"Großer Saustall": Aschermittwoch auch heuer politisch

13.02.2013 | 10:10 |   (DiePresse.com)

Der Aschermittwoch treibt wieder die Politiker an die Rednerpulte. Strache hält seine "Aschermittwochs-Rede" erst am Freitag.

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Der Aschermittwoch wird von Politikern traditionsgemäß auch heuer dazu genutzt, Botschaften unters Volk zu bringen. Ein bisschen zu spät dran ist heuer die FPÖ, deren 22. "Politischer Aschermittwoch" in der Jahnturnhalle in Ried im Innkreis dieses Mal - aus Termingründen - erst am Freitag stattfindet. Sonst dürfte aber alles wie gehabt bleiben: Jedes Jahr kommentieren die Redner in Bierzelt-Atmosphäre inklusive Heringsschmaus in mehr oder weniger deftigen Worten die politische Lage. Ehrengäste sind auch heuer FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner.

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Pünktlich schaffte es hingegen der ÖVPBehindertensprecher, Franz-Joseph Huainigg, der ins Parlament zum "Politischen Aschermittwoch aus anderer Sicht" lud. Die grüne Behindertensprecherin Helene Jarmer hatte die Veranstaltung mitorganisiert, konnte aber krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Deshalb brachte Huainigg alleine mit Witz, Selbstironie und Geschichten aus dem Alltag eines Lebens mit Behinderung sein Anliegen dar.

Wahrheiten, "die nicht einmal Stronach sagt"

Er wolle Wahrheiten sagen, "die nicht einmal Frank Stronach sagt", erklärte der Abgeordnete mit Beatmungsgerät zu Beginn und fand eine Gemeinsamkeit zwischen sich und dem Neo-Politiker: "Wir sind beide oft schwer verständlich." Huainigg plädierte für Barrierefreiheit und Inklusion: "Behinderte Menschen brauchen kein Mitleid, sondern persönliche Assistenz, das gibt Freiraum und persönlichen Handlungsspielraum." Er forderte bundesweit einheitliche Regelungen und Assistenz auch vor und nach der Arbeit.

"Wir brauchen High-Tech in der Pflege", erklärte er außerdem und forderte, dass neue Fördermöglichkeiten für neue Technologien geschaffen werden. "Das Leben im Rollstuhl ist ein Abenteuer, aber wir brauchen Barrierefreiheit", sagte Huainigg und berichtete davon, wie ihm der "Geduldsfaden gerissen war", als er acht Züge lang vergeblich auf einen barrierefreien Zug gewartet hatte.

Auch die aktuelle Politik nahm Huainigg aufs Korn: Kärnten habe die Wähler erfolgreich "ver-scheuch-t" und Salzburg habe nun zusätzlich zum Mönchsberg einen Schuldenberg, witzelte Huainigg. Für das Bundesheer hatte er eine Reformidee: Die Präsenzdiener sollten zukünftig "Rampen bauen statt Kanonen zu putzen, dann wäre Österreich schnell barrierefrei".

Die Band "Knirron und Papp" des Wiener Hilfswerks sorgte für musikalische Unterhaltung und gab unter anderem einen Rollstuhl-Rap zum Besten. Im Anschluss luden die Organisatoren zu einem Katerfrühstück mit Rollmopssemmeln und "viel Wasser". Ebenfalls in Wien zieht es Wirtschaftsbund-Präsident Christoph Leitl ans Mikrofon.

Die Grünen lassen es sich auch nicht nehmen, den politischen Aschermittwoch in weiteren Bundesländern zu begehen: Rolf Holub, Spitzenkandidat in Kärnten und Kabarettist, kann man in Klagenfurt lauschen, während der Nationalratsabgeordnete Peter Pilz in Salzburg unter dem Motto "Der Große Saustall" etwas "Neues über die Skandale, die Nehmer und die Hintermänner" zu erzählen hat.

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8 Kommentare

Mit Typen wie Pilz

ließe sich jederzeit wieder ein totalitäres Regime errichten.

aschermittwoch nüchtern

immer öfter wird strache auf fotos
mit alkohol in verbindung gebracht,
diesmal mit krügerl vor dem kopf.
vielleicht besteht auch genau da der
zusammenhang mit dem verspäteten
aschermittwochrundumschlag, der
genau genommen eben kein
aschermittwochrundumschlag ist.
aber egal, ich habe diese extrem
hetzerischen töne, die erstmals nach
dem krieg von haider ausgerechnet
an einem hohen feiertag angeschlagen
wurden, noch nie mögen.

warum also die verspätung?
wegen dem feiertag wär´s wurscht,
aber, um den gedanken weiterzuspinnen,
halbwegs nüchtern will man halt
sein, auch wenn man nur vor einem
bierseligen pöbel spricht. könnt ja der
orf dabei sein...

jetzt gibt mir eines zu denken: die
strachesche neujahrsansprache kam
gute 3 wochen verspätet dieses jahr.
das muß ja ein rekordverdächtiger kater
gewesen sein!

die gedanken solcher leute über haarproben,
drogentests und substitutionstherapie darf
man getrost als bsoffene gschicht bezeichnen.

Re: aschermittwoch nüchtern

Einen bierseligen Pöbel gibt es auch bei den Sozialisten. Deren Anführer trinkt jedoch lieber einen Veltliner.

1 1

Re: aschermittwoch nüchtern

Die wahre Frage ist, wann hat Kickl Zeit die Reden zu schreiben?

Plagiate ohne Ende - von den Sprechpuppen aller Parteien:


Oder glaubt jemand, dass die "Eliten" in der Lage sind, ihre zumeist ohnehin dümmlichen Ansprachen selbst zu verfassen?

Und wie schaut's im Nationalrat aus? Viele der Großkopferten können nicht einmal die vorgegebenen Texte einigermaßen verständlich herunter zu stottern.

Wer verfasst diese "Reden"? Die Herrschaften haben doch keine Ahnung von den Themen, über die sie sich auslassen. Und dann geben sie vor, sie hätten die Unterlagen selbst geschrieben, die sie mit unfreiwilliger Komik fehlerhaft aufsagen.

0 1

Die können noch so oft über den "großen Saustall" reden

Wir wählen seit 1945 ohnehin immer wieder SPÖ+ÖVP!

Wir verdienen nichts anderes.

Pilz-Rede: Der große Saustall

referiert er gar über die Zustände im Wiener Rathaus...?

Bier, Zigaretten,

Schenkelklopfer-Witze, so richtig die Atmosphäre um den Gedanken freien Raum zu lassen.

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