Niederösterreich: Wie Prölls ÖVP gegen Stronach aufrüstet

27.12.2012 | 18:20 |   (Die Presse)

Während die Stronach-Partei Unterschriften für eine Kandidatur bei der niederösterreichischen Landtagswahl am 3. März 2013 sammelt, wird der Ton schärfer. Die ÖVP präsentiert sich bereits voll im Wahlkampfmodus.

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St. pölten/Wien/Gr/Red. Nur eine knappe Stunde – länger hat es nicht gedauert, bis die niederösterreichische ÖVP sich eine abschließende Meinung zum Antreten des Teams Stronach in Niederösterreich gebildet hatte.

Kaum hatten „Kronen Zeitung“ und „Österreich“ am vergangenen Samstag ihre Vorabmeldungen ausgeschickt, dass Parteigründer Frank Stronach höchstpersönlich bei der niederösterreichischen Landtagswahl am 3. März 2013 als Spitzenkandidat antreten werde, griff Erwin Prölls ÖVP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner zur Waffe seiner Wahl: Der angriffigen Presseaussendung.

„Typisch Stronach – in Kanada residieren, aber in Niederösterreich kandidieren wollen.“ Damit gab Karner den Ton vor, der Stronach und seinem Team in den kommenden Wochen vonseiten der mit absoluter Mehrheit regierenden Landes-ÖVP entgegenschlagen wird.

„Im täglichen Leben ist Stronach nie da“, urteilte Karner. „Und wer nie da ist, ist auch für die Bevölkerung nie da.“ Diese Logik, die die Diskrepanz zwischen Stronachs Leben in Kanada und seiner Präsenz in der österreichischen Politik aufgreift, plant die Volkspartei auch in den kommenden Wochen im Wahlkampf einzusetzen – wohl auch einschließlich der Frage, in welchem Land der 80-jährige Magna-Gründer wie viel Steuern bezahlt.

Gleichzeitig dementierte Karner die Behauptung der Stronach-Partei, die ÖVP hätte angeboten, sie bei der Nationalratswahl nicht anzugreifen, wenn das Team dafür auf ein Antreten in Niederösterreich verzichten würde: „Es gab zahlreiche Gesprächswünsche vonseiten des Teams, aber keinen Kontakt mit Stronach“, so der schwarze Landesgeschäftsführer. Und weiter: „Die Kandidatur des Herrn Stronach entspringt einem tiefen Wunsch der SPÖ-Führung, die über unterschiedlichste Kanäle interveniert hat, um ihn zur Kandidatur zu bewegen“, meinte Karner. Die SPÖ dementiert das.

 

50 Unterschriften pro Bezirk

Ob Stronach im ganzen Land gewählt werden kann, ist dabei ohnehin noch nicht garantiert: Ab Freitag, kann er – wie jede andere Partei – einen Monat lang Unterstützungserklärungen für eine Kandidatur sammeln. Nur in jenen der 21 niederösterreichischen Bezirke, in denen es zumindest 50 notariell oder von der Gemeinde beglaubigte Unterschriften vorweisen kann, steht das Team Stronach auch auf dem Wahlzettel.

In den bevölkerungsreichen Bezirken im Zentrum des Landes rund um Wien sollte das kein Problem darstellen – auch, weil das Team angekündigt hat, mit Notaren von Haus zu Haus zu ziehen. In den ländlichen Regionen dürfte es hingegen schwieriger werden.

Das ist auch der ÖVP bewusst, die sich am Donnerstag bereits voll im Wahlkampfmodus präsentierte. In einer Pressekonferenz am Donnerstag attackierte Klubobmann Klaus Schneeberger nicht nur die Stronach-Partei, sondern holte auch gegen SPÖ-Landesparteichef und Vizelandeshautmann Sepp Leitner verbal aus.

 

Wohnbaugelder Thema?

Die ÖVP gehe hingegen „mit einem guten Gewissen zur Zeugnisverteilung“, erklärte Schneeberger. Die Landtagswahl sei zwar noch nicht geschlagen, aber seine Partei hätte schließlich etwas vorzuweisen.

