Hofburg: Aktion gegen Akademikerball

15.01.2013 | 17:48 |  von Georg Renner (Die Presse)

Die Hofburg-Gesellschaft stellt sich hinter den FPÖ-Ball am 1. Februar. Ein Bündnis gegen Rechts will den Eigentümer umstimmen – eine Demonstration findet am Mittwoch vor dem Hotel Sacher statt.

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Wien. „Der Wiener Akademikerball wird am 1. Februar in der Hofburg stattfinden. Veranstalter ist die FPÖ Wien – und demokratisch gewählte Parteien sind in der Hofburg willkommen.“ Renate Danler, Geschäftsführerin der privaten Betriebsgesellschaft der Hofburg, lässt keinen Zweifel daran, dass Wien wieder einen heiß umkämpften Ball bekommt, auf dem sich Rechte aus ganz Europa treffen können.

„Der Ball, die handelnden Personen und der Zweck sind dieselben wie die des WKR-Balles. Für rechtsextreme Vernetzungstreffen darf es keinen Platz in der Hofburg geben!“, postuliert dagegen die Initiative „Jetzt Zeichen setzen“, eine Aktion von SPÖ, Grünen, Israelitischer Kultusgemeinde und NGOs.

Sie will am Mittwoch mit einer Kundgebung vor dem Hotel Sacher – ein Eigentümer der Hofburg-Gesellschaft – darauf aufmerksam machen, dass das Hotel „rechtsextreme Umtriebe in Österreich und Europa indirekt unterstützt“, wie es heißt. Vor einem Jahr war diese Strategie noch aufgegangen: Alexander Pollak, Sprecher von „SOS Mitmensch“, hatte Ende 2011 die Eigentümer der „Hofburg Betriebs-GmbH“ darauf hingewiesen, dass sie indirekt für ein Treffen Rechtsextremer verantwortlich wären, solange der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR), dem unter anderem die als rechtsextrem eingestufte Burschenschaft „Olympia“ angehört, in der Hofburg stattfinde.

Unter diesen Eigentümern waren es besonders die Casinos Austria, die per Druck auf die Hofburggesellschaft bewirkten, dass Danler schließlich verkündete, der WKR-Ball 2012 werde der letzte in der Hofburg sein. Das stimmt auch – allerdings nur dem Namen nach. Der neue „Akademikerball“ wird zwar nicht vom WKR veranstaltet, der Organisator ist aber derselbe; auch die Webseite des WKR-Balls leitet ungefragt auf die Akademikerball-Page weiter.

Inzwischen hat sich aber die Eigentümerstruktur der Hofburggesellschaft geändert: Die Casinos Austria haben ihren Anteil von 2,1 Prozent an der Gesellschaft im Sommer verkauft – „wir hatten ein sehr gutes Angebot“, sagt Casinos-Sprecher Martin Himmelbauer.

Der Käufer, der Hotelier und Chef der Confiserie Gerstner, Oliver Braun, wird mit seiner bevorstehenden Übernahme der Austria Hotels – auch sie sind Eigentümer – mit rund 27 Prozent den größten Anteil an der Hofburg-Gesellschaft halten. Auch die Betreibergesellschaft des Intercontinental, der ein Viertel der Hofburg-Firma gehört, wechselte den Eigentümer und ging an Investor Michael Tojner.

Dessen Geschäftsführerin Daniela Enzi erklärt gegenüber der „Presse“, man habe sich unter den Eigentümern „commited“, keine Stellung zu dem bevorstehenden Akademikerball der FPÖ zu nehmen – es gelte, was Hofburg-Chefin Danler gesagt habe.

Womit wohl feststehen dürfte, dass der Ball am 1. Februar stattfindet – das Antifa-Bündnis „Offensive gegen rechts“ bereitet bereits „Blockaden“ dagegen vor.

Pühringer meidet Burschen-Ball

In Oberösterreich hat Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) unterdessen nach einem offenen Brief Prominenter angekündigt, den ebenfalls umstrittenen „Burschenbundball“ am Samstag nicht zu besuchen – er beehrt stattdessen den „Ball der Oberösterreicher“ in Wien.

