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Salzburger Finanzskandal: Schlamperei bei Klärung

07.01.2013 | 18:14 |  CLAUDIA LAGLER (Die Presse)

Noch immer gibt es keine genauen Zahlen, wie viel Geld bei den Spekulationen in Salzburg verloren wurde und was mit 597 Mio. Euro passiert ist. Einer der Gründe: Beschlagnahmte Akten wurden unvollständig kopiert.

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Salzburg. Die Zeit ist knapp: Nächste Woche soll sich der Budgetausschuss des Salzburger Landtags mit dem Voranschlag für den Haushalt 2013 befassen. Doch wie es um die Salzburger Finanzen bestellt ist, kann niemand sagen.

Weder auf die Frage, wofür die zur Finanzierung des Landeswohnbaufonds vorgesehene Milliarde der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) tatsächlich verwendet wurde noch auf jene nach der Höhe von Verlusten mit Spekulationsgeschäften, gibt es Antworten. „Es gibt noch immer keine Information, wo das Loch der Darlehen der Bundesfinanzierungsagentur zu finden ist“, sagte VP-Chef Wilfried Haslauer nach der Sitzung der Landesregierung verärgert: „Der Verbleib von 597 Millionen Euro der ÖBFA ist nach wie vor ungeklärt.“ Noch-Finanzreferent David Brenner (SPÖ) vertröstete seine Kollegen auf nächste Woche. Bis 16. Jänner soll klar sein, welche Risken in den Landesfinanzen schlummern und welchen Sprengstoff sie für das heurige und für künftige Budgets bergen. 34 Banken sollen dem Land bis dahin sämtliche Finanzgeschäfte auflisten. Noch ist nicht einmal klar, ob dies alle Institute sind, bei denen mit Steuergeld spekuliert worden ist.

Die Stimmung zwischen den Koalitionspartnern ÖVP und SPÖ war am Montag frostig. Diskutiert wurden ein Zwischenbericht zur Aufarbeitung der Finanzaffäre sowie das von Burgstaller vorgeschlagene Spekulationsverbot. Die ÖVP ist grundsätzlich für ein Verbot und für eine Umstellung der Buchhaltung.

Der vierseitige Zwischenbericht über die Aufarbeitung des Finanzskandals, der noch vom mittlerweile suspendierten Leiter der Abteilung, Hofrat Eduard Paulus, unterschrieben worden ist, listet Maßnahmen auf, die seit dem 6.Dezember 2012 gesetzt wurden. An diesem Tag hat Finanzreferent David Brenner (SPÖ) bekannt gegeben, dass Monika R., mittlerweile entlassene Mitarbeiterin der Finanzabteilung, eigenmächtig über Jahre nicht genehmigte Spekulationsgeschäfte getätigt habe und ein Verlust von 340 Millionen Euro drohe.

 

Es fehlen Kopien von Akten

Laut Zwischenbericht weist das Derivatportfolio des Landes nun eine Bewertung von 150 Millionen Euro plus auf. Aussagekraft haben diese Zahlen wenig. Die Verluste könnten anderswo versteckt sein, etwa in den 1,3 Milliarden Euro, die das Land an Wertpapieren hält. Und selbst wenn alle Derivativgeschäfte auf dem Tisch liegen, ist noch lang nicht gesagt, „dass man diese mir nichts, dir nichts beenden kann“, sagen Finanzexperten auf Anfrage der „Presse“.

Widersprüchlich bleibt die Verwendung der Wohnbaugelder. Immerhin geht es dabei um 51 Darlehen, die eine Summe von 1,83 Milliarden Euro ergeben – abgeschlossen zwischen dem 5. September 2003 und dem 13. April 2012. Was damit getan wurde, lässt sich vorerst nicht nachvollziehen. Grund: Die Mitarbeiter in der Finanzabteilung haben die 600 Akten, die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden, nicht vollständig kopiert. Eine Schlamperei mehr in diesem Skandal.