Dass die veranlagten Wohnbaugelder, über die im Bundesland seit Jahren heftig gestritten wird, zum Wahlkampfthema würden, sei unausweichlich, meinte der schwarze Klubobmann vorsorglich. Aber weder die SPÖ noch die anderen Parteien hätten andere Argumente – und sogar dieses „bricht in sich selbst zusammen“, verwies er auf den jüngsten Rechnungshof-Bericht, der den Veranlagungen ein positives Saldo bescheinigt hatte. In dem Bericht war allerdings auch darauf hingewiesen worden, dass der „Fehlbetrag von knapp einer Milliarde Euro“ nicht aufgeholt werden konnte.

„Wir sind eine Vorzeigeregion, und da tut man sich schwer“, im Wahlkampf Negatives aufzuzeigen, tönte Schneeberger. „Die politischen Kontrahenten werden keine Argumente haben, das Land weiter schlechtzumachen.“

Auf einen Blick

Niederösterreich. Die ÖVP geht in die Landtagswahl am 3. März 2013 mit einer absoluten Mehrheit. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ist bereits seit dem Jahr 1992 im Amt und mit nunmehr 20-jähriger Amtszeit der längstdienende amtierende Landeshauptmann in Österreich. Für die ÖVP ist Niederösterreich seit jeher eines ihrer Kernländer schlechthin. Dazu kommt, dass Erwin Pröll dank seiner starken Position im Land entsprechende Macht auf Bundesebene hat. Mit der angekündigten Kandidatur des Teams Stronach bei der Niederösterreich-Wahl, bei der Frank Stronach selbst als Spitzenkandidat antritt, ist der ÖVP nun ein neuer Gegner erwachsen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2012)

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182 Kommentare
 
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in nö keine change

in nö gibt es zuviele bauer und anhang + deren idiotische meinung wenn die anderen an die macht kommen verlieren sie alle fördererungen

es ist halt nur traurig das der rest dafür blechen muß

Wie will der mit seinen maroden Finanzhaushalt rüsten

Die drei Grossspitäler um Wien sind ein Wahnsinn!

Wie würde Pröll & Co reagieren hätte die SPÖ über 1 Mrd. Steuergeld verzockt?

Würde sich die Finanz und Staatsanwaltschaft bei einer Privatfirma auch so verhalten würden sie dem Staat (Steuerzahler) so viel Geld "entwenden"???

Das ist schon noch da, nur gehört es nun jemand anderem.

Re: Wie würde Pröll & Co reagieren hätte die SPÖ über 1 Mrd. Steuergeld verzockt?

In Kärnten wird Uwe Scheuch wegen einer versprochenen Staatsbürgerschaft verurteilt.

In NÖ reagiert die Staatsanwaltschaft bei 1 Mrd. nicht!

Gesetze gelten weiterhin nur fürs einfache Volk. Es hat sich nichts geändert!
Auch vor 200 Jahren haben es sich die "Adeligen" nachbelieben gerichtet.

4

Einer für alle?

Pröll alleine ist es nicht, es ist eher das Netzwerk der PröllVP das Niederösterreich die Demokratie gefährdend durchzieht. Von außen betrachtet gleicht NÖ politisch eher Sizilien als einer demokratischen Gesellschaftsform. Vielleicht haben die NÖInnen den Intellekt das jetzt zu erkennen und dem ein Ende zu setzen.

Re: Einer für alle?

Erwin wäre gut beraten, den Hyposkandal und die Wohnbauförderungsmisere zu klären!
Aber das traut er sich nicht, der Feigling!

Parteigünstlinge werden lebenslang geschützt

Gesetze und Vorschriften gelten nur fürs einfache Volk.

Darum heißt es auch: Vor dem Gesetz sind alle gleich, nur manche sind gleicher - viel gleicher sogar!

Hätte eine Privatperson so viel öffentliches Geld verzockt würde die Justiz anders reagieren!!!

mir kommt...

als Niederösterreicher bei der ÖVP mittlerweile nur mehr das Kotzen.
Ich hoffe meine Landsleute werden endlich die nötigen Konsequenzen ziehen, ich glaube nur bei weitem nicht daran.

