FPK will mit Wahlzuckerln auf Platz eins kommen

13.01.2013 | 18:43 |  MARTINA LEINGRUBER (Die Presse)

Am Sonntag feierten die Freiheitlichen ihren pompösen Wahlkampfauftakt in Klagenfurt. Stargast war FPÖ-Chef Strache. Die John-Otti-Band präsentiert ihren Song zum Wahlkampf, „Unser Kärnten“.

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Klagenfurt. Der blaue Teppich ist ausgerollt vor der Messehalle 2 in Klagenfurt. Eine Armada blauer FPK-Fahrzeuge mit Gerhard Dörflers Konterfei flankiert den Eingang. Am Ende des blauen Teppich steht Kurt Scheuch. Der Landesparteiobmann der Freiheitlichen in Kärnten (FPK) schüttelt jedem, der am Sonntag zum Wahlkampfauftakt kommt, die Hand. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist zur Unterstützung zum Wahlkampfauftakt der FPK nach Klagenfurt gereist.

„Unsere große Show beginnt in Kürze“, tönt es aus den Lautsprechern. Auf der halben Tribüne der Seebühne haben rund 15.000 Parteigänger Platz genommen. Neben Landeshauptmann Gerhard Dörfler sowie Strache sitzen weitere FPÖ-Politiker wie der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf und Nationalratsmandatarin Susanne Winter. Die John-Otti-Band präsentiert ihren Song zum Wahlkampf, „Unser Kärnten“: „Es strahlt unser Kärnten in goldenem Sonnenschein.“

Strache schwört das Publikum auf den Wahlkampfkurs ein: für Kärnten, gegen die Mächtigen und Regierenden. Dass die FPK seit 1999 die Kärntner Politik anführt, steht auf einem anderen Blatt. Auch FPK-Chef Kurt Scheuch sieht sich verfolgt. Er habe den Glauben an den Rechtsstaat verloren, Freiheitliche seien vogelfrei. Dass er am Freitag in Leoben vor Gericht steht, weil er einen Richter „Kröte“ genannt hat, sagt er nicht.

Gesprächiger wird Scheuch bei FPK-Zukunftsprojekten. So soll eine Familienkarte eingeführt werden, Häuselbauer sollen künftig mit 15 bis 30 Prozent gefördert werden, mit Infrastrukturprojekten sollen Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Geld für die Wahlzuckerln soll aus dem „Zukunftsfonds“ kommen. Dieser ist 500 Mio. Euro schwer und besteht aus dem Erlös des Verkaufs der Hypo Alpe Adria an die Bayerische Landesbank. Ein Geschäft, das auf eine Initiative Jörg Haiders zurückgeht. Ein Geschäft, das durch die Verurteilungen in der Causa Birnbacher Ursprung der vorgezogenen Neuwahlen am 3.März ist. Ein Geschäft, mit dem die FPK laut Dörfler nichts mehr zu tun hat: „Die Hypo war eine bayerische Bank, als sie von Schwarz-Rot gerettet wurde.“

Das Geld wollen die FPK-Granden aber sehr wohl ausgeben. „Wenn wir nicht mutig sind, dieses Geld zu investieren, wird es in Kürze durch die Entwicklungen auf dem Finanzmarkt nichts mehr wert sein“, sagt Scheuch. Jubel brandet auf, „Jawohl“-Rufe sind zu vernehmen. Was Scheuch nicht sagt: Um auf die Mittel des Fonds zugreifen zu können, ist eine Zweidrittelmehrheit im Landtag notwendig. Diese wird für die FPK schwer zu erreichen sein, keine der bislang veröffentlichten Umfragen gibt den Freiheitlichen noch mehr als 24 Prozent.

Dennoch: „Wir werden bei 35 Prozent landen“, ist ein Funktionär überzeugt. Der Schlüssel zum Erfolg? „Die Themen, die wir im Wahlkampf ansprechen werden“, sagt ein anderer. Mit Themen meint er Baugeld, Familiengeld, Gesundheitsgeld. „Und dass wir uns nicht auf Schmutzkübelkampagnen einlassen werden.“ Dies hatte Kurt Scheuch Anfang der Vorwoche angekündigt. Man wolle Platz eins mit einem „Wettbewerb der besten Ideen“ einfahren – statt mit Verfehlungen der politischen Konkurrenz. Man wolle diese nicht „aus dem Reich der Insekten in jenes der Homo sapiens sapiens erheben“, wie Scheuch sagte. Dörfler hingegen schoss sich auf die SPÖ, die „Spekulationspartei Österreichs“, ein: Mit Peter Kaiser ist die SPÖ Kärnten zurzeit scharfe Konkurrenz.

