Beamte für Wehrpflicht

22.12.2012 | 18:02 |  von Martin Fritzl (Die Presse)

Spitzen des Innenressorts deklarieren sich.

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Wenige Wochen vor der Volksbefragung über die Zukunft der Wehrpflicht hat nun auch das Innenministerium klar Stellung bezogen: Die Spitzenbeamten des Ressorts treten so wie ihre Ministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) klar für die Beibehaltung des Präsenzdienstes ein. In einer Analyse der sicherheitspolitischen Einsatzszenarien wird dabei das bestehende System mit dem von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) angestrebten Berufsheer verglichen.

In allen untersuchten Bereichen geben sie dabei der Wehrpflicht klar den Vorzug. So seien beim Schutz kritischer Infrastruktur, bei der Katastrophenhilfe oder bei möglichen Assistenzeinsätzen zum Grenzschutz hohe Mannstärken notwendig, die mit einem Berufsheer nicht aufzubringen sind, so der stellvertretende Sektionschef Wilhelm Sandrisser. Der stellvertretende Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Lang, warnt vor den Auswirkungen im Katastrophenfall: Der Wegfall der Präsenzdiener werde zu Einschränkungen bei den erforderlichen Qualitäten und Quantitäten der Assistenzleistungen führen.

Auch Verfassungsschutz-Chef Peter Gridling wirft sich für die Wehrpflicht in die Bresche: Der Schutz kritischer Infrastruktur sei nur mit einem Wehrpflichtigenheer machbar. 400 strategisch wichtige Betriebe gebe es in Österreich, für den notwendigen Objektschutz über einen längeren Zeitraum sei ein Pool von 8000 Soldaten notwendig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2012)

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6 Kommentare

Beamte = ÖVP, warum bringt man bitte eine solche Schlagzeile ???


Aber gut, bei allen Ängsten die die Schwarzen schüren wollen, wieso ist das Berufsheer dann in Europa zu 90% dominierend?

Natuerlich sind sie fuer die Wehrpflicht.

Die fuerchten um ihre komoden Arbeitsplaetze. Da hat sich noch keiner ueberhoben. Eine Verschlankung ist unumgaenglich. Die Schwarzen werden dass aber verhindern. Schliesslich ist Jahrzehnte mit VP Verteigungsministern nichts geschehen.

bin auch für die wehrpflicht

die zahl der goldfasane gehört reduziert.

da sind wir aber schwer überrascht.


Re: da sind wir aber schwer überrascht.

Stimmt nicht so ganz ich bin Beamter und weis noch nicht wie ich abstimmen soll. Aber aus Erfahrung gehe ich davon aus, dass egal was passiert weder der Wille noch das Geld vorhanden ist auch nach der Abstimmung etwas richtig zu tun. MMn sollte zuerst festgestellt werden für welche Szenarien wir das Heer einsetzen wollen, dann sollten Wertfrei mehrere Modelle von Externen durchgerechnet werden. Und zwar in der Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit welche auch eine Überprüfung zulässt. Momentan kommt es mir so vor, dass nur nach verkrusteten Parteipolitischen Doktrinen gedacht wird. Auf jede Fall bin ich der Meinung, dass etwas geändert gehört. So wie es jetzt ist kann es nicht weiter gehen. Eine Frage ist auch welche Exit Möglichkeiten es für die geforderten Zeitsoldaten geben soll. Nach 10 Jahren ist ein Berufssoldat auf jeden Fall neu zu schulen, Fässer in der Privatwirtschaft eine Chance hat zu überleben und nicht zum Sozialempfanger wird. Aber ich gehe davon aus, dass unsere Regierung im davon überrascht sein wird, dass die Zeitsoldaten irgendwann auch wieder abrüsten. Dann werden sie vermutlich aus Tradition irgendwo Beamter mit einer sinnlosen Funktion und nach ein paar Jahren wird wieder über die schlechte überalterte Armee gelästert. Aber diese Parteien von heute sind für den Zustand der jetztigen voll verantwortlich den sie haben die Gesetze dafür geschrieben aus lauter Populismuss um Stimmen zu fange.
MfG

Re: Re: da sind wir aber schwer überrascht.

Man möge meine recht schreib und Formulierungs Fehler verzeihen aber auf einem Mobile einen längeren Text zu schreiben ist etwas schwer um die Uhrzeit.
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