Richtigstellung: Renate Danler, Geschäftsführerin der Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsgesellschaft, distanziert sich ausdrücklich von der im obenstehenden Bericht dargestellten Aussage, den „Wiener Akademikerball“, als „heiß umkämpften Ball, auf dem sich Rechte aus ganz Europa treffen können“, bezeichnet zu haben. Diese Formulierung ist Interpretation seitens der „Presse“. Zur Richtigstellung: Die inhaltliche Gestaltung des Balles liegt in den Händen des Veranstalters, der Landesgruppe Wien der FPÖ.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2013)

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33 Kommentare
 
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frau danler hat nichts gegen diese leute in der hofburg, im gegenteil



sie steht denen geistig nahe, das ist ja offensichtlich.

so soll es sein

" „Der Wiener Akademikerball wird am 1. Februar in der Hofburg stattfinden. Veranstalter ist die FPÖ Wien – und demokratisch gewählte Parteien sind in der Hofburg willkommen.“

egal, wie jemand zur FPÖ steht, sie ist eine demokratisch gewählte partei im verfassungsrahmen.

und wenn jemand dies boykottiert, katapultiert er sich aus dem dem demokratischen meinungsspektrum.

und genauso würde ich die Grünen verteidigen.

auch wenn ich weder der einen, noch der anderen meinung bin.

Die...

armen unbeholfenen linken Träumer! Nach dem ihnen der Ostblock unter den Füssen wegbrach, ihre sozialistischen Lieblinge wie Gaddhafi und Mubarak weg sind, der Schützling Assad bald Mubarak und Gaddhafi folgen wird und die Vorzeigeländer der europäischen linken Träumer, Nordkorea, Weissrussland und Kuba, bankrott sind, bleibt den unbeholfenen linken Traumtänzer nur noch, in eisiger Kälte vor der Hochburg zu demonstrieren.
Wenn das nicht äusserst köstlich ist!

Auf

der Uni wird ganz offiziell gegen diesen Ball Stimmung gemacht. Tatsächlich ist es so, daß die Linken viel extremer sind. Demokratieverständnis haben die nur in sehr geringem Umfang.

darf ich die diversen organisationen an die kürzlich getätigten aussagen von gen. ackerl erinnern????


Die FPÖ soll die Akademiker in Ruhe lassen!!!

Ein universitärer Titel sollte niemals für niedrigsten Populismus missbraucht werden. Von keiner Partei!!!! Sollen sie ihn meinetwegen Rechtsball nennen und zu dem stehen was sie tun. Aber diese Heuchlerei geht einem schon mächtig auf die Nerven. Die Akademiker in diese lächerliche Diskussion der Politik hineinzuziehen ist eine Frechheit! Und um den Jüngern dieser rechten Strömung, die sich in diesem Forum anscheinend eingenistet haben, vorzugreifen, gibt es genug Absolventen der Universitäten und Fachhochschulen die mit der Politik wie sie im Moment in diesem Land gelebt wird nichts zu tun haben wollen!

akademikerball der blauen? echt?

mehr als eine handvoll hanseln sollten nicht erwartet werden.

da sind mehr akademikerInnen in der demo als im haus...

Re: akademikerball der blauen? echt?

Inskribiert zu sein, auf der Uni linkes Gedankengut zu krakeelen bei Demos randalieren und alle Leute, die anderer Meinung sind ins rechte Eck zu stellen macht noch nicht zumR AkademikerIn.

Wer geht auf die Straße

um zu demonstrieren? Die Linken und die Grünen. Wer schreit dort? Die Gleichen. Wer prangert an? Die Gleichen. Wer gibt die Votivkirche her für linksradikale Aktivisten? Die Kirche. Wer provoziert? Die Linken, die Grünen, die NGOs und alle Gutmenschen-Vereine. Wer stört den Frieden im Land? Alle Genannten.

Das sind alles Organisationen

die das Blatt Papier nicht wert sind, auf dem ihr Name steht, bis auf eine Ausnahme: Die IKG ist an sich eine höchst ehrenwerte Organisation, es ist wahnsinnig schade, dass sie sich von diesen zerstörerischen Kräften vereinnahmen lässt.

Naja, dennoch werden diese "Personen", die hier gegen einen Ball für Akademiker auftreten, nicht reüssieren können, da sie - Gott sei es gedankt - eine zwar bissige aber verschwindend kleine Minderheit darstellen. Und das ist das hocherfreuliche an dieser ganzen Angelegenheit.

Re: Das sind alles Organisationen

richtig. man sollte es frei nach dem motto: "was stört es die knorrige alte eiche wenn sich ein paar schmutzige ferkel an ihr reiben wollen" sehen.

