Akademikerball: Sorge vor "größtmöglicher Eskalation"

31.01.2013 | 11:41 |   (DiePresse.com)

Rund 5000 Demonstranten könnten am Freitag in Wien gegen den Ball protestieren. Die Organisation SOS Mitmensch ortet ein "Match Demokratie gegen Rechtsextremismus".

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Der Verfassungsschutz befürchtet bei den Protesten gegen den Akademikerball am Freitag Gewaltausbrüche, insbesondere durch deutsche Anarchisten. Bereits sechs Großdemonstrationen und mehrere kleinere Kundgebungen gegen den ehemaligen Burschenschafterball in der Wiener Hofburg wurden angemeldet. Aus Deutschland sollen mehrere Busse eintreffen. Ziel einiger Aktivisten sei es, eine "größtmögliche Eskalation" zu erreichen, zitiert der "Kurier" einen Verfassungsschützer. Die Pläne würden vom Steinewerfen bis zu direkten Attacken auf Ballbesucher reichen.

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Wie die Zeitung am Donnerstag weiter berichtete, wurde Unterstützung von der niederösterreichischen Exekutive angefordert. Konkrete Angaben zum Polizeiaufgebot wollte Polizeisprecher Roman Hahslinger vorab nicht machen.

Rund 5000 Demonstranten werden erwartet. Zum Vergleich: Im Vorjahr marschierten rund 3000 Menschen aus Protest gegen den Ball des Wiener Korporationsrings durch die Straßen der Bundeshauptstadt - als dessen Nachfolgeveranstaltung wird der von der FPÖ organisierte Akademikerball gesehen.

Protestzüge und FPÖ-Kundgebung

Laut der Polizei wird es einen Marsch von der Mariahilfer Straße in Richtung Innenstadt geben, eine weitere Kundgebung führt vom Sigmund-Freud-Park zum Stephansplatz. Das Bündnis "Jetzt Zeichen setzen" will hingegen nicht laut demonstrieren, sondern plant eine Lesung sowie andere künstlerische Aktionen auf dem Heldenplatz. Ebenfalls am Heldenplatz wollen SOS Mitmensch und die SJÖ eine Mahnwache halten.

Zu der Mahnwache werden zahlreiche Künstler und Autoren erwartet. Die Schriftstellerin Lydia Mischkulnig wird unter anderem einen Text lesen. "Wir stehen für eine friedliche Protestkultur", betonte Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, am Donnerstag - und warnte davor, rechtsextremistische Taten zu verharmlosen: "Es geht nicht um ein Match links gegen rechts, wie einige Medien schreiben, sondern um ein Match Demokratie gegen Rechtsextremismus. Dieses Match darf unsere Demokratie niemals verlieren."

Die FPÖ will laut "Kurier" fast zeitgleich am Ballhausplatz gegen einen freien Zugang zum Arbeitsmarkt von Asylwerbern demonstrieren.

Ab 16.30 Uhr ist im gesamten Bereich der Wiener Innenstadt mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Rund um die Hofburg gilt am Abend ein großräumiges Platzverbot (siehe Infobox und Karte unten).

Graf: "Nicht glücklich" über Änderung

Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) lässt die Kritik an der Veranstaltung nicht gelten. Er betonte am Donnerstag im Gespräch mit der APA, dass sich in der Hofburg keine Rechtsextremen treffen würden: "Es ist letztlich der Ball der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft und da darf man sich nicht wundern, dass sich dort freiheitlich gesinnte Menschen zu einem Ball treffen. Das ist so, als würde man sich wundern, dass am Kaffeesiederball Kaffeesieder sind."

Verärgert zeigte er sich über die geplanten Proteste. Dabei handele es sich um politisches Mobbing mit Beteiligung eines "linksextremen Mobs".

Er sei jedenfalls "nicht glücklich, dass es den WKR-Ball nicht mehr gibt". Dieser habe ein "breites Publikum" auch aus dem Ausland angezogen, zudem sei er ein wirtschaftlicher Faktor gewesen. Dennoch wird Graf den Akademikerball besuchen - im Gegensatz zu seinem Parteichef Heinz-Christian Strache, der am Freitag im Urlaub weilt.

