Nach Finanzskandal: Maltschnig löst Brenner ab

21.01.2013 | 13:29 |   (DiePresse.com)

Der frühere Bürgermeister von Zell am See wird in Salzburg die Nachfolge des scheidenden SPÖ-Finanzlandesrats antreten.

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Es ist ein wahres Himmelfahrtskommando, das Georg Maltschnig am kommenden Mittwoch antreten wird. Der 61-jährige Pinzgauer übernimmt das vom Skandal erschütterte Finanzressort des Landes Salzburg und muss die Aufklärungs- und Aufräumarbeiten fortführen. Riskante Veranlagungen im Ausmaß von 1,35 Milliarden Euro sollen rasch, aber möglichst ohne Schaden für das Land abgebaut werden. Der Neo-Landesrat übernimmt das Amt nur bis zur Angelobung einer neuen Regierung nach der vorgezogenen Landtagswahl voraussichtlich Ende April oder Anfang Mai.

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Die Finanzwelt ist Maltschnig nicht unbekannt: Der am 2. August 1951 in Embach (Gemeinde Lend) geborene Pinzgauer studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien - damals noch „Hochschule für Welthandel" - Betriebswirtschaftslehre und nach dem Abschluss auch noch Rechtswissenschaften. 1979 trat er in die Creditanstalt-Bankverein in Wien ein, wo er für die Bereiche Auslandssekretariat (Auslandsemissionen) sowie die Konzernabteilung verantwortlich war. In diesen Funktionen berichtete er direkt an den Vorstand.

Von November 1981 bis Mai 1982 war Maltschnig Verwaltungsdirektor im Krankenhaus Zell am See. Doch dann war die Gemeindeaufsicht der Ansicht, dass für diese Stelle ein Maturant reiche, und so wechselte er im Juni 1982 in die Wohnbaugenossenschaft Bergland. Von 1984 bis 1993 fungierte er als deren Obmann-Stellvertreter, seit 1993 ist Maltschnig Obmann und geschäftsführender Direktor der Bergland.

Trotz seiner Tätigkeit in einer Bank sei er weder Wunderwuzzi, noch Experte für Risikogeschäfte, räumte der Wirtschaftsjurist bei seiner Vorstellung in der Öffentlichkeit am Montag ein. Er will daher auf die Hilfe von Experten und auch auf die Mitarbeit der politischen Mitbewerber setzen.

Und auch aus der Politik hat der 61-Jährige reichlich Erfahrung mit Finanzen: Er wurde gleich bei seinem Einstieg 1984 Finanzstadtrat der Stadtgemeinde Zell am See. Von 1998 bis 2008 war Maltschnig Bürgermeister von Zell am See, wobei er auch in dieser Zeit das Finanzressort führte. 2007/08 wurde dem Ortschef seine Doppelfunktion als Bürgermeister und Bergland-Geschäftsführer beinahe zum Verhängnis: Ein Streit um die Direktvergabe eines Wohnbaus an die Bergland ohne Ausschreibung gipfelte in einem Misstrauensantrag der ÖVP, der aber keine Mehrheit fand.

Ende 2008 zog sich der Bürgermeister aus dem Amt zurück. Seine Polit-Karriere wollte er damit eigentlich für immer beendet wissen. Einen Zusammenhang mit dem Misstrauensantrag dementierte er damals: "Das Amt des Bürgermeisters war für mich von Anfang an ein Amt auf Zeit", sagte er. "Ich habe mir gedacht, dass das der richtige Zeitpunkt ist, nachdem ich - wie ich glaube - die Ziele, die ich mir für Zell am See gesteckt habe, im Wesentlichen erfüllt worden sind. Jetzt ist die Zeit gekommen, das Amt in jüngere Hände zu legen." Nun ist es allerdings ganz umgekehrt: Der 61-Jährige rückt auf den Sessel nach, den ein 41-Jähriger am Mittwoch verlässt. Wenn auch nur vorübergehend.

