Pendlerpauschale neu passiert Finanzausschuss

21.02.2013 | 13:28 |   (DiePresse.com)

Pendlereuro, Jobticket für alle und eine Pendlerpauschale für Teilzeitkräfte: Das sind die Kernpunkte der Gesetzesnovelle. Sie soll noch im Februar vom Nationalrat beschlossen werden.

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Der Finanzausschuss des Nationalrats hat am Donnerstag grünes Licht für die Ausweitung der Pendlerförderung gegeben. Die Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Team Stronach stimmten laut Parlamentskorrespondenz für die Regierungsvorlage. Damit kann die Neuregelung noch im Februar vom Nationalrat beschlossen werden. Die Pendler kommen rückwirkend mit 1. Jänner in den Genuss der besseren Förderung.

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Kernpunkt der Gesetzesnovelle ist die Einführung des "Pendlereuro". Demnach erhalten Arbeitnehmer, die zu ihrem Arbeitsplatz pendeln müssen und Anspruch auf ein Pendlerpauschale haben, künftig zusätzlich pro Kilometer einfacher Wegstrecke einen Euro pro Jahr als Steuergutschrift vom Finanzamt zurück.

Außerdem wird der Kreis der Anspruchsberechtigten für das Pendlerpauschale ausgeweitet. Wer an acht bis zehn Tagen pro Monat zwischen Wohnort und Arbeitsplatz unterwegs ist, kann zwei Drittel des steuermindernden Pauschales geltend machen, bei vier bis sieben Pendlertagen ein Drittel. Für Wenigverdiener, die keine oder kaum Lohnsteuer zahlen, ist ein erhöhter Pendlerzuschlag von bis zu 290 Euro pro Jahr vorgesehen.

Streichungen und "Jobticket"

Gestrichen wird das Pendlerpauschale hingegen für Arbeitnehmer, die ihren Dienstwagen privat nutzen können. Mit einem heute vorgelegten Abänderungsantrag wird dabei ausdrücklich klargestellt, dass die Streichung nur bei Nutzung eines arbeitgebereigenen Fahrzeugs gilt. Wochenpendler mit anerkannter doppelter Haushaltsführung können laut Abänderungsantrag Familienheimfahrten weiterhin als Werbungskosten steuerlich geltend machen, in einem solchen Fall besteht allerdings kein Anspruch auf das Pendlerpauschale.

Für Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel bringt die Gesetzesnovelle ein erweitertes "Jobticket": Künftig können Arbeitgeber auch jenen Beschäftigten steuerfrei eine Jahreskarte zur Verfügung stellen, die keinen Anspruch auf ein Pendlerpauschale haben.

Die neuen gesetzlichen Regelungen gelten grundsätzlich ab dem Kalenderjahr 2013, der Ausschluss vom Pendlerpauschale bei Nutzung eines Dienstautos tritt mit 1. Mai in Kraft.

Neue Regelung auch für Nachtarbeiter

Neue Bestimmungen wurden auch für Nachtarbeiter beschlossen. Die Ausübung eines typischen Nachtarbeitsberufs wie Bäcker oder Drucker ist künftig nicht mehr Voraussetzung dafür, um den erhöhten Steuerfreibetrag in Anspruch nehmen zu können. Es reicht, wenn die Normalarbeitszeit im Lohnzahlungszeitraum überwiegend in der Zeit von 19 bis 7 Uhr liegt und Nachtarbeit betrieblich erforderlich ist. Der Steuerfreibetrag gilt für Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen sowie für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit inkl. Überstundenzuschlägen und beträgt grundsätzlich maximal 360 Euro, Nachtarbeiter können bis zu 540 Euro geltend machen.

