Trendumkehr: Geringer Zulauf zu Hacklerfrühpension

15.01.2013 | 15:16 |   (Die Presse)

Erstmals seit Jahren ist 2012 nach Verschärfungen die Zahl der Hacklerpensionen insgesamt gesunken.

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Wien/ett/IB. Während im Ministerrat die Gesundheitsreform beschlossen worden ist, die die Kostenentwicklung bis 2016 um 3,4 Milliarden bremsen soll, zeigen in der Pensionsversicherung die ersten von der Regierung eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Frühpensionen Wirkung. Bei den Hacklerpensionen, einer Form der begünstigten Frühpension nach langer Versicherungsdauer, belegen die der „Presse" vorliegenden Daten für 2012, dass der seit Jahren wachsende Zustrom zum ersten Mal tatsächlich gestoppt wurde. Der Gesamtstand ging um knapp 400 auf 88.763 zurück, wie aus den jüngsten Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungen hervorgeht. Zuvor war seit 2007 jeweils von einem Jahr auf das andere eine Zunahme um rund 8000 verzeichnet worden.

Rückläufig war auch der Neuzugang zu den Hacklerpensionen in den einzelnen Monaten des Vorjahres. Gab es im Dezember 2011 noch 14.811 neuzuerkannte Hacklerpensionen in der gesetzlichen Pensionsversicherung (also ohne die Beamten), so sank deren Zahl im Dezember 2012 auf 10.720. Hauptgrund dafür ist, dass viele, die die Möglichkeiten hatten, schon vor den ersten Verschärfungen die Hacklerfrühpension noch genützt haben. Außerdem ist der Nachkauf von Schul- und Studienzeiten, die bisher angerechnet wurden, empfindlich teurer geworden.

Auch die Gesamtzahl der Frühpensionen ist gesunken. Deren Stand lag Ende 2012 bei 117.395 gegenüber 19.995 im Dezember 2011. Rückläufig ist weiters die Zahl der Invaliditätspensionen auf 208.339 (Ende 2011 waren es 211.144). Im Gegensatz dazu ist die Gesamtzahl aller Pensionen im Vorjahr weiter gestiegen. Die Statistik weist 2,273.628 Pensionsbezieher aus, knapp 25.000 mehr als im Dezember 2011.

Gesundheitsreform bleibt umstritten

Als historisch wertete Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) den gestrigen Ministerratsbeschluss zur Gesundheitsreform. Diese soll - wie zuvor schon die strengeren Bestimmungen bei den Pensionen - dazu führen, dass die Kosten in den kommenden Jahren nicht mehr so stark steigen.

Stöger hat noch vor Weihnachten versucht, auch die Ärztekammer für die Gesundheitsreform zu gewinnen. Gelungen ist ihm das allerdings noch nicht. Vor allem in Oberösterreich kommt es heute, Mittwoch, zu Protestkundgebungen und zur Schließung von Ordinationen.

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11 Kommentare

der begriff hacklerregelung ist eine beschämend für die SPÖ und den medien - und völlig irreführend.

dieser weltweit wohl einzigartige u. völlig herabwürdigende pensionsbegriff hacklerregelung(für langzeitversicherte angestellte menschen) ist in wahrheit eine verhöhnung aller versicherten in österreich-die sich sehr lange versicherungszeiten erarbeitet haben. diese demütigende SPÖ pensions-u.sozialabbaupolitik gegen die langzeitversicherten angestellten ist daher nur mehr eine farce und dies ist auch nur möglich weil die SPÖgewerkschafter hier mitspielen.
diese unwürdige neiddebatten, die eine SPÖ mit faymann und hundstorfer gegen die langzeitversicherten arbeitnehmer führt, ist typisch für die heutigen zustand dieser SPÖ.
abermrd. werden in banken u finanzsysteme gesteckt. mit abermrd. werden korrupte euroländer gestützt. mrd. kosten die privilegien in ÖBB, ORF, OeNB, Bauern oder bei den wiener beamten. diese asvg langzeitversichertenregelung im pensionssystem hat auch nur in anspruch nehmen können, wer lange versicherungszeiten aufweisen kann. in frankreich können menschen die 41 versicherungsjahre haben, abschlagsfrei in pension gehen. in vielen ländern europas gibt es diese regelung. dies ist kein privileg, sondern eine regelung für die menschen, die sehr lange versicherungszeiten geleistet haben und sich dadurch ihren früheren pensionsantritt selbst verdient haben. weil nun die neoliberale banken-europolitik völlig ausgeufert ist, will man die menschen die schon am längsten in ein asvg pensionsversicherungssystem einzahlen, noch mehr und länger einzahlen lassen.

Re: der begriff hacklerregelung ist eine beschämend für die SPÖ und den medien - und völlig irreführend.

wie Recht sie doch haben, vernünftig erklärt.
Und an den Reaktionen der Leser sehen sie WIE groß das Interesse ist, sich damit auseinander zu setzten.

Das ist nämlich der wundeste Punkt der XXXLUTZfamilie.

Ihre SONDERPENSIONEN, das Abdrehen der I-Pensionen - aber schnell noch 597 Beamte reingeben. ! Milliarde wird verspekuliert - keinem Interessiert das.

Sie haben Recht - es ist beschämend.

X Strache/Stronach


Was hat das Bild mit Hacklerfrühpension zu tun?

?

Wien ist anders!

Gerade heute wird publiziert, dass allein im Jänner 2013 im Rathaus 76 Angestellte in Frühpension gehen - das ist Rekord: im Jänner 2012 waren es 53 Angestellte, im Jänner 2011 waren es 62 Angestellte. Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Jänner 2013 beträgt 53,7 Jahre! 20 der Frühpensionisten sind sogar unter 50 Jahre alt.
Dem Veltliner im Rathaus sind deren Wählerstimmen sicher.

Re: Wien ist anders!

Was denken angesichts der unverschämten Privilegien Wiens und der ÖBB die hundert tausenden ASVG-Pensionisten die

a) viel später in Pension gehen dürfen und
b) weit weniger Bezüge erhalten

Saue ...

Re: Re: Wien ist anders!

man gibt jetzt 1000 Beamte die Pension.

600 davon gehen in die I-Pension, der Rest sind Großteils Frühpensionisten.
Raten sie mal wie hoch diese Pensionen sein werden.
Dafür setzen sich die Zuchtburgen so für ihre SPÖ ein.
Beschämend.

X Strache/Stronach

Re: Wien ist anders!

All dies wäre noch ein geringes Problem, solange nicht wieder nachbesetzt werden würde!

kein wunder alle beamten sind schon gegangen


Re: kein wunder alle beamten sind schon gegangen

Alle?
Nein, das gallische Dorf um den Grünen Veltliner ist noch da!

was für eine leistung

eine pensionsform, wo lange versicherungszeiten eh voraussetzung waren, wird nicht mehr so in anspruch genommen.

dafür steigen die mindestsicherungsempfänger und 20-jährigen frühpensionisten (siehe medienberichte) stark an.

Du meine Güte!

heuer gibt es weniger, weil die Beamten sich eben um ein Jahr vorgschummelt haben um noch schnell die fette Abzocke machen zu können.

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