Wirbel um Prokop: „Landtag nie geplant“

02.01.2013 | 18:39 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Die Landeschefin des Team Stronach, Karin Prokop, will nicht in den Landtag, sondern in den Nationalrat einziehen. Die ÖVP sei daran aber nicht schuld.

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St. pölten. Der Wirbel in den Vortagen war groß: Die ÖVP Niederösterreich, so hieß es in Team-Stronach-Kreisen, habe Stronach-Landeschefin Karin Prokop und ihre Familie derart unter Druck gesetzt, dass sie nach der Wahl am 3.März nicht in den Landtag einziehen wolle. Am Mittwoch dann die offizielle Bekanntgabe: Ja, Prokop – Tochter der verstorbenen ÖVP-Innenministerin Liese Prokop, früher Landeshauptmann-Vize Erwin Prölls – werde nicht für den Landtag kandidieren, sondern im Herbst für den Nationalrat. Landesparteichefin bleibe sie aber.

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„Das war immer geplant, dass ich im Nationalrat sitze und nicht im Landtag“, sagt Karin Prokop der „Presse“. Gegeben habe es ein „Angebot, dass wir in Ruhe gelassen werden, wenn wir nicht kandidieren“. Auch Druck auf ihr Umfeld will Prokop zumindest nicht ausschließen, in der Pröll-ÖVP habe man ein Antreten der Tochter einer früheren ÖVP-Politikerin für die neue Bewegung von Milliardär Frank Stronach nicht gutgeheißen. „Von solchen Aussagen hätte ich mich aber nicht abhalten lassen. Der Nationalrat ist einfach interessanter.“

Anders klingt das beim Klubobmann Stronachs im Nationalrat, Robert Lugar: Man habe nach „großen Widerständen“ gegen ein Antreten Prokops „abgewogen“, was für die Landeschefin, ihre Familie sowie die Stronach-Bewegung besser sei. Und das sei ein Antreten bei der Nationalratswahl – auch aus „taktischen Überlegungen“, so Lugar zur „Presse“. Ob Prokop im Herbst an prominenter Stelle kandidieren werde, will er vorerst nicht beantworten. Auch zu Niederösterreich hält man sich bedeckt: Die Wahlliste werde am 20.Jänner präsentiert. Als fix gilt ein vorderer Platz für Ernest Gabmann junior, Sohn eines weiteren früheren ÖVP-Landeshauptmann-Vizes. Spitzenkandidat ist Stronach selbst, der aber nicht in den Landtag einziehen will. Man rechne aber mit einem „intensiven Zweikampf Stronach gegen Pröll“, so Prokop. „Für Streitereien und Machtkämpfe von Leuten, die das Geld und nicht das Land bewegt, hat Landeshauptmann Pröll keine Zeit“, sagt dazu ein Pröll-Sprecher.

In Niederösterreich sammelt das Team Stronach noch die jeweils notwendigen 50 Unterschriften in den 21 Bezirken. In Kärnten brachte am Mittwoch Spitzenkandidat Gerhard Köfer die erforderlichen 400 Unterstützungserklärungen bei der Landeswahlbehörde ein, gewählt wird ebenfalls am 3.März. BZÖ und Grüne sammeln noch. Doch auch diese Parteien dürften es bald geschafft haben. Splitterparteien müssen zittern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2013)

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115 Kommentare
 
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Wer soll ihm das glauben?

Gunnar, plausch net!

Diesen Larifari vom "guten Freund" kannst du der Jetti-Tante erzählen, aber nicht der Öffentlichkeit. Da ist vieles gelaufen, beispielsweise beim Weltcup am Semmering, wo es Gespräche mit Pröll gab. Und plötzlich kandidiert das Töchterlein nicht mehr. Also, lieber Gunnar: verarsche uns nicht!

"...guter Freund?...."

spricht nicht für ihn. Er hätte beim Handball bleiben sollen.

Demokratie auf niederösterreichisch

Als schlichtes Gemüt und Ma.Enzersdorfer Bürger war ich bisher der Meinung, dass wir Bürger unseren "Bürger"meister selbst wählen dürften.
Dank Hrn. Prokop weiß ich nun endlich, wie in NÖ demokratische Prozesse ablaufen:
Fürst Pröll macht seinen treuen Vasallen Spindelegger zum Parteiobmann bzw. Vizekanzler, der wiederum darf die Ortskaiser einsetzen und wir Bürger dürfen laufend zahlen und gelegentlich auch wählen. Immerhin hat uns dieses System eine Reihe äußerst effizienter Bundesminister beschert (Prokop, Strasser, Molterer usw). Leider war Pröll's Favorit Grasser kein Niederösterreicher. Wer weiß, was da alles noch passiert wäre!