(APA)

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82 Kommentare
 
12 3

nebenbei ..

die struktur und die positionen des portfolios sind noch immer nicht öffentlich .. der bericht vom brenner war ja diesbezüglich ein witz (2% des wertpapierportfolios veröffentlichen und zu sagen, die restlichen 98% schauen ähnlich aus, ist doch wirklich nur zum am schmäh halten von dummwählern :-):-)

also bei wievielen derivate seids den stillhalter und wann laufen die ab ?

oder anders herum, wann werden die ersten millionen euro verlust unvermeidlich zu realisieren sein ... von wegen .. wir haben einen gewinn gemacht :-):-):-)

logisch dass die keinen fachmann haben :-)

ein fachmann tut sich das nicht ein, weil er da nur verlieren kann .

völlig ahnungslosen zu erklären, was das eigentlich ist, was sie gekauft haben, und dann erst nicht handeln können, weil es ja primär darum geht, das ganze bis zur wahl möglichst noch unterm teppich zu halten ...

und wenn es blöd läuft sich jahre später in einem prozess fragen lassen, warum man weisungen der politik befolgt hat, die die selbstverständlich nie gegeben haben ....

0 0

Wir würden uns Geld ersparen

wenn gleich Experten in die Politik gingen.

Für was Licht ins Dunkle

Es ist doch alles aufgekärt worden - sagen sie.

Oder waren alle Zeitungsmeldungen eine Wahlente.
Von 360 Millionen auf 2,7 Milliarden, dann waren es 670 Millionen, zum Ende hin schauen 75 Millionen gute aus den Spekulatitopf.
Habt ihr geschrieben.
Hatten lang genug Zeit in Ruhe alles so hinzuschieben das es bis zur Wahl nicht Staubt in der Mozartstadt. Deswegen ja keine U-Haft für Brenner und Paulus, sowie dem Burgile wurde genug Zeit gelassen fürs Verdunkeln und
Absprechen.
Und nun soll dieser Mann mit seiner Taschenlampe Licht reinbringen.....
Ich bin gespannt wie die Wahl in Salzburg ausgeht.

Die SPÖ ist ein mafiöser Gaunerverein - Weg damit.

Die

SPÖ in Salzburg ist nur noch peinlich.

Re: Die

Wo nicht ?

Na,kommt halt der nächste Parteibuch-Heini dran,

bis ma auf seine Un-Stärken draufkommt.

Hauptsach er kann ah an *cheis*dreg guad verkaufe und/ oder verdrehen;o)

Liebe Burgstaller!

HAst Du es nich immer nicht verstanden, dass diese Position an einen Fachmann zu vergeben ist und nicht an einen Parteisoldaten? Bist Du so wirklich so inkompetent?

In Salzburg ist ein Profi gefragt! Du Burgstaller, Du bist ein jämmerlicher Versager, schlimmer kann es gar nicht mehr kommen!!!!!

4 0

Orwell 1984 (reloaded Salzburg 2013)

Das Ministerium für Wahrheit gibt bekannt:
"Operation Doppelplusgut" war ein voller Erfolg.

8 0

Politische Besetzung ist jetzt immer falsch!

In solchen Zeiten sind solche Regierungen aufzulösen und durch unpolitische Fachkommissionen zu ersetzen. In solchen Situationen sind PolitikerInnen unter Generalverdacht, ist die Unschuldsvermutung nicht mehr angebracht. Daher ist eine politische Nachbesetzung, unabhängig wer es, ist eine Fehlbesetzung.
Wer zuletzt die Medien verfolgt hat, kann nur zum Schluss kommen, dass nur solche Fachkommissionen in den Ländern die politische Korruption und groben Fahrlässigkeiten beenden können vielleicht Steiermark und Vorarlberg ausgenommen, alles andere führt zu keinem Erfolg, sonder sind Maßnahmen für das Vertuschen.
Es wäre daher Zeit für ein Großreinemachen, sie ist mehr als reif und täte dieser Republik gut und die Justiz wäre wahrscheinlich dazu auch in der Lage. Ja, wäre wenn, wenn es den jungen Juristen gelänge innerhalb ihrer eigenen Institutionen vereint gegen die dort vermuteten alten Seilschaften bis in die Politik und umgekehrt vorzugehen und diesen verwüsteten Teil des Acker reinigt, wobei danach höchstwahrscheinlich Fußfesseln für viele nicht ausreichen würden, das wäre ein Anfang, dann könnte was daraus werden.
Aber wie immer, damit es allgemein bleibt, für alles gilt bei uns die Unschuldsvermutung und die Hoffnung stirbt zuletzt.

unpolitische Fachkommissionen

Glauben Sie das wirklich, dass es solche unpolitische Fachkommissionen gibt? Ich glaub das eher nicht!
Jede und jede in Ö hat seine/ihre politische Färbung. Sie sind vielleicht keine Funktionäre und der eine oder andere besitzt vielleicht auch kein Parteibuch aber ein ideologisches Naheverhältnis haben sie ganz bestimmt. Und das ideologische Naheverhältnis ist manchmal Bindung genug. Darum braucht er oder sie ja gar kein Parteibuch mehr. Höchstens die Partei für den Mitgliedsbeitrag!