Re: mir kommt...

Das Volk der DDR hat sich von der Mißwirtschaft mit Honecker & Co gelöst. So weit ist NÖ noch lange nicht!

der Mann mit der Clown Frisur

sollte froh sein, das jemand kommt um den Sanierungsfall NÖ zu reparieren.

Eigentlich sollte man bei der Wettbewerbsbehörde dieses vorgehen melden.
Hier wird Wettbewerb unterdrückt.

Werte Bewohner von Pröllistan !


Hätte euer begnadeter Landesvater mehr als ein Parteibuch als Rückgrat, würde er nach schweizer Muster wie folgt regieren:

1. Finanzhoheit u. TRANSPARENZ wie Kantone.

2. Sofortige Abschaffung des Beamtentums (verstösst gegen den Gleichheitsgrundsatz)

3. Auskunftspflicht für ALLE öff. Bediensteten

4. Übergäbe ein SCHULDENFREIES NÖ an die Kinder.

Das wären Zeichen eines politischen Rückgrats...

Ha Ha!

Der Bauer der KEINE Steuern zahlt regt sich über den Industriellen auf, der WENIG Steuern zahlt!

Politiker eben!

Re: Ha Ha!

Macht ja nichts, wir Arbeitnehmer gleichen das schon aus.
Gerecht? Ganz bestimmt nicht, manche konnten es sich aber bei uns schon immer richten. Dafür steht vor allem die ÖVP.

pröll regiert schon seit 20 jahren ....

und nach so langer zeit tritt man in einer demokratie ab.

aber scheinbar ähnelt niederösterreich der sowjetunion - die regierten früher auf lebenszeit.

Re: pröll regiert schon seit 20 jahren ....

Putin hat einen eigenen Staasfunk und Medien,
NÖ auch,

Putin hat seine Freunderl bei den Energieversorgern untergebracht,
das kann NÖ auch,

beim Putin kommt es zu Mißwirtschaft,
das kann NÖ auch,

Putin verhält sich so als ob ihm das ganze Lanmd gehören würde,
das kann NÖ auch,

....und noch viele, viele weitere solcher Beispiele.

Sind wir in Ägypten

Ich seh da mindesten 100 Hassprediger!

Strache-Stronach und Rotgrünposter

Freu mich schon auf die Rotstrichler

Re: Sind wir in Ägypten

Mich finden sie in keinem dieser Lager, ich will nur eines ganz bestimmt nicht, wieder eine absolute Mehrheit der ÖVP in NÖ. Soviel Selbstschutz darf dann schon sein, meinens nicht?

Ich sehe nur Lobhuldiger!

Jeder der seinen Landesvater nur im geringsten kritisiert "ist ein Hassprediger" und gehört eingesperrt.

Offensichtlich hat die ÖVP NÖ noch nicht alle Kritiker "beseitigt".

Der ORF NÖ, Printmedien, EVN, Raiffeisen usw. huldigen "unseren großen Landesvater". Ähnlich wie in Kuba oder Iran.....

Das kleine Mandl!

Wer ist dieser Typ; Gerhard Karner?

Na, da zeigt der Stronach dem Erwin...

...wo der Bartl den Most holt.
Wird eine geile Wahlauseinandersetzung werden - verloren hat Pröll jetzt schon - fragt sich nur wieviel.

Besser der Pröll wäre in Kanada auf Nimmerwiedersehen


Re: Besser der Pröll wäre in Kanada auf Nimmerwiedersehen

magst du die kanadier nicht?

:) Klasse :)


Egal wer...

Hauptsache Prölls Macht wird beschnitten. Und das möglichst heftig.

Re: Egal wer..

hier geht es um die abschaffung eines totalitären und korrupten politischen systemes. dafür sind temporär alle demokratischen kräfte zu vereinen.

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der pröll hat mehr geld verzockt als die salzburger und keinen kümmerts?


 
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