"Ich laufe nicht davon": Burgstaller tritt wieder an

02.02.2013 | 13:11 |   (DiePresse.com)

Salzburgs Landeshauptfrau stellt sich trotz des Finanzskandals als SP-Spitzenkandidatin der Wiederwahl und attackiert den Koalitionspartner: "Die ÖVP will nur die Macht zurück."

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Seit knapp neun Jahren ist sie Landeshauptfrau von Salzburg - und geht es nach Gabi Burgstaller, dann sollen noch fünf weitere Jahre dazu kommen: Die 49-Jährige wird trotz des Finanzskandals als Spitzenkandidatin in die Neuwahlen am 5. Mai 2013 gehen. Das hat die "Presse" am Freitagnachmittag erfahren.

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"Ich habe es mir lange und sehr gut überlegt, und nicht zuletzt die Entwicklung der Landespolitik gerade in den letzten Wochen hat mich darin bestärkt: Ich übernehme die Verantwortung - für Salzburg, für dieses Land und seine Menschen", erklärte Burgstaller später während eines "Empfangs für Freunde der Salzburger SPÖ".

"Die ÖVP will nur die Macht zurück"

Als wichtigsten Beweggrund und ihr vorrangiges Ziel nannte Burgstaller vor rund 150 geladenen Gästen, das Vertrauen der Salzburger in die Landespolitik zurückzugewinnen. "Meine Entscheidung ist deshalb erst jetzt gefallen, weil ich beweisen wollte, dass es mir nicht um mich, sondern um das Land geht", sagte Burgstaller. In den vergangenen Tagen sei sie von Freunden oft gefragt worden, wieso sie sich das antue, erklärte die SP-Chefin. "Ich bin so, ich bin so erzogen, dass ich nicht davonlaufe."

Und dann setzte es noch einen Seitenhieb auf den Noch-Koalitionspartner ÖVP: "Die erste Chance, das Vertrauen zurückzugewinnen, wurde leichtfertig verspielt. Hätte diese Regierung in der Situation den Schulterschluss geschafft und wäre verantwortungsvoll vor die Salzburger Bevölkerung getreten, hätte sie sich gemeinsam um eine wirkungsvolle Aufklärung und Aufarbeitung bemüht, dann hätte diese Kraftanstrengung geholfen, den Menschen ein Stück weit das Vertrauen in die Politik wiederzugeben. Die SPÖ war dazu bereit, die ÖVP will nur die Macht zurück."

Sie stellte erneut klar, dass sie keine Koalition mehr mit einer ÖVP unter Wilfried Haslauer schließen werde: "Mit dem jetzigen Chef der ÖVP geht es nicht mehr." Und: "Was sollen wir davon halten, wenn der Chef einer Partei uns als Bande bezeichnet. Da geht es nur mehr um den Egoismus einer Partei." Da fehle jeder Anstand. "Mit so jemandem kann man keine Zukunft haben", sagte Burgstaller.

Seit 2004 Landeshauptfrau

Die gebürtige Oberösterreicherin hatte im Frühjahr 2004 sensationell die ÖVP-Dominanz in Salzburg gebrochen. Seither führt sie eine rot-schwarze Koalition an. Dass Burgstaller nun noch einmal tritt, kommt nicht allzu überraschend: Während des Finanzskandals hatte sie ihren „Kronprinzen" verloren: SP-Finanzlandesrat David Brenner trat zurück.

Burgstaller muss im Mai ernsthaft um Platz eins bangen. In einer nicht ganz aktuellen Umfrage vom 16. Dezember hatte die ÖVP mit 36 Prozent die Nase vorne. Die SPÖ kam auf 33 Prozent - ein Minus von 6,4 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2009.

Während Burgstaller die politischen Weichen für den Wahlkampf stellt, fand die Aufarbeitung des Finanzskandals ihre Fortsetzung: Die entlassene Referatsleiterin Monika Rathgeber versucht seit heute vor Gericht ihre Wiedereinstellung zu erwirken (mehr dazu).

(APA/Red.)

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277 Kommentare
 
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Gabi übernimmt volle Verantwortung...

