Nur Wien erfüllt Asylquote, Niederösterreich ist Letzter

07.02.2013 | 18:11 |  Von Regina Pöll (Die Presse)

Neben dem früheren Musterschüler Niederösterreich liegt auch Kärnten deutlich unter der Quote, die beim Asylgipfel im Oktober 2012 vereinbart wurde. Bis zum Sommer will man den Vorgaben des Bundes gerecht werden.

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Wien/St. Pölten. Kein Bundesland außer Wien beherbergt derzeit so viele Flüchtlinge, wie es das gemäß einer Festlegung aus dem Jahr 2004 tun sollte. Wien liegt mit 142,9 Prozent jener Flüchtlinge, die es zur Grundversorgung unterbringen soll, sogar deutlich an der Spitze – so wie das schon in den Vorjahren der Fall war. Im Länder-Ranking abgestürzt ist unterdessen der frühere Musterschüler Niederösterreich: Nach Jahren im oberen Drittel liegt es nun mit 81,9 Prozent auf dem letzten Platz. Auch Kärnten schneidet mit 85,8 Prozent kaum besser ab, wie das Innenministerium gestern, Donnerstag, der „Presse“ mitteilte.

Beide Bundesländer, in denen jeweils am 3. März Landtagswahlen anstehen, erfüllen damit nicht einmal jene Asylquote, die Bund und Länder bei ihrem Asylgipfel am 23. Oktober des Vorjahres kurzfristig vereinbart haben: Bis 30. November sollten alle neun Länder zumindest 88 Prozent ihres Anteils an Flüchtlingen gemäß dem Einwohnerschlüssel 2004 übernehmen. Hauptgrund für den Pakt war, dass das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich aus allen Nähten platzte: Statt der zwischen Bund und Land vereinbarten maximal 495 Flüchtlinge waren dort im Herbst wochenlang bis zu 1500 Flüchtlinge untergebracht. Bürgermeister Fritz Knotzer (SPÖ) drohte zwischendurch sogar mit der Sperre des Lagers wegen möglicher Sicherheitsmängel. Manche Länder erfüllten damals nicht einmal drei Viertel ihrer Asylquote.

Inzwischen ist das Bild deutlich besser, weil mehrere Länder insbesondere aus dem Lager Traiskirchen, aber etwa auch aus Wien Flüchtlinge übernommen haben. Nur knapp unter 100 Prozent lagen gestern die Steiermark (98,8 Prozent) und das Burgenland (97,8 Prozent), gefolgt von Salzburg, Vorarlberg, Oberösterreich und Tirol (siehe Grafik). „Die 88 Prozent galten nur vorübergehend, relevant sind heute natürlich die 100 Prozent“, sagt dazu ein Sprecher von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Die Ministerin selbst wollte sich gestern auf Anfrage der „Presse“ nicht zur aktuellen Lage äußern. Ihr Sprecher hob aber hervor, dass gegenüber dem Herbst ein „wichtiger Schritt für ein geringeres Ungleichgewicht zwischen den Bundesländern und für eine Entlastung Traiskirchens“ gelungen sei.

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Pröll drängt SPÖ-Landesrätin zu Tempo

Die Leerung des Erstaufnahmezentrums sei auch der Grund, warum Niederösterreich im Länder-Ranking zurückgefallen ist, betont man in den Büros von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und der zuständigen Landesrätin Karin Scheele (SPÖ). Ein Mitarbeiter Scheeles erklärte, dass die Landesrätin bereits intensiv daran arbeite, weitere Quartiere neben dem Lager Traiskirchen zu schaffen. Etwa 150 Flüchtlinge werde man schon in wenigen Tagen beispielsweise im Industrieviertel unterbringen, die 100-Prozent-Quote dann bis Sommer erfüllen. Aktuell sind es 3210 Flüchtlinge, die in Niederösterreich grundversorgt werden, 495 davon in Traiskirchen. „Das Tempo könnte schneller sein“, verweist Pröll auf das Ressort Scheeles. „Ich erwarte mir, dass Frau Scheele konsequenter arbeitet. In diesem Fall sieht man deutlich nach außen, was die SPÖ-Niederösterreich-Spitze unter Regierungsarbeit versteht“, nützt der Landeshauptmann die Situation auch für Wahlkampf. Über viele Jahre habe Niederösterreich freilich „mit Wien die Hauptlast in der Asylfrage getragen“, sagt ein Sprecher Prölls.

Schon im Herbst zurückgelegen ist Kärnten, wo aktuell 1166 Flüchtlinge untergebracht sind und somit 200 Plätze fehlen. Das Flüchtlingsreferat des Landes will laut Austria Presse Agentur rasch Abhilfe schaffen. In Wien, dem einzigen „Quotenbringer“, sind zurzeit 5927 Flüchtlinge in Grundversorgung, in ganz Österreich sind es 20.417.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2013)

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59 Kommentare
 
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insel im Mittelmeer

Am besten wäre es,wenn man eine unbewohnte Insel im Mittelmeer bewohnbar macht und doasylanten hinbringt.Sie haben dort Schutz vor Verfolgung,zu Essen und eine ärztliche Grundversorgung.Falls es jemanden dort nicht gefällt,kann er die Insel jederzeit verlassen.Eine Finanzierung müßte durch die EU erfolgen.

super

danke für diese info. wir über siedeln ende dieses monats nach nö.
bitte asylantenquote beibehalten.