Laut Rechnungsabschluss 2011 waren noch 1,675 Milliarden Euro an ÖBFA-Darlehen offen. Im Wohnbauförderungsfonds sollen 540,62 Millionen Euro an ÖBFA-Mitteln liegen, weitere 537,39 Millionen entfallen auf das Land. „Mit dem verbleibenden Rest von 596,98 Millionen Euro wurden offensichtlich Veranlagungen getätigt“, heißt es in dem Zwischenbericht. Das weist Monika R. über ihren Anwalt Herbert Hübel zurück. „Von den ÖBFA-Darlehen ist kein einziger Cent verspekuliert worden“, sagte Hübel zur „Presse“.

Zur Erinnerung: Im Oktober 2012 ist entdeckt worden, dass es neben dem offiziellen Portfolio mit 49 Derivaten, deren Wertentwicklung monatlich von der Deutschen Bank Frankfurt überprüft wurde, auch ein inoffizielles Portfolio mit 259 Positionen gegeben hatte.

Ab heute (Dienstag) werden Mitarbeiter des Bundesrechnungshofes in Salzburg Quartier beziehen. Sie sollen bis Ende März einen Bericht vorlegen. Am 23. Jänner wird Landesrat Brenner zurücktreten, die ÖVP wird Neuwahlen beantragen. Gewählt wird im Mai.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2013)

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119 Kommentare
 
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Schlamperei ist das nicht; das ist Inkompetenz gepaart mit Vertuschungsversuchen.


Die Intransparenz in Ösistan hat System u. dient der herrschenden Klasse


von SPÖVP ihre Parteigänger zu versorgen. Ein Schweizer oder Schwede schüttelt nur den Kopf beim Blick auf öst. Verhältnisse.

In der Schweiz ist Steuergeld im Kanton bis zur Strassenlaterne RÜCKVERFOLGBAR u. JEDER im öff. Dienst AUSKUNFTSPFLICHTIG !!!!

Warum ist soviel BÖSARTIGKEIT im schönen Österreich ??

Klappt mal was nicht für die SPÖ


wird es eben passend gemacht.
Und wenn die Verfassung gebogen werden muß.
Wenn die Verfassung nicht zu ändern ist, wird diese eben ausser Kraft gesetzt. Siehe Legistatur und Wahlalter.
Die SPÖ kann sich alles erlauben.

Nicht mehr lange.
Club45 wirft lange Schatten.
Wozu haben wir eine Oposition ?.
Warum geht ihr nicht auf die Strasse.


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Für Gabi tu ich alles

ich helfe Ihr bei der nächsten Wahl den politischen Druck zu nehmen. Ich wünsche Ihr alles Gute in Ihrer Karriere als Arbeitslose.

Zocken mit Krediten?

Alleine die Fragestellung wie die Länder das Geld "anlegen" sollen ist pervers. Jemand der tief in der Kreide steht hat nichts zum Anlegen!

Hier geht es nicht um erwirtschaftete Überschüsse, die angelegt werden, sondern um Kredite. Wenn irgendwo ein Plus auf einem Landeskonto ist, ist das sofort an die ÖBFA zu überweisen.

Die Kredite sind alle zweckgebunden. Wenn ein Geschäftsführer in der Privatwirtschaft bei einer Bank einen Kredit aufnimmt, um eine neue Halle zu bauen, und dann statt dies zu tun, ins Casino damit geht, geht er sehr schnell Einsitzen.

Nicht so in der Regierung. Da tritt man einfach beleidigt zurück.

Re: Zocken mit Krediten?/madmatracing

"Da tritt man einfach beleidigt zurück."

Doch nicht in Österreich! Und wenn, dann nicht sofort, sondern zitzerlweise - mit Ach und Krach. :o((

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Skandal? Schlamperei?

Ich glaube die Verwendung dieser beiden Begriffe im Zusammenhang mit den Ereignissen in Salzburg ist ernsthaft zu hinterfragen. Als Skandal bezeichne ich z.B. wenn sich jemand, in öffentlicher Stellung unangemessen benimmt, jemanden ungehörig beschimpft, öffentlich besoffen ist etc., als Schlamperei würde ich bezeichnen wenn ein etwas vergessen wird, länger als notwendig dauert etc. aber ist es das was in Salzburg passiert und passiert? Hier werden Wohnbaugelder widmungsfremd verwendet, es wird gelogen, es wird vertuscht, es werden Millionen Euro der Bürger verspielt, systematisch Fehlinformation betrieben, Aufsichtspflichten vernachlässigt ....
Wer hat jemals festgestellt, ob die Beteiligten wirklich keinen persönlichen Vorteil hatten? Wen hat z.B. die deutsche Bank nicht schon bedacht? Wer hat nicht zumindest persönlichen karrieremäßigen Vorteil erfahren basierend auf Schwindel und Betrug und damit Geld und Ansehen. Wenn ein Kassier in die Kassa greift und sich 1000 Euro herausnimmt, damit ins Kasino geht und spielt, ist er ein Dieb. Selbst wenn er vor hatte, falls er gewinnt, 2000 Euro wieder zurückzulegen. Ein Unternehmer der Bilanzen fälscht, sich damit Kredite verschafft, die er nicht bedienen kann ist ein Betrüger.
Warum sprechen wir hier von Skandal und Schlamperei - nennen wir es doch beim Namen, das ist zumindest grobe Fahrlässigkeit, Betrug, Fälschung. Die persönlichen Vorteile der Beteiligten müssen dann noch gesondert untersucht und geklärt werden.

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ich finde "Ö" sollte nägel mit köpfen machen

entweder die bundesländer in die vollkommene unabhängigkeit entlassen, dh keine bundeshaftungen usw. mehr, oder endlich schluss mit diesen 15a vereinbarungen, die NIX bringen !!

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wie wärs, wenn

unsere volkstreter ENDLICH einmal dem einkommen entsprechend ARBEITEN ?!?
jede(r) mindesteinkommenbezieher arbeitet gründlicher bzw. weiß was er tut...auf alle fälle genauso wie diese überbezahlten beamten u politiker

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Re: wie wärs, wenn

Wenn du sie nur nach ihrer Arbeit und Leistung bezahlen willst, fällt denen halt wieder nur eines ein: Steuern erhöhen bis wir endgültig enteignet sind.

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Löcher in den Finanzen von 100ten Millionen Euro

Wo war der Rechnungshof bei der ganzen Sache seit 2001, oder spätestes seit 2008?

... was mit 597 Mio. Euro passiert ist?

597.000.000 €uronen = 8,214.899.000 "Austrian Schillings"!

Wenn ich so denke, wieviele Bürger hier mit ihrem Einkommen "beizutragen" haben?

Das wahre Problem ist ...

Das diese Spekulationen alle gemacht haben und bis 2008 auch viel Geld verdient haben. Sogar in den Generalversammlungen von Vereinen wurden die Funktionäre angeschossen, das Vereinsgeld "besser" zu veranlagen.

Molterer musste als Finanzanzminister von die Roten auch die schlechte Nachrede über sich ergehen lassen müssen, weil er die Spekulationsgeschäfte nicht rechtzeitig beendet hat. Ja wie denn, wenn die Kurseinbrüche über Nacht erfolgen? Und Sobotka konnte sich dieser Vorwürfe auch nicht entziehen.

Allerdings die beiden haben es transparent gemacht und man hat mit einer durchdachten Strategie für Schadensminimierung gesorgt.

Anders in Salzburg: Hier dürften aufgrund bevorstehender Landtagswahlen die Roten dies vertuscht haben und sich dann mit nocht riskanteren Geschäften aus dem Schlamassel herauswinden wollen.

Dies ging schief und nun versuchen die tränenreiche Burgstaller mit ihrem erprobten SMS-Playboy Brenner ihre schwerwiegenden Fehler auf EINE Beamtin abwälzen zu wollen.

Die Roten sind sowas von verlogen, pfui Teufel.

Re: Das wahre Problem ist ...

die Sozen sind ein Geschwür.
Sie sind kein politische Partei, sie sind Verbrecher.
Begonnen in den 1970ger Jahren mit Club 45 im Wiener Daimler.
Der Club 45 ist die SPÖ.
Er wurde nach dem Fall LUCOINA geschlossen - aber die Personen sind immer noch in der SPÖ und tragen die Verantwortung für alle Skandale und Verbrechen seit dieser Zeit.
Und diese Sozen werden immer weitermachen - solange sie in der Regierung sitzen werden sie sich an den Steuereinnahmen vergreifen.
DIE MÜSSEN WEG VON DER REGIERUNGSBANK.

WAS MUSS IN DIESEM ÖSTERREICH NOCH ALLES PASSIEREN, weg mit diesen Verbrechern, es sind keine Politiker.

Re: Das wahre Problem ist ...

Nur der Vollständigkeit halber: Wer in seine Strategie nicht einkalkuliert, dass Kursverluste über Nacht einen Ausstieg erst weit unter dem ursprünglichen Stop möglich machen könnten, hat in diesem Markt nichts verloren. Und schon gar nicht, wenn sich´s um geliehenes Geld handelt.

Das aber nur so am Rande. Ihre Kernaussage, dass politisches Schwerstversagen (Anweisung an die Beamten, Kredite in Wertpapiere zu "investieren") auf eine einzelne Beamtin abgeschoben wird, teile ich auch. Allerunterste Schublade.

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Re: Re: Das wahre Problem ist ...

Es geht nicht darum, dass diese Dinge nicht nur in Salzburg passiert sind!

Es geht darum, welche Qualitaet von Leuten jetzt da herumtut!
Immer herumtut!
Und jetzt Demokratie spielt.

Um dann wieder in die Salzburger Polit- und Beamtendiktatur zu verfallen.

Es geht nicht um die Mille!

Und ich suchte einst drei Tage

Zweischilingsechzig beim Rechnungsabschluss einer Gemeinde!

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Re: Und ich suchte einst drei Tage

Hihi - eine "Bilanz" - enthalten 1 g (EIN Groschen ! ) - "Bilanzdifferenz = neue Aufwandsart ! !!

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Schon einmal daran gedacht?

Wien oft hört man in letzter Zeit:"Wir müssen sparen!" (O-Ton Regierung!!). Kein Geld für Rentner, kein Geld für Bildung, kein Geld für Forschung ..... Und dann schwimmen Milliarden herum, von denen man nicht weiss ob sie verschwunden, verspielt oder in den Parteikassen gelandet sind. Man untersucht, aber nicht zu schnell, patzt den Koalitionspartner an und schreit nach Neuwahlen. Wieso weiss niemand was los ist? Vielleicht ist gar nichts passiert und alles ist nur ein böser Traum. Operettenrepublik eben, wie man scherzhaft (schmerzhaft) unser armes Land bezeichnet. Regiert von Schmierenkomödianten!

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Scg


Wer soll da wirklich geschützt werden?

Was hilft es, wenn man den Einbrecher zum Tatortermittler macht?

Naja; ich denke, dass man bewusst mit der Wahrheit hinter dem Berg hält.

...wenn da nämlich rauskommt, wie viel wirklich verschwunden ist, bzw. verzockt wurde, wird auch der dickste hintern nicht mehr am Sessel kleben bleiben können.

Wenn man dort nicht einmal kopieren kann....

...wie soll man dann die Finanzen führen? Offenbar ist man von der kleinsten Bürokraft bis hin zur Landeshauptfrau völlig inkompetent.

Re: ... selbst die kleinste Bürokraft ...

überragt die gesamte Regierungsriege in Salzburg um Hochhäuser!

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Schlamperei????

...vielleicht...vielleicht aber auch gewollt ;-))))

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Wann kommen endlich Haftbefehle

fuer das Dicke Mädchen und Co?

 
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