(APA)

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11 Kommentare

der übliche linke tasche, rechte tasche schmäh.

zuerst mal das parkpickerl einführen, und die pendler zu 3 euro am tag in die garagen am stadtrand zwingen, dann brauchen sie eine monatskarte für wien (sind ja früher direkt zur arbeit gefahren) dazu also sind wir bei 5 euro am tag, / * 20 = 100 euro im monat zusatzkosten für einen wienpendler .
. und dann geben wir dem pendler halt einen teil davon über die pendlerpauschale zurück .
.. sorry .. wahlzuckerl als placebo erkannt .. also wirkungslos :-):-)

Re: der übliche linke tasche, rechte tasche schmäh.

nebenbei ... sagen wir 50 km entfernt von wien .
also 100 euro * 12 = 1200 euro für parkgararage und monatskarte in wien .
abzüglich 50 euro im jahr pendlereuro .... sind mehrkosten von 1100 euro im jahr ...
danke buargamaster von wien, danke grüne in wien .. und tuts die leute nicht noch verhöhnen indem ihr ihnen ein paar münzen in den hut werfst, und so tuts, wie wenn ihr was für sie verbessert habst ...

Der totale Wahnsinn!

Der Aufwand zur Abrechnung, Bearbeitung der Anträge, die Auszahlung, wird Kosten verursache, welche ein Vielfaches des gesamten Auszahlungsbetrages ausmachen!

Ich würde meinen, dass die Bürokratie der Staatlichkeit schon mehr Kosten verursachen wird als die Bürger bezahlt bekommen.

Das ist wieder nur eine Zwangsbeschäftigung, welche die Gesellschaft nicht weiter bringen kann, nur Bremsen wird.

Es stellt sich für mich immer mehr die Frage warum sich die Gesellschaft mit so vielen unnötigen Aufgaben auseinandersetzt / belastet. Will diese Gesellschaft nichts weiter bringen, ist die Zurückentwicklung zum einfachsten Primaten das Ziel?

Am Ende stellt sich die Frage nach der Befreiung von diesen Belastungen. Wer befreit die Menschen in Österreich vor dem Wahnsinn dieser Gesetzgebung, vor dem Wahnsinn der Beamtendespotie?

Diese Regelung kann nur degenerierten Beamtengehirnen einfallen, Menschen würden auf diese Ideen niemals kommen.

Danke, aber jetzt wähl ich euch erst Recht nicht!

Wahlzuckerlshit!

Kurz

vor den Wahlen werden die Wählerzuckerl verteilt.

Hurra

... ich krieg mehr kohle fürs pendeln in die linke hosentasche ... jetzt wähl ich euch im herbst und im Land

übrigens, weiß wer wo 1,5mal soviel kohle aus der rechten Hosentasche hingekommen ist????

Budgetsanierung à la SPÖVP


Gegenfinanzierung? Brauch' ma net.

Wenn Sie die Wahlgeschenke nach den NR-Wahlen wieder mit einem neuen Sparpaket einkassieren, stellen sie sich als strenge Sanierer hin. Wenn sie die den Haushalt nicht in regelmäßigen Abständen demolieren würden, bräuchten sie auch keine anschließende Sanierung.

P.S.: Das großes Pendlerpauschale weiterhin ab 2 (!) km zu gewähren ist lächerlich. Das sollte doch schon mit dem Verkehrsabsetzbetrag abgegolten sein.

Der schlechte Witz dabei: Die Steuerzahler zahlen sich das selbst

Einerseits durch die kalte Steuerprogression und verdreifachten Verwaltungsstrafen.

Zufall nichts als Zufall

Knapp vor Wahlen beginnen SPÖ+ÖVP schon wiederum großzügig Steuergeld zu verteilen.Nach den Wahlen droht uns das nächste Belastungspaket.

Von 183 Mrd. auf unglaublich 293 Mrd. sollen bis 2015 die Staatsschulden steigen, dazu sagen SPÖ+ÖVP "sparen".

Re: Zufall nichts als Zufall

Flucht nach vorne, nur Tschoklad und keine Entscheidungen die wirksam sind. Nur bremsen als Heilmittel. Weg mit diesem korrupten Gesindel!

praktisch ist das eine weitere Förderung der Stadtunternehmen und der Öffentlichbediensteten.

Zentralismus, Landflucht.

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