 

„Baldrian“ fürs BZÖ nach Fotomontage

Strache meinte in Richtung BZÖ, er werde dessen Obmann Josef Bucher Baldrian zukommen lassen. Der sei ja „völlig aus dem Häusel“. Damit nahm Strache Bezug auf ein vom BZÖ Samstag auf Facebook veröffentlichtes Bild. Die Montage des weltberühmten Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg „Raising the Flag on Iwo Jima“ zeigt die Gebrüder Scheuch sowie Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz. Versehen ist das Bild mit dem Text: „Am 3. März: Kärnten befreien.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)

 
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32 Kommentare
 
12
Korrupty
15.01.2013 17:58
3

I bin lei a Kantna (Singkreis Gurk)

Dörfler Togga , Petzi und die anderen Versager, trauen sich auch noch zur Wahl antreten
Die haben wirklich keinen Charakter
Hinterlassen nur Schulden Schulden Schulden und Schulden Schulden u. viel Dummheit!!
I BIN LEI A KANTNA A KLONA VALOTT

Antworten Wolf123
04.02.2013 20:27
0

Re: I bin lei a Kantna (Singkreis Gurk)

groteske Äußerung.

Irreversibel
14.01.2013 16:45
5

Was zum...?

"Strache schwört das Publikum auf den Wahlkampfkurs ein: für Kärnten, gegen die Mächtigen und Regierenden"

Hat dieser Mann denn endgültig den Bezug zur Realität verloren? Von wem, wenn nicht von Orange-Blau, wird unser südlichstes Bundesland denn seit Jahren heruntergewirtschaftet?

Wählt alles, von mir aus sogar die Kommunisten, aber nicht das blaue Grauen. Inkompetenter als die FPK kann auch ein Stonach oder ein Kommunist nicht regieren.

Cool1000
14.01.2013 16:26
8

Der Rest von Österreich zahlt die Zeche

Schau schau - jetzt haben die plötzlich einen Fond mit 500 Mio. Euro??? Warum zahlt dann ganz Österreich für Kärnten die Zeche??? Liebe Frau Finanzminister - Geld in Kärnten vorhanden, also sofort abholen, sonst wird es wieder verschwendet.

Iannantuono
14.01.2013 15:18
4

die ehemaligen Ministranten

des Meisters dürften bald geschlossen vor dem Kadi stehen.......dann bleibt dem Strahe nichts anders übrig, als die FIK in die FP wieder zu integrieren.....ehemals BZÖ, später FPK.....oder so....

Taisa
14.01.2013 15:08
5

FPK hat von SPÖ gelernt

Wahlzuckerln knapp vor der Wahl, die wir uns längst nicht mehr leisten können und letztlich auf Pump finanzieren bringen die meisten Wählerstimmen.

Merlin
14.01.2013 09:37
7

Leider

Die blauen Ganoven sind leider keine Alternative. Nur in Libyen und in Armenien ist das Kindergeld noch höher als sich die Buberlpartie wünscht. Und Wirtschaft und Arbeitsplätze gibt es sowieso nicht.

Rocco Siffredi
14.01.2013 08:58
13

Hoffentlich sind die Kärntner so klug und zeigen Rot/Schwarz/Grün die kalte Schulter.

(x) FPK, liebe Kärntner.

Antworten MdeLind
14.01.2013 12:31
8

Re: Hoffentlich sind die Kärntner so klug und zeigen Rot/Schwarz/Grün die kalte Schulter.

Ich glaube nicht an pauschale Blödheit.

Antworten wahrheitistzumutbar
14.01.2013 11:09
6

Wir Kärntner sind nicht grenzdebil.....

.......Stronach wird uns rächen! Wir FPK-Durchschauer wählen Grün/Rot/Schwarz. Doe FPK-Enttäuschten werden Stronach und BZÖ wählen!
DAS IST GUUUUUUUT! Denn die FPK wird sich halbieren!

dadada
14.01.2013 07:55
6

die kärntner

werden sich wieder bezirzen lassen.

leider!


supersauber
14.01.2013 07:21
4

Der endgültige Beweis, ...

... dass die Freiheitlichen schon längst Teil des Systems sind! Verantwortungslose "Brot

Antworten supersauber
14.01.2013 18:13
0

Re: Der endgültige Beweis, ...

