff das geld von der bank holte?

es war für mensdorff lediglich ein weg den er nicht fahren wollte-der bote war ihm bekannt und so liess er er von ihm besorgen.

wäre die überweisung verdächtig gewesen,die banke ine überprüfung angeordnet hätte.

das geld kam also doch von den britischen inseln und nicht aus england.
dies hiesse ein enormes kapital welches dort zur verügung stünde,-mensdorff solle doch bitte beginnen die namen der empfänger im parlament zu nennen.

zuerst waren es einige wenige,dann gab es sammelgelder,die erst im parlament verteilt wurden-es sagte lediglich ein älterer herr mit wenigen um ihn mit brille,der mittig weiter hinten,also oben sass nein zu dem geld,welches offen verteilt wurde-die verteilung machte fekter.

dieser wurde dann jedoch beobachtet wie er in der aula geld von einem anderen erhiehlt,jedoch anfügte,dies wäre ein geschenk und nicht erpressungsgeld gegen mensdorff.

Warum Mensdorff sich nicht sprechen traut.

Weil das Bundesheer dieser Tage sein Haus im Burgenland belagert und versucht illegal unter dieses einzudringen.
-da sie das schon woanders ebenso taten,ganz ohne möglichen hausdurchsuchungsbefehl erscheint dieser hierzu auch nur obligatorisch und rechtlich unwirksam,vorallem das heer ja geheim bleiben möcht damit.

nachher mensdorffs haus technisch dem bundesheer gehören wird demnach..

Re: eine Bundesheer Anklage ist das

ist das ein chiffrierter Text? Oder was soll das Geschwurbel darstellen?

Re: eine Bundesheer Anklage ist das

Alles klar.

Re: eine Bundesheer Anklage ist das

Hemmungsloses Saufen erst zu Sylvester. Wäre jedenfalls zu empfehlen.

Re: eine Bundesheer Anklage ist das

jetzt hab ich´s 3 x g´lesen und noch immer ned kapiert

9 0

Re: eine Bundesheer Anklage ist das

Hä?

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