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Verkehrsinformation
Aufgrund zu befürchtender Ausschreitungen sperrt die Polizei Teile der Innenstadt ab (siehe Bild). Auch die öffentlichen Verkehrslinien sind von den Sichereitsmaßnahmen betroffen: Die Straßenbahnlinie 1 fährt ab etwa 17 Uhr nicht zwischen Julius Raab Platz und Karlsplatz. Der 2er fährt nicht zwischen Schwarzenbergplatz und Dr. Karl Renner Ring. Auch die Linie D ist nur zwischen Nußdorf und Augasse sowie Schwarzenbergplatz und Hauptbahnhof unterwegs. Die Linie 71 fährt wegen der Demonstrationen nur bis zum Schwarzenbergplatz.

Der 13A fährt nur zwischen Hauptbahnhof und Schadekgasse sowie Alser Straße und Siebensterngasse. Linie 57A fährt nur zwischen Rudolfsheim und Getreidemarkt.

Die Citybuslinien 1A, 2A und 3A werden voraussichtlich nicht in Betrieb sein. Die Vienna Ring Tram wird ebenfalls eingestellt.

(Red./APA)

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1025 Kommentare
 
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Meine Meinung

Also für mich sind die ausserhalb der Hofburg gefährlicher,als die Ballbesucher drinnen!

"neun Festnahmen und hunderte Anzeigen"

Es muss aber davon ausgegangen werden, dass die daraus resultierenden Bussen durch die arbeits- und nutzlosen Demonstranten nicht bezahlt werden können somit der Steuerzahler auch hierfür aufzukommen hat.

Gegen welche "Demonstration"

gab es diese "Gegendemonstration"??

ich bin

dafür: bitte WahnMale aufstellen.

über 1000 Kommentare

und fast 1000 schwachsinnige davon!wenn ihr euch noch ein wenig bemüht packt ihr die 1000 auch noch..

Kommunismus statt Standardtanz?

So zeigt obiges Foto die Inschrift auf einem Transparent.

Ich hoffe, daß allen denkenden Österreichern damit wieder klar vor Augen geführt wird, was Kommunismus bedeutet.

Gewalt, Unterdrückung anderer Meinungen und noch viel mehr Gewalt.

Daß ein Großteil dieser linken Irren die Zeit des Kommunismus gar nicht mehr miterlebt hat, ist keine Entschuldigung.

Bildung ist auch eine Holschuld!

Man stelle sich vor,..

..einer dieser Bespuckten hätte sein Recht auf Notwehr in Anspruch genommen, sich gegen Bedrängung, Bespuckung und körperliche Attacken gewehrt und einen oder zwei dieser linken Widerlinge umgehaut.


27

"'Nazis werden kalt gemacht''


Wer ein Nazi ist bestimmen durchgeknallte Linke!?

Unerträgliche Entwicklungen!

Hätte nie gdadcht

dass Gruppen in Österreich so tief sinken könnten, wie diese Randalierer es demonstrierten.
Effekt der Verlierer?

Ich habe schon mal geschrieben: Linker Terror ist weit gefährlicher als jener von rechts. Weil die Linken von Hohlköpfen gefördert werden.

So, das war’s dann.

Ins-Gesicht-Spucken war für die Polizei offensichtlich kein Grund, einzuschreiten. Wohl im Sinn von Rot-Grün angeordneter „Deeskalation“. Bei der kommenden Nationalratswahl werde ich zum erstenmal in meinem Leben FPÖ wählen.

3000...

...assimilierte aus dem Kollektiv der Borg, Rippe von Links.

Als Kind habe ich Star Trek noch für "Sience ficton" gehalten, wie grausam es doch ist sich so irren zu müssen.

36

Bei dieser Randale


habe ich keinen gesehen, der ausgesehen hätte wie ein gutverdienender Facharbeiter mit Familienverantwortung.
Nur hasserfüllte Fratzen voller Aggression und Zerstörungswut.
Von uns über Mindestsicherung und Notstand am Leben erhalten, machen diese Verlierer den Staat und die Gesellschaft für ihr eigenes Unvermögen verantwortlich.