Dann pack dein Pinkerl und schleicht dich!

Sie sollte laufen, und zwar sollte sie schnell laufen

Aber: ein dicker Hintern klebt gut auf einem Sessel.

Strache liebäugelt mit rot-blau in Salzburg

und Gabi tut ihm den Gefallen. Dann sind 5 Jahre Zeit um alles zu vertuschen und 2018 haben die Salzburger ohnehin alles vergessen. Karl Schnell sei dank!

2 0

Re: Strache liebäugelt mit rot-blau in Salzburg

da plappert der Strache von mehr direkter Demokratie und dann will er sich mit der demokratiefeindlichen und verantwortungslosen SPÖ in ein Koalitionsbett legen - einfach widerlich!

Was auch immer man von Gabi hält...

...aber der Haslauer kommt ja wirklich mehr als verlogen rüber! In Salzburg macht man sich schon über seine "Klartext" Masche lustig. Zuerst weiß er von nichts, und dann will er auf einmal aufklären.

6 0

"Ich laufe nicht davon"

Bei einer knallroten weisungsgebundenen Staatsanwaltschaft ist das auch nicht notwendig.
Die sind vollauf damit beschäftigt durch gerichtliche Verfolgung von unschuldigen Angestellten von den wirklichen Tätern abzulenken.

ob davongelaufen oder gejagt..

Salzburg should be ready to Einzahl fürchterlich if they do not throw the komplette Landesregierung out the Fenster,

Kommentar darf gerne von Politikern zitiert werden, drum ist er ja in A-Polit-English

1 0

So was wie ein Salzburger Fenstersturz

wäre fein - aber wie bringen wir die Unzahl der Schwergewichte alle auf einen Balkon?

sie muss s ja versuchen, so

kann sie möglicherweise weitger verdunkeln und verabreden...

3 1

Das Problem mit Sackratten ist vergleichbar mit den SPÖ Repräsentanten

Sie nerven, quälen den Befallenen bis aufs Blut, leben vom Aussaugen, man kriegt sie schwer weg und sie bilden immer wieder Nissen aus denen sie sich multiplizieren.

2 0

Re: Das Problem mit Sackratten ist vergleichbar mit den SPÖ Repräsentanten

und sie haben keine Schuldeinsicht in dem was sie anrichten und anderen antun - denn sie leben ausschliesslich unproduktiv auf Kosten und vom Leid anderer.

wenn sie es mit der verantwortung ernst nehmen würde

wäre sie schon zurückgetreten - auch wenn es manchmal nicht so aussieht - sie ist teil des systems und muss daher weg!

Wirklich Verantwortung zu übernehmen heißt:

die Verluste, die entstanden sind oder noch entstehen werden, aus eigener Tasche zu begleichen.

4 0

Erklärung

der Politiker - das sind Leute die Geld und keine Verantwortung übernehmen.

8 1

Auf zum lustigen Weiterzocken..

...in einer ENTWICKELTEN Demokratie völlig undenkbar, aber in Österreich völlig normal. In einem Land wo strafrechtlich Verurteilte im Parlament sitzen, wo die Kaffee-Bank Geld wäscht, wo es bei Gerichtsprozessen zwar manchmal STINKT, aber meistens für Verurteilungen die SUPPE ZU DÜNN ist, wo die Steuerzahler vom nö. Landesjägermeister zum Frühstück eine Bankhaftung von läppischen 18,0 Milliarden serviert bekamen und die Verursacher (Kärntner Politkomiker) so tun als wäre ihr Land das Musterland Österreichs und jenseitige Briefe an einen hochkrmininellen Alkoraser schreiben usw. und so fort....Volkstümlich ausgedrückt: Es ist zum Speiben!!!

Re: Auf zum lustigen Weiterzocken..

...Es ist zum Speiben!!!...

JOU!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Verantwortung

" Ich übernehme die Verantwortung - für Salzburg, für dieses Land und seine Menschen", erklärte Burgstaller".

Was soll diese bereits seit Jahrzehnten zu Tode gedroschene Floskel?