Seine Fairness gegenüber seinem sportlichen Gegner kennen wir ja.

Mein Verständnis für sportlichen Wettkampf wurde durch ihn schwer erschüttert.
Ich möchte mich nicht auf Handlungen und Aussagen des Herrn Prokop verlassen müssen. Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen.

Der Verschwender

Jo freili - der Erwin und der Gunnar haben ein freundschaftliches Gespräch geführt und alles ist in Butter!?
Natürlich versuchen Prölls Leute fürs Grobe, solche Entscheidungen zu beeinflussen und zu verhindern! Allen voran der Chefkoch in der Giftküche der VPNÖ, Karner. Wochenlang ist er nach den Gemeinderatswahlen 2010 durch die Lande gereist, um durch Druck auf VP-Lokalfunktionäre demokratische Wahlentscheidungen der BürgerInnen vor Ort zu unterlaufen und SP-Bürgermeister zu verhindern!
Warum soll das heute anders sein ?????

Sizilien

Ja mein Patenonkel aus Sizilien ist auch ein guter Freund und wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind dann legt er mir einen Pferdekopf vor die Tur gute Freunde halt.

Re: Sizilien

wenn sie einen pferdekopf ohne pferd in ihrem bett finden sollten sie sich echte sorgen machen.

Die Sizilianer sind doch gestrig

in Niederösterreich reicht ein leichtes Schnauben eines VP Funktionärs aus, damit sich die Leute auskennen. Man arbeitet gerüchteweise aber an einer Version 7.1., wo bereits ein abweichender Gedanke von der Schwarzlinie zur Vorstellung eines Pferdekopfs führen soll.

Steigt bald der Frust der Bevölkerung ins Uferlose?

Wie groß muss die Unzufriedenheit der Österreicher mit ihren Parteien und Politikern sein, wenn Bürgerinitiativen wie Schwammerln aus dem Boden schießen und neue Gruppierungen mit z. T. ausgemusterten Vertretern der Altparteien Chancen auf Wahlerfolge haben? Doch wie groß wird der Frust bzw. die Politikverdrossenheit der Bürger sein, wenn sich auch nach den nächsten Wahlen kaum etwas im Sinne der Bevölkerung ändert und nicht endlich die längst überfälligen Baustellen Österreichs abgearbeitet werden?

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/511632_Vorschau-2013.html

Würgegriff ist natürlich kein Druck.


Re: Würgegriff ist natürlich kein Druck.

Eine erhobene Keule auch nicht.

Die Verwandten

und Kinder kann man sich hält nicht aussuchen.

Natürlich

Und von ihm auch nicht!

Was muss alles noch passieren bis diese längst überflüssigen Bundesländer ersatzlos eingespart werden?

Kärnten

Salzburg haben Mrd. versenkt.

Tirol hat lt. Rechnungshof die Schulden massiv erhöht,
Vorarlberg will zwar vom Bund weitere Mio, aber mitreden darf der Bund darüber nicht,
und nun das Theater rund um die ÖVP NÖ ob Frau Prokop kanditieren darf oder nicht.

Nur wer Veränderung wählt bekommt auch Veränderung!

na also, ein Gespräch unter Freunden,alles klar.


Na klar

für die Einbürgerungen von Sportlern braucht man schon gute Freunde.

Demokratieverständnis

„Spindelegger hat ihr versprochen, dass sie Bürgermeisterin wird – und das ist sie nicht geworden." Und ich habe immer geglaubt Bürgermeister werden von der Bevölkerung gewählt. So politverseucht ist sie eben, die Demokratur Österreichs.

"Pröll ist ein guter Freund"

Und gute Freunde halten zusammen.

mit diesem ungustl an seiner seite

bekommt der strohsack noch weniger stimmen

Und der Witz an dieser Gschicht

sowohl Pröll als auch Prokop wird die Gschicht mehr schaden, als dem Stronach!

Kein Druck


Bei der NOe Glatze kein Druck, da lachen die Hühner .

freund

herr landeshauptmann, auf solche freunde können sie verzichten.

DA hätte sich Stronnach wirklich bessere Sympathieträger aussuchen können....

als den Gunnar Prokop.

http://www.youtube.com/watch?v=KBSYorvGofE

Der Mann ist höchstens im Expertenteam für Unsportlichkeit eine echte Bereicherung

Da hat doch ein Regenwurm mehr Rückgrat!


abseits der posse

was hat diese karin schon geleistet? politisch meine ich, sportlich war's ja nicht berauschend.

das passt perfekt,

gunnar, der meister der unsportlichkeit, in stronachs "expertenteam" für sport.

und vermutlich wird eine prognostizierte trockenperiode statt dem dauergeldregen über die hypohandballerinnen nachgeholfen haben, die tochter umzustimmen - so ist's in pröllistan.

 
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