Zurück zu ihrem Posting: Man sollte nicht vergessen, dass die ganze Sache schon unter den Roten gelaufen ist. Es betrifft also auch die Amtszeit von Schausberger, so hat er doch geheißen, nicht wahr?
Von dem hört man übrigens gar nichts mehr!

Re: unpolitische Fachkommissionen

wieso : es gibt gerichtsachverständige, die auch haften wenn sie falsche aussagen machen .. ..aber natürlich werden genau die nicht bestellt, sondern politfreunderl zur "aufklärung" genommen, sind ja wahlen demnächst :-)

Re: Politische Besetzung ist jetzt immer falsch!

Das ERsetzen der Landesregierung durch kompetente Fachleute ist eine Superidee.
Allerdings erhebt sich die FRage wer denn bestimmen soll, wer ein kompetenter Fachmann ist.

Re: Re: Politische Besetzung ist jetzt immer falsch!

und wo einen nicht politischen Fachmann hernehmen? Sollte vlt das Volk darüber abstimmen, ob er oder sie genügend unpolitisch sei? Oder sprachen Sie von parteipolitisch? Dann dürfte er auch nicht aus der Volkspartei kommen, weil die ganze Sache, soweit ich darüber informiert bin vor der Gabi Burgstaller begonnen hat.

Re: Re: Re: Politische Besetzung ist jetzt immer falsch!

Es ging mir nicht um parteipolitische Überlegungen, sondern einfach wer dazu berufen sein soll zu entscheiden, wer ein Fachmann ist und wer nicht, unabhängig von eine allfälligen Parteizugehörigkeit.
Meiner Ansicht wäre gerade das Volk nicht geeignet zu entscheiden wer ein Fachmann ist. Bestenfalls könnte das Volk allgemeine Voraussetzungen, wie welche akademische Bildung festlegen. Wie gut dann der einzelne für eine bestimmte Aufgabe geeignet ist, kann das Volk, mangels entsprechender Kenntnisse sicher nicht entsscheiden ds können nur wenige auf dem jeweiligen GEbiet arbeitende Menschen.

Re: Re: Re: Re: Politische Besetzung ist jetzt immer falsch!

Ich verstehe! Doch ich glaube, dass parteiunabhängige Fachmänner und hoffentlich auch ebensolche Fachfrauen in derselben Welt leben und agieren müssen wie die bisherigen Politiker. Sie sind genauso abhängig von der Wirtschaft, von den Lobbyisten als unsere derzeitigen Politiker und Politikerinnen.
Es ist das gesellschaftliche Klima in dem wir leben, und das jeder einzelne und jede einzelne von uns mitgestaltet: Fiktives Beispiel: Wenn die Erasmus-Studentin ein Monat früher von ihrem Auslandssemester nach Hause kommt und um weiter das Geld zu kassieren einige Zeugnisse falsch datieren lässt ist findet niemand etwas daran. Es ist doch genau das Klima indem wir leben. Doch niemand kehrt vor seiner/ ihrer eigenen Haustüre sondern vor des Nachbars/der Nachbarin, mich nicht ausgeschlossen.
Ich glaube, dass es vielmehr einer Umkehr des Volkes bedarf. Für mich ist es auch nicht okay, dass so viele Menschen sich Reichtum anhäufen, auch wenn es noch so legal ist.
Anhäufung von Reichtum erzeugt i-wo immer Armut!

Re: Re: Re: Re: Re: Politische Besetzung ist jetzt immer falsch!