Dazu gibt es doch auch die Redewendung: "Zur Verantwortung ziehen!"

Ein Verbrecher muß sich vor Gericht verantworten und wird verurteilt. Ein Autofahrer, der falsch abbiegt, wird zur Verantwortung gezogen und mit einer Geldbuße belegt.

Ein Politiker übernimmt die Verantwortung für hunderttausende Bürger (meist bekennt er sich dazu erst im Nachhinein, obwohl er sie ja schon vorher hatte) und was für Konsequenzen hat er zu befürchten?

Darum ist "ich übernehme die Verantwortung" aus dem Munde eines Politikers eine Verarschung der Bürger. Und sie sind sich nicht zu blöd, jedesmal denselben Scheiß daher zu reden.

4 0

Bevor "wir" mit unseren Soldaten Verantwortung in Mali, bei der Mali-Tant übernehmen sollten wir das Bundesheer in Salzburg einsetzen.

Dort geht es nämlich anarchisch drunter und drüber.
Die zuständige Staatsanwaltschaft dürfte von den üblichen Unverdächtigen gefangen genommen worden sein und an einem unbekannten Ort gefesselt und geknebelt in Geiselhaft festgehalten werden - sie ist spurlos verschollen.

8 0

"The winner is!" Dr. Karl Schnell, Arzt, Saalbach-Hinterglemm -

Der gute Schnell braucht nur nichts zu tun. Keinen Fehler machen - wie beim Mikado, nur nicht bewegen und er hat gewonnen. Die Regierungsbeteiligung und den Vize schiebt ihm die larmoyante "Fett ist Nett" Gabi händeringend unter der Tür mit weinerlichem durch.
Wer wettet dagegen?
Einziger Joker und unbekannte Variable ist Opapa Stronach, der noch in die bereits fertig auspaktierte SPFPÖ Suppe spucken könnte...

Wenn Sie es nicht schafft

dann wird Sie halt die neue Buhlschaft.

Der Haslauer als Mephisto und der Paulus als Jedermann.

0 0

Re: Wenn Sie es nicht schafft

und der Brenner als Regisseur.

vertrauenswürdige leute sehen anders aus ....

"den Menschen ein Stück weit das Vertrauen in die Politik wiederzugeben. Die SPÖ war dazu bereit."

warum ? .. ihr habt selbst die richtlinie ausgegeben, bei einem verlust von 150 mio alles zu schliessen ... das heist, ihr habt in vollem bewustsein spekuliert .. und wart zu dumm eure eigenen regeln einzuhalten und wie es so weit war, die verluste zu begrenzen.
... solche leute sind nicht vertrauenswürdig ..

Sie könnt' einem ja fast leid tun.

Aber nur fast.

Ursprünglich als Kronprinzessin für höhere Weihen in der Partei (das sozialdemokratisch lasse ich bewusst weg) gehandelt, ist Sie jetzt für adequate Funktionen auf Bundesebene unvermittelbar.

Es bleibt ihr ja gar nichts anderes über als sich erneut in die Wahl stürzen; ein Rücktritt in niedrigere Ämter wär ein Rückschritt für Burgstaller.

3 1

Re: Sie könnt' einem ja fast leid tun.

Die bleibt mit Hilfe der FPÖ Landeshauptfrau und wird uns weiter so be....en wie gewohnt.
Der Wähler kann in die Wahlurne hineinwerfen was er will, das Ergebnis steht schon heute schon 100% fest. Und wenn 90% der Wähler in das Kuvert einen frischen morgendlichen Abstrich statt eines Wahlzettels einwerfen - die feiste Gabi bleibt uns erhalten wie eine Gürtelrose

Ich laufe nicht davon

Man nennt es Pattex.

Brenner stimmte 2008 höherem Risiko zu (Profil)

SPÖ Landesrat Brenner hat schon wieder gelogen.

Hätte Gabi Burgstaller einen Funken Verantwortungsgefühl hätte sie Brenner schon längst ausgeschlossen! Stattdessen darf er ungestraft mit Unterstützung der Landeshauptfrau seine Mitarbeiter verleumden.

 
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