Re: super

sie sind einfach nur ekelhaft...

Re: super

wie oft hatten sie schon ein problem mit einem asylwerber?? sind sie überhaupt schon mal einem begegnet?

Re: Re: super

Natürlich begegnet jeder Österreicher Asylwerbern, und Monat für Monat zahlt er für sie. Aber das scheint manchen gar nicht mehr aufzufallen.

Re: Re: super

Schon mal was von der Votivkirche gehört?

Re: Re: super

es geht um das Prinziep

Re: Re: Re: super

ja ums "prinziep"... scheint, als wärst du auch nicht die hellste kerze auf der torte...

Re: Re: Re: Re: super

mag sein, aber es leuchtet

falls SIE aber Argumente haben, gerne

3

Man stelle sich vor, es würden Asylwerber von Wien nach zB Tirol verlagert ...

... das wäre interessant!

Re: Man stelle sich vor, es würden Asylwerber von Wien nach zB Tirol verlagert ...

wegen was meinens, wegen der Sprachbarriere, oder wegen dem Kulturschock? ;-)

Erst kürzlich

gab es in der Presse einen gut recherchierten Artikel über die eigenwillige Grundversorgungspraxis in Wien, wo abgelehnte Asylwerber praktisch unbegrenzt weiterversorgt werden.
Schwupp, wieder alles vergessen, und alle sind sie wieder "Flüchtlinge".
Wien soll die abgelehnten Asylwerber aus der Grundversorgung entlassen, und die Prüfung des Anspruchs auf Grundversorgung in Zukunft nicht mehr der Caritas überlassen, dann kriegt es seine Asylquote wieder in den Griff. Die Quotenerfüllung der übrigen Bundesländer steigt dadurch automatisch.

Ist das jetzt ein handgestricktes- oder ein gottgewolltes Problem?!


Was bitte...

...ist eine Asylquote?
Kommt als nächstes eine Mordquote oder allgemeine Verbrechensquote, oder eine Religionsquote?
Ist ja lächerlich - Ich sehe anhand dieser Statistik, dass Niederösterreich ganz klar vorne liegt und Wien weit hinter allen anderen am schlechtesten abschneidet.

Man merkt es,daß Wien u.Graz die Quote erfüllen!

Beispiel Volksgarten in Graz: Dutzende Drogendealer in der ganzen Anlage! Man kann hier nicht einmal mehr am Tag durchgehen! Hier müßte die Stadt Graz eigentlich eine Warnung aussprechen,denn im Park ist keiner mehr sicher! Die Polizei schaut weg,der Park ist mit Drogendealer-Asylanten überfüllt!Das Messer sitz hier sehr locker!Polizei prüft nur Papiere,eine Stunde später sind wieder alle da,besetzen alle Brücken u.Ausgänge.Die ganze Umgebung des Volksgarten wird zur Drogenmeile,ohne daß hier Jemand eingreift!Hier werden Millionen Euro umgesetzt aber die Atos werden auf Parkpickerl minütlich überprüft!Es ist schlichtweg eine Sauerei!

0

Re: Man merkt es,daß Wien u.Graz die Quote erfüllen!

Sie haben sich offenbar oft hingetraut und sind immer heil rausgekommen...

Sichere Drittländer...

daher ist jeder Asylant zuviel. Werft alles raus.

Die Steiermark erfüllt weitgehend ihre Quote

Doch brauchen wir das als Dank für unsere Gastfreundschaft?

Oeverseepark in Graz

http://m.youtube.com/#/watch?v=Xmov4c1nusU&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DXmov4c1nusU&gl=DE

Re: Die Steiermark erfüllt weitgehend ihre Quote

kann den link nicht aufrufen.

Re: Re: Die Steiermark erfüllt weitgehend ihre Quote

https://m.youtube.com/watch?v=Xmov4c1nusU

Re: Die Steiermark erfüllt weitgehend ihre Quote

tja, das braucht original niemand. trotzdem kriegen wirs. wie kann das sein?

welche länder liegen damit weit unter der quote?

ganz zufällig jene, wo demnächst landtagswahlen stattfinden.

hat das irgendwie system? aus reinem populismus?

oder sind in diesen bundesländern jene im amt, die sich über alle vereinbarungen hinwegsetzen?

Nur keine Sorge!

Die Korun wird schon dafür sorgen dass bald wieder alles vollgestopft ist.

Ist doch logisch

Traiskirchen ist in Niederösterreich. Wenn in Traiskirchen auf einen Schlag 700 Asylwerber weniger sind dann ist es ja klar dass man kurzfristig zu wenige beherbergt.

Ein Bundesland ueberlaufen mit illegalen

soll noch mehr von den 'asylanten' nehmen?
Die soll sich die 'bundesregierung' in Wien behalten!

niederösterreich ist immer hintendran


 
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