Ihnen recht, dass instellung des Volkes ist, nach dem Motte "mir wern kan Richter brauchen, wir regeln das unter uns, wobei Gestze nicht stören dürfen.
Allerdings ist es leider auch so, dass sich auch Behörden nicht an das GEsetz halten. Die StVO §43 Abs.2 schreibt den Behörden den SChutz der Anrainer durch verkehrsbeschränkende Maßnahmen vor, nur wird der Vollzug dieser Bestimmung mit fadenscheinigen, um nicht zu sagen haarsträubenden Begründungen verweigert, sonst dürfte es nicht schwer gesundheitsschädliche Lärmwerte an den Hauptstrassen geben.
In einem solchen Klima dürfen ERscheinungen wie Birnbacher, Strasser u.a. nicht wundern.

sonst dürfte es nicht schwer gesundheitsschädliche Lärmwerte an den Hauptstrassen geben.

aber nicht nur an Hauptstrassen. Inmitten einer Stadt zu leben und mit der Lärmbelästigung durch Jugendliche (mindestens zwei Nächte pro Woche) klar kommen zu müssen, weil die städtischen PolitikerInnen, keine Notwendigkeit darin sehen, das zu ändern, außer an die eigene Adresse die Empfehlung abgeben: Früher schlafen zu gehen.
Was ich sagen wollte, wir alle sind für das Klima verantwortlich, damit es nicht zu diversen Erscheinungen wie Strasser und Konsorten kommt.
Wenn Konstantin Wecker zwar den Nationalsozialismus verurteilt, was ja lobenswert ist, jedoch über den Parteivorsitzenden einen launigen Text über ihn ins Netz stellt, dann frag ich mich, wem das dient außer die unmissverständliche Einladung dazu diesen nicht sachlich entgegenzutreten, sondern ihn verbal in seiner Persönlichkeit zu attackieren, dann ist das doch letztlich auch eine Hetzjagd (nicht einmal eine Schubladesierung). So meine ich: Wir schwimmen fast alle in denselben Gewässern, nur die Feinde, die man bekämpft sind unterschiedliche.

Re: sonst dürfte es nicht schwer gesundheitsschädliche Lärmwerte an den Hauptstrassen geben.

Es ist leider so wie Sie schreiben.
Es ist leider auch so, dass, wenn man af die Einhaltung von durchas vernünftigen Regel besteht, man sofort als Spaßbremse gilt, da eben für die meisten Menschen als Spaß gilt, wenn zum Schaden Unbeteiligter Regeln gebrochen werden.

Spaßbremse - Noch nie gehört!


Leider versteht man Manches oft erst, wenn man selbst betroffen ist. Wirklich regeln lassen sich Dinge meiner Erfahrung nach erst dann, wenn ein gewisses Problembewusstsein vorhanden ist. - Und das ist leider selten geben.
Die Ignoranz, mit der man über diverse - zur Sprache gebrachte - Belästigungen hinwegsieht, finde ich immer wieder einmal himmelschreiend.

Wünsche noch einen schönen Abend mit der Aussicht auf bessere Zeiten.

3 0

für alles gilt bei uns die schuldsvermutung und die Hoffnung starbt zuletzt.

der Bürger hat den enormen Schaden zu tragen und die Verantwortlichen nur ihre fettgefressene Ranzen - das kann man nicht so tänzelnd wegschwabulieren!

10 0

Neues Gesicht, aber wo sind die neuen zeitgemäßen Rechnungslegungsbestimmungen für Bund, Länder, Gemeinden und ausgegliederte Rechtsträger

... vielleicht wieder mal eine Scheinlösung statt Lösung

12 0

Ein bekennender Nichtskönner auf der Brücke der Salzburger Andrea Doria

eigentlich auch schon wurst...

Re: Ein bekennender Nichtskönner auf der Brücke der Salzburger Andrea Doria

Ach Boris,

gib ihm doch eine Chance !

Die Frage müsste doch lauten: Wer ist der Nachfolger der Burgstaller !

6 0

gib ihm doch eine Chance !

um mien geld verlange is den Allerbesten auf dem Posten und keinem "dem ich eine Chance gebe" den Verlust noch zu vergrößern - weil er keine Ahnung von der Materie hat und haben kann - aber politisch "passt".
Da kannst du genausogut jedem dahergelaufenen Penner der ein SPÖ Parteibuch gefunden hat, eine Chance geben - das ist billiger

19 0

Genierer

Wann geht die Gabi? Hat Sie überhaupt keinen Genierer?

 
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