Du meine Güte!

Die Akademiker stellen sich ja in ein "schönes" Licht!

Ironie der Geschichte

Ist der IKG schon aufgefallen, dass die Blockade von Veranstaltungen einer rechtlich zugelassenen Veranstaltung fatal an die unseligen Bilder erinnert, wo damalige Parteiangehörige vor bestimmten Geschäften standen und drängten "kauft nicht bei ..." ?

Ich käme nie auf die Idee, diesen Ball zu besuchen, und das sollten hoffentlich viele so halten. Aber Meinungs- und Versammlungsfreiheit ist ein Grundrecht und wird gerade von den angeführten Gruppen immer wieder eingefordert.

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Re: Ironie der Geschichte

stimme vollinhaltlich zu!!!

nahtlos von der votivkirche

zum burschenschaftsball und ähnlichen veranstaltungen. die gutmenschen und anerkannten staatswünstler reisst's ordentlich herum in dieser saison.

Man wird sehen, wie lange gerade dieser Ball

für die Hofburg noch ehrenhaft sein wird.

Junge Leute, "dumm wie Stroh"
http://www.sueddeutsche.de/panorama/deutsche-burschenschaften-junge-leute-dumm-wie-stroh-1.1562110
betitelt die Süddeutsche den Umstand, dass die WIENER Teutonia dort den DB-Vorsitz übernommen hat. Die gilt selbst innerhalb des Verbandes als stramm rechts.

Eines ihrer Mitglieder ist Sprecher Tributsch. Die Austrittswelle der vergangenen Wochen bedauere er zwar zutiefst, sagt er. Viel mehr, etwa zum Thema NS-Zeit, will er nicht sagen. Das seien nur "fünf Jahre (!) deutscher Geschichte. Über die möchte ich nicht reden." Ob er eine Meinung zur NS-Zeit hat? "Ja. Doch die sage ich nicht."

Nicht deutsch genug? Die "Arier"-Debatte bereitet den Studentenbünden Probleme. Immer mehr Korporierte treten aus den konservativen Vereinigungen aus - nicht zuletzt wegen der rassistischen Haltung mancher Mitglieder.

Wenn die HOFBURG sie haben will, dann soll es so sein.
:-)

Re: Man wird sehen, wie lange gerade dieser Ball

Wer links steht, zitiert gerne links stehende Zeitungen. Es ist ja kein Geheimnis, dass die ehrenwerte "Süddeutsche" ein Sprachrohr der (gemäßigten) Linken ist.

Wennst schon auf die Sueddeutsche Zeitung verweist musst auch dazusagen,

dass das ein linkslinkes Blattl ist, dass sogar den Standard links überholt.

Hetze

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der arme Pollack ...

jetzt muss er hin und her rennen:
Votivkirche, Sacher, Hofburg ...
Wenn er's nur aushält, der Pollack ...

Re: der arme Pollack ...

Nicht nur das. Herr Pollak hat ja nebenbei auch noch so wichtige Sachen zu erledigen, wie die neue "Deutsche Sprache nach Pollaks Visionen" uns beizubringen. Herr Pollak hat also so viel um die Ohren, dass ein 24-Stunden-Tag für ihn viel zu kurz ist. Mein Mitleid für ihn hält sich jedoch sehr in Grenzen.

Re: der arme Pollack ...

Selten so gelacht !

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Eine Aktion von SPÖ, Grünen, Israelitischer Kultusgemeinde und NGOs.

Jedes Jahr der gleiche Firlefanz, der maximal Kopfschütteln hervorrufen kann!

Warum sollte die FPÖ nicht wie jeder andere auch, die Hofburg für ihren Ball mieten können?

Re: Eine Aktion von FPÖ, Burschenschaften und Rechtsextremen. .

jedes jahr der der gleiche firelefanz mit der bande.

Re: Re: Eine Aktion von FPÖ, Burschenschaften und Rechtsextremen. .

Nur diese Ballbesucher randalieren und üben keine Gewalt gegen andersdenkende und nicht der LINKEN HETZE aus.

Re: Re: Eine Aktion von FPÖ, Burschenschaften und Rechtsextremen. .

wenn man/frau nicht so viel theater um die leute machen würde, wüsste ich gar nicht wer da in der hofburg tanzen will!

so kann man dem herrn strache auch wieder ein bisschen aufmerksamkeitswerte verschaffen!


 
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