Wie sieht ein gutverdienender Facharbeiter mit Familienverantwortung aus?

So wie Sie?

24

Re: Wie sieht ein gutverdienender Facharbeiter mit Familienverantwortung aus?

Auf jedenfall nicht vermummt, spuckend, schreiend sowie drohend herumrennen und alle anderen die nicht auf der eigenen Linie sind mit Farbbeuteln und Spucke zu beschmutzen und als Nazi zu beschimpfen!!!

Primitive Deppen eben!


Re: Re: Wie sieht ein gutverdienender Facharbeiter mit Familienverantwortung aus?

manche in der Hofburg sind Nazis.Die meisten "nur" Rechtsextrem.

hat nan den Mölzer umgefärbt ? Wenn ja, wie ?


Politisch korrekter Tugendwächter ist ein Widerspruche in sich.

Weil politisch korrekte Tugendwächter es in "jedem" System gibt.

Ewiggestrige

Sie träumen vom Sowjetparadies und von einem Moskau, das sich mittlerweile längst befreit hat.

Sind Österreichs ewiggestrige Linke wirklich so doof? Ich kenne einige von ihnen, und kann es nur bestätigen.

"Sie träumen vom Sowjetparadies und von einem Moskau, das sich mittlerweile längst befreit hat."

Es ist ja nicht einmal mehr das. Die heute Linke, das sind asoziale, arbeitsscheue Punks und verhaltensauffällige Studenten, die mit Aufruhr und Revolution die Gesellschaft so zerstören wollen, daß sie nicht mehr als die Randgruppen, die sie sind, wahrgenommen werden. Was die wollen, ist den Staat zur Pankahyttn zu machen. Kommunistische Parolen, Antifaschismus - und Faschist ist jeder, der dem Chaos im Weg steht - sind nur das Mittel zum Zweck. Die "politischen" Kommunisten, die mir allerdings genausowenig abgehen, sind bei dem Haufen wohl schon in der Minderheit.

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Linksfaschisten feiern fröhliche Urstände

und die System-Medien sind wohl enttäuscht dass nicht mehr passiert ist. Der ORF wird im nächsten Schauplatz "seine Wahrheit" an's Licht bringen.

Re: Linksfaschisten feiern fröhliche Urstände


Sicher mit einem Beitrag von Ed Moschitz

Bilder und Blumenkisteln

Auf http://www.uebermorgen.at/nowkr-fotostrecke/ gibts eine ganz gute Fotostrecke dazu. Schwarz-weiß und nicht so verschwommen wie diese hier ;)
Entgegen der Berichterstattung hier war die Demonstration gestern zu einem Großteil sehr friedlich. Es wurden ein paar Blumenkisten umgeworfen und ein bisschen gedrängelt. Aggression ging von Einzelnen aus und hat sich zum Glück nicht auf die Menge übertragen. Also wirklich kein Grund zur Weltuntergangsstimmung.

Re: Bilder und Blumenkisteln

Sie sollten sich die Bilder auf youtube ansehen, bevor sie gelöscht werden. Vielleicht geht Ihnen dann ein Licht auf, wenn Sie sehen, wie Ballbesucherinnen von den Demostranten bespuckt wurden und ihnen auch noch Flüssigkeiten ins Gesicht geschüttet wurde. Ist das eine friedliche Demo? Es kommt nicht auf die paar Blumenkisten an, es kommt darauf an, dass hier Menschen verhöhnt, bedroht und auf gemeine Weise attackiert wurden. Wo sind da die von den Linken so groß propagierten Menschenrechte?

Gibts beim ,Standard' einen Voluntärsplatz,

oder bewerben Sie sich an der Uni, dass Sie mit vollem Namen posten?

Ihr Argument ist entwaffnend - was soll ich dazu bloß noch sagen.


Re: Ihr Argument ist entwaffnend - was soll ich dazu bloß noch sagen.

die rationale mitte geht als erstes verloren wie man sieht. in oesterreich gehts schutzbund gegen heimwehr bis zum ende der tage.
;-D

 
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