Da hat die "Technik" wohl die Häflte meines Kommentars geschluckt:

Der endgültige Beweis, dass die Freiheitlichen schon längst Teil des Systems sind! Verantwortungslose "Brot & Spiele"-Politik wie es die Roten nicht besser könnten!

laquetepario
14.01.2013 05:22
8

Den Kärntnern Stimmviehern traue ich alles zu!


Antworten MdeLind
14.01.2013 12:31
3

Re: Den Kärntnern Stimmviehern traue ich alles zu!

...was zu befürchten ist....

ZARA 2.01
13.01.2013 23:31
13

Du meine Güte!

Wieder ein blaues Kasperletheater!
Wären in der FPö ein paar echte Frauen wie in anderen und vernünftigen Parteien auch, dann wäre nicht jeder Auftritt soooo peinlich!
Naja, Männer halt. Und ihr Durscht.

Norix
13.01.2013 23:01
6

Abwählen! Abwählen! Abwählen!

Blau & Grün sind gar noch die schlechtere Version der furchtbaren GroKo. Die bischen Macht, die sie haben und hatten wird noch unverschähmter ausgenuzt als von SPÖVP. Grüne und FPÖ haben in den letzten 10 Jahren gar noch mehr fürs Verschulden gestimmt (und in Wien und Kärnten so gehandelt) als SPÖVP

Daher abwählen - Alternative suchen!

Partei der Freiheit
NEOS
Team Stronach
BZÖ
CPÖ

ps. Die Grausame Ideologie von Rot und Grün wird hier sowieso kein vernünftiger Mensch wählen. Daher sollten deren "Alternativen" KPÖ und Piraten nicht als Option gelten, oder?

dasbond
13.01.2013 22:36
8

Er geht der FPÖ auf die Eier

Damit hat Josef Bucher schon viel erreicht.
Vorher hat ihm die FPÖ allen voran HC Strache KOMPLETT ignoriert. KEINE EINZIGE APA-OTS mit Bezug auf BZÖ Chef Josef Bucher damals

Das kann man alles recherchieren wenn man will.

Tja scheint so als würde Josef Bucher der FPÖ auf die Eier gehen.
Eigetlich greift das BZÖ nur die FPK an, nicht die FPÖ.
Dieser Beißreflex der FPÖ erinnert sehr an die" Beistandsklausel des Dreimächtepaktes" als Deutschland den USA den Krieg erklären musste nur weil die Japaner Pearl Harbour angriffen...

Ich kenne nen FPÖler der hat immer schon gesagt die FPK hat der FPÖ zu dienen.
Wies ausschaut, dreht sich nun der Spieß um!

julrich
13.01.2013 22:25
3

Rot/Blau

Wer sich fragt was noch schlimmer als Rot/Schwarz sein kann hat spätestens jetzt ein konkretes Bild vor Augen. Die Wahlzuckerl vor der letzten Nationalratswahl haben es ja schon angedeutet aber wer meint dass der Staat jetzt schon zu viel Geld verteilt kann sich anschnallen wenn es zu Rot/Blau kommt.

Es ist eigentlich ein Witz aber im Moment verstehe ich es wenn Leute Stronach noch als geringsten Übel sehen.

wahrheitistzumutbar
13.01.2013 21:29
19

Es waren 1300 Parteigänger, nicht 15 000!

So viele Kärntner würden sich nicht offiziell als Deppen brandmarken lassen!

Antworten starshaper
13.01.2013 21:56
11

Re: Es waren 1300 Parteigänger, nicht 15 000!

linke Propaganda, wie man sie kennt und zu Recht gering schätzt.

Antworten Antworten grinch
13.01.2013 22:27
0

Re: Re: Es waren 1300 Parteigänger, nicht 15 000!

Die Rechten und ihr Zahlenunvermögen.

Es waren 1300 Parteigänger.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3217386/fpk-wahlkampfauftakt-klagenfurt-begonnen.story

liberaler
13.01.2013 21:23
9

sozialdemorkatische Wäherlbestechung!

Das ist typisch für sozialistische Parteien, wie die Freiheitlichen. Wenn sie nicht mehr weiter wissen, dann kommen sie mit teuren Wählerbestechungen, die Rechnung dürfen, dann zukünftige Generationen bezahlen.

Antworten Norix
13.01.2013 22:52
2

Re: sozialdemorkatische Wäherlbestechung!

Ja, a Schand, wer sich da aller "Freiheitlich" nennt.

wahrheitistzumutbar
13.01.2013 21:18
7

Dieser homo neandertalensis aus dem Mölltal glaubt ernsthaft ein homo sapiens zu sein?

Krass!

cs745
13.01.2013 21:00
4

eine schande für kärnten und österreich

scheuchts euch

 
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