Finanzskandal: Paulus wirft Monika R. "glatte Lüge" vor

10.01.2013 | 15:11 |   (DiePresse.com)

Die entlassene Beamtin gab ihren Vorgesetzten die Schuld an den Salzburger Verlusten. Nun wehrt sich der suspendierte Finanzabteilungs-Chef.

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Der derzeit suspendierte Leiter der Finanzabteilung des Landes Salzburg, Eduard Paulus, hat am Donnerstag die Vorwürfe durch die entlassene Referatsleiterin Monika R. zurückgewiesen. Die 41-Jährige hatte Paulus in ihrer Einvernahme durch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft schwer belastet. "Alles Lüge", konterte nun Paulus knapp und übte zugleich Kritik an der aktuellen "Hysterie" der Politik, die der Aufklärung des Falles nicht zuträglich sei.

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In der Einvernahme gab die entlassene Mitarbeiterin der Finanzabteilung SP-Finanzlandesrat David Brenner und eben auch Paulus die Schuld an dem Finanzskandal. Paulus habe als Mitglied des Finanzbeirates wiederholt Entscheidungen gegen ihren Rat umgesetzt. Zudem habe er schon Ende 2011 von der Manipulation von Protokollen des Finanzbeirates gewusst. Auch die mehrfache Kopie einer Unterschrift eines Mitarbeiters auf eine Geschäftsbestätigung soll ihm bekannt gewesen sein.

Paulus wies dies am Donnerstag als "glatte Lüge" zurück. Von der Manipulation der Protokolle habe er erst am 5. Dezember erfahren. Der Mitarbeiter der Frau habe wiederholt gegen Geschäfte von ihr protestiert. Paulus warf R. vor, nur Verwirrung schaffen und Stimmung für sich machen zu wollen. "Ende November hat sie von einem Loch von 340 Millionen Euro gesprochen, jetzt bringt sie auf einmal das Jahr 2008 ins Spiel. Das ist ganz ein anderes Thema."

Der suspendierte Leiter der Finanzabteilung bestätigte am Donnerstag die Existenz eines sogenannten "Reserve-Swaps", das laut Monika R. in guten Zeiten mit über 270 Millionen Euro gefüllt war. "Dieses Absicherungsgeschäft war eine Empfehlung des Finanzbeirates. Wir haben von Gewinnen große Teile zurückgelegt, um Polster zu haben, wenn die Marktlage in Schieflage gerät. Darum sind wir im Jahr 2008/2009 noch mit einem blauen Auge davon gekommen." Paulus betonte, dass es keine Verluste gab, die im Budget schlagend wurden.

Einspruch gegen Suspendierung

Zuletzt kündigte er an, gegen seine Suspendierung Berufung einzulegen. "Ich habe dazu zwei Wochen Zeit und bereite den Einspruch gerade mit meinem Anwalt vor."

Monika R. hatte auch Brenner schwer belastet: Der Noch-Finanzlandesrat soll etwa 2008 angeordnet haben, Anlagen zu schließen, die wegen der Wirtschaftskrise Verluste aufwiesen. Brenner, der bereits vor Wochen seinen Rücktritt angekündigt hat, wies die Vorwürfe vehement zurück und sprach von einer "Schutzbehauptung" der beschuldigten Ex-Finanzbeamtin.

(APA)

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59 Kommentare
 
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Tri tra Tralla la

Lustig gelle
aufgetaucht, dann wieder weniger, plötzlich wieder mehr.
Zuerst hat NIEMAND was gewußt, dann wieder doch.
Jetzt sind es anscheinend 2,7 Milliarden, gewußt schon 2008, aber verdunkelt und weitergemacht.

Das ist SPÖ/ÖVP

Sie müssen von der Regierungsbank ferngehalten werden.

Keiner ist Schuld und am Ende gehen´s alle auf ein Bier...



.....oder glaubt wirklich einer, dass irgendwer Interesse an einer Aufklärung hat?

Re: Keiner ist Schuld und am Ende gehen´s alle auf ein Bier...

Nö.
Zahlt eh der Steuerzahler

Ich bin fassungslos

"Wir haben von Gewinnen große Teile zurückgelegt" - "Wir" haben da mit Geld des Landes spekuliert, vielleicht erfolgreich, vielleicht erlaubt, aber sind solche Gewinne nicht dem Land auszuhändigen, sprich dessen Organen zur Beschlussfassung, wofür das Geld eingesetzt wird? Statt sich da einen dem Land entzogenen Hunderte Millionen schweren "Haufen Geld" zum Spekulieren nach eigenem Gutdünken beiseite zu legen? Bedarf es für solche privaten Spekulationen mit Landesgeld nicht der Finanzmarktaufsicht oder anderer Aufsicht? War die Landeshauptfrau wirklich ahnungslos, dass über erwirtschaftete Hunderte Millionen da an allen vorbei verfügt wurde? Wer nicht weiß, was mit Hunderten Millionen in seinem Verantwortungsbereich gemacht wird, sollte zurück treten und nicht mehr antreten!

Verleumdung?

aus dem Strafgesetzbuch...

Verleumdung
§ 297. (1) Wer einen anderen dadurch der Gefahr einer behördlichen Verfolgung aussetzt, daß er ihn einer von Amts wegen zu verfolgenden mit Strafe bedrohten Handlung oder der Verletzung einer Amts- oder Standespflicht falsch verdächtigt, ist, wenn er weiß (§ 5 Abs. 3), daß die Verdächtigung falsch ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, wenn die fälschlich angelastete Handlung aber mit einer ein Jahr übersteigenden Freiheitsstrafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
............

Ich glaube die Dame Monika R. wird demnächst eine millionenschwere Abfindung bekommen, ohne Prozess, nur als Ausgleich für falsche Beschuldigungen.

Die Politclowns dachten:

"Da hängen wir jetzt die Angestellte hin, dass wir die Befehle gaben und uns um nichts kümmerten - das wird nie wer erfahren!"

Diese Vermutung wird sich bestätigen, wen ich das Putenengerl, den forschen Paulus und den eloquenten Chef so sehe....


und als paulus das sagte ist seine nase gewachsen


Experten gestern im TV Gespräch

"Die Bundesländer führen eine Buchhaltung wie sie im Jahr 1870 geführt worden war!"

Und jetzt der Vergleich, damit man sich das vorstellen kann:
Als würden Techniker im Atomkraftwerk nur mit einem Hammer und Schraubenzieher ausgerüstet sein!!!!

Absolut geiler Vergleich!!!!

Re: Experten gestern im TV Gespräch

Schweizermesser.

Re: Experten gestern im TV Gespräch

Na, das Rechnen hat sich seit 1870 nicht geändert, eine Frau hätte man aber nicht ran gelassen und ein Offizier hätte andere Konsequenzen zu ziehen gehabt.

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Paulus versteht die Hysterie nicht?

Das ist aber schon sehr seltsam.
Klarweweise wäre es ihm diskret und heimlich lieber, aber welcher Ganove steht schon gerne in Rampenlicht...

Re: Paulus versteht die Hysterie nicht?

womit versteht man?

es ist sinnlos...

....die SPÖ zu wählen, dort wo SPÖ regiert, gibt es nur Chaos und Prombleme mit Geld!

Gib der SPÖ 10 EURO und Sie sind in der Lage daraus 1 Mio EUR SCHULDEN zu erwirken! Das ist die wahre soziale Gerechtigkeit der SPÖ! Aber nicht weil Sie das Geld an die Gesellschaft verteilen, nein, zuerst stopfen sich die Sozen die Taschen voll, der Rest verschwindet und das beste daran ist, Sie verzocken das Geld! Sie wettern stets am 01.Mai gegen KAPITALISMUS und bedienen sich aber gleichzeitig dieser MEthoden am Kapitalmarkt! Das ist die SPÖ!!

...und erst die Grammatik!

Ihre luzide politische Analyse passt eh in den üblichen PRESSE-Foren-Dodel-Gatsch, aber Ihre Grammatikkenntnisse dürften nicht einmal für einen Sonderschulabschluss gereicht haben: "Sie", groß geschrieben, ist eine Höflichkeitsanrede!
"sie", klein geschrieben, ist ein Personalpronomen im Plural
Zum Beispiel:
"brittabritta, Sie sind echt d**fer, als die Polizei erlaubt!"
"Typisch für die Sozen, sie verschleudern urviele Euros!"
Den Unterschied verstanden?

Re: ...und erst die Grammatik!

aber geh Adam.
Sei doch nicht so kleinlich und denk über ihren Inhalt nach den die Botschaft hat.

Also - wenn du schon alles so genau nimmst....
wie stehst du dann zu den Jahrzehnten andauernden und nicht gesühnten Betrugsfällen der SPÖ/ÖVP Regierungszeiten.
Was sagen sie zum schäbigen Verhalten des Bundespräsitent Fischers in seiner gesamten Amtszeit.
Warum denken sie, haben wir so einen Schuldenstand.

Nun lieber Adam.....

Re: ...und erst die Grammatik!

Und erst Adam Brogans geistesschwerer tierschürfender Inhalt der alle Leser mal wieder so richtig nachdenklich macht. Das geistvolle Gewicht des Contents ihres intellektuell enorm bereichernden Beitrages dürfe mit jenem Ihres kleinmütigen Erbsenzählerniveaus exakt korrelieren - Herr Deutsch-Oberlehrer...

Richtig analysiert und ein weiteres Beispiel...


....dass unter der SPÖ dieses Land finanziell und intelektuell ausgeplündert wird.

Wenn ein Vorgesetzter jahrelang die angeblichen Malversationen einer einzigen Mitarbeiterin nicht bemerkt haben sollte,

dann muss man sich schon sehr wundern, welche Qualifikation er hat! Die "kleine" Beamtin soll wohl als Sündenbock herhalten, wie gestern im ORF in einem Protokoll zu sehen war! Dort konnte man einwandfrei lesen, dass "sie über die Klinge springen müsste"! Da kann man wirklich nur mehr seiner Empörung Ausdruck verleihen!

Re: Wenn ein Vorgesetzter jahrelang die angeblichen Malversationen einer einzigen Mitarbeiterin nicht bemerkt haben sollte,

Beide Parteien - die SPÖ sowohl die ÖVP

sie sind keine politische Parteien mehr.
Es sind kriminelle Verbindungen - mehr nicht.

DANKE-Der ultimative Schuss in den Ofen

gibt der Monika Rathbauer jetzt die Möglichkeit der Klage auf Widerruf.
Geil!
Jetzt ist die Falltüre durch zügige Klärung durch die Gerichte für die Genossen-Ganoventruppe offen für den freien Fall. Die rote Staatsanwalt kann ruhig weiterschlafen bis zur Urteilsbegründung.

Paulus wirft?

Ich meinte, der hat längst gebundene Hände?

Wann endlich beginnt eine Finanz-Überprüfung in Wien?



Re: Wann endlich beginnt eine Finanz-Überprüfung in Wien?

Sobald der Papst bis auf eine Pfauenfeder im Hin:gern pudelnackert als Transgender die Schwulenparade in Wien anführt - wird es eine Finanzkontrolle in Wien geben, die diesen Namen auch verdient.

Re: Re: Wann endlich beginnt eine Finanz-Überprüfung in Wien?

Da ist das mit dem schwulen Papst aber um vieles wahrscheinlicher.

Schaden

Also in einer Firma ist das so: Wenn ein Angestellter einen Schaden angerichtet hat, dann gibt es konsequenzen, die der Chef bestimmt. Nach außen haftet der Chef und nicht die Angestellte. Kann das auch in diesem Fall so sein?? Aber jetzt ehrlich: In welchem Unternehmen, in welcher Organisation kann eine Angestellte über hunderte Millionen verfügen über Jahre und kein Chef weiß bescheid und niemandem geht Geld ab?? Das ist unmöglich

Re: Schaden

Nein, weil dem Chef gehört auch die Firma. Es geht also am Ende um sein Geld. Politiker oder Beamten betreiben ja keine Firma sondern üben ein Amt aus. Da muss wohl ein Gericht